Leonid Blok


In seiner Biographie, die auf den ersten Blick ganz gewöhnlich ist, gibt es doch viel Überraschendes. Nun, zum Beispiel die folgenden Fakten: Er hatte keine höhere Ausbildung. Er absolvierte eine Fachschule und auch das nur im Fernstudium. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, im Leben solche Höhen zu erklimmen, die viele selbst mit Diplom nicht erreichen konnten. Man könnte sagen, er war Autodidakt. Gleichzeitig wurde aus ihm eine angesehene Führungskraft, ein hervorragender Landwirtschaftsmanager, dessen Ruhm weit über die Grenzen seiner Heimatregion Borodulikha hinausging.

„Ein echtes Naturtalent“, sagen diejenigen, die mit ihm gearbeitet haben und ihn gut kannten. “ Auf Menschen wie Leonid Petrovich Blok ruht die Welt.“ Er wurde am 10. April 1941 in Russland geboren. Als Säugling kam er von der Wolga-Region nach Kasachstan in das Dorf Dmitrievka in der Region Semipalatinsk, wohin die Eltern verbannt worden waren, nur weil sie Deutsche waren.

Ein Dach über den Kopf und etwas zu essen

Während des Krieges war es für alle nicht einfach. Ganz zu schweigen von den deportierten Deutschen. Neben dem Hunger und den anderen Nöten der Kriegsjahre, die alle trafen, erlitten sie auch moralische Qualen, weil sie lange Zeit unter der Aufsicht der Sonderkommandantur standen. Sie mussten Demütigungen und Beleidigungen ertragen. Die Tatsache, dass die Einheimischen die Neuankömmlinge größtenteils mit großem Mitgefühl behandelten, half, all dies zu überleben. Die Siedler fanden Unterkunft, Nahrung und Freunde auf dem kasachischen Boden. Das Mitleid für sie ging bei den Einheimischen in aufrichtigen Respekt über, als sie sahen, wie sie die Arbeit anpackten. Die Arbeit. Sie rettete vor Not, brachte der gequälten Seele Freude und half, die Kränkungen zu vergessen. Das Lernen fiel Leonid leicht. Er absolvierte erfolgreich die Mittelschule, um weiter studieren zu können. Aber er musste die Familie unterstützen. So wurde das Studium zunächst aufgeschoben und dann zu einem gänzlich unerreichbaren Traum.

„Man vertraut dir, also arbeite“

Nach dem Schulabschluss wurde dem aufgeweckten Jungen, der gut in Mathematik war, angeboten, als Buchhalter an der staatlichen landwirtschaftlichen Versuchsstation im Dorf Dmitrievka zu arbeiten. Das gefiel ihm nicht besonders. Seine Altersgenossen saßen auf Traktoren oder Mähdreschern, auch er hatte ein Faible für Maschinen. Aber die Eltern blieben hart: „Man vertraut dir, also arbeite. Jeder kann Traktorfahrer sein, aber als Buchhalter zu arbeiten, haben sie nur dir angeboten“. Dann wurde er auf einen noch wichtigeren Posten versetzt und wurde zum Futtermeister. Dem Vorgesetzten gefiel offensichtlich die Gründlichkeit von Blok, der nicht nur über jede Tonne, sondern über jedes einzelne Kilogramm Futter, und wenn man ihn dafür nachts aus dem Schlaf riss, Rechenschaft ablegen konnte: an wen, wieviel und wann es ausgegeben wurde. Noch sehr jung, wurde er beauftragt, eine Brigade von Viehzüchtern zu leiten, und schon nach kurzer Zeit (und nicht mehr im Auftrag seiner Vorgesetzten, sondern nach dem Willen des Teams) wurde Blok Vorsitzender des Gewerkschaftskomitees der Versuchsstation. Das war im Jahr 1964, Block war damals kaum dreiundzwanzig Jahre alt. Einem anderen wäre ein so rasanter Aufstieg auf der Karriereleiter zu Kopf gestiegen. Aber nicht Blok. Aufgewachsen in der Familie eines Landmaschinenmechanikers, war ihm, wie man so sagt, die Liebe zur Arbeit in die Wiege gelegt worden. Er war sehr gewissenhaft, besaß einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, war immer offen für Menschen, nahm ihre Sorgen und Bedürfnisse wie seine eigenen wahr. Daher wählten ihn die Einwohner von Dmitrievka in stetiger Eintracht zu ihrem Volksvertreter und kamen zu ihm mit ihren Problemen, Freuden und Sorgen wie zu einem sehr nahestehenden Menschen.

