Johannistag in Semej

Die Teilnehmer des Klubs der deutschen Jugend „Glück“, sowie die Zuhörer der Sprachkurse Deutsch der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Semej sind an einem warmen, sonnigen Tag auf die Insel Bejbitschilik gefahren, um die Traditionen des Johannistages kennenzulernen, der bei den ethnischen Deutschen am Tag der Sommersonnenwende gefeiert wird.

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Ich erzähle dir in einem Brief von der Stadt, in der ich lebe

Die Teilnehmerinnen des Klubs der deutschen Jugend „Glück“ der gesellschaftlichen Vereinigung „Wiedergeburt“ der Stadt Semej Milana Schnajder und Anastasija Popazowa haben an der internationalen Aktion „Ich erzähle dir in einem Brief von der Stadt, in der ich lebe“ teilgenommen, welche von der regionalen Abai-Bibliothek Ostkasachstan zusammen mit der Lenin-Bibliothek in Mogilew in der Republik Belarus veranstaltet wurde.

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Larisa Bachman steht immer mit Rat und Tat zur Seite…

Aufmerksam, aufgeschlossen und immer bereit, zu Hilfe zu eilen. Solche Beinamen wurden Larisa Anatoljewna Bachman von ihren Kollegen, Freunden und zahlreichen Begünstigten verliehen, wie die Teilnehmer am Programm der sozialen Unterstützung in der Selbstorganisation der Deutschen „Wiedergeburt“ üblicherweise genannt werden. Aber kann denn überhaupt jeder im sozialen Bereich arbeiten?…

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Eine Deutsche zu sein bedeutet für mich in erster Linie, ehrlich und anständig zu sein

Larisa Rodwald ist seit dem Jahr 1996 Aktivistin und Freiwillige des deutschen Kulturzentrums „Wiedergeburt“ der Stadt Schymkent. In dieser gesamten Zeit hat sie keine einzige Veranstaltung verpasst, sie versucht immer, auf dem Laufenden über die Ereignisse jener Deutschen zu bleiben, die in ihrer Region leben. Und die Gesellschaft selbst ist ihr längst ans Herz gewachsen…

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Treffen mit den Senioren von Petropawlowsk

Anfang Juni besuchten Vertreter der Republikanischen deutschen Zeitung „Deutsche Allgemeine Zeitung“ die Stadt Petropawlowsk. Im Rahmen der Reise fanden Treffen mit den Vertretern der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Nordkasachstan, sowie mit Aktivisten und Senioren statt, es wurden Förderungsempfänger in den Dörfern Presnowkam Zheleznoje und Noworybinka besucht, und die Autorendatenbank der Publikation aufgefüllt.

Ein besonderes Ereignis war das Treffen mit den Senioren der Gesellschaft, die an diesem Tag ihrer Verwandten und Freunde gedachten, die in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges nach Kasachstan kamen. Trotz aller durchgestandener Belastungen blieben sie ihrer neuen Heimat treu und erzogen ihre Kinder im Geist patriotisch.

Und dies erzählt eine der Seniorinnen, Walentina Petrowna Wittenberg:

