Das Kasachisch-Deutsche Zentrum öffnet seine Türen

Am 11. September fand in der Stadt Nur-Sultan ein bedeutendes Ereignis statt, auf das die Deutschen der Republik viele Jahre lang gewartet haben – die Eröffnung des Kasachisch-Deutschen Zentrums (KDZ). Es wird nicht nur eine Insel zur Bewahrung der nationalen Identität, der deutschen Kultur und der Muttersprache sein, sondern auch eine Plattform des Dialogs für die Geschäftsgemeinschaft der beiden Länder.

An der Zeremonie zum Durchschneiden des Bandes nahmen der stellvertretende Vorsitzende der Versammlung des Volkes Kasachstans Marat Azilchanow, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Dr. Bernd Fabritius sowie der Abgeordnete der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ Dr. Albert Rau teil. Dr. Bernd Fabritius betonte bei der Veranstaltung die Bedeutung der Eröffnung des Deutschen Zentrums in der Hauptstadt und drückte der Bevölkerung Kasachstans im Namen der Bundesregierung Deutschlands für die Hilfe und Unterstützung der in der Republik lebenden ethnischen Deutschen seinen Dank aus.

Es ist daher symbolisch, dass die Unterzeichnung des Abkommens zur Schaffung des Kasachisch-Deutschen Zentrums in der Stadt Nur-Sultan in Berlin während des ersten offiziellen Besuchs des Präsidenten der Republik Kasachstan Kasym-Zhomart Tokajew in Deutschland im Dezember 2019 stattfand.

Ein Ereignis, das die Zeit diktiert

Die Initiative zur Eröffnung des Kasachisch-Deutschen Zentrums in Nur-Sultan ging von Albert Rau aus, der die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merkel, um Unterstützung für dieses Projekt bat.

Wie der Vorsitzende des Kuratoriums in seiner Rede anmerkte, war die Eröffnugn des Kasachisch-Deutschen Zentrums von der Zeit diktiert:

„Dies wird nicht nur einfach ein Zentrum oder ein Bürogebäude sein – es wird ein lebendes Haus voller Menschen sein, die von dem Wunsch erfüllt sind, der deutschen Kultur und den Traditionen teilhaftig zu werden. Hier wird das Büro der republikanischen gesellschaftlichen Organisation der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ angesiedelt sein, die Regionalgesellschaft der Hauptstadt und des Akmolinsker Gebietes werden von hier aus ihre Aktivitäten ausüben, es werden die Treffen des Business-Klubs der Deutschen stattfinden, die mit Sicherheit einen wesentlichen Beitrag zum Auf- und Ausbau der Kontakte im Bereich der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft beider Länder leisten. Kurz gesagt, das Zentrum soll ein Element der Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland sein. Und seine territoriale Lage in der Hauptstadt der Republik leistet hierfür enorme Unterstützung.“

Es ist symbolisch, dass die Unterzeichnung des Abkommens zur Schaffung des Kasachisch-Deutschen Zentrums in Nur-Sultan beim ersten offiziellen Besuch des Präsidenten der Republik Kasachstan Kassym-Zhomart Tokajew in Deutschland im Dezember 2019 in Berlin stattfand.

Das Dokument zwischen dem deutschen Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ wurde von Dr. Bernd Fabritius und Albert Rau unterzeichnet. Die Gelder für den Kauf und die Renovierung des Gebäudes hat die Bundesregierung bereitgestellt, aber auch unsere Landsleute blieben nicht untätig. Die deutschen Unternehmer waren aktiv an der Umsetzung des Projekts beteiligt und bewiesen damit ihr Engagement für die Interessen und die Entwicklung der Gemeinde.

Die Konsolidierung der deutschen Ethnie Kasachstans

Beide Seiten sehen die Hauptaufgabe des Kasachisch-Deutschen Zentrums in der umfassenden Unterstützung der deutschen Ethnie der Republik. Und dies umfasst nicht nur die Arbeit im Rahmen des Förderprogramms des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat des Landes, sondern auch die Förderung der kasachisch-deutschen Beziehungen im Wirtschaftsbereich. Auch auf die jüngere Generation werden große Hoffnungen gesetzt. Wichtig sei, so die Teilnehmer des Festakts, dass das Deutsche Haus in der Hauptstadt zum Anziehungspunkt für alle Deutschen, insbesondere für junge Leute, werde. Gerade hier können sie sich umfassend darüber informieren, was im gesellschaftlichen Leben der Ethnie passiert und sie können sich Teil ihrer Kultur und ihrer Muttersprache werden.

Die feierliche Eröffnung wurde unter Einhaltung aller hygienischen und epidemiologischen Standards (obligatorisches Vorhandensein eines Impfpasses oder PCR-Tests) organisiert. Am Eingang bestanden alle Teilnehmer einen COVID-19-Expresstest.

Als Referenz

Heute leben in Kasachstan etwa 180.000 Deutsche, deren Interessen durch die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ und die Regionalgesellschaften unter der Ägide der Versammlung des Volkes Kasachstans vertreten werden. Die Regionalgesellschaften der Deutschen „Wiedergeburt“, die in engem Kontakt zur Versammlung des Volkes Kasachstans sowie zu den Häusern der Freundschaft der Republik stehen, leisten ihren wesentlichen Beitrag zur Bildung einer geeinten Nation und zur Popularisierung des kasachischen Modells der interethnischen Harmonie. Deutschland ist heute einer der führenden Wirtschaftspartner Kasachstans. Etwa 90 % der Investitionen fließen in den rohstofffernen Sektor der Wirtschaft, etwa 450 deutsche Unternehmen sind im Land tätig. Die Zusammenarbeit erfolgt in Bereichen wie Produktion, Bau, Verkehr, Kommunikation, Landwirtschaft, Logistik. Und die Deutschen der Republik, genauso wie unsere in Deutschland lebenden Landsleute, spielen in diesen Prozessen eine wichtige Rolle.

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XVIII. Konferenz der Kasachisch-Deutschen zwischenstaatlichen Kommission

In Nur-Sultan fand am 10. September 2021 die 18. Konferenz der Kasachisch-Deutschen zwischenstaatlichen Kommission bezüglich der in der Republik Kasachstan lebenden ethnischen Deutschen statt.

Unter dem gemeinsamen Vorsitz des stellvertretenden Außenministers der Republik Kasachstan Erlan Alimbajew und des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bundestagsabgeordneter Dr. Bernd Fabritius, diskutierten die Teilnehmer über Fragen der Zusammenarbeit im dem Bereichen Kultur, Bildung, Wissenschaft und Jugendpolitik, wirtschaftliche Interaktion und Kontakte zur Wirtschaftsförderung, sowie die Vereinfachung des Visaregimes.

Der Abgeordnete der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan und Vorsitzende des Kuratoriums der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ Albert Rau, der die Kommission zu dem Arbeitstreffen empfing, merkte an, dass die Deutschen der Republik, die einen aktiven Teil der Zivilgesellschaft darstellen, heute nicht nur den Erhalt ihrer nationalen Identität und Sprache anstreben, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung ihres Landes leisten.

Als Ergebnis des Treffens wurde ein gemeinsames Kommuniqué unterzeichnet.

Quelle: mfa.gov.kz

Der neue Partner der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“

Das deutsche Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie die Baden-Württemberg International (BW_i) haben die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ darüber informiert, dass die BW_i sich dazu entschlossen hat, ihre Tätigkeit als Mittlerorganisation in den Ländern Mittel- und Osteuropas sowie in den Ländern der GUS schrittweise einzustellen.

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Wir gratulieren den Gewinnern!

Nach den Ergebnissen der Abstimmung sind die Preisträger des Wettbewerbs „Avantgarde der Deutschen Kasachstans“:

in der Kategorie „Wissenschaft“ – Zeibert Wiktor Fjodorowitsch;
in der Kategorie „Kunst“ – Ezau Elena Dawydowna und Dubs Natascha;
in der Kategorie „Sport“ – Rudenko (Wyschegorodtsewa) Ekaterina Olegowna;
in der Kategorie „Gesellschaftliche Aktivitäten“ – Rau Albert Pawlowitsch;
in der Kategorie „Mäzenatentum“ – Airich Aleksej Awgustowitsch;
in der Kategorie „Herausragende verstorbene Persönlichkeiten“ – Belger Gerold Karlowitsch.

Wir bedanken uns bei allen, die an der Abstimmung teilgenommen haben.

Die Auszeichnung der Gewinner findet bei der Nationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans im September diesen Jahres statt. Die Preisträger, die an der Konferenz nicht teilnehmen können, werden durch die Leiter der Regionalgesellschaften ausgezeichnet.

Ein bedeutendes Ereignis für die Deutschen Kasachstans

In Nur-Sultan findet die Nationale Konferenz der Delegierten der Deutschen Kasachstans statt.

Die Nationale Delegiertenkonferenz ist das repräsentative Gremium der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, deren Hauptzweck es ist, das Erreichen der Zielvorgaben der Organisation unter Berücksichtigung der aktuellen Interessen und Bedürfnisse der Vertreter der deutschen Volksgruppe der Republik Kasachstan zu publizieren.

Die Konferenz wird alle 4 Jahre durchgeführt. 181 Delegierte aus allen Regionen Kasachstans nehmen an der Veranstaltung teil.

Zum Abschluss der Konferenz erfolgt die Preisverleihung für die Gewinner des Wettbewerbs „Avantgarde der Deutschen Kasachstans“.

Die Veranstaltung findet am 11. September 2021 um 10.00 Uhr im Palast der Schüler an der Adresse: Nur-Sultan, Momysch-uly-Straße 5 statt.

«Deutsche Sprache in allen inhaltlichen Aspekten der ethnokulturellen Arbeit».

In der Zeit vom 14. bis zum 16. Juli wurde im Rahmen des ethnokulturellen Bereichs der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ mit finanzieller Unterstützung durch das BMI der erste Zyklus an Webinaren „Deutsche Sprache in allen inhaltlichen Aspekten der ethnokulturellen Arbeit“ organisiert und erfolgreich durchgeführt. Moderiert hat die Veranstaltung Olga Beder, Kuratorin und Methodistin der Spracharbeit, Methodistin des ZDDO, sowie Deutschlehrerin der Gebietsgesellschaft Ostkasachstan der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“.

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Ewaldt Ruff: „Dort wo ich geboren wurde, mache ich mich nützlich“

In die fortschrittliche Kolchose „30 Jahre Kasachische SSR“ kam Ewaldt Ruff, heute Direktor des Landwirtschaftsbetriebes „REG Time“, als junger Spezialist im Jahr 1984. Er wurde persönlich von ihrem Vorsitzenden Jakow Gering, dem Organisator der landwirtschaftlichen Produktion in der kasachischen SSR und Held der sozialistischen Arbeit, eingeladen. Er arbeitete als Vorarbeiter der Traktorenbrigade, Landvermesser, Leiter des Laboratoriums WNPO „Raduga“ für Grundwasserbewässerung.

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Ewald Blokh: „Für erfolgreiches Angeln und gute Erholung“

Ewald Blokh ist Gründer und Eigentümer des Freizeitzentrums „Zu Ewald“, gelegen am Ir-Kanal im Flussdelta des Ili im Balchasch-Kreis, Gebiet Almaty. Als erfahrener Reisender, Wanderer, Bergsteiger und Träger des Ehrentitels „Schneeleopard“, der Eroberer der höchsten Gipfel der ehemaligen UdSSR (Pamir, Tian Shan) versteht Blokh den Wert des schonenden Umgangs des Menschen mit der Natur besonders gut. Zunehmend nennen begeisterte Angler und einfach Outdoor-Liebhaber diesen Ort ein Paradies, in das man immer wieder zurückkehren möchte… Anfang der 2000er war es Ewald Blokh, der das Sportfischen als einer der ersten nach dem Prinzip „Fangen und freilassen“ vorgelebt hat.