Mit hochgekrempelten Ärmeln

Auf Empfehlung des Parteikomitees des Bezirks Brodulikhinsky wurde er 1971 zum Direktor des lokalen Dienstleistungskombinats ernannt. In jenen Jahren war dieser Sektor in einem erbärmlichen Zustand: unzulängliche Räumlichkeiten, der ewige Mangel an Geld, Rückständigkeit in allen Bereichen machten ihn zur ständigen Zielscheibe von Kritik. Dort Direktor zu sein, war für viele gleichbedeutend mit einer Strafe.

Das Dienstleistungskombinat des Bezirks Borodulikha war da keine Ausnahme. Armut, Verwahrlosung, Pfusch, wo immer man hinsah. Und infolgedessen die ewige Nichterfüllung der Pläne, wofür die Kombinatsangestellten vom Bezirkskomitee, dem Gebietsexekutivkomitee und höheren Behörden gnadenlos gegeißelt wurden.

Blok jedoch ließ sich davon nicht beirren. Er fing klein an: Er krempelte die Ärmel hoch und begann, im Dienstleistungskombinat Ordnung zu schaffen als wäre es sein eigenes Haus. Übrigens versetzte sein eigenes Haus in Dmitrievka die Leute in Erstaunen: Es zeichnete sich durch Schönheit, gute Qualität und alle möglichen Annehmlichkeiten für das Leben aus. Im Kombinat brummte die Arbeit. Die Räume wurden geschrubbt und geputzt, gestrichen, manches wurde repariert, anderes neu aufgebaut. Das Geld reichte natürlich hinten und vorne nicht. Aber genau das war das „Blok-Phänomen“, dass er jede Kopeke zählte und jeden Rubel sofort in die Sache steckte. Und so stellte sich heraus, dass auch mit geringen finanziellen Mitteln viel erreicht werden konnte. Der regionale Verbraucherdienst wurde zu dieser Zeit von Artur Arturovich Eckart geleitet. Dieser spricht von seinem damaligen Untergebenen so:

„Block hatte hervorragende organisatorische Qualitäten und eine unglaubliche Leistungsfähigkeit, wie sie nicht jedem gegeben ist. Er war ein begnadeter Leiter. Er hatte immer neue Ideen, ein rasendes Verlangen, ständig etwas zu verbessern, zu perfektionieren oder etwas Neues zu meistern. Bei einer solchen Einstellung zur Arbeit haben wir natürlich versucht, ihm zu helfen, vor allem durch die Zuweisung von Mitteln. Es ist gut, dem zu helfen, der anpackt. Bei manchem anderen kann man das Geld gleich abschreiben. Aber bei ihm brachte jeder Rubel Ertrag. Schon nach kurzer Zeit erzielte das Kombinat von Blok die höchste Rentabilität im Verbraucherdienst des Gebietes. Und hat seither seinen Platz als bestes Unternehmen der Branche nie eingebüßt.“

Ob Nähwerkstatt, Friseur oder Fotostudio – was auch immer man sich im Dienstleistungskombinat des Bezirks Borodulikhinsky ansieht, alles wurde unter Blok mustergültig. Aber mit solchen Dienstleistungen verdient man nicht viel. Deshalb baut er neue Werkstätten, gründet Mini-Betriebe, die die Lebensbedingungen erheblich verbessern, den Dorfbewohnern angemessene Löhne und zusätzliche Arbeitsplätze bieten und die wirtschaftliche Stabilität des Kombinats gewährleisten. Und jetzt arbeitet bereits eine Mühle im regionalen Zentrum. Die Bäckerei des Kombinats ist berühmt für ihr außerordentlich schmackhaftes Brot. Eine Schreinerei wurde eröffnet und die Holzverarbeitung zum Laufen gebracht. Die Böden Ostkasachstans eignen sich gut für den Anbau von Sonnenblumen, auch das macht sich Blok zunutze. Er baute eine Ölmühle und setzte schnell die Produktion von Sonnenblumenöl in Gang, das aufgrund seiner hohen Qualität bis heute sehr gefragt ist. Was auch immer er unternahm, er ließ nicht nach, bis er das beste Ergebnis erzielt hatte. Nehmen wir zum Beispiel die Herstellung von Filzstiefeln – ein altes Handwerk, in dem viele beschäftigt sind. Aber schöne und solide Filzstiefel sind trotzdem nicht leicht zu finden. Die Filzstiefel von Blok fanden reißenden Absatz und wurden auf Ausstellungen präsentiert, für die die Handwerker aus Borodulikha, um ihre Fähigkeiten zu demonstrieren, sowohl riesige als auch ganz winzige Filzstiefel herstellten. In jenen denkwürdigen Zeiten leerer Verkaufsregale, in denen Butter und Zucker gegen Lebensmittelmarken ausgegeben wurden, war in der Kantine des Kombinats immer leckeres und preiswertes Essen zu bekommen. In den Jahren der Planwirtschaft, als die Verantwortlichkeiten eines Leiters „von – bis“ streng abgesteckt waren, nahm er sich Dinge vor, an die sich mancher Geschäftsführer selbst auf Weisung nicht herangewagt hätte.