– Meine Verwandten sind Krimdeutsche. Die Familie war groß, 9 Personen, 7 von ihnen Kinder. Die ganze Familie war hochgebildet, eine ganze Dynastie von Lehrern und Musikern. Sie wurden in das Dorf Elisawetowka im Kreis Sowetskij im Gebiet Nordkasachstan geschickt, mein Großvater Petr Petrowitsch starb auf der Reise. Welches Schicksal sie erwarten würde, als sie in der Steppe ausgesetzt wurden, wusste niemand, aber zum Glück lebten Kasachen in dem Dorf, die ihnen dabei halfen, sich niederzulassen – sie gruben Erdhütten, und im Frühjahr bauten sie Hütten aus Torf. Alle lebten freundschaftlich zusammen und schenkten der Nationalität ihrer Nachbarn keine Beachtung. Im Laufe der Jahres suchte mein Vater nach seinen Liebsten, die in verschiedene Regionen der Republik verstreut wurden. Und so fand er im Jahr 1981 zwei Schwestern meines Großvaters in Ust-Kamenogorsk. Auf dem Weg dorthin kam es zu einer erstaunlichen Geschichte – als der Vater mit meinen Brüdern nach Ust-Kamenogorsk fuhren, stiegen sie in Pawlodar um. Auf dem Bahnsteig kam ihnen ein 15-jähriger kasachischer Junge entgegen und fragen: „Heißen Sie Wittenberg? Meine Mama ist geborene Wittenberg“. So wurde die ältere Schwester des Vaters Katarina gefunden. Sie und Vater haben sich nach der Arbeitsarmee verloren, sie arbeiteten in einer Panzerfabrik im Gebiet Molotow, Vater war zu dieser Zeit 14 Jahre alt, und sie 16. In dem Werk standen alte deutsche Maschinen, die Kinder standen und schliefen in Kisten vor den Maschinen. Der Wachmann und Koreaner half den Kindern, zu überleben, er kochte bereits sterbende Hunde und hat damit die Kinder gefüttert, damit diese überleben… Als Kommissarin ging Katarina auf die Suche nach ihren Verwandten, aber sie wäre beinahe in der Steppe erfroren. Hirten fanden die sterbende Frau und brachten sie zu sich, sie traten an sie heran und nahmen sie zur Frau. Sie brachte 5 Kinder zur Welt. Das Leben war so überraschend… Heute sind die meisten der Wittenberger nach Deutschland ausgewandert, aber sie vermissen Kasachstan und planen, zurückzukehren.

Eine andere Vertreterin der älteren Generation, Elena Michajlowna Apakina, teilte mit uns die Geschichte, dass ihr Vater Edmond (Michaik) aufgrund von unwahren Verleumdungen 10 Jahre inhaftiert war… Als er freikam, kamen die Denunzianten und entschuldigten sich, und er hat ihnen vergeben, denn damals war das Leben eben so, entweder man schreibt selbst eine Verleumdung oder man verhaftet dich und deine Liebsten.

Auch die Angehörigen von Marija Wilgelmowna Gawrikowa (Rejmer) erlebten Repressionen:

– Meine Eltern sind Wolgadeutsche. Aber unser Vater hat nie mit uns Deutsch gesprochen, nur auf Russisch. Er fürchtete sich so sehr um uns, dass er hoffte, wenn einmal etwas passieren würde, dass dann niemand über uns denken könnte, wir seien Deutsche. Selbst in der Schule stand dies unter Aufsicht – die deutsche Sprache wurde unterbunden. Erst kurz vor seinem Tod erzählte er mir, dass unsere Familie aus dem Wolgagebiet deportiert wurde. Auf dem Weg wurden sie an den Haltestellen kurz zur Toilette gelassen, und wenn es jemand nicht rechtzeitig geschafft hat, zum Waggon zurückzukehren, dann wurde er sofort erschossen und die Leiche wurde die Böschung hinabgeworfen. Wie wurden in die Siedlung Nowodworwoka im Kreis Tschkalowsk im Gebiet Koktschetaw gebracht. Sie haben sich selbst Erdlöcher ausgegraben… Man erinnert sich immer noch an diese Grabeskälte – in der Mitte stand ein Ofen und auf dessen beiden Seiten schliefen 10 Kinder… Später durchlebte mein Vater die Arbeitsarmee in der Forstwirtschaft und sagte anschließend, dass dort vor Hunger alle Verwandten gestorben sind. Auch er dachte, dass er bereits sterben würde, aber der Aufseher behandelte ihn menschlich und gab ihm 10 Tage frei. „Für was bekomme ich frei? – sagte mein Vater, – ich hätte gerne ein Stückchen Brot“. Er ging in den Wald, sammelte dort Kräuter in einer Blechdose und kochte diese. Dank dieser Kräuter erholte er sich und der Aufseher teilte ihn zur Arbeit am elektrischen Strom ein. Dort wurde er von einer mitfühlenden Frau, die eine Kuh besaß, mit Milch gefüttert.

Viele erzählten, dass es so war, dass die Deportierten mitten in der Steppe ausgesetzt wurden, und ihnen wurde gesagt, geht und sucht euch selbst eine Unterkunft. Und sie gingen, und in welchem Dorf auch immer sie aufgenommen wurden, dort blieben sie. Leider leben bereits viele der Zeitzeugen dieser Jahre nicht mehr. Aber die Erinnerung an sie lebt noch immer in den Herzen ihrer Nachkommen.

Material erstellt von Weronika Lichobabina.