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Olga Erlich: „Ich mache mich gerne nützlich und tue den Menschen Gutes“

Olga Erlich ist eine der bekanntesten Mediatorinnen in Kasachstan. Ihre Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, den schwierigen Weg zur Versöhnung zu finden. Sie ist ausgebildete Rechtsanwältin. Im Jahr 2006 hat sie die Staatliche Torajgyrow-Universität Pawlodar in der Fachrichtung „Rechtswissenschaften“ abgeschlossen.

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Der berühmte Getreidebauer des Irtysch-Kreises Nikolai Miller

Genau so wird Nikolaj Miller im Gebiet Pawlodar betitelt. Er leitet den größten Mischbetrieb der Region – die GmbH Namens Abaj. Der befindet sich fast 300 Kilometer vom Regionalzentrum Pawlodar entfernt im Dorf Golubowka, und er ist der Rekordhalter unter den Getreideanbaubetrieben. Seine Aussaatfläche beträgt über 70.000 Hektar. Nikolaj Aeksandrowitsch selbst stammt aus einer Familie von Getreidebauern. Wenn es um das Handwerk geht, bekräftigt er immer, die Familie sei die beste Berufsschule. Und es stimmt, wer, wenn nicht die Eltern oder nächsten Verwandten, könnte am besten die Grundlagen dieses Berufs vermitteln? „Der Vater war ein echter Getreidebauer, ein Mann der Erde“. Auch die Söhne von Nikolaj Miller sind dazu bestimmt, die Familientradition fortzuführen.

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Georgij Prokop: „Man darf nicht auf der Stelle stehenbleiben“.

Der Ehrenbürger des Gebietes Karaganda Georgij Prokop, Direktor der TOO „Schachtjorskoje“, arbeitet seit mehr als dreißig Jahren im Nurinsker Kreis. Mitte der 1980er Jahre leitete er eine der größten Kolchosen des Neulands, die Kolchose Schachtjorskij, und wandelte sie im Laufe der Jahre zu einer Elite-Getreide- und Saatgutfarm aus. Nur wenigen gelang es, in der Morgendämmerung der Unabhängigkeit die Produktion über Wasser zu halten. Aber Georgij Prokop schaffte es dank seiner organisatorischen Fähigkeiten, seiner geschickten Herangehensweise und natürlich dank seiner Ordnung, das Produktionsvolumen nicht nur zu halten, sondern auch deutlich zu steigern.

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Wladimir Sabelfeld: „Meinen Werdegang verdanke ich nur meiner Einstellung zur Arbeit“

Der ehrenvolle Maschinenbauingenieur der Republik Kasachstan Wladimir Sabelfeld wurde in der Stadt Akkol im Gebiet Akmolinsk geboren, wohin seine Eltern im Jahre 1941 aus der Stadt Marxstadt im Wolgagebiet, Gebiet Saratow, deportiert wurden. Der Vater wurde sofort in die Arbeitsarmee im Fernen Osten geholt. Und der Junge lernte die Belastungen des verfolgen Volkes in vollem Ausmaß kennen.

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Doktor Krajsman – von Natur aus ein Pionier

Das medizinische Zentrum „Nur-Avicenum“ ist die erste nichtstaatliche Einrichtung im Bereich des Gesundheitswesens in Kasachstan. Ihr Gründer ist der Kasachstandeutsche Wladimir Krajsman – Arzt und Kardiologe der höchsten Kategorie, Kandidat der medizinischen Wissenschaften, unabhängiger medizinischer Experte des Ministeriums für Gesundheit und soziale Entwicklung der Republik Kasachstan, Mitglied des Amerikanischen Herz-Verbandes, der Deutschen und Europäischen Gesellschaften der Kardiologen, Preisträger der höchsten Auszeichnung der Republikanischen Gesellschaftlichen Vereinigung „Nationaler Medizinischer Verband“ – des Abzeichens «Алтын Дәрігер», und des Ordens „Ave Vitae“. Man kann alle Errungenschaften gar nicht aufzählen, aber die wichtigste ist der erfolgreiche Aufstieg der Sache seines Lebens – des medizinischen Zentrums „Nur-Avicenum“!

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Wladimir Braun: „SWS – der Marktführer in der Autoindustrie Kasachstans“

Wladimir Braun leitet eine Unternehmensgruppe, die in einer 27-jährigen Entwicklungsperiode auf dem Markt einen steinigen Weg zurückgelegt hat und von einem kleinen privaten Geschäftsraum zum Marktführer in der Automobilindustrie aufgestiegen ist. Auf der Aktivseite stehen Beziehungen zu mehr als 150 Weltkonzernen: MAN Continental, SCT Germany, KAMAZ, ISUZU, Komatsu, Bridgestone usw. Heute ist die SWS-Unternehmensgruppe in vielen Geschäftsbereichen unangefochtener Marktführer in der Republik Kasachstan: Mehr als 35 Handels- und Servicezentren für den Kundendienst von gewerblicher Technik, sowie ein Werk zur Herstellung modularer Gebäude. Um die Entwicklung der Straßentransportindustrie zu betreuen, hat das Unternehmen SWS das nationale Projekt „Kazakh Eli Logistika“ zusammen mit einer IT-Plattform gestartet und entwickelt dieses weiter. Das Unternehmen hat einen eigenen Entwicklungsweg eingeschlagen, der auf Professionalität sowie dem Streben nach Exzellenz und Transparenz in den Beziehungen basiert.

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Waldemar Wegelin: „Gold Produkt“ – Marktführer in Kasachstan“

„An erster Stelle steht für uns immer der Verbraucher, der unser Produkt liebt und wählt“, – diese Devise hat das Unternehmen „Gold Produkt“ bereits vor vielen Jahren für sich erwählt. Und man hat sich dabei nicht geirrt… Denn mit der Zeit bleiben nur jene auf dem Markt, die das Beste produzieren. Heute ist die Aktiengesellschaft „Gold Produkt“ in ganz Kasachstan weithin bekannt. Die Bereiche ihrer Aktivitäten sind der Vertrieb landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die Herstellung von alkoholfreien Getränken sowie von Obst- und Gemüsekonserven. Der größte Stolz des Unternehmens ist der Weinanbau – ein Wirtschaftszweig, der wiederbelebt werden musste, praktisch von Grund auf.

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Andreas Käfer, Generaldirektor der GmbH „Böhmer Armaturen“

Andreas Käfer leitet eines der erfolgreichsten Unternehmen des Landes, die GmbH „Böhmer Armatura“ mit Sitz in der Freiwirtschaftszone „Saryarka“ in Karaganda befindet. Das Werk wurde von einem der weltweit führenden Hersteller für Kugelhähne gebaut, der „Böhmer GmbH“. Dieses Familien unternehmen liefert seine Produkte in 38 Länder der Welt für alle Industriebereiche. Das Unternehmen unterhält Werke in drei Ländern, zwei befinden sich in Deutschland und je eines in China und in Kasachstan, im Frühjahr 2021 wurden in Houston, USA, ein Servicezentrum und ein Lager in Betrieb genommen. Im Jahr 2015 wurden die Erzeugnisse des Werks als „Bestes Produkt Kasachstans für industrielle Zwecke“ ausgezeichnet und im Jahr 2019 erhielt die GmbH „Böhmer Armatura“ den Preis des Präsidenten der Republik Kasachstan Qassym-Schomart Toqajew „Altyn Sapa“ als
„Bestes Industrieprojekt“. Die Aufgabe des Werkes ist die Herstellung hochtechnologischer Ausrüstung.

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Alexej Airikh, Inhaber des Betriebes für Gipsstuck „Dekorgips“

Ein harmonisches und ästhetisches Erscheinungsbild eines Interieurs zu schaffen und Objekten Anmut zu verleihen, ist nicht gerade eine einfache Aufgabe… Aber unter der strengen Leitung seines Gründers Alexej Airikh leistet das Team von „Dekorgips“ hervorragende Arbeit. „Unsere Aufgabe ist es, Schönheit zu schaffen. Bildhauer ist ein heikler Beruf, das ist nicht jedermanns Sache“, sagt Alexej.

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Alexander Lorenz: „Ich bin es gewohnt, viel zu arbeiten“

„Ich bin ein Mensch vom alten Schlag, ich bin es gewohnt, viel zu arbeiten. Wenn sie eine beliebige Sache übernehmen, ist es wichtig, nichts aus den Augen zu verlieren und auch vor Schwierigkeiten nicht zurückzuschrecken“, – diesen Regeln folgt Alexander Lorenz, der die landwirtschaftliche Holdinggesellschaft „Schanyrak“ leitet. Diese umfasst heute 11 Unternehmen. Mehr als zweitausend Arbeitsplätze, die Produktion von über zwanzigtausend Tonnen Fleisch und einer Million Eier pro Tag – und dies ist nur eine sehr kleine Aufstellung der Erfolge des Unternehmens „Schanyrak“. So wie die meisten deutschen Unternehmen ist die Organisation vertikal integriert, was es ermöglicht, von niemandem abhängig zu sein. Neben den beiden Hauptbereichen – der Produktion von Speiseeiern und Hähnchenfleisch – existieren Fabriken zur Herstellung von Mischfutter, der Pflanzenanbau ist gut entwickelt (rund 38.000 Hektar Land), es werden Wurstwaren, Backwaren und vieles mehr hergestellt. Das Unternehmen erstreckt sich geografisch auf drei Gebiete: den Gebieten Akmolinsk, Karaganda und Kostanaj. Die neuen Projekte umfassen die Produktion einer Eizelle, die zuvor aus der Russischen Föderation importiert wurde, sowie die Verarbeitung von Geflügelmist zu organischem Dünger.

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Der Bericht über die Aktivitäten des Jahres 2020 wurde angenommen

Am 12. Juni fand im Online-Format unter dem Vorsitz von Wjatscheslaw Ruf die Sitzung des Gründerrats der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ statt, an welcher auch der Vorsitzende des Kuratoriums Albert Rau sowie die Stifter und Leiter der Regionalgesellschaften der Deutschen „Wiedergeburt“ teilgenommen haben. Das Hauptthema der Tagesordnung war die Annahme des Entwurfs des Jahresberichts der Stiftung für das Jahr 2020.

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Wettbewerb „Gedenken im Zeichen der Zukunft“

Im Jahr 2021 jährt sich zum 80. Mal die Deportation der Deutschen nach Kasachstan. Hunderttausende wurden gewaltsam aus verschiedenen Gebieten der Sowjetunion nach Kasachstan und Sibirien verschleppt, wurden von ihren Wurzeln abgetrennt und waren beispiellosen Repressionen ausgesetzt. Für alle Deutschen Kasachstans ist es wichtig, das Gedenken an unsere Vorfahren zu bewahren, an jene, die unschuldig unter dem Stalinschen Regime gelitten haben. Die gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ kündigt die Durchführung des Kreativwettbewerbs „Gedenken im Zeichen der Zukunft“ an.

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Wettbewerb „Deutsch im Herzen“

Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ (GS „Wiedergeburt“) durch Förderung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kasachstan veranstaltet den Wettbewerb „Deutsch im Herzen“ zum Thema „Die heutige Welt im deutschen Wort“.

Der Wettbewerb zielt nicht nur darauf ab, die deutsche Sprache, sondern auch die Geschichte und Kultur der Deutschen Kasachstans bekannt zu machen. Darüber hinaus wird der Wettbewerb zur Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Organisationen und Bildungseinrichtungen beitragen. Jeder kann am Wettbewerb teilnehmen, einschließlich Organisationen und Institutionen, Familien ethnischer Deutscher.

Alle Arbeiten müssen rechtzeitig (bis zum 30. September 2021 (einschließlich)) eingereicht und gemäß den Anforderungen der Organisatoren des Wettbewerbs ausgeführt werden.

