Natalya Gellert


Natalya Vladimirovna Gellert wurde am 20. März 1953 in Kasalinsk, Oblast Kyzylorda der Kasachischen SSR geboren. Dorthin führte das Schicksal ihre Eltern, die während des Zweiten Weltkriegs aus dem Gebiet Moskau deportiert worden waren.

Ihr Vater war Vladimir Ivanovich (Germanovich) Gellert, geboren 1926 im Dorf Durovo, Bezirk Vysokiniknochemky des Gebietes Moskau. Vor seiner Deportation arbeitete er dort als Landmaschinenführer in einer Kolchose. 1956 nach der Freilassung aus der „Trudarmee“, wurde er wieder Landmaschinenführer, diesmal jedoch in Kasachstan, weit entfernt von seiner Heimat. Dort stieg er bald zum Brigadier (Vorarbeiter) und später zum Chefingenieur einer Sowchose auf. Er starb 1990.

Ihrer Mutter, Marta Lyudvigovna Gellert (geborene Schilke), geboren 1924, stammte ursprünglich auch aus dem Gebiet Moskau, dem Dorf Bakhareevo im Bezirk Vysokinichesky.

Nach dem Abschluss der Dorfschule begann Natalya Vladimirovna zu arbeiten und machte parallel eine Ausbildung an der Tselinograder Sowchose-Fachschule, die sie als Agronomin abschloss. Später absolvierte sie das Tselinograder landwirtschaftliche Institut als Maschinenbauingenieurin.

Natalya Gellert, die als Traktorfahrerin und Agronomin in der Amangeldy-Sowchose im Bezirk Kurgaldzhinsky im Gebiet Tselinograd arbeitete, wurde 1971 für besonderen Fleiß und Erfolg in der Produktion mit der Medaille „Für Heldenmütige Arbeit“ ausgezeichnet. 1975 wurde ihr der Titel „Hervorragender Mitarbeiter der sozialistischen Landwirtschaft“ und 1976 der Kasachische Lenin-Komsomol Preis zusammen mit dem Titel „Mähdrescherfahrer – Tausender“ verliehen. Von 1979 bis 1989 war Natalya Gellert gewählte Abgeordnete für Kasachstan im Nationalitätensowjet des Obersten Sowjets der UdSSR. Ihre Fotografien wurden in regionalen Medien und in der Zentralpresse der Sowjetunion veröffentlicht.

  1. Gellert war außerdem berühmt für ihre beiden Bücher „Brot ist meine Freude“ (1983) und „Brot und Gewissen“ (1986). Nach der Perestroika, als die UdSSR nach neuem Denken und neuen Köpfen suchte, wurde Natalya Vladimirovna Gellert zur Kandidatin des Zentralkomitees der KPdSU gewählt (1986) und war von 1989 bis 1990 Vollmitglied des Zentralkomitees der KPdSU. So viel Macht in der Partei hatte keiner der Sowjetdeutschen in der Nachkriegszeit. Die meisten Sowjetdeutschen waren davon inspiriert und stolz darauf. Natalya Gellert selbst beantwortete die Frage nach ihrem Erfolg ganz einfach: „Dahinter steckt enorm viel Arbeit und die Begeisterung der Jugend. Nichts mehr“.

Als im Sommer 1988 in Moskau die Mitglieder der vierten Delegation der Sowjetdeutschen nach jeder erdenklichen Möglichkeit suchten, die Führung der UdSSR davon zu überzeugen, ihr Volk zu rehabilitieren, waren ihre Augen auf Natalia Gellert gerichtet. Zu dieser Zeit hielt sie sich als Delegierte des XXVII. Kongresses der KPdSU in der Hauptstadt auf. Man muss Gellert zugutehalten, dass sie sich nicht scheute, sich mit informellen Aktivisten der nationalen Bewegung der Sowjetdeutschen zu treffen. Nachdem sie ihren Abgesandten genau zugehört hatte, nahm sie ein Paket mit Informationsmaterial von ihnen entgegen. Am 5. Mai 1989 hielt Natalia Gellert eine beispiellose Rede auf einer Sitzung der Ideologischen Kommission des KPdSU-Zentralkomitees, in der sie die Notwendigkeit einer sofortigen Rehabilitation der Sowjetdeutschen und die Wiederherstellung ihrer Republik an der Wolga begründete.

In den Jahren 1991-1994 studierte N. Gellert an der Diplomatenakademie des russischen Außenministeriums. Von dieser Zeit an entfernte sie sich von den Problemen der Landwirtschaft und wechselte zum diplomatischen Dienst. Einige Zeit arbeitete sie als Erster Sekretär in der Personalabteilung des Außenministeriums der Republik Kasachstan. Dann wurde sie als Zweiter Sekretär an die Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland entsandt (1994-1998). Später arbeitete Gellert als Erster Sekretär und Beraterin in der Abteilung für den konsularischen Dienst im Außenministerium der Republik Kasachstan (1998-2001), dann als Erster Sekretär der Botschaft der Republik Kasachstan in Weißrussland. 2007 wurde sie über die Liste der Demokratischen Volkspartei „Nur Otan“ ins Unterhaus des Parlaments der Republik Kasachstan gewählt.

Natalya Vladimirovna ist mit Gazidulla Bekeshev, einem Kasachen, verheiratet, mit dem sie ihre Tochter Zhanargul und ihren Sohn Arman in Frieden und Eintracht großgezogen hat. Gemeinsam kümmern sie sich jetzt um ihre drei Enkelkinder. Gellert ist tief und für immer in der vereinten Familie des kasachischen Volkes verwurzelt. Sie schätzt und liebt die freundlichen und aufgeschlossenen Kasachen und die unabhängige Republik Kasachstan, was ihr ganzes Leben und ihre hervorragende Arbeit zum Wohle ihres Heimatlandes bezeugt.


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