Übersetzung: Philipp Dippl

Decoupage in Taldykorgan

Bereits im 5. bis 3. Jahrhundert vor Christus haben die Nomaden Leder- und Filzapplikationen verwendet, um ihre Behausungen und Grabstätten auszuschmücken. Anschließend, ab dem 12. Jahrhundert, haben chinesische Bauern erstmals farbiges Reispapier verwendet, um Laternen, dekorative Schachteln und Fenster zu bekleben. In Deutschland tauchte Decoupage als Kunstform schließlich im 15. Jahrhundert auf, wo ausgeschnittene Bilder schließlich als Schmuck für Möbel verwendet wurden.

Und so haben auch die Jungs und Mädels des Netzes der Begegnungszentren der Stadt Taldykorgan beschlossen, sich in dieser wunderbaren Technik zu versuchen. Mit großer Freude verschönerten die Kinder Küchenbretter mit den Papierservietten.

Übersetzung: Philipp Dippl

Das Projekt „Lebensmittelhilfe“ wurde in Zhezkazgan realisiert

Im zweiten Quartal 2021 hat dieStadtgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Zhezkazgan unter der Leitung von Wera Karlowna Ron das Projekt „Lebensmittelhilfe“ verwirklicht. An diesem Projekt nahmen 35 Familien teil, die die Kriterien erfüllten. Dies ist eine große Unterstützung für sozial benachteiligte Rentner. Der Freiwillige Maksim Erschow, der ebenfalls Teilnehmer an dem Projekt „Studentenhilfe“ ist, half dabei, den Adressaten die Lebensmittelpakete zuzustellen.

Fortgesetzt wird das Projekt „Pflege zuhause“, bei dem vier alleinstehende Menschen Unterstützung erhalten. Elena Chasiewa, Assistentin des Koordinators der Sozialarbeit, erhält viel Dank vonseiten der Patienten. Sie bezahlt die Nebenkostenabrechnungen, kauft Lebensmittel ein, erledigt die Hausarbeit, wäscht, badet ihre Schützlinge und kümmert sich um die Hygiene. Alle Teilnehmer erhalten vierteljährlich Reinigungsmittel.

Übersetzung: Philipp Dippl

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Das fünfte Jubiläumsabschlussfest in Taraz

In der Schule „Wunderkind“ in Taraz findet zum fünften Mal das Jubiläumsabschlussfest statt. Die Gesichter der herausgeputzten Jungs und Mädels strahlen: die Mädchen in Ballkleidern und mit modischen Frisuren, die Jungs in klassischer, eleganter Kleidung. Das sind echte Kavaliere! Auch die Absolventen, die Lehrer und die Eltern sind aufgeregt. Der erste wichtige Lebensabschnitt der Kinder ist vorbei, die dreijährige Ausbildung an der Schule „Wunderkind“ ist zu Ende.

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Die deutsche Sonntagsschule der Hauptstadt

Und so ging das laufende Schuljahr zu Ende! Wir alle wissen nicht nur vom Hörensagen, wie schwer es war, sowohl für die Lehrkräfte, als auch für die Schüler. Die Quarantänemaßnahmen haben nicht nur in allgemeinbildenden Schulen, sondern auch in Organisationen für Zusatzausbildung ihre ganz eigenen Veränderungen mit sich gebracht. Wie dieses Schuljahr in der Sonntagsschule der Hauptstadt, die es in der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ gibt, ablief, erzählen ihre Lehrer und der Leiter.

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Geächtet

Durch das kleine Fenster flimmerten die endlosen, unbeweglichen Steppenlandschaften. Der Magen verkrampfte sich ab und zu und, um nicht ans Essen denken zu müssen, sangen und beteten die Fahrgäste der Güterwagen mit gedämpfter Stimme.

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Das regionale Museum der feinen Künste Karaganda

Pressemitteilung

Das regionale Museum der feinen Künste Karaganda zeigt vom 04.06.2021 bis zum 10.06.2021 die Ausstellung „Deutsche Künstler aus Karaganda“ mit Kunstwerken von Künstlern deutscher Nationalität aus dem Museumsfonds. Die Ausstellung wurde initiiert vom Bayrischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR, Nürnberg, Deutschland), welches Arbeiten zur Erstellung virtueller 3D-Rundgänge durch Museen auf dem Gebiet der ehemaligen GUS zur Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen durchführt. Die Ausstellung im regionalen Museum der feinen Künste wird zu einem der virtuellen Rundgänge des Bayrischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland werden. Jeder Besucher der virtuellen Ausstellung kann von jedem beliebigen Punkt der Welt aus das Werk der Künstler aus Karaganda mit deutscher Herkunft kennenlernen.