Der Wettbewerb wird in neun Nominierungen durchgeführt.

 

1) Drehbuch für die Theateraufführung

2) Literarische Übersetzung

3) Videowettbewerb

4) Nominierung für Kinder

5) Nominierungen für Deutschlehrer

6) Familiennominierung

7) Publizistische Nominierung

8) Jugendnominierung

9) Wissenschaftliche Nominierung

 

Die Wettbewerbsarbeiten werden von Fachjurymitglieder bewertet.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden auf der Website der GS „Wiedergeburt“ und in der Zeitung DAZ veröffentlicht. Die Abschlussveranstaltung für die Gewinner und Preisträger des Wettbewerbs mit der Präsentation der interessantesten Werke, einer feierlichen Preisverleihung sowie Workshops wird Ende 2021 in Nur-Sultan stattfinden.

Alle Fragen bezüglich der Teilnahme am Wettbewerb können per E-Mail an spracharbeit@wiedergeburt.kz oder per Telefon +7 7271 429395 an Julia Galler, Koordinatorin für Spracharbeit, gesendet werden.

Приложение № 1. Анкета участника DiH

Приложение № 2. Im Vaterhaus Belger

Положение II Республиканского конкурса Немецкий в сердце

Die Schicksale unserer Länder sind untrennbar miteinander verbunden

Der 31. Mai ist der Gedenktag für die Opfer politischer Repressionen in Kasachstan. Der Tag, an dem tausender unschuldiger Toter und Opfer der Jahre der Massenrepressionen gedacht wird. Alleine in Kasachstan wurden zwischen 1920 und 1953 mehr als 100.000 Menschen verurteilt, gegen 25.000 wurde das höchste Strafmaß verhängt – Tod durch Erschießen.

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Das deutsche Volk Kasachstans: Menschen, Ereignisse, Schicksale

Liebe Freunde!

Lassen Sie uns die entwickelte methodische Handreichung „Das deutsche Volk Kasachstans: Menschen, Ereignisse, Schicksale“ vorstellen.  Jedes Volk hat die Persönlichkeiten hervorgebracht, auf die es stolz sein kann. In den Schicksalen dieser Personen spiegelt sich auch das Schicksal des ganzen Volkes wider. Mit dieser Handreichung kann man die Biografien von fünfzehn berühmten Deutschen Kasachstans kennenlernen, die einen Beitrag für die Entwicklung des Landes und die Weltkultur geleistet haben. Diese Handreichung beinhaltet fünfzehn Unterrichtsentwürfe mit Feinplanung, Arbeitsblättern und anderen Anhängen. Sie ist als Zusatzmaterial für den Deutschunterricht in Sprachkursen und Sprachzirkeln für die deutsche Minderheit in Kasachstan sowie in Jugendsprachlagern vorgesehen. Jeder Unterrichtsentwurf ist für einen dreistündigen Unterricht vorgesehen und nach allen methodischen Schritten vom Einstieg bis zur Reflexion aufgebaut. Alle Unterrichtsentwürfe basieren auf biografischen Angaben zu prominenten Deutschen Kasachstans. Die meisten Entwürfe eignen sich für die Arbeit mit einer Zielgruppe ab dem Sprachniveau A2. Wir hoffen, dass Ihre Lerner durch den Einsatz des Zusatzmaterials in Ihrem Unterrichtsverfahren Biografien berühmter Deutscher Kasachstans kennenlernen, ihre Identität durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Vorfahren erkennen, und ein eigenes Empfinden für das Schicksal ihres Volkes entwickeln können. Viel Spaß beim Unterrichten wünscht Ihnen das Team, das die Handreichung ausgearbeitet hat.

Herunterladen — https://cloud.mail.ru/public/daWU/ry1SEgjrm

Die Grundlagen der Unterrichtsmethodik für Deutsch

Die gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ widmet der Ausbildung junger Deutschlehrer besondere Aufmerksamkeit. In diesem Jahr werden die ersten acht Studenten die Ualichanow-Universität Kokschetau mit einem Berufsabschluss als „Lehrer für deutsche Sprache“ abschließen. Viele von ihnen sind bereits in der Kinder- und Spracharbeit der Gesellschaft der Deutschen in Kokschetau tätig.

Um die methodischen Kompetenzen der Absolventen zu verbessern, wurde auch für die Studenten des 3. Kurses zwischen 1. und 17. April 2021 das Projekt „Zyklus methodischer Webinare für Studenten der oberen Kurse, die in der Fachrichtung Lehrer für deutsche Sprache“ studieren“ im Rahmen des Projekts zur Unterstützung der deutschen Minderheit in Kasachstan durchgeführt. Die Jungs und Mädels haben an acht Webinaren (insgesamt 20 Stunden) zu den Grundlagen des Deutschunterrichts teilgenommen. Als Referentin trat Natalja Kozlowa auf, eine Multiplikatorin des Instituts für ethnokulturelle Bildung, sowie Methodistin und Psychologin. Im Rahmen der Webinare lernten die zukünftigen Deutschlehrer praxisorientierte Unterrichtsmethoden und interessante Übungen und Spiele zur Einführung und Festigung von Vokabeln und grammatikalischen Strukturen kennen, sie lernten, wie man das Zuhören effektiv organisiert und eine Unterrichtsstunde aufbaut, um den Schülern beizubringen, auf Deutsch zu sprechen. Die Studenten erhielten zusätzliche Materialien für die Durchführung des Unterrichts und nützliche Ratschläge zum Aufbau des Lernprozesses. Das Projekt erhielt viele positive Rückmeldungen:

Wiktoria Potanina, Studentin des 4. Kurses der Ualichanow-Universität Kokschetau: „Mir hat sehr gefallen, dass die Referentin ausführliche und detaillierte Antworten auf alle Fragen, die gestellt wurde, gegeben hat, die Vorträge selbst waren interessant und nicht unnötig in die Länge gezogen. Besonders hilfreich waren die verschiedenen Spielvarianten für die Schüler und die allgemeinen Empfehlungen zur Unterrichtsplanung.“

Pawel Korotun, Student des 4. Kurses der Ualichanow-Universität Kokschetau: „Der Kurs ist sehr informativ, interessant und wichtig für die praktische Arbeit! Jedes Thema des Kurses wurde von einer theoretischen und praktischen Basis und von zusätzlichen Materialien begleitet. Die Webinare haben eine sehr gute Grundlage für die zukünftige praktische Anwendung von jedem erlernten Instrument geboten. Die Struktur der Webinare war so organisiert, dass wir schrittweise von der Theorie zur Praxis übergingen. Dies war sehr praktisch, um das gewonnene theoretische Wissen zu festigen.“

Albert Glaser, Student des 4. Kurses der Ualichanow-Universität Kokschetau: „Dies waren sehr interessante und informative Webinare, die die Konzeption meines Unterrichts im Klassenzimmer verändern werden und mir beigebracht haben, die Struktur des Unterrichts richtig aufzubauen. Im Anschluss an jedes Webinar habe ich die erlernten Lehrmethoden, die interessanten und lebhaften Spiele angewandt. Das Ergebnis war sofort sichtbar, der Unterricht wurde glänzender und intensiver. Ich bedanke mich sehr bei Natalja für ihre Vorträge, sie sind eine unschätzbare Erfahrung.In der Zukunft würde ich gerne weiterhin an ähnlichen Kursen teilnehmen.“

Maksim Zhumenko, Student des 4. Kurses der Ualichanow-Universität Kokschetau: „Der Kurs entsprach voll und ganz dem im voraus angegebenen Thema und meinen Erwartungen. Alles war sehr harmonisch und interessant. Besonders wertvoll war es, dass die Referentin auch ihre eigenen Meinungen mit uns geteilt hat. Der interessanteste Teil des Kurses waren die im Detail ausgearbeiteten Anweisungen für die praktischen Aufgaben und die zeitnahen Ratschläge von Natalja Kozlowa zur Umsetzung und praktischen Anwendung des erlernten Wissens“.

Denis Katschanow, Student des 4. Kurses der Ualichanow-Universität Kokschetau: „Der Kurs war sehr inhaltsreich. Alle Ressourcen, die ich kennengelernt habe, waren mir vorher unbekannt. Fast alle Aufgaben konnten ohne Schwierigkeiten erledigt werden, da die Referentin detaillierteste Anweisungen gab. Vielen Dank an unsere Referentin Natalja Kozlowa für die zeitnahen Rückmeldungen, die Ratschläge und Tipps. Mir hat der leichte Materialfluss sehr gefallen. Das abwechslungsreiche Präsentationsmaterial mit Videoclips und praktischen Aufgaben ermöglichte es uns, tiefer in die Besonderheiten der untersuchten Werkzeuge einzutauchen“.

Olga Schtajnprajs, Studentin des 4. Kurses der Ualichanow-Universität Kokschetau: Der Kurs ist sehr interessant und aktuell, er besitzt eine ernsthafte praktische Zielrichtung und ermöglicht es, recht schnell, die sehr schwierigen Probleme bei der Schaffung eines qualitativ hochwertigen Bildungsprozesses zu überblicken. Zweifellos gefiel mir der Inhalt, die Form der Materialpräsentation (ein separates „Dankeschön“ für diese praktische Übung), die praktischen Aufgaben und das Rückmeldungssystem hierfür, sowie die Variabilität der für die Erschließung präsentierten Ressourcen“.

Um das erschlossene Material zu festigen, erwartet die Studenten ein Praktikum in einer Regionalgesellschaft unter methodischer Begleitung eines regionalen Kurators und Methodisten.

Ju. Galler

Übersetzung: Philipp Dippl

Den Projektaktivitäten besondere Aufmerksamkeit schenken

Am 27. März fand unter dem Vorsitz von Albert Rau die turnusmäßige Sitzung des Kuratoriums der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ statt. Auf der Tagesordnung stand die Steigerung der Effektivität in der Umsetzung des Programms zur Unterstützung ethnischer Deutscher, die bevorstehende gesamtnationale Konferenz und die Eröffnung des Deutsch-Kasachischen Zentrums in der Stadt Nur-Sultan.

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Das Organisationskomitee zur Vorbereitung der gesamtnationalen Konferenz hat seine Arbeit aufgenommen

Am 8. Mai fand unter dem Vorsitz von A. Rau, Vorsitzenden des Kuratoriums der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“, eine Sitzung des Organisationskomitees zur Vorbereitung der gesamtnationalen Berchiterstattungs- und Wahlkonferenz der Deutschen Kasachstans statt. Der Aktionsplan wurde genehmigt und es wurden die Verantwortlichen und die Fristen zur Realisierung der geplanten Aufgaben bestimmt.

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30 jahre Einheit des Friedens und der Einigung

Die Versammlung des Volkes Kasachstans ist eine Institution der Zivilgesellschaft, die fest in das soziale Leben der Gesellschaft eingegangen ist… Dass und als ob nicht sprechen… Was zum Wohle geschaffen wird, wie alles in unserem Leben kann akzeptiert oder nicht akzeptiert werden. Und dieses Recht eines jeden, eines ist unbestritten-Elbasa, die Schaffung des ANC hat wirklich die Notwendigkeit und Alternativlosigkeit dieses, das in der Weltpraxis des Mechanismus der internationalen Zustimmung beispiellos ist, verstanden, und es hat funktioniert und funktioniert jetzt. Die Gesellschaft hat das immer verstanden.

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Das Virtuelle Museum der Deutschen Kasachstans: Upgrade 2020

Womit haben die deutschen Frauen, meisterhafte Handwerkerinnen und Handarbeiterinnen, zu Hause Kleidung, Bettwäsche, Ausstattungsteile oder Handwerke hergestellt? In welchen Regionen konnten die Gegenstände der Kinderbetreuung bewahrt werden und warum werden dieselben Gegenstände unterschiedlich bezeichnet? Heute kann wieder jeder, dem die traditionelle Kultur der ethnischen Deutschen Kasachstans am Herzen liegt und sich dafür interessiert, Antworten auf diese Fragen auf der Webseite des Virtuellen Museums der Deutschen der Republik Kasachstan finden. Und warum wieder?