Beneidenswert

Zuweilen waren seine Initiativen mit einem erheblichen Risiko behaftet, zum Beispiel, als er mit dem Nähen von Pelzmützen begann. Er fuhr zu irgendeiner Pelztierfarm im Altai und belud seinen UAZ-Geländewagen mit den Pelzen von Polarfuchs, Schwarzsilberfuchs und Nerz. Das Gewehr auf dem Beifahrersitzt – und los! Er transportierte große Werte im Auto. Und er ist allein, er wollte niemanden gefährden. Später gründete er selbst eine Pelztierfarm irgendwo in den sibirischen Wäldern.

Sobald sich die Gelegenheit ergab, schloss er einen Vertrag mit dem Leder- und Pelz-Verband in Semipalatinsk: Er nahm ihnen gegerbtes Schaffell ab und ließ Lammfellmäntel nähen, die zu diesem Zeitpunkt Mangelware waren. Und wieder ist er der Erste, und wieder sind seine Produkte beneidenswert gut. Das Gebiet Semipalatinsk erlebte den Übergang zur Marktwirtschaft als schwere Zeit. Besonders die Landwirtschaft befand sich in einer schwierigen Lage. Unüberlegte und überstürzte Reformen führten zum Zusammenbruch der Kolchosen und Sowchosen. Das Vieh wurde geschlachtet, die landwirtschaftlichen Geräte gestohlen, die Felder waren mit Unkraut überwuchert. Die Bauern verarmten.

„Neue Morgenröte“

Leonid, der auf diesem Land groß geworden war, das ihm ans Herz gewachsen ist und der in diesen Menschen, die vor den Trümmern ihres Existenz standen, so viel Gutes sah, konnte all das Geschehen nicht ohne Schmerzen mit ansehen. Und so trifft er eine Entscheidung und geht in die Landwirtschaft. Auf der Grundlage einer völlig zerstörten Kolchose gründet er den landwirtschaftlichen Betrieb „Novaya Zarya“ („Neue Morgenröte“) und investiert alle Mittel, die im Laufe der jahrelangen Arbeit im Kombinat zurückgelegt werden konnten, in ein völlig neues und wenig vertrautes Geschäft. Das war ein großes Risiko. Viele waren überrascht, weil zwar der Dienstleistungssektor zu dieser Zeit weniger gefragt war (die Dorfbewohner kamen kaum über die Runden und hatten keinen Sinn für Friseursalons und Nähstuben), aber die Molkerei und andere von Blok geschaffenen Werkstätten durchaus einträglich waren und ein ruhiges Leben ermöglichten. Warum sich diese Kopfschmerzen einhandeln? War das sein Ernst, einen darniederliegenden Landwirtschaftsbetrieb wieder aufrichten zu wollen? Aber Leonid Petrowitsch Blok wusste, was er tat. Er verbrachte viele schlaflose Nächte in Gedanken, rechnete immer wieder Varianten durch. Nachdem er sich der Richtigkeit seiner Berechnungen sicher war, stürzte er sich kopfüber in das neue Projekt.