Übersetzung: Philipp Dippl

Gesellschaft „Deutsches Zentrum „Wiedergeburt“ des Gebietes Karaganda

Die Gesellschaft Deutsches Zentrum „Wiedergeburt“ des Gebietes Karaganda existiert seit dem Jahr 1989. Dies ist eines der ersten Zentren der kulturellen Wiederbelebung, die auf dem Territorium unseres Gebietes und in der Republik Kasachstan entstanden sind. Der deutsche Name steht nicht nur für die Wiedergeburt, sondern auch für die zweite Geburt. Die besondere Aufgabe besteht darin, die Traditionen und Bräuche des deutschen Volkes wiederzubeleben und dessen nationale Ursprünglichkeit zu bewahren. Aber auch der Prozess der Herausbildung einer besonderen ethnischen Gruppe der Deutschen, die Kasachstan als ihre Heimat betrachten, geht weiter.

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Roza Schnajder-Poljakowa: „Es ist viel in meinem Leben passiert, aber ich habe alles überwunden, und ich überwinde es auch jetzt noch“

Roza Petrowna Schnajder wurde im Jahr 1936 im sonnigen Tiflis geboren. Heute erinnern an diese sonnige Zeit lediglich eine vergilbte Geburtsurkunde in georgischer Sprache und eine Bescheinigung über ihre Rehabilitierung, die bereits im Jahr 1993 ausgestellt wurde. Darin steht, dass sie aus nationalen Beweggründen illegal vertrieben und in einer Sonderstatistik der Behörden des Innenministeriums geführt wurde, ohne das Recht auf Bewegungsfreiheit bis zum Dezember 1952.

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Alte Menschen sollten nicht alleine zurückbleiben

So kam es dazu, dass der ethnische Deutsche Nikolaj Auer, dessen Familie nach Kasachstan verbannt wurde, im Alter von 85 Jahren alleine in der Stadt Zhezkazgan zurückblieb. Seine Ehefrau ist vor einigen Jahren gestorben und der Sohn ist schon vor langer Zeit nach Nowosibirsk gegangen, wo er mit seiner Familie, mit seiner Tochter und seinen Enkelkindern lebt. Die Pflege für den alten Mann übernahm die städtische Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Zhezkazgan. Dies wurde durch das Projekt „Soziale und humanitäre Unterstützung für die bedürftigen Deutschen Kasachstans“ möglich.

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Je mehr Sinne, desto höher der Lernerfolg!

Indem jeder Lehrer seine Kursteilnehmer und Kursteilnehmerinnen unterrichtet, bringt er ihnen nicht nur Sprachkenntnisse bei, sondern öffnet auch Türen in die Welt der landeskundlichen Realitäten, Kultur, Sitten und Bräuche. Letztes Wochenende war in Deutschland das helle Osterfest, das zweitgrößte Fest nach Weihnachten. In den Erwachsenengruppen fand der diesem wunderbaren Fest gewidmete Unterricht statt, dessen Traditionen sich weitgehend von dem orthodoxen unterscheiden.

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Wenn Unterstützungsempfänger in Not geraten…

In dem Dorf Astrachanka im Gebiet Nordkasachstan wurde eine deutsche Familie Opfer eines Brandes. Das Haus wurde bis zu den Grundmauern zerstört, nur ein kleiner Teil der persönlichen Gegenstände und ein paar Dokumente konnten gerettet werden. Glücklicherweise haben alle Familienmitglieder, die Eltern und zwei minderjährige Kinder, überlebt.

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„Ein sehr nützliches Wahlfach!“: Unterrichtskurse zur Geschichte der Deutschen Kasachstans für Schüler

Die kulturelle und ethnische Gesellschaft „Wiedergeburt“ Almaty bietet mit Unterstützung der Regierung der Bundesrepublik Deutschland Wahlfächer für Schüler an, die Deutsch lernen. Die Kuratorin Irina Muradowa merkt an, dass das „Ziel“ des Programms darin besteht, Die Bildung junger Menschen zu erweitern, denn die Jungs und Mädels sollten die Geschichte ihres Volkes kennen“.