Die Webseite des Virtuellen Museums existiert bereits seit mehreren Jahren, aber die rasende Entwicklung der digitalen Technologien, sowie die Rückmeldungen der Besucher der Webseite zeigten, dass eine ganze Reihe an Umgestaltungen an der Webseite erforderlich sind. Das Projektteam hat die Arbeiten an der Neugestaltung des aktuellen Webseitendesigns abgeschlossen und setzt die Arbeit zur Ergänzung und Vergrößerung der Sammlung mit Fotos von Museumsgegenständen, sowie die Arbeit zur technischen Pflege und der Popularisierung der Webseite des Virtuellen Museums der Deutschen Kasachstans fort.

Das neue, helle Design und die benutzerfreundliche Oberfläche der Webseite ermöglichen es, schnell und einfach die gewünschten Informationen über die Gegenstände der materiellen und spirituellen Kultur der Deutschen Kasachstans zu erhalten, sich ein Bild davon zu machen, welche Museen in Kasachstan diese Gegenstände heute aufbewahren, Artikel zu diesem Projekt zu lesen, welches im Jahr 2018 begann, sowie Videomaterial anzuschauen. Sehen, lesen und studieren Sie die Volkskultur der Deutschen Kasachstans!

Dr. Julija Podoprigora, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Forschung und postgraduale Bildung (CRGE) der Deutsch-Kasachischen Universität, Mitglied des Wissenschafts- und Expertenrats der GS „Wiedergeburt“, Almaty, Kasachstan

Übersetzung: Philipp Dippl

Eröffnung der regionalen Vertretung in der Stadt Balchasch

Die Vertreter des Exekutivbüros der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ Olga Stein, Anastasija Olifirowitsch und Elena Schepel haben zusammen mit dem Direktor Dmitrij Redler die Stadt Balchasch besucht.

Die Geschäftsreise erfolgte gemäß der auf der letzten Sitzung des Kuratoriums getroffenen Entscheidung, eine regionale Vertretung der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ in der Stadt Balchasch zu eröffnen.

In der Stadt Balchasch leben heute 949 Angehörige der deutschen Volksgruppe, sie können wie alle Deutschen der Republik auf die Teilnahme an der Projektaktivität des Programms zur Unterstützung der Deutschen Kasachstans zählen. Aufgrund von einer Reihe an Gründen sind sie dieser Möglichkeit allerdings beraubt, da die Projektarbeit in dieser Region in letzter Zeit nicht durchgeführt wird. Die Eröffnung der regionalen Vertretung wird die Aufnahme der sozialen, ethnokulturellen und Spracharbeit in der Region wieder ermöglichen, was eine große Anzahl an Deutschen an die gesellschaftlichen Aktivitäten heranziehen wird. Darüber hinaus scheint es nach den Ergebnissen der Arbeitsreise möglich zu sein, den Jugendbereich in der Region weiterzuentwickeln.

Die Mitarbeiter des Exekutivbüros haben eine Reihe von Treffen mit den Vertretern staatlicher Organe abgehalten, insbesondere mit der Stellvertreterin des Akims der Stadt Sajagul Zhaksylykowa, die die Eröffnung der regionalen Vertretung der Stiftung „Wiedergeburt“ in der Stadt Balchasch positiv bewertet hat und an dessen Weiterentwicklung interessiert ist. Ebenso fanden produktive Treffen mit der Leiterin der Abteilung für Kultur und Sprachentwicklung der Stadt Balchasch Zhanarkul Balapanowa, dem Leiter der Abteilung städtische Innenpolitik Erken Berkenow, der Repräsentantin der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Balchasch Olga Michailenko sowie dem Personal, den Aktivisten der Gesellschaft und den Deutschen der Region statt.

Dank der oben genannten Treffen war es möglich, die aktuelle Situation der ethnischen Deutschen in der Region zu analysieren und einen Plan für weitere Schritte zur Wiederaufnahme der Projektarbeit in der Stadt Balchasch auszuarbeiten.

Übersetzung: Philipp Dippl

Das Zeugnis schöpferischer Mühen zum Wohle der Gesellschaft

Im Vorfeld des Unabhängigkeitstages wurde per Dekret des Präsidenten der Republik Kasachstan Kasym-Zhomart Tokajew einer Reihe von Kasachstanern für ihren bedeutenden Beitrag in der sozialökonomischen und kulturellen Entwicklung des Landes, für die Stärkung der Freundschaft und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern, sowie für die regen gesellschaftlichen Aktivitäten hohe staatliche Auszeichnungen verliehen.

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Die Deutschlehrer sind wieder gefragt!

Bereits seit vier Jahren verwirklicht die Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Akmolinsk erfolgreich das Projekt zur Unterstützung von Studenten, die die Berufswahl „Deutschlehrer“ getroffen haben und an der Kasachischen Staatlichen Ualichanow-Universität in der Stadt Kokschetau studieren. Im Rahmen dieses Projektes werden Studienfinanzierung und Stipendien zur Unterstützung der zukünftigen Pädagogen, die die ethnischen Deutschen vertreten und Aktivisten der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ sind, aus Mitteln der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ bereitgestellt.

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Die Erinnerung des Volkes ist in den Archiven bewahrt

Das Archiv des Präsidenten der Republik Kasachstan (APRK) hat eine elektronische Version der Sammlung der II. internationalen wissenschaftspraktischen Konferenz „Das Archivwesen im gegenwärtigen Stadium: Probleme, Praktiken, Innovationen“ veröffentlicht, welche im Herbst 2019 stattfand und dem 25. Jubiläum des APRK gewidmet war. Die Sammlung enthält zahlreiche Vorträge zur Entwicklungsgeschichte und den modernen Tendenzen des Archivwesens in Kasachstan und im Ausland, zu den Problemen der Digitalisierung und der Informatisierung staatlicher Archivinstitutionen usw.

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Wjatscheslaw Ruf

„Wjatscheslaw Ruf ist wahrlich ein eindrucksvoller Vertreter der neuen Menschengattung unserer Zeit, der für Kasachstan – eigentlich aus dem Nichts – ein neues Business geschaffen hat.“ (Juri Pominow)

Er ist Gründer der TOO „Rubikom“, Vorsitzender der Pawlodarer Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“, Vorsitzender des Stifterrates des Gesellschaftlichen Fonds „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“. (geb. 17.04.1971)

Die von Wjatscheslaw Ruf gegründete und aufgebaute TOO „Rubikom“ ist ein integrierter Komplex von Agrarunternehmen und verarbeitenden Industriebetrieben mit einem eigenen Vertriebsnetz für Endprodukte. Im weit zurückliegenden Jahr 1995 begann alles mit einem kleinen fleischverarbeitenden Produktionbetrieb, gegruendet von dem jungen enthusiastischen Unternehmer Wjatscheslaw Ruf. Eingedenk dessen, dass die Agrarindustrie eine Schlüsselrolle im Entwicklungsprozess des Landes spielt und große Perspektiven hat, begann Ruf das Produktionsvolumen schrittweise zu steigern. Neue Möglichkeiten taten sich auf, die mit der Zeit ein vertikal integriertes Unternehmenssystem geschaffen haben, das auf ein kombiniertes Resultat hin arbeitete: Ackerbau, Viehzucht, eigene Futtermittelfabrik. Diese rechtzeitig ergriffenen Maßnahmen ermöglichen es heute, von Lieferanten unabhängig zu sein und ausschließlich an der Qualität der Produkte zu arbeiten, um die Rentabilität des Unternehmens sicherzustellen. Wie Wjatscheslaw Ruf selbst betont, „ist die eigene Rohstoffbasis mit die Hauptkomponente, welche heute eine wesentlich höhere Produktionseffizienz ergeben kann.“

Als Mensch mit aktiver Lebenshaltung, für den nationale Identität nicht Wortgeklaub, sondern Herzenssache ist, wird Wjatscheslaw Ruf zu Beginn der 2000er Jahre Mitglied der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar. Und bereits 2005 wurde er auf der Berichts- und Wahlkonferenz zu deren Vorsitzenden gewählt. Seinem Beispiel und einer Reihe seiner Initiativen folgend, werden auch andere Unternehmer aus Pawlodar Mitglieder der Gesellschaft. Heute ist die „Wiedergeburt“ Pawlodar eine der aktivsten Gesellschaften des Gebietes; gemeinsam mit der Versammlung der Völker Kasachstans beteiligt sie sich am gesellschaftlichen und kulturellen Leben des Landes und leistet inach Kräften ihren Beitrag zur Wahrung des Friedens und der interethnischen Harmonie in der Republik.

Durch Unterstützung und direkte Beteiligung Wjatscheslaw Rufs und anderer kasachstandeutscher Unternehmer finden alljährlich viele Wohltätigkeitsveranstaltungen statt und werden manche wichtigen Sozialprojekte umgesetzt. Ohne die kompetente Leitung durch Wjatscheslaw Ruf und das von ihm aufgebaute Team von Gleichgesinnten wäre dies kaum möglich gewesen.

Für seinen Beitrag am wirtschaftlichen Ausbau des Staates wurde Wjatscheslaw Ruf mit der Medaille „Eren Enbegi Uschin“ geehrt.

Jakob Gering

„Heute glaube ich, dass ich damals den richtigen Weg gewählt habe. Ich habe mich nicht mit Klenigkeiten abgegeben, sondern an einem großen und wichtigen Werk geschafft, und muss mich, so glaube ich, für die gelebten Jahre nicht schämen. Diesen von mir gewählten Weg bin ich unbeirrt gegangen und will jetzt auch meine Kinder so erziehen, wie mich meine Eltern, meine Lehrmeister, ja das Leben selbst erzogen haben…“

„Unter einer solchen Führungspersönlichkeit wie Jakob Hermanowitsch Gering, ein Held der Arbeit, sind auch die Menschen Helden. Genau so muss man wirtschaften. Und genau so muss man leben.“ D. A. Kunajew, Erster Sekretär des ZK der KPdSU Kasachstans (1972).

Als Jakob Gering mit 23 Jahren zum Veterinärtechniker bestimmt und nach drei Jahren zum Vorsitzenden der Kolchose gewählt wurde, hatte er kaum mehr als nur die bittere Erfahrung der unvorstellbar schweren, fast zwanzig durchgestandenen Jahre seines jungen Lebens hinter sich. Und in rund zwanzig Jahren erschuf dieser rastlose Enthusiast zusammen mit seinen treuen Dorfgenossen sein „Atlantis“ – gleichsam aus purem Nichts. Als Verbannter, der während des Krieges aus dem Kaukasus nach Kasachstan deportiert worden war, fand er hier seine zweite Heimat.

Jakob Gering wurde am 29. Februar 1932 geboren. Seine aus Süddeutschland eingewanderten Vorfahren ließen sich Ende des 19. Jahrhunderts in Transkaukasien nieder, als Jakob Gering senior (sein Großvater), ein bedeutender Bauingenieur, die Einladung, in einer der russischen Ölfirmen zu arbeiten, annahm, und mit seiner Familie nach Tiflis zog.

Ab 1946 ging Jakob zur Schule. 1949 wurde er auf Anordnung des Kriegskommissariats auf eine FSU (Fabrikfachschule) nach Karaganda geschickt, wo er später in einem Kohlebergwerk arbeitete. Bei einem Unfall wurde Jakob von einer eingestürzten oberen Gesteinsschicht verschüttet. Zwei Jahre lang blieb er ans Krankenbett gefesselt, und es bestand die ernste Gefahr, dass er zum Invaliden werden würde. Doch dank seiner Willenskraft und dem großen Wunsch zu leben und zu arbeiten bewältigte der junge Mann die Krankheit.

