Aleksandr Kun – Orientalist und Autor des Turkestanischen Albums

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In diesem Jahr jährt sich zum 180. Mal der Geburtstag von Aleksandr Ljudwigowitsch Kun – einem talentierten Wissenschaftler und Orientalisten, der viel für die Erforschung der Geschichte und Kultur der Völker Zentralasiens getan hat.

Leider kennen wir das genaue Geburtsdatum dieses Menschen nicht, und deshalb veranstaltet die Regionalgesellschaft der Deutschen zusammen mit dem historischen und heimatkundlichen Museum Zhambyl in den letzten Monaten dieses Jahres eine Ausstellung über ihn.

Der bekannte Orientalist und Erforscher des Ostens wurde im Jahr 1840 in die Familie eines Lehrers geboren. Der Vater war ein Deutscher aus Klaipeda, die Mutter eine Armenierin aus Täbris. Seine erste Ausbildung erhielt er an einem Gymnasium im Gouvernement Stawropol, anschließend ging er auf die Fakultät für östliche Sprachen der Universität Sankt Petersburg, welche er im Jahr 1865 als Kandidat „in der arabisch-persisch-türkischen Kategorie“ abschloss. Und drei Jahre später wurde er vom Generalgouverneur Turkestans Konstantin Petrowitsch von Kaufmann beordert, ethnografische und statistische Studien in der Region durchzuführen und ein Projekt zum Aufbau eines örtlichen Lehrwesens auszuarbeiten.

Aleksandr Ljudwigowitsch hatte die Position des Hauptinspektors der Schulbetriebe des Kreises Turkestan inne und studierte gleichzeitig das dortige Leben in seiner ganzen Vielfalt.

Er nahm an zahlreichen Expeditionen und Erkundungen in verschiedene Regionen Zentralasiens teil, darunter auch an einer wissenschaftlichen Expedition nach Iskanderkul und an militärischen Feldzügen nach Schahrisabz, Chiwa und Kokand.

Sein Beitrag zur Erforschung der Geschichte und Kultur Turkestans besteht in dem riesigen Material, welches er zusammensammeln und in die damalige Hauptstadt des Russischen Reiches – nach Sankt Petersburg – übersenden konnte. Im Namen des Generalgouverneurs Turkestans K.P. von Kaufmann wurden große Teile der Manuskripte und Materialien, die während der Eroberung Zentralasiens unter den großen Verdiensten von A.L. Kun beschafft wurden, in die Kaiserliche Öffentliche Bibliothek übertragen. Die „Kollektion Kaufmann“ enthält, neben den handschriftlichen Manuskripten, rund 4000 historische Dokumente.

Aber der größte Verdienst von A.L. Kun war die Erstellung des „Turkestanischen Albums“, welches einem ethnografischen, archäologischen, historischen und technisch-industriellen Panorama gewidmet ist.

Das Album, welches auf Anordnung von General K.P. von Kaufmann zusammengestellt wurde. Besteht aus vier Teilen in sechs Bändern: dem „Archäologischen Teil“, dem „Ethnografischen Teil“, dem „Gewerblichen Teil“, sowie dem „Historischen Teil“. Das Album enthält rund 1200 Fotografien, sowie architektonische Pläne, Aquarelle und Karten.

Ein großer Teil des Albums ist unserer Stadt gewidmet – Aulie-Ata. Dank Aleksandr Kun können wir in die Vergangenheit blicken und sehen, wie die Stadt am Ende des 18. Jahrhunderts ausgesehen hat. Dies ist nur der erste Teil des „Virtuellen Museums der Deutschen er Region Zhambyl“, und es ist kein kleiner Teil.

Die Ausstellung wird im heimatkundlichen Museum bis zum 25. November zu sehen sein, und jeder Besucher des Museums kann etwas über die Rolle der Deutschen und die Geschichte der Region kennenlernen.

Aleksandr Ditman.

Übersetzung: Philipp Dippl

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