„Er war ein erstaunlicher Mensch!“, erinnert sich der Vorsitzende des Regionalverbandes der Deutschen „Wiedergeburt“, Anatoly Rudolfovich Wiese, der früher Direktor einer Sowchose war und Blok aus der gemeinsamen gesellschaftlichen und landwirtschaftlichen Arbeit gut kannte, „Ohne spezielle Ausbildung wurde er, modern gesprochen, zum Unternehmer. Einem großen Unternehmer.“

Der Betrieb wurde de facto von Grund auf neu aufgebaut. Wenn man nach “ Novaya Zarya“ hineinfährt, erfreut sich das Auge an einem lebensbejahenden Anblick: Auf einem Hügel vor dem Dorf befindet sich ein ordentlich eingezäunter Maschinenhof, auf dem landwirtschaftliche Maschinen wie mit dem Lineal gezogen in geraden Reihen nebeneinander stehen, daneben eine Tankstelle in leuchtenden Regenbogenfarben, an der Einfahrt eine Wiegestation, und nicht weit entfernt ein Café. Im Dorf prangen neben anderen Gebäuden aus jüngerer Zeit die Neubauten von Verwaltung, Kantine und Akimat. Obwohl er es nicht schaffte, das Haus der Kultur fertigzubauen, beeindruckt das Gebäude selbst durch sein europäisches Dekor, das angrenzende Gelände mit jungen Fichten, Rosen und Springbrunnen durch seine Gepflegtheit. Alles hier wurde mit Liebe angelegt, zur Freude der Menschen. Dies ist jedoch nur das äußere Erscheinungsbild. Natürlich ist das auch wichtig als Visitenkarte des Betriebes, besonders wenn man bedenkt, dass sich unter den neuen Gebäuden auch Wohngebäude befinden, in denen junge Familien gerade ihren Einzug gefeiert haben. Und das alles bedeutet, dass das Dorf wiedergeboren wird, dass das Leben dorthin zurückkehrt.

Die Wirtschaft

Die Basis von allem jedoch ist die Wirtschaft. Mit Produktionsfragen hat es bei Block angefangen. Als einen Zweig seiner bäuerlichen Wirtschaft entschied er sich für die Tierhaltung und kaufte von einem Zuchtbetrieb Vieh, das sich durch seine hohe Produktivität auszeichnete. Das war nicht billig. Aber nur bei der Zucht solcher Tiere war es möglich, mit einem nachhaltigen Ergebnis zu rechnen, alles andere war für ihn unakzeptabel. Für das Leistungsvieh mussten angemessene Haltungsbedingungen geschaffen werden. Zunächst kümmerte sich der aufstrebende Bauer um die Viehställe: Diejenigen, die vom Zahn der Zeit noch nicht vollständig zerstört und nicht von verarmten Kolchosbauern geplündert worden waren, setzte er sorgfältig instand, viele baute er neu wieder auf. Er hat den Viehhof eingezäunt, als ginge es um sein eigenes Anwesen. Er geizte nicht mit Geld, um eine Futterbasis zu schaffen, damit immer genug Futter da war, Heu und Getreide von höchster Qualität. Die Kosten haben sich schnell ausgezahlt. Der „hungrige“ lokale Markt, der sich mit importierten Produkten, oft aus Russland, begnügen musste, für die überteuerte Preise zu zahlen waren, sog die „alle Anforderungen erfüllenden“ Produkte Milch und Fleisch von der Blok-Farm begierig auf. Parallel zur Tierhaltung beschäftigte sich Blok, wie es die Interessen des Betriebes erforderten, mit Ackerbau, er pflanzte Getreide an. Und auch wenn er keine Rekordernten erzielte, versorgte er seinen Betrieb doch mit genug Futter, so dass auch für den Verkauf noch etwas übrig blieb. Eine sichere Bank waren die Sonnenblumen, ihr Anbau lieferte immer reiche Samenernten, aus denen Öl hergestellt wurde, das nie im Preis sank, und dadurch einen guten Gewinn erbrachte.