Nachdem er die veterinärmedizinische Fachschule mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, nahm er als junger Spezialist noch im selben Jahr ein Fernstudium an der Landwirtschaftlichen Hochschule Barnaul auf und fand eine Arbeitsstelle in einem der rückständigsten Agrarbetriebe im Dorf Konstantinowka, Kreis Uspenka, Bezirk Pawlodar. Grasteppen und Salzfelder umgaben das Dorf. Der akute Wassermangel stimmte einen nicht gerade optimistisch.

Selbst nachdem sich der Landwirtschaftsbetrieb in eine blühende Oase mit bewässerten Gemüsegärten, Ackerflächen und kultivierten Weiden verwandelt hatte, auf denen in aller Freiheit die berühmten kasachischen Weißkopfrinder, rassige Pferde und Schafe grasten, darunter sogar eine Herde Kamele, fand Gering für sich und seine Helfer immer neue, nicht weniger wichtige Aufgaben. Er schickte Leute zur Ausbildung nach Pawlodar, bezahlte dafür, und half jungen Fachkräften, auf der Kolchose Fuß zu fassen, indem er ihnen Wohnraum zuteilte und sich um den persönlichen Hof eines jeden Bauern kümmerte.

Die Dörfer Konstantinowka und Rawnopol (ehemals Ebenfeld) verschmolzen nach und nach zu einem, es wurden mehrere Zweigstellen der Kolchose geschaffen. In dem Landwirtschaftsbetrieb „30 Jahre Kasachische SSR“ wurde kein Unterfangen ohne wissenschaftlich fundierte Grundlagenarbeit angepackt. Gering legte darauf großen Wert, betrieb er ja selbst Wissenschaft und verteidigte auch seine Dissertation zur Viehzucht. Seine Diplomarbeit zur Steigerung der Fettmilchproduktion bei Kolchosekühen wurde in wissenschaftlichen Kreisen gewürdigt. Selektion, Samenproduktion, Wasserentnahme aus Bohrbrunnen – all diese Arbeiten wurden in den wissenschaftlichen Labors getestet. Hinter jedem, selbst dem geringsten Ausgangspunkt stand eine streng ökonomische Berechnung.

Für die Entwicklung und Einführung einer progressiven Bewässerungtechnologie mit breitgefächerten Sprinkler-Anlagen wurde die Kolchose mit einem Staatspreis ausgezeichnet. Und der lokale Wasserspeicher, eine Art igenieur-technischer Tiefwasserbau, eine Idee von Jakob Gering, machte seine Kolchose weit über die Grenzen der Republik berühmt. Gering war auch ein Wegbereiter der Errichtung von Entwässerungssystemen zur Verhinderung des Grundwasseranstiegs. Nach einiger Zeit wurde im Agrarbetrieb ein Labor des Forschungszentrums für Bewässerungsmechanisierung eröffnet, was eine Anerkennung der Neuerungen in Konstantinowka durch Spezialisten auf Unionsniveau bedeutete.

Zahlreiche Reisen im In- und Ausland halfen J. Gering bei der Umsetzung vieler Pläne. Mit jedem Jahr erweiterte sich das Netz gegenseitig vorteilhafter Partnerschaften Konstantinowkas mit verschiedenen Unternehmen, Agrarbetrieben und wissenschaftlichen Institutionen. Und das nicht nur in der UdSSR, sondern auch im Ausland.

Gering vergrößerte energisch die Besitztümer seines Landwirtschaftsbetriebes, baute riesige Gewächshäuser am Rand des Bezirkszentrums, ein Netz von Geschäften daselbst, eine Ziegelfabrik und eine Schlammbadeanstalt. Darüber hinaus asphaltierten die Einwohner von Konstantinowka 30.000 Quadratmeter Straßen und Gehwege, verlegten Heizungs- und Wasserleitungen, errichteten ein Stahlbetonwerk, eine Saatgut-Reinigungsanlage, Depots, Lagerhäuser, Werkstätten, Molkereikomplexe, Sägewerke und Duschräume in den Werken. All das neben dem Bau einer Rennbahn, eines Lichtspielbrunnens, eines Kulturparks, der Anlage eines riesigen Gartens mit Blumenbeeten und Grünflächen. Dreihundert Autos passen mit Leichtigkeit in ein großes Parkhaus, und drei Rettungswagen erleichtern das Leben der Dorfbewohner. Der Vorsitzende geizte auch nicht beim Kauf von Felder- und Weidenbewässerungsanlagen, obwohl solche Maschinen verrückt teuer sind.

Enorme Gewinne brachte der Kolchose eine Pelztierfarm. Die Kaninchen, Sumpfbiber, Nerze und Polarfüchse pflanzten sich in den großen Freigehegen prächtig fort. Die wunderschönenen Pelze waren nicht nur im Bezirk gefragt, und das Fleisch einiger Tiere wurde in Kantinen und Restaurants als Diätkost angeboten. Die Spiegelkarpfen, die in großer Menge in künstlichen Gewässern gezüchtet wurden, brachten dem Landwirtschaftsbetrieb ebenfalls hohe Einkünfte. Die Gehege der Entenfarm bezauberten durch einen schneeweißen „Schleier“ aus Vogelfedern. Gutes Einkommen erbrachte auch die Imkerei. Und besonders gut gefiel den Landwirten der örtliche Tierpark!

Man muss hervorheben, dass auf allen Höfen der Kolchose eine außergewöhnliche Ordnung herrschte. Die Ästhetik stand an erster Stelle. Die Besten Designer, Künstler und Architekten wurden hierher eingeladen, und jedwedes Projekt wurde vom Besitzer der berühmten Kolchose eingehend untersucht.

Er hat nicht mit Auszeichnungen für die Gewissenhaftesten und Fleißigsten gegeizt. Im Kulturhaus wurden sogar Täfelchen mit den Namen der besten Arbeiter der Kolchose auf die Rückenlehnen der Stühle genagelt.

Der Zustrom an neuen Bewohnern nahm von Jahr zu Jahr zu. Es kam bereits die Frage auf, ob man Interessierten den Zuzug in die Kolchose „30 Jahre Kasachische SSR“ verweigern sollte. Alle waren neugierig: der Ruhm der kasachstanischen Oase wuchs. Journalisten, hochrangige Beamte, Wissenschaftler mit Weltruf, Schauspieler, Sänger, Kosmonauten – wer war nicht alles in diesem blühenden Landwirtschaftsbetrieb! Der berühmte Vorsitzende wurde mit zahlreichen Ehrenpreisen ausgezeichnet, darunter waren auch die allerhöchsten. Über ihn wurde nicht nur in der Presse geschrieben – er wurde selbst in Büchern zum Helden. Im März 1975 wurde J. G. Gering zum Deputierten des Obersten Sowjets der UdSSR gewählt. Es regnete Angebote, auf eine höhere Position zu wechseln. Aber er wollte sein Heimatdorf nicht verlassen.

Und er war auch stolz auf seine Familie, auf den geliebten Großvater und die Großmutter, auf seinen Vater und seine Mutter, auf die Kinder. Der jüngste, Hermann, schloss die Landwirtschaftliche Hochschule Zelinograd ab und trat in die Fußstapfen seines Vaters. Der Älteste, Viktor, wählte einen anderen Weg: Er kämpft gegen das Verbrechen, seinerzeit war er Abgeordneter des Obersten Rates der Republik. Ewald wurde Arzt. Die Tochter Lora wurde Musikerin. Und die größte Auszeichnung in seinem Leben ist seine Frau Olga. Sie war immer eine Unterstützung für ihren Ehemann. Trotzdem der größte Teil der Arbeit im Haus auf ihren Schultern lag, gelang es ihr, ihre eigenen Kinder großzuziehen und sogar fremde Kinder zu unterrichten: Olga Adamowna arbeitete als Lehrerin.

Mit 52 Jahren starb Jakob Gering. Sein Tod war ein Schock für sehr viele Menschen, für die Republik, für das Land… Solche Menschen wie er haben kein Recht, so früh aus dem Leben zu scheiden! Er war ja noch verhältnismäßig jung. Wie sehr hätte er anderen von Nutzen sein können! Er war voll Feuer. Er brannte für seine Arbeit, kannte praktisch keine Rast. In Kislowodsk, wo von der Kolchose ein Sanatorium gebaut wurde, hat er sich wahrscheinlich nicht mehr als zwei Mal erholt.

Der Verlust war groß – das ganze Land kannte Jakob Gering! Die Büste auf seinem Grab – mit einem Buch in der Hand – spiegelt besonders deutlich das Wichtigste dieses wunderbaren Menschen wider. Er war nicht nur ein Bauer, Leiter, Schöpfer, er war Wissenschaftler, ein tiefer Denker, ein Träumer und Romantiker, der so viele Pläne und Ideen mit sich herumschleppte, und die er leider nicht mehr verwirklichen konnte…

Irina Winter

Sergej Block

Vorsitzender der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Kostanai, Mitglied des Kuratoriums der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt’“, Leiter der TOO MILCH – des größten Herstellers von Milchprodukten in Kasachstan.

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Erweiterung der Kompetenzen der Sozialarbeiter

Wir setzen die Serie fort, in der wir berichten, wie unter den Bedingungen der Quarantäne und der Einführung des Notstandes die Aktivitäten der Selbstorganisation der Deutschen fortgeführt werden. Heute kommentiert Irina Wakengut, Mitglied des Kuratoriums der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ die neue Form der Online-Sozialarbeit.

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Den Älteren wurde Aufmerksamkeit geschenkt

Unter den Bedingungen des Ausnahmezustandes blieben die Rentner in Westkasachstan nicht ohne Unterstützung. Die Situation in der Welt verändert die Menschen. Einige bilden sich selbst weiter, andere widmen de Familie mehr Zeit. Wieder andere helfen Bedürftigen, die Belastungen der Quarantänemaßnahmen zu bewältigen.

Wir haben herausgefunden, wie unter den gegenwärtigen Bedingungen die Sozialarbeit der deutschen Gesellschaften in der westlichen Region Kasachstans vorangeht.

Die Feen aus dem Ural

Einfach nur die Feen aus dem Ural, so nennen die deutschen Rentner Svetlana Titlowa und Irina Kajl. Selbst mit Einführung der Quarantäne in der Stadt hörte die Sozialarbeit der Gesellschaft „Heimat“ nicht auf. Wo es im ersten Quartal im Projekt „Pflege Daheim“ sieben Schützlinge waren, stehen jetzt neun einsame Rentner unter der Fürsorge der Gesellschaft.

– Die Arbeit hörte nicht auf. Es ist zwar schwieriger geworden, sich durch die Stadt zu bewegen, für alles benötigt man einen Passierschein, aber im Moment kommen wir damit zurecht. Wir haben uns aufgeteilt und arbeiten in Sektoren, – sagt die Koordinatorin der Sozialprojekte der Gesellschaft der Deutschen Svetlana Titlowa. Ab dem Moment der Einführung des Ausnahezustandes haben wir die Menschen in fortgeschrittenem Alter gewarnt, dass sie besser nicht auf die Straße gehen, aber niemand wollte die alten Menschen sich selbst überlassen.

– Wir sind mit allen Rentnern in ständigem Kontakt. Wer einfach nur reden will, ruft an. Aber eine Frage kam sofort auf: Was passiert mit denen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht zum Einkaufen oder zur Apotheke können? Es gibt auch solche, die alleine zurückgeblieben sind. Zu solchen Menschen versuchen wir zu gehen, – erzählt Svetlana. Die 91-jährige Lydia Bechler leidet altersbedingt an einer ganzen Reihe von Erkrankungen, deshalb erweist sich die Unterstützung der deutschen Gesellschaft als überaus hilfreich. Die Rentnerin heißt die Sozialarbeiter wie Verwandte willkommen.

