Alexander Lorenz: „Ich bin es gewohnt, viel zu arbeiten“

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Александр Лоренц

„Ich bin ein Mensch vom alten Schlag, ich bin es gewohnt, viel zu arbeiten. Wenn sie eine beliebige Sache übernehmen, ist es wichtig, nichts aus den Augen zu verlieren und auch vor Schwierigkeiten nicht zurückzuschrecken“, – diesen Regeln folgt Alexander Lorenz, der die landwirtschaftliche Holdinggesellschaft „Schanyrak“ leitet. Diese umfasst heute 11 Unternehmen. Mehr als zweitausend Arbeitsplätze, die Produktion von über zwanzigtausend Tonnen Fleisch und einer Million Eier pro Tag – und dies ist nur eine sehr kleine Aufstellung der Erfolge des Unternehmens „Schanyrak“. So wie die meisten deutschen Unternehmen ist die Organisation vertikal integriert, was es ermöglicht, von niemandem abhängig zu sein. Neben den beiden Hauptbereichen – der Produktion von Speiseeiern und Hähnchenfleisch – existieren Fabriken zur Herstellung von Mischfutter, der Pflanzenanbau ist gut entwickelt (rund 38.000 Hektar Land), es werden Wurstwaren, Backwaren und vieles mehr hergestellt. Das Unternehmen erstreckt sich geografisch auf drei Gebiete: den Gebieten Akmolinsk, Karaganda und Kostanaj. Die neuen Projekte umfassen die Produktion einer Eizelle, die zuvor aus der Russischen Föderation importiert wurde, sowie die Verarbeitung von Geflügelmist zu organischem Dünger.

Niemals vor Schwierigkeiten zurückschrecken

Geboren wurde Alexander Lorenz in einem kleinen deutschen Dorf. Mitte der 90er Jahre wanderte er, so wie die meisten Deutschen Kasachstans, nach Deutschland aus. Einige Jahre lang verkaufte er Ausrüstung nach Russland, Moldawien und Kasachstan, bis er ein Angebot zum Wiederaufbau der Geflügelfabrik Arkalyk bekam. Er nahm diese komplizierte Aufgabe mit großem Enthusiasmus an. Und es war kein Fehler, denn er war nicht gewöhnt, vor Fehlern oder Problemen zurückzuschrecken:

„Wenn Sie eine beliebige Sache übernehmen, ist es wichtig, nichts aus den Augen zu verlieren und auch vor Schwierigkeiten nicht zurückzuschrecken. Die Menschen geben oft auf, können den Schicksalsschlägen nicht trotzen. Mein Grundsatz ist, niemals aufzugeben! Schlechte Zeiten werden sich immer mit guten abwechseln. In den letzten zehn Jahren mussten wir drei finanzielle Schocksituationen durchleben: wir haben verloren, es wieder erarbeitet, und wieder verloren. Aber das Wichtigste ist, dass wir überlebt haben und mit Zuversicht in die Zukunft blicken.“

Der Hauptsitz der Firma „Schanyrak“ befindet sich im Dorf Akmol, welches einst den klangvollen Namen Malinowka trug. Hier befinden sich nehmen anderen Unternehmen der Holding auch die AG „Akmola-Feniks“ – der älteste Geflügelbetrieb der Republik, an deren Ursprünge der Held der sozialistischen Arbeit und Innovator im Bereich der Geflügelzucht Iwan Scharf stand.

„Das ist eine sehr interessante Geschichte – erinnert sich Alexander Lorenz. – In Deutschland habe ich zufällig die Tochter unseres Landmanns Iwan Iwanowitsch Scharf, Raisa Iwanowna, kennengelernt. Wir haben viel über ihn und seine Pläne gesprochen. Es war schmerzhaft zu sehen, was aus der einst blühenden Wirtschaft geworden war. Und Maxim und ich haben daraufhin beschlossen, die beinahe tote Produktion wiederaufzubauen. Fast 90% der gesamten Ausrüstung wurden aus Deutschland und Europa importiert, wodurch das Arbeitsvolumen deutlich gesteigert werden konnte.

Der größte Stolz von Alexander Lorenz ist allerdings der gesamte Produktionszyklus der Unternehmensgruppe „Schanyrak“:

„Unsere neuen Projekte umfassen die Produktion einer Eizelle, die zuvor aus der Russischen Föderation importiert wurde, sowie die Verarbeitung von Geflügelmist zu organischem Biodünger.

Für die Herstellung der Eizellen wird in Astana und dem Dorf Akmol Altpapier gesammelt. Der Tagesbedarf liegt bei 14 Tonnen.“

Heute lebt Alexander Lorenz in zwei Ländern: vier bis fünf Wochen in Kasachstan und eine bis zwei Wochen in Deutschland, wo die Familie geblieben ist. Auf die Frage, ob ihm nationale Identität im Kontext der Globalisierung wichtig sei, antwortet er ohne zu zögern:

„Ohne Frage ist sie wichtig. In Deutschland wundere ich mich über die Tatsache, dass es keinen ehemaligen Familiensinn mehr gibt und dass jahrhundertealte Traditionen in Vergessenheit geraten sind. Hier freut man sich über eine große Anzahl von Kindern, und zwar überall, wohin man geht. Das ist wie, als würde ich in meine glückliche Kindheit in einem deutschen Dorf zurückkehren. Trotz der Schwierigkeiten gab es in unseren Familien immer viele Kinder. Und trotz eines Minimums an Wohlstand kann ich diese Zeit getrost als wunderbar bezeichnen. Wir Deutschen haben Kasachisch gesprochen, die Kasachen Deutsch.

Egal in welcher Ecke des Dorfes man uns zur Mittagszeit erwischt hat, natürlich wurde die ganze Schar gerufen und wurde durchgefüttert. Dadurch wurde uns ein Gefühl der guten Nachbarschaft, der Hilfsbereitschaft und der Freundschaft eingeflößt, welches über Jahre anhielt. Ich wünschte mir, dass die Deutschen auch heute so wären, wie man sie kennt. Es ist manchmal schade, wenn sie so wichtige Eigenschaften ihrer Vorfahren, wie Anstand, Fleiß und Pünktlichkeit verlieren. All dies wird in erster Linie innerhalb der Familie weitergegeben. Sie ist des, die die nationale Identität bildet. Leider ist dies heute immer seltener zu spüren.

Die Jugend muss den Staffelstab der älteren Generation übernehmen, sonst gerät das gesamte Ansehen der Deutschen in Vergessenheit. Es ist wichtig, dass auch ohne Worte sofort klar wird, dass man Deutscher ist. Wenn du etwas übernimmst, dann mach es entweder gut, oder lieber gar nicht.“

In seinen Plänen für die Zukunft sieht Alexander Lorenz die Steigerung der Produktionsmengen. Es gibt bereits Ideen für den Ausbau der Wurstproduktionsstätten, der Viehzucht und vieles mehr. Kurz gesagt, es gibt genug Arbeit und keinen Grund, die Beine hochzulegen. Darüber hinaus ist das Potential der deutsch-kasachischen Beziehungen im Bereich der Landwirtschaft noch nicht vollständig ausgeschöpft.

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