Diejenigen, die mit ihm arbeiteten und ihn genau kannten, sagten: «Es ist unglaublich, woher er seine Kraft nimmt, wie er alles schafft?» Es kam vor, dass man ihn in einer dringenden Angelegenheiten anrief, und das Sekretariat höflich antwortete: Leonid Petrowitsch ist nicht da, er ist gerade nach Nowosibirsk gefahren. Und am nächsten Morgen ist er schon wieder bei der Morgenbesprechung dabei. Bei der Privatisierung riss er sich nichts unter den Nagel. Die Menschen, die ihm voll und ganz vertrauten, wurden nicht enttäuscht. Jeder hat seinen Anteil bekommen. Nachdem sie sich zur Bauerngenossenschaft zusammengeschlossen hatten, vertrauten sie ihrem Anführer die Geschäftsleitung an. Und Blok vergaß nicht einen Moment lang, dass er für das Kollektiv, für jede einzelne Familie verantwortlich war. Er kannte alle Rentner und überwachte streng, dass jeder kostenlos Heizmaterial, Viehfutter und andere Hilfen erhielt. Was auch immer mit jemandem passierte, eine Hochzeit, die Geburt eines Kindes oder irgendwelche Schwierigkeiten, Kummer – jeder ging zu Block. Und er half allen, betrachtete es als seine heilige Pflicht und nicht als Laune eines reichen Sponsors.

In seinen eigenen Bedürfnissen blieb er sehr bescheiden. Als die Bauerngenossenschaft fest auf den Beinen stand, hätte er sich wie andere eine Villa bauen können, Geld war genug da. Als er von Borodulikha übersiedelte, kaufte er stattdessen das Haus des Chefarztes, der weggezogen war, und wohnte dort und steckte das ganze Geld lieber ins Geschäft.

Väterliche Fürsorge

Er ist Menschen gegenüber nie laut geworden. Vor allem schätzte er in ihnen Ehrlichkeit und Fleiß und zeigte geradezu väterliche Fürsorge für sie. In der heißen Phase der Getreideernte, wo es auf jede Stunde ankam, wurden oft Nachtschichten organisiert. Eines Tages sagt er zu seinem Chauffeur:

– Hör zu, Valera, wenn es dir nichts ausmacht, lass uns nachts um den Betrieb fahren, mal sehen, wie es läuft.

Am Morgen kehrten sie zurück.

– Nun, was hast du für einen Eindruck? – fragt Block den Fahrer.

– Alles in Ordnung, Leonid Petrovich. Die Leute arbeiten gewissenhaft.

– Nein mein Lieber, das ist nicht normal. Arbeiten muss man tagsüber. Und nachts sollten die Menschen ausruhen.

Am nächsten Tag gab er allen Brigadeführer den Befehl, ein für alle Mal die Nachtschichten zu streichen.

Das Ende der Feldarbeit, der Abschluss der Ernte und anderer landwirtschaftlicher Kampagnen wurden vom ganzen Dorf gefeiert. Das waren große Feste mit Sportwettkämpfen, der Auszeichnung der besten Mitarbeiter mit teuren Geschenken, Feste von allgemeiner Heiterkeit und Freude, wie es in einer großen, einträchtigen Familie üblich ist. Und die Seele solcher Veranstaltungen war natürlich Blok. Er war Ehrenbürger des Bezirks Borodulikha, Abgeordneter des regionalen Maslikhat, Ordensträger, einer der aktivsten Mitglieder des Rates der regionalen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“, er war ein großer Internationalist, der viele Freunde sowohl unter Deutschen als auch unter Russen und Kasachen hatte.

Er war Delegierter aller Kongresse der Deutschen.

„Als wir zum ersten Kongress der Deutschen der UdSSR fuhren – erinnert sich A. Wiese -, waren wir 22 Delegierte aus dem Gebiet Semipalatinsk, darunter natürlich auch Blok. Und siehe da, er hatte für uns alle eine Überraschung vorbereitet und jedem von uns eine Nerzmütze nähen lassen. Zu dieser Zeit trugen nur sehr hohe Chefs solche Mützen. Blok wollte, dass unsere Delegation solide aussah und ihre Region mit Würde repräsentierte. “

Jeden, der nach Deutschland ausreisen wollte, unterstützte er materiell und arrangierte für ihn einen Abschied. Und die Menschen nahmen die wärmsten Erinnerungen an ihr Heimatdorf mit, viele kamen später zu Besuch und tun es immer noch. Leonid Petrowitsch wollte nicht gehen. Er konnte das Land, in dem er aufgewachsen war, nicht verlassen, er konnte den Betrieb nicht aufgeben, für den er nicht nur sein gesamtes Geld, sondern auch seine ganze Kraft, seine Gesundheit und sein ganzes Leben eingesetzt hatte.

Leonid Blok starb am 25. Februar 2007 und hat auf dem kasachischen Boden und im Herzen von Hunderten und Tausenden von Menschen der Republik Kasachstan tiefe Spuren hinterlassen.

Petr YAKIMENKO


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