– Was machen wir? Alles, was nötig ist: wir räumen auf, waschen, kochen. Denen, die selbst dazu in der Lage sind (und das sind die meisten), bringen wir Medizin und Lebensmittel, – teilen die Mitarbeiter der Gesellschaft der Deutschen mit.
Pawel Gelt ist 71 Jahre alt. Der Großvater kann sich nur schwer bewegen, er hat zwei Schlaganfälle mit Begleiterkrankungen hinter sich. Die Kinder und Enkelkinder von Pawel Jakowlewitsch sind heute in Russland, seine einzige Hoffnung sind die Mitarbeiter der Gesellschaft „Heimat“.

– Alle unsere Rentner sind gutgelaunt, niemand verfällt in Depressionen. Den Großvätern gelingt es immer noch, zu Scherzen und Komplimente zu machen, – gesteht Irina Kajl mit einem Lächeln.
Irina war früher Schulköchin und ist heute Hilfskraft in den Sozialprojekten der Gesellschaft. Die Frau, die in einem Dorf aufgewachsen ist, findet mit Leichtigkeit eine gemeinsame Sprache mit den älteren Menschen. Und so fühlen sich die Alten zu einer Seelenverwandten hingezogen. So nennt auch der 79-jährige ab und an Andrej Becher Irina seine Tochter. Und das ist schön. Am Ostertag brachte Irina ihrem sogenannten Vater einen Osterkuchen und bunte Eier.

– Wir haben uns beglückwünscht, Tee getrunken, in Erinnerungen geschwelgt und geredet. Alles war so, wie es sein sollte. Wissen Sie, Quarantäne und Pandemie sind nicht mehr so schlimm, wenn man positive Gedanken hat! – betont Andrej Becher.

Initiativen in Aktau

Sozialhilfe – das ist nicht nur Lebensmitte und Medikamente, das sind auch freundliche Worte. Es ist gerade diese Unterstützung, die die sozial verwundbaren Menschengruppen jetzt benötigen. An positiven Gedanken und Humor mangelt es der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Aktau auf jeden Fall nicht. Noch vor der Quarantäne wurde für ihre Mitglieder ein spezieller Chat in einem populären sozialen Netzwerk erstellt. Jetzt langweilen sich die Rentner nicht mehr, sie diskutieren Rezepte, verschiedene Sportübungen für Zuhause, viele teilen sogar ihre deutschen Sprachkenntnisse.

– Es ist schön, dass sich alle gegenseitig aufmuntern und unterstützen. Wie eine große und freundschaftliche Familie. Sie sind bereits viele Jahre alt, haben viel im Leben mitgemacht, deshalb erleben sie die Quarantäne ohne Panik, – erzählte Luisa Eskerhanowa, die Projektmanagerin der Gesellschaft „Wiedergeburt“ Aktau.
So kam es, dass der ehemalige Militärangehörige Bogdan Schulz alleine zurückblieb. In der Wohnung des 82-jährigen ist es immer sauber und gemütlich. Die Abhärtung durch die Armee hilft auch, mit der Einsamkeit umzugehen. Und dann besucht ihn auch die Vorsitzende der Gesellschaft der Deutschen Margarita Klee mit ihren Mitarbeitern. Neulich brachten sie dem alten Mann Lebensmittel und Medizin.

– Ostern ist ein strahlender Feiertag, den wir zusammen mit Bogdan Dawidowitsch gefeiert haben. Wir haben allen unseren Mitgliedern der Gesellschaft am Telefon gratuliert und uns gegenseitig Gesundheit und ein baldiges Ende der Quarantäne gewünscht, sagt Luisa.

Die „unsichtbare Front“ von Aktöbe

Von außen scheint es so, als wären die Aktivitäten der Gesellschaft der Deutschen Aktöbe zurückgegangen – das Büro ist wegen der Quarantäne geschlossen. Bereits seit einigen Wochen arbeiten die Mitarbeiter aber von Zuhause aus.
– Wir sind die Kämpfer an der „unsichtbaren Front“, – scherzt Elena Schinkarenko, die Koordinatorin der Sozialarbeit.

Das produktive erste Quartal sollte reibungslos übergehen in ein ebenso produktives zweites, aber der Ausnahmezustand hat diese Kette auseinandergebrochen.
Unter der Fürsorge blieben im zweiten Quartal drei einsame Rentner, die Hilfe bei der Beschaffung von Medikamenten und Lebensmitteln benötigen. Irina Kosiwzewa, Hilfskraft in der Sozialarbeit, hält die Hand immer am Puls der Zeit und erkundigt sich praktisch jeden Tag nach deren Wohlergehen.

Aufgrund ihrer schlechten Gesundheit kann die 86-jährige Anna Gorina das Haus nicht verlassen. Ira liefert nicht nur Lebensmittel und Medikamente, sondern erzählt der Großmutter auch die neuesten Nachrichten und liest aus der Zeitung vor.

Im vergangenen Jahr stürzte die 74-jährige Tamara Penner unglücklich, eine Hüftfraktur erlubt ihr seitdem nicht mal mehr, sich im Haus frei herumzubewegen. Die Kinder und Enkelkinder der Rentnerin leben in Deutschland, eine Krankenpflegerin kümmert dich um Tamara Petrowna. Die Hilfe der Deutschen Gesellschaft kam zur rechten Zeit.

– Die Arbeit ist in vollem Gange: wir haben jetzt in einem Messenger einen Chat eingerichtet, in den sowohl Mitglieder der Gesellschaft sowohl aus der Stadt, als auch vom Land aufgenommen wurden. Das sind solche Personen, die uns wegen der gesperrten Straßen aufgrund der Quarantäne keine Dokumente zukommen lassen können. Glücklicherweise haben viele Internet. Jetzt kann man uns die Dokumente zur Kompensierung der Medikamentenbeschaffung sowie Anträge auf Nahrungsmittelhilfe, welche es bis zum Ende des Sommers geben wird, schicken, – erläutert Elena Schinkarenko.

Die „Wiedergeburt“ hofft, dass die Quarantäne einen zusätzlichen Impuls zur Einführung moderner Kommunikationsmittel schafft und durch die sozialen Netzwerke die Aktivitäten der Deutschen in der Region zunehmen wird.

Vorbereitet von Konstantin Sergeew

Übersetzung: Philipp Dippl

Die Einheit ist unsere größte Kostbarkeit und unser größtes Gemeingut

Liebe Landsleute!

Im Namen der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ gratuliere ich Ihnen zum 1. Mai – dem Tag der Einheit des Volkes Kasachstans! Diesen Feiertag begehen wir in einer schwierigen Situation – einer auf der ganzen Welt um sich greifenden Pandemie, der Einführung des Ausnahmezustandes sowie der Quarantäne in einer Reihe von Städten unserer Republik. Aber gerade jetzt, in diesen schwierigen Zeiten, ist es mehr denn je zu spüren, wie wichtig die Einheit unseres Volkes ist!

Die Belastungsproben, mit denen wir, die gesamte Weltgemeinschaft und jeder Einzelne heute konfrontiert sind, verblassen im Vergleich zu denen, die wir in den Jahren unserer Unabhängigkeit durchlebt haben – die schwere Wirtschaftskrise der 90er Jahre, als der Staat nicht die Mittel hatte, seine Bürger zu unterstützen. Und natürlich ist die heutige Situation unvergleichbar mit dem, was in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges und in der Nachkriegszeit beim Wiederaufbau unserer Republik auf den Schultern unserer Vorfahren lastete. Aber gerade in diesen Zeiten wurde die Einheit unseres Volkes geschaffen, die dazu beitrug, alle Wendungen des Schicksals standzuhalten und gebührend zu überwinden. Zweifellos wird sie uns auch diesmal helfen…

Im Vorfeld des Feiertags mochte ich noch einmal alle zur Einheit aufrufen – sie ist unsere größte Kostbarkeit und unser größtes Gemeingut. Es ist gerade diese weise Politik – die Politik der Freundschaft und des gegenseitigen Vertrauens – die der Elbasy, Erster Präsident Nursultan Abischewitsch Nasarbajew, in all den Jahren des Bestehens des unabhängigen Kasachstans verfolgte. Und jetzt, in diesem für das Land schwierigen und kritischen Moment, appelliert er an uns, uns nicht den Schwierigkeiten zu beugen und unsere Einheit und unsere Eintracht zu bewahren…

Liebe Landsleute!
Im Namen der Selbstorganisation der Deutschen Kasachstans wünsche ich Ihnen das Beste, Gesundheit und Wohlergehen! Heute ist es wichtiger denn je, unsere Anstrengungen zu bündeln und unsere Selbstbeherrschung zu offenbaren!

Wir stehen zusammen! Biz birgemiz!
Albert Rau, Abgeordneter der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan,
Vorsitzender des Kuratoriums der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“

Übersetzung: Philipp Dippl

Die deutsche Ethnie: Wachstumsschritte

In den letzten zwei Jahren durchlebte die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ nicht wenige Ereignisse, die einer offiziellen Einschätzung bedürfen. Unser Korrespondent Walerij Schewalje bat den Exekutivdirektor der Stiftung Dmitrij Redler, diese zu kommentieren und Fragen zu beantworten.

Auf der gesamtnationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans im Jahr 2017 ergaben sich gravierende Veränderungen in unserer gesellschaftlichen Organisation – im Namen, in der Leitung und im strukturellen Aufbau. Reflektiert der Austausch des Äußeren und des Status einen realen Wandel im Leben der Selbstorganisation?

– Zweifellos. Diese Veränderungen reiften mehr als ein Jahr heran und nahmen zum dreißigjährigen Jubiläum der Gründung von „Wiedergeburt“ konkrete Formen an. Sie spiegeln die aktuellen Herausforderungen wider, vor der die Selbstorganisation der Deutschen Kasachstan steht. In der vergangenen Zeit hat das Exekutivbüro den Schwerpunkt auf die Steigerung der Effektivität der Verwendung von Fremdmitteln gelegt. Es erfolgte ein kontinuierlicher Optimierungsprozess der Aktivitäten, welcher es ermöglichte, die Verfahren und Regeln der Hauptprojekte des Programms zur Unterstützung der Deutschen zu regeln. Es wurde ein neuer Ansatz bei der Verteilung der Mittel unter den Regionalgesellschaften eingeführt, der es ermöglichte, die Aktivität in den Projektaktivitäten zu stimulieren und sie auf bestimmte Ziele auszurichten. Es gelang, den Papierdokumentenverkehr zu halbieren. Die Arbeitsabläufe der Kontrolle der Projektumsetzungen wurde verbessert, was es insgesamt ermöglicht, die Effektivität der Aktivitäten zu erhöhen.

Und, was besonders wichtig ist, es gelang uns, mit der Arbeit des Front-Office in der Hauptstadt zu starten. Dessen Eröffnung konnte nur dank der angezogenen Mittel stattfinden.

Trotzdem vergessen wir das Wichtigste nicht. Heute zählt die deutsche Ethnie Kasachstans rund 180.000 Menschen. Manche gehen immer noch, aber der Großteil bleibt und wird sich wohl kaum jemals mehr auf den „Rückweg“ begeben: die Gründe dafür sind in jeder Familie unterschiedlich und und das Recht, sich zu entscheiden, bleibt jedem selbst überlassen. Davon ausgehend sollten wir unsere Bemühungen darauf ausrichten, die Lebensqualität für diejenigen zu verbessern, die bleiben. Dabei liegt die Priorität unserer Arbeit auf der effektiven Verwendung der Mittel, der Transparenz und der Demokratie unserer Aktivitäten, sowie der Gerechtigkeit unserer Entscheidungen: ob im Kuratorium, im Exekutivbüro, bei den Lehrkräften oder den Aktivisten in den Regionalgesellschaften. Alle Entscheidungen des Kuratoriums kann man in der entsprechenden Rubrik der Internetseite nachlesen.

