30 Jahre wie ein Tag..

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Der Geschmack deutscher Würste, die Klänge von Volksliedern, Meisterskurse im Bau von Fachwerkhäusern aus Sperrholz, der Duft von Lebkuchen, farbenfrohe Dirndlkleider. Dies und vieles mehr schmückte das große Fest, zu dem Freunde aus den deutschen Zentren der Städte Semej, Altaj, Samara und Katon-Karagaj aus der Region Ostkasachstan kamen.

Die Hauptveranstaltung fand in dem in ganz Kasachstan bekannten Ethno-Dorf statt. Ort und Zeit des Festes waren nicht zufällig gewählt, denn der goldene Herbst mit seinen bunten Farben unterstrich die Vorzüge des einzigartigen Ethno-Dorfes, in dem neben traditionellen deutschen Fachwerkhäusern 13 Nationalgüter verschiedener Völker und Zeiten präsentiert wurden. Jedes von ihnen spiegelt die nationalen Traditionen, die Kultur und die Ausstattung wider. Möbel, Teppiche, Geschirr und andere Utensilien – alles wurde bis ins kleinste Detail restauriert. Im deutschen Haus beispielsweise eine traditionelle Singer-Nähmaschine, ein Butterfass, deutsche Sprichwörter, bestickte Tischdecken und vieles mehr. Die Gäste können in jeden Hof und jedes Haus gehen, um die Dekorationen zu sehen und einem Guide zuzuhören, der ihnen über das Alltagsleben einer bestimmten ethnischen Gruppe erzählt.

Stadt der Handwerker

Auf dem Platz befand sich eine ganze Stadt von Handwerkern! Was es hier nicht alles gab! Gemälde mit Ansichten des Rheins und Gobelbachs, Schmuck, um den uns selbst Lorelei beneidet hätte, Puppen aus Märchen von Hoffmann und den Gebrüdern Grimm, skandinavische Wandtafeln und Amulette. Hier trafen wir eine Person aus einem unserer früheren Artikel, die Leiterin der deutschen ethnisch-kulturellen Vereinigung im Altaj Wiktoria Iwlewa (geb. Dieser). Sie war wie immer sehr freundlich, erzählte von ihren Plänen und brachte natürlich eine große Sammlung von Puppen, weiblichen Accessoires und anderem mit. Wir sprachen auch mit Irina Samoilowa, einer Handwerkerin aus der gleichen Stadt.

„Ich bin gerne nach Ust-Kamenogorsk gekommen, um meine Werke zu zeigen, welche sozusaen mit deutscher Thematik entstanden sind,“ gab Irina zu. „Inspiriert wurde ich nicht nur von Märchen, sondern auch von Geschichten, die in unserer Familie von meinem Großvater Schnittke überliefert wurden. Es gibt den Nussknacker, Kai und Gerda, die Osterhasen, Hänsel und Gretel, den Hexenmeister und die lustigen Altraunenwurzeln.

Wurst, Kuchen und Brezeln… Da leckt man sich die Finger! Heißer Glühwein mit würzigem Zimt- und Zitrusaroma. Die Leute aus Ust-Kamenogorsk und die Besucher der Stadt tauchten in einer Atmosphäre wie des Oktoberfests oder Weihnachten ein. Vor allem aber hatten alle die Gelegenheit, sich mit den Köstlichkeiten der deutschen Küche verwöhnen zu lassen und einen Meisterkurs im Bemalen von Lebkuchen mit Zuckerguss zu besuchen. Dieser Spaß kam bei vielen sehr gut an. Fröhliche Hasenpuppen luden zum Deutschunterricht, zum Frauenclub, zum Jugendclub „Spaß“ und zu anderen Projekten des Zentrums ein.

Ein grandioses Konzert

Der offizielle Teil des Festivals fand ebenfalls im Park auf einer Open-Air-Bühne statt. Zunächst war das Kammerorchester von Olga Straub ein Genuss. Das Publikum spendete der Solistin Nadeshda Erbes, dem choreografischen Ensemble „Arabesque“ mit einer deutschen Polka und anderen Künstlern begeisterten Applaus im Stehen.

In der Rede von Eldar Toleubekow, Direktor des regionalen Hauses der Freundschaft – Zentrum des sozialen Einvernehmens, gegründet 1992 als erstes der Republik – betonte er, dass der deutsche ethnokulturelle Verein einen großen Beitrag zur Erhaltung der einheimischen Traditionen, Bräuche, Kultur und Stärkung des Friedens und der Einheit leistet. Dies beweist die Tatsache, dass das deutsche kulturelle Zentrum „Wiedergeburt“ auch in Ust-Kamenogorsk als eines der ersten eröffnet wurde, zusammen mit dem koreanischen, tschetschenischen und tatarischen ethnokulturellen Verein. Es ist symbolisch, dass das Doppeljubiläum Vertreter verschiedener Nationalitäten zusammenbrachte, was einmal mehr den langen, gemeinsamen Weg bezeugt.

Der Direktor des Hauses der Freundschaft hat den Beitrag zum interethnischen Einvernehmen und zur Entwicklung der Kultur der kasachstanischen Bevölkerung des Vorsitzenden des deutschen Zentrums Ewgenij Schumacher gewürdigt, der die Vereinigung leitet und sich für die Zusammenführung der Deutschen in der Region und die Erziehung des kasachstanischen Patriotismus einsetzt.

Auszeichnungen für die Besten

„Bei unserer Gesellschaft ‚Wiedergeburt‘ geht es nicht nur ums Lernen von Sprachen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des deutschen kulturellen Zentrums Alexandra Schilling. „Es geht in erster Linie um die Menschen. Menschen, die die Traditionen und die Kultur des deutschen Volkes durch die Teilnahme an internationalen und nationalen Wettbewerben bewahren. Es sind unsere Sponsoren und Freiwillige, die Leiter der Kreise und die Teilnehmer der Jugendbewegung, auf die sich unsere Gesellschaft stützt.

Diese Aktivisten wurden feierlich mit Dankesbriefen gewürdigt. Der Autor dieser Zeilen hatte übrigens auch das Glück, unter den Preisträgern zu sein. Es ist schön, dass auch die Arbeit der Korrespondenten der Zeitung DAZ gewürdigt wurde.

Die Tanzgruppe „Sirius“ aus Altaj, die das Publikum mit Volkstänzen bezauberte und die Zuschauer mit einem fröhlichen Reigen einbezog, wurde ebenfalls ausgezeichnet. Dasselbe gilt für das volkstümliche Vokalensemble „Maiglöckchen“.

Das Wichtigste: Auch die Deutschlehrer wurden ausgezeichnet. Die Lehrerinnen und Lehrer leisten großartige Arbeit, denn die Sprache ist das Herzstück einer Nation. Es ist richtig, diese begabten Lehrer bei Namen zu nennen: Elena Schumacher, Anna Koslowa, Elena Urjumzewa, Julia Engel, Tatjana Kletz und andere. Alle Lehrer wenden moderne Lehrmethoden an und gestalten ihren Unterricht kommunikativ und informativ, wobei sie eine ethnisch-kulturelle Komponente einbeziehen; denn die Kenntnis der Geschichte, der Kultur und der Traditionen der Vorfahren ist für junge Hörer von Sprachkursen sehr wichtig.

Elena Paschke

Übersetzung: Annabel Rosin

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