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Almatiner gratulieren Belgers Witwe zum Jubiläum

Am 22. März wurde die Witwe unseres unvergesslichen Gerold Karlowitsch Belger 85 Jahre alt. Die Mitarbeiter der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Almaty besuchten Raisa Zakirowna und gratulierten ihr zu ihrem Jubiläum. Gerold Karlowitsch selbst war immer ein sehr gastfreundlicher und offener Mensch. Und in ihrem Haus hat sich seitdem nichts geändert. Raisa Zakirowna hält die heilige Erinnerung an ihren herausragenden Ehegatten in Ehren und deckt immer noch den festlichen Tisch, backt Kuchen und bewirtet ihre Gäste. Bei den Erzählungen und Erinnerungen an Gerold Karlowitsch, über seine Kunst, seine Freunde und Gleichgesinnten, über ihr glückliches Leben in seiner Nähe verging die Zeit wie im Flug. Man wollte nicht auseinandergehen, doch nach der beiderseitigen Zustimmung, sich öfter zu treffen, haben wir uns auf den Weg zum Denkmal von Gerold Belger begeben, um unserem berühmten und geliebten Landsmann unseren Respekt zu erweisen.

„Wieder Diktat – 2021“

In Kasachstan startete am 5. März erstmals die offene Aktion „Wieder Diktat – 2021. Sie findet mit dem Ziel statt, die deutsche Sprache bekannt zu machen und die Kultur des literarischen Schreibens auf Deutsch zu entwickeln. In diesem Jahr ist die Aktion zeitlich auf den Internationalen Frauentag am 8. März abgestimmt, Organisator ist die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“.

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Gutherzige Menschen

Im modernen Alltag, der sich an Trends, Streams, Bodypositive, Atleizures und Instagram-Swipes orientiert, ist Freiwilligenarbeit eine merkwürdige und sogar etwas wilde Erscheinung. Experience und Hype fordern das augenblickliche menschliche Herz und keine komplizierte Dahrung für Geist und Seele: nämlich wenn man nicht nur einen Mausklick spendet, sondern auch eine gute Tat.

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Keine Last sondern Freude

Auch während der Coronavirus-Pandemie hört die Arbeit der Aktivisten der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar nicht auf. Auch die TOO „Rubikom“ und die TOO „Galitskoje“ leisteten Waisenhäuser, Bildungseinrichtungen, dutzenden Menschen, Einwohnern der Stadt und der Regionen unterschiedlicher Nationalitäten materielle Unterstützung in einer Höhe von über 20 Millionen Tenge.

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Das Deutsche Haus in der virtuellen Realität

Wie sollten heute Museumsgegenstände und Exponate für die Nachwelt bewahrt werden? Und was kann man tun, wenn der größte Teil einer Ethnie außerhalb des Gebietes gelandet ist, in dem sie mehr als 140 Jahre lang gelebt hat, aber auch heute noch die Erinnerung an diese Periode der eigenen ethnischen Geschichte bewahrt, jedoch nicht immer die Möglichkeit für eine echte Reise in das einstige Heimatland hat? Diese Fragen sind heute relevanter als je zuvor.

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Ausgezeichnet für Schöpfertum und Treue

Die Vorsitzende der öffentlichen Organisation „Wiedergeburt“ Ostkasachstan in der Region Ridder Ljubow Ignatjewa wurde mit der Jubiläumsmedaille „25 Jahre Versammlung der Völker Kasachstans“ ausgezeichnet. Und dies ist eine wohlverdiente Auszeichnung. Als eine lebhafte, ideenreiche und hilfsbereite Person hat Ljubow Wasiljewna seit dem ersten Tag der Eröffnung des Kulturzentrums „Wiedergeburt“ ihre gesamte Energie darauf verwendet, die Freundschaft und die Harmonie in unserer Gesellschaft zu bewahren.

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Tag der Erinnerung und der Trauer

In Ridder sind die Vertreter der Gesellschaft „Wiedergeburt“ im örtlichen Heimatkundemuseum zusammengekommen, um der sowjetischen Deutschen zu gedenken, die Opfer der Zwangsdeportation aus dem Wolga-Gebiet wurden.