Welche Werkzeuge stehen der Stiftung hierfür zu Verfügung?

 – Zuerst haben wir das Exekutivbüro mit profilierten Spezialisten verstärkt. Der größte Teil von ihnen beherrscht Deutsch und vertiefen ihre Sprachkenntnisse in dieser grundlegenden Frage. Es wurde dank der hohen Standards unserer Mitarbeiter ein wichtiger Schritt getan – der Beginn des Digitalisierungsprozesses. Dies hat nicht nur die Kommunikation mit den Regionen beschleunigt, sondern ermöglichte auch die Kontrolle der Umsetzung von Entscheidungen und Empfehlungen auf einem qualitativ hochwertigeren Niveau. Wie unsere Kuratoren aus Deutschland festgestellt haben, befindet sich insbesondere unsere Stiftung auf einer führenden Position im Bereich des Einsatzes moderner Informationstechnologien.

Der Stiftung steht eine vollständig ausgestaltete Media-Holding zur Verfügung. Inwiefern bewältigt sie die ihnen gestellten Aufgaben?

 – Ja, heute nutzen wir zur Verbreitung unserer Aktivitäten die Deutsche Allgemeine Zeitung (in gedruckter und elektronischer Form), eine recht gut entwickelte Plattform, ein Radiosender und ein YouTube-Kanal befindet sich im Aufbau. Die Arbeit an einem virtuellen Museum hat begonnen. Wie Sie sehen, deckt sich dies alles mit den Plänen und der täglichen Arbeit der Digitalisierung unserer Aktivitäten. Natürlich erwarten wir von unseren eigenen Medien eine noch lebendigere und effektivere Arbeit. Der Perfektion sind besonders in den kreativen Tätigkeiten keine Grenzen gesetzt. Es könnte noch einige Prozente mehr Wachstum geben. Aber wir bewerten jegliche Bewegung nach vorne optimistisch, weil hinter jeder noch so bescheidenen Kennziffer einer positiven Dynamik unsere Leute stehen.

Wir können unmöglich das Thema der Rückkehr der deutschen Sprache in die allgemeinbildenden Schulen des Landes umgehen!

– Dies ist ein historischer Erfolg unserer Selbstorganisation! Und zuallererst ein riesiger Verdienst unseres Vorsitzenden des Kuratoriums Albert Rau. Wir erwarten mit Aufregung den Beginn des neuen Schuljahres – es ist sehr schwierig, im Moment die Anzahl der jungen Schüler zu zählen, welche Deutsch lernen werden. Und obwohl mir diesbezüglich positive Beispiele bekannt sind, kann man sich vorstellen, wie viele Streitigkeiten und Diskussionen es in den Familien gab und bis zum letzten Moment geben wird. Und nicht nur in den deutschen Familien: wir laden die Repräsentanten aller Ethnien des Landes in die deutschen Klassen ein.

Die Rückkehr der deutschen Sprache in die Schule ist die Lösung für ein riesiges Problem gesamtnationaler Bedeutung, wie ich sagen würde. Die Früchte dieses Ereignisses werden wir im Gesamtergebnis in rund 10-15 Jahren sehen. Das macht uns keine Angst, denn wir bleiben hier und hoffen sehr, gute Resultate dieser Arbeit zu sehen. Ich würde mir sehr wünschen, dass in diesem Prozess die Menschen nicht nur die Erfüllung der Launen irgendeiner Familie über die Zukunft ihres Kindes sehen. Dies ist eine gesamtnationale Aufgabe.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan sind auf einem soliden Fundament aufgebaut. Dutzende deutsche Unternehmen bringen ihre Produktion und ihr Geschäft in unser Land. Eines der größten Probleme sind die örtlichen Arbeitnehmer, für die es erforderlich ist, Deutsch zu sprechen, wenn auch auf Grundstufe. Und besser wäre es, auf einer soliden. Zum Beispiel herrscht eine spürbare Nachfrage nach Buchhaltern mit guten Deutschkenntnissen. Und dies bringt eine verdiente Bezahlung und einen entsprechende Grad an Lebensqualität.

Und die Bewegung dort hin beginnt jetzt, am 1. September, in den Gruppen und Klassen der jungen Schüler, welche beginnen, Deutsch zu lernen. Des weiteren das Studium an deutschen und österreichischen Hochschulen in der gewählten Fachrichtung und die Arbeit mit ausgezeichneten, gesamteuropäischen Diplomen und einer hohen Bezahlung in der Heimat, in Kasachstan. Dies ist keine Utopie: Die Zeit vergeht im Flug, und genauso schnell werden unsere Kinder erwachsen. Wir müssen alles dafür tun, um uns auf diesem Wege nicht selbst auszubremsen, um nicht in der Routine zu ertrinken. Natürlich hoffen wir hier sehr auf die Aufklärungsarbeit der Regionalgesellschaften. Wir müssen in die Schulen, in die Kindergärten und zu den Familien gehen und ihnen die Perspektiven dieser großen Aufgabe erklären.

– In diesem Jahr wurde der GS „Wiedergeburt“ der Status des Fördermittelgebers verliehen. Was bedeutet dies?

– Dies bedeutet, dass wir ein Problem lösen konnten, welches viele Jahre lang nicht gelöst wurde. Die Stiftung wurde zum Fördermittelgeber, und da die Aktivitäten der Organisation einen gemeinnützigen Charakter besitzen, sollte auch die steuerliche Behandlung eine besondere sein. Wir haben die Freigabe zusätzlicher Mittel erreicht, mit denen wir neue und bestehende Projekte finanzieren und unsere Reichweite erhöhen können. Zusammen mit diesem Ereignis erfolgte auch der Übergang zur Zusammenarbeit mit der neuenVermittlungsstruktur BW-i, was von der Selbstorganisation eine Intensivierung der Arbeit in der Planung und Berichterstattung erfordert. Und, was auch noch sehr wichtig ist, bringt uns dieser Wechsel in eine Übergangsphase der Eigen- und Drittmittelfinanzierung unserer Projekte in Höhe von nicht weniger als zehn Prozent.

– Wie realistisch ist es momentan, von Eigen- und Drittmittelfinanzierung zu sprechen, welche unabhängige Einnahmen ermöglicht?

 – Es ist realistisch. Heute gibt es eine Eigen- und Drittmittelfinanzierung, aber diese lässt sich nicht leicht ausdrücken, man kann sie nur schwer auf dem Papier vorzeigen, da wir oft über unentgeltliche Dienstleistungen sprechen. Die Regionen unterscheiden sich stark im Grad der Förderung durch deutsche Unternehmer. Die verbindlichen Voraussetzungen der Eigen- und Drittmittelfinanzierung motivieren uns, intensiver mit den Unternehmern zusammenzuarbeiten. Wie bekannt ist, liebt die Wirtschaft es nicht, Mittel zu geben, ohne das Ziel und die Resultate zu kennen. Zum Beispiel haben unsere Unternehmer die Deutsche Allgemeine Zeitung bei der Bildung einer gesetzlichen Stiftung unterstützt. Jetzt findet eine Sammlung von Mitteln zur Erarbeitung eines Projektvoranschlags zur Renovierung des Deutschen Theaters statt, und die beläuft sich bereits auf 9 Millionen Tenge! Gleichzeitig müssen wir zugeben, dass wir nicht ausreichend mit internationalen Stiftungen oder Zentren zur Unterstützung von Bürgerinitiativen zusammenarbeiten. Wir müssen lernen, in die Richtung des Fundraising und der staatlichen sozialen Förderprogramme zu arbeiten.

– Es wurde die Entscheidung zum Aufbau eines deutschen Zentrums in Nur-Sultan getroffen. Und was passiert mit dem Deutschen Haus in Almaty?

 – Das Deutsche Haus in Almaty ist das Symbol der deutschen Bewegung in Kasachstan, und das wird es auch bleiben. Das Kulturzentrum, die Redaktion der DAZ, die Bibliothek, alles das wird zur Erfüllung aller Aufgaben zur Erhaltung der deutschen Ethnie in unserem Land beitragen. Gleichzeitig wird das Deutsch-Kasachische Zentrum in der Hauptstadt ein Anziehungspunkt für die Deutschen des Landes, ein Schnittpunkt zwischen der deutschen und der kasachischen Kultur werden. Und nicht nur das. Wir bereiten momentan ein Programm vor, um beginnenden und gegenwärtigen Geschäftsleuten zu helfen. Was bedeutet dies? Wir sind bereit, uns eine Idee anzuhören, ihre Realisierbarkeit zu berechnen, bei der Aufstellung eines Businessplans zu helfen und gegebenenfalls bei der Suche nach Investoren zu helfen. Im neuen Gebäude unseres Deutsch-Kasachischen Zentrums werden diverse neue Projekte in Angriff genommen, von denen wir auf jeden Fall bei den nächsten Treffen berichten werden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in weniger als zwei Jahren die Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung aller Selbstorganisationen der Stiftung sowie der Regionalgesellschaften geschaffen wurden. Wir haben alle Möglichkeiten zur Verbesserung unserer Projektaktivitäten, zur Gewinnung zusätzlicher Mittel, zur Miteinbeziehung von Unternehmern in die ethnokulturelle Arbeit, zur Wiederbelebung der deutschen Sprache, zur Miteinbeziehung eines großen Teiles der Jugend in die Selbstorganisation und, was das allerwichtigste ist, zur Vergrößerung der Reichweite. Ja, wir können gewiss sagen, dass viele „Wiedergeburt“ kennen. Aber wie viele Menschen haben noch nie von uns gehört? Es sind so viele mehr. Ich glaube, dass wir, wenn nicht jeden, zumindest jeden dritten erreichen sollten! Wir sollten das Symbol unserer Ethnie sein! Eine Säule für die Deutschen Kasachstans und eine Stärkung unserer Funktion als Brücke zwischen unserer Heimat und Deutschland!

Interview: Walerij Schewalje

Übersetzung: Philipp Dippl

Pflege und Betreuung müssen professionell sein

Vom 22. bis zum 27. Juli fand in der Stadt Almaty im Deutschen Haus das Seminar „Fortbildungskurs Organisation der Alten- und Behindertenpflege“ im Rahmen des Projektes „Partnerschaft mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland“ statt.

Das Seminar war die Fortsetzung des Trainingskurses zur Altenpflege unter Verwendung von in Deutschland entwickelten Methoden und Standards. Die erste Gruppe aus 5 Kursteilnehmern hat im letzten Jahr die Stadt Kaiserslautern (BRD) besucht, wo die Teilnehmer ein Praktikum absolvierten und die Arbeit von Spezialinstituten kennenlernten. In diesem Jahr umfasste das Seminar 14 Mitarbeiter regionaler Gesellschaften Kasachstans, welche an dem Projekt „Pflege daheim“ als Assistenten der Sozialkoordinatoren und Pflegeassistenten teilnehmen. Sie arbeiten mit alleine lebenden schwerkranken alten Menschen und Behinderten, die Hilfe benötigen. Diese Arbeit erfordert große moralische und physische Stärke.

Von der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ wurde die qualifizierte Spezialistin und Leiterin der Organisation „Medivita GmbH Ambulanter Pflegedienst (BRD), unsere Landsfrau Elena Berner eingeladen.

Elena beantwortete die Fragen der Zuhörer danach, wie man richtig mit dem Patienten kommuniziert, wie man sanitäre und hygienische Maßnahmen kompetent durchführt und vieles weitere. Elena führte praktische Übungen zur Pflege von Patienten im Bett durch und demonstrierte Komplikationen im Übungsraum des Deutschen Hauses. Die erworbenen Fähigkeiten konnten die Teilnehmer dank einer speziellen Puppe und visueller Hilfsmittel festigen.