Am 28. August 1941 wurde das Dekret des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR „Über die Umsiedlung von in der Wolga-Region lebenden Deutschen“ erlassen, wonach die gesamte deutsche Bevölkerung dieser Region völlig haltlos der Beihilfe am deutschen Faschismus beschuldigt wurde.

Bei dem Treffen im Museum wurden zahlreiche Fakten der tragischen Deportation aufgezählt. Das Dekret wirkte sich auf praktisch alle Bürger deutscher Nationalität aus. Die Autonome Republik der Wolgadeutschen wurde liquidiert, und die Personen deutscher Nationalität wurden in Militärkonvois gewaltsam nach Sibirien, Kasachstan und Zentralasien gebracht. Der Akt der Deportation begann im Herbst, die Siedler kamen an den neuen Wohnorten an, als es dort bereits kalt war und es keine Lebensmittelvorräte oder warme Kleidung gab. Die schreckliche Lage wurde oftmals verschärft durch die schlechten Russischkenntnisse und die allgemeine negative Haltung gegenüber den Deutschen aufgrund des Krieges mit dem faschistischen Deutschland.

Auf die Wiederherstellung der Gerechtigkeit musste lange gewartet werden. Die völlige rechtliche Gleichstellung der Wolgadeutschen fand erst im Jahr 1991 statt, als am 26. April das Gesetz „Über die Rehabilitation unterdrückter Völker“ verabschiedet wurde, welches sämtliche repressiven Handlungen für illegal und kriminell erklärte. Die alten Missstände und durchlebten Wiedrigkeiten gingen jedoch nicht spurlos vorüber. Anfang der neunziger Jahre verließen rund zwei Millionen Deutsche Kasachstan nach Deutschland.

Der Großteil der sowjetischen Deutschen wurde während des Großen Vaterländischen Krieges in die sogenannte Arbeitsarmee eingezogen. Die deutschen Arbeitssoldaten arbeiteten in Minen, fällten Bäume und bauten Verteidigungsunternehmen auf. Sie wurden praktisch wie als Gefangene in Lagern gehalten. Die Bedingungen waren zermürbend, das Essen war spärlich, infolgedessen starben Menschen massenhaft an Krankheit und Hunger oder wurden zu Invaliden.

Im Museum von Ridder ist die Geschichte von Johann Froese bewahrt, der sich daran erinnerte, dass im Jahr 1942 15.000 deutsche Arbeitssoldaten zum fällen von Bäumen kamen und ein Jahr später von ihnen nur noch 3.000 übrig waren, das heißt, 80 Prozent starben an Hunger, Infektionskrankheiten und Arbeitsüberlastung. Selbst bei maximaler Anstrengung gelang es ihnen lediglich, 70-80 Prozent der Norm zu erfüllen, was sicherlich mit der Reduzierung der ohnehin mageren Verpflegung einherging. Die Anwesenheit der Wachmänner lähmte die Menschen moralisch und psychologisch. Das Baubataillon in Leninogorsk bestand bis zum Sommer 1943, danach wurden die meisten Deutschen nach Ust-Kamenogorsk (Verwaltung „Altajswinetsstroj“) geschickt, wo sie weiter am Bau des zukünftigen Blei-Zink-Kombinats arbeiteten. Zusammen mit anderen Sondersiedlern (Tschetschenen) haben die Deutschen einen großen Beitrag zur Entwicklung der Industrie in der Region geleistet.

In Zyrjanowsk arbeiteten die Arbeitssoldaten in Erzbergwerken, als Holzfäller und in Steinbrüchen, wo sie ebenfalls an Hunger und Krankheit starben.

Insgesamt wurden 72.000 sowjetische Deutsche in das Gebiet Ostkasachstan deportiert.

Unter den politischen Repressionen litt ebenfalls die Bewohnerin von Ridder Marija Dik, die sich seit dem Moment ihrer Geburt im Jahr 1954 zusammen mit ihren Eltern in einer Sondersiedlung in Kasachstan befand. Bei dem Treffen im Museum erzählte Marija Wasiljewna davon, wie der Vater und die Mutter im Jahr 1947 aus Russland ausgesiedelt wurden, und dass Marija Dik selbst erst am 14. April 1993 auf Grundlage des Gesetzes der Republik Kasachstan „Über die Rehabilitation der Opfer der politischen Massenrepressionen“ rehabilitiert wurde.

Die Bewohnerin von Ridder Lidija Jakowlewna Litwinowa konnte ihre Tränen nicht zurückhalten, als sie die Antwort aus der Verwaltung des KGB des Gebietes Wolgograd auf das Ersuchen der Bewohnerin des Gebietes Schymkent Amalija Wilhelm vom 18. Dezember 1990 über das Schicksal ihres Vaters Franz Benzel zeigte. Aus dem Dokument geht hervor, dass Franz Franzjewitsch am 23. Oktober 1890 in der Siedlung Kolb im Kanton Frank, ASSR der Wolgadeutschen geboren wurde und als Zimmermann in einer Schule arbeitete. Er wurde am 29. November 1937 wegen faschistischer Agitation verhaftet und am 9. Dezember zum Tode durch erschießen verurteilt. Der Ort seiner Grabstätte ist unbekannt…

Nach dem Dekret von 1941 wurden aus der Armee alle Soldaten und Offiziere deutscher Nationalität abberufen. Bei dem Treffen im Museum waren die Deutschen der Gesellschaft „Wiedergeburt“ erstaunt zu erfahren, dass viele sowjetische Deutsche unter fiktiven Familiennamen in der Roten Armee blieben und selbstlos an den Fronten des Großen Vaterländischen Krieges kämpften. So kämpfte zum Beispiel der Held der Sowjetunion, Leutnant Woldemar Wenzel aus Saratow unter dem Namen Wenzow; der Oberleutnant Artur Bojgel war als Bojtschenko eingeschrieben; aus Peter Lewin wurde Lewinyj und unter diesem Familiennamen erreichte er Berlin; der Arzt Georgij Emiljewitsch Richter machte den ganzen Krieg unter den Namen Michail Wasiljewitsch Smirnow durch, Paul Schmidt nahm den Namen seines Kinderfreundes, des Aserbaidschaners Ali Achmedow an, usw…

– Den sowjetischen Deutschen, – erzählte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Heimatkundemuseums Elena Putinzewa, – wurde nicht anvertraut, mit Waffen in den Händen ihre sowjetische Heimat zu verteidigen, trotzdem kämpften viele von ihnen in Partisanengruppen und wurden zu Untergrundkämpfern. Die Heldentaten vieler wurden mit den höchsten staatlichen Orden ausgezeichnet. So wurde der Titel des Helden der Sowjetunion an die Panzersoldaten Peter Miller und Michael Gekkel, an den Generalmajor Sergej Wolkenstejn, an den Kommandanten einer Partisanenbrigade Aleksandr German, an den legendären Späher Robert Klein und an viele andere verliehen. Auch unter den Verteidigern der Festung von Brest befanden sich Deutsche. Dies sind die Namen einiger: Major Aleksandr Dulkajt, die Oberleutnants Georg Schmidt, Aleksandr Gerzog, der Oberleutnant des Sanitätsdienstes Kroll, der Regimentsarzt Weber, der Stabschef der Luftverteidigung Aleksandr Wagenlejter und andere.

Beinahe jeder Teilnehmer des Treffens im Museum hatte etwas zu diesen tragischen Ereignissen zu erzählen. Sie nannten mit großem Respekt die Namen ihrer Eltern, ihrer Großväter und Großmütter, ihrer nahen und fernen Verwandten, ihrer Freunde und Bekannten.

Abschließend sagte die Vorsitzende der Gesellschaft „Wiedergeburt“ der Stadt Ridder Ljubow Ignatjewa zu ihren Landsleuten, dass sämtlichen Mühen und unmenschlichen Bewährungsproben der Zwangsumsiedlung, welche die sowjetischen Deutschen ertragen mussten, sie mit Tapferkeit und Stolz ertrugen, und dass nur in der Seele starke Menschen unter diesen Umständen menschlich bleiben konnten. Dies bedeutet, dass wir auf unsere Landsleute stolz sein können und müssen, dass wir uns an ihre Namen erinnern und sie ehren.

Vorbereitet von Andrej Kratenko

Übersetzung: Philipp Dippl

Landesweiter Tag der Mediation

Am 5. August wird der gemeinsame landesweite Tag der Mediation gefeiert. Für diese Veranstaltung haben die Mitglieder des Klubs der deutschen Jugend „Glück“ der Gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Semej einen Videoclip vorbereitet und ein Online-Treffen durchgeführt, bei dem sie die Grundlagen der Mediation kennengelernt haben.

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