Darüber hinaus wurden für die Sozialarbeiter Vorlesungen zu den Grundlagen der kommunikativen Arbeit mit älteren Menschen gehalten. Das Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Irina Wakengut erzählte über den Einsatz spezieller psychologischer Techniken in der Kommunikation mit Patienten sowie über Besonderheiten der Ernährung und Gesundheitsindikatoren älterer Menschen.

Gesondert hervorgehoben wurden die Besonderheiten der Teilnahme der Deutschen der Republik an staatlichen Programmen, der Erhalt staatlicher Sozialhilfe und Leistungen für Behinderte und Rentner.

Die Teilnehmer waren dankbar für die aktuellen und zeitgemäßen Informationen und für die Möglichkeit der praktischen Erarbeitung der Fertigkeiten für die Pflege, welche lebenslang wichtig für die Arbeit mit den einsamen Menschen deutscher Nationalität, die in Kasachstan leben, sein werden.

 

Elena Popowa, Koordinatorin der Sozial- und Gesundheitsprojekte der GS „Wiedergeburt“

Übersetzung: Philipp Dippl

Lehreraustausch

Im Juni startete das neue Gemeinschaftsprojekt der gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Lehreraustausch, an welchem die Deutschlehrer A. Krejmer (Stadt Uralsk), E. Fast (Stadt Esil), O. Beder (Stadt Semej), N. Kolotowa (Stadt Pawlodar) und A. Zhikeewa (Stadt Kokschetau) teilnahmen. Die Pädagogen bekamen nicht nur die Möglichkeit, in das Leben des Thomas-Mann-Gymnasiums einzutauchen und an einer Reihe nützlicher Geschäftstreffen teilzunehmen, sondern auch die Sehenswürdigkeiten Berlins zu bewundern.

Natalja Kolotowa: „Das Ziel des Projektes war es, an Unterrichtsstunden an einer deutschen Schule teilzunehmen. Wir waren so glücklich, als wir erfuhren, dass es ein bekanntes Gymnasium in Berlin mit seinen hochqualifizierten Pädagogen und talentierten und kreativen Schülern sein würde. Vor uns lag die Aufgabe, das Schulsystem Deutschlands, die Arbeitsformen und -methoden der deutschen Kollegen zu studieren und Erfahrungen auszutauschen. Für uns wurde der Unterrichtsbesuch in den Fächern Deutsch, Geografie, Geschichte und sogar Spanisch organisiert. Wir haben sogar an einem runden Tisch teilgenommen, in dessen Rahmen die Vor- und Nachteile, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des deutschen und des kasachischen Bildungssystems diskutiert wurden. Eine riesige pädagogische Erfahrung haben wir in einem Seminar gewonnen, welches auf Grundlage des Gymnasialsystems organisiert wurde und in dem uns neue, moderne Formen, Methoden und Verfahren für die Arbeit im Deutschunterricht gezeigt wurden. Neben der Teilnahme am Lernprozess haben wir einen Rundgang durch die Schule gemacht, es war sehr interessant zu sehen, wie sie von innen aussieht. Dort gibt es große, bequeme Lehrsäle mit einer Vielzahl von visuellen Hilfsmitteln und kreativ gestalteten Infotafeln, die echte Freude hervorrufen“.

Anastasija Krejmer: „Der Hauptinhalt unseres Programms war der Unterricht am Thomas-Mann-Gymnasium, das Kennenlernen des Bildungssystems von Deutschland, der inneren Struktur des Schulsystems, der Methodik der Themenlehre und der außerschulischen Arbeit. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und der ganzen Belegschaft des Thomas-Mann-Gymnasiums für die Zusammenarbeit, für die Bereitschaft, das Beste zu teilen und zu zeigen, für die qualitativ hochwertigen Unterrichtsstunden und für die Gastfreundschaft meinen Dank aussprechen. Nicht weniger wichtig waren für uns Deutschlehrer die Unterrichtseinheiten in Landeskunde. Unvergesslich waren für uns das Beisein in einer Parlamentssitzung und die Führung durch den Reichstag. Ein Traum ging für mich in Erfüllung: der Besuch in der Berliner Kunstgalerie, in der ich die Werke der großen Künstler betrachtete, von denen ich den Kindern in meinem Unterricht erzähle. Die Besichtigung der Architekturensembles der Stadt und der bedeutenden historischen und kulturellen Orte war zweifellos ein großer Beitrag zu unserem pädagogischen Verständnis. Sie werden zustimmen, ein Lehrer, der von dem Land der Sprache, die unterrichtet wird, durch die Bilder im Lehrbuch erzählt, ist eine Sache, aber ein Lehrer, der aus sich den inneren Rhythmus und die visuelle Ordnung der Hauptstadt herauslässt, das ist eine völlig andere Sache“.

Ajgul Zhikeewa: „Das Seminar war umfangreich, interessant und methodisch hilfreich. Wir hatten die Möglichkeit, Erfahrungen mit den Kollegen aus Deutschland in den Fragen der Einteilung der Arbeitszeit und den Voraussetzungen der Unterrichtsdurchführung, der Organisation der selbstständigen Arbeit der Schüler oder der Methodik des Deutschunterrichts auszutauschen. Klar strukturierte Informationen, Arbeitsblätter und die Möglichkeit zur Diskussion von Problemen machten die Veranstaltung maximal nützlich für jedermann.

Große Aufmerksamkeit wurde auf den landeskundlichen Aspekt und die Fragen der Beziehungen zwischen der deutschen Literatursprache und den Dialekten, den Problemen mit den Sprachnormen auf der Ebene der Hörempfindung in verschiedenen Regionen Deutschlands und in den deutschsprachigen Ländern gelegt. So kann man beispielsweise in Essen „Julei“ (Juli) und „Juno“ (Juni) hören, in Berlin „jetze“ (jetzt), und in Österreich „die Flaschen mit“ (nimm die Flasche mit!)“.

Elena Fast: „Wir hatten die großartige Möglichkeit, den Reichstag zu besuchen, in die Geschichte einzutauchen und einen verblüffenden Mix aus alten und neuen Technologien kennenzulernen. Das Herz des Reichstagsgebäudes ist der Plenarsaal, in dem der Bundestag arbeitet. Interessierte können bei dessen Sitzungen anwesend sein“.

Olga Beder: „Mich hat der Besuch Jobbörse „Vocatium“ überrascht. Es ist erstaunlich, mit welcher Aufmerksamkeit Firmen mit Weltruf auf ihre potentiellen Arbeitnehmer, Studenten und Schüler, zugehen.

Alle Lehrer sind sich einig, dass die Teilnahme an dem Projekt neue Nuancen in ihren Unterricht gebracht, die Erfahrung bereichert und den Horizont erweitert hat. Es wäre toll, einer Gruppe erfolgreicher Schüler von Gymnasien und Schulen Kasachstans die Möglichkeit zu geben, ein paar Tage als Schüler in einem deutschen Gymnasium zu verbringen. Wir hoffen daher, dass dieses Projekt erst der Anfang einer langen und fruchtbaren Zusammenarbeit ist.

Übersetzung: Philipp Dippl

Der soziale Bereich: Alle erreichen!

Die Arbeitsgruppe für soziale Fragestellungen besteht aus fünf Ärzten und einem Betreuer für soziale Dienste. Alle sind aus der Region. Das heißt, es sind Menschen, die an der vordersten Front des modernen sozialen und kulturellen Lebens arbeiten und dessen Probleme durch und durch kennen. Und das bedeutet, sie haben das Recht, unter gemeinschaftlichen Mühen einen Teil des historischen Dokumentes zur Entwicklung der deutschen Ethnie Kasachstans fachmännisch zu erarbeiten. Um es gleich zu sagen: der soziale Block des Programms zur Entwicklung ist der umfangreichste und komplizierteste, da er auf diese oder jene Weise mit vielen anderen Bereichen der bereits 30-jährigen Arbeit der Selbstorganisation zusammenhängt. Wie sieht das allgemeine Bild der sozialen Unterstützung verschiedener Gruppen der deutschen Ethnie aus? Und was soll in den nächsten fünf Jahren getan werden, damit die erheblichen Anstrengungen Früchte tragen und die Aufwendungen den Optimismus und den Glauben der Repräsentanten unserer Ethnie in die Zukunft vermehren?

Es gibt, trotz des langjährigen Exodus in die historische Heimat, immer noch viele Deutsche in Kasachstan – ungefähr 180.000 Menschen. Wie Umfragen zeigen, leben zwei Drittel von ihnen nicht schlechter, sondern besser als die Repräsentanten anderer Ethnien des Landes. Das übrige Drittel hat mit verschiedenen sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen, welche sich entweder selbstständig lösen oder mit der Hilfe staatlicher Unterstützungsprogramme, zum Beispiel „Енбек“ oder „Рухани жангыру“.

Ein Teil der Probleme wird von der Stiftung „Wiedergeburt“ aufgefangen: die Aufgaben werden auf Kosten von humanitärer Hilfe aus Deutschland, örtlicher Sponsoren oder eigener Einkünfte gelöst, den technischen Teil erfüllen die Regionalgesellschaften der Deutschen und Freiwillige. Die Rede ist in erster Linie von der Versorgung der verbliebenen Arbeitssoldaten, der Familien Verfolgter, Invaliden verschiedener Gruppen, kinderreicher und auseinandergebrochener Familien mit Lebensmitteln und Medikamenten, von der Organisation von Interessenszirkel verschiedener Altersgruppen, Kuraufenthalte für Veteranen der Arbeit und so weiter.

Unerwartet konnte man folgende Information auf der Konferenz hören: viele der Bedürftigen nehmen keinerlei Unterstützung in Anspruch, weder staatliche noch die der gesellschaftlichen Stiftung. Sie wissen überhaupt nichts über die Angebote, andere wollen ihre Bedürftigkeit nicht bekanntmachen, die dritte Gruppe hat einfach alles seinem Lauf gelassen. Dies ist in erster Linie bei den Aktivisten der Regionalgesellschaften fehlgeschlagen. Oft sind keine besonderen Anstrengungen und Kosten nötig: die Bevölkerung muss besser über die zusätzlichen Angebote zur Problemlösung informiert werden. „Sie müssen einfach bei der Hand genommen, zu den staatlichen Sozialversicherungsbehörden, und dann zu uns zur Abrechnung gebracht werden“, – erschallte es auf der Bühne der Konferenz. Hierzu wurde vorgeschlagen, die Listen der letzten Volkszählung zu verwenden, die sich in den Akimaten befinden.

In der letzten Zeit wurde ein neues Wort in den Sprachgebrauch der Mitarbeiter der Botschaften und Konsulate Deutschlands und Kasachstans aufgenommen – der Heimkehrer. Die Rede ist von den Spätaussiedlern, die aus welchen Gründen auch immer sich dazu entschieden haben, für längere Zeit oder sogar für immer wieder in unser Land zurückzukehren. Zum Beispiel wollen ältere Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland den Sommer mit ihren Enkeln auf der Datscha oder einfach so in Kasachstan verbringen. Hier treten unumgänglich Probleme mit den Visa auf. Oder: die Familie, die eine Zeit lang in Deutschland gelebt hat, und bereits die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hat, entscheidet sich dazu, zur dauerhaften Niederlassung nach Kasachstan zurückzukehren. Auch das passiert.

Und in letzter Zeit ist dies noch nicht mal so selten. Natürlich verliert der Heimkehrer nach der Annahme der kasachstanischen Staatsbürgerschaft die deutsche Rente von mehreren hundert Euro und empfängt nur noch unsere, minimale, nur etwas mehr als 50.000 Tenge. Es entsteht ein Konflikt zwischen den Gesetzen beider Länder, der Mensch empört sich, aber heute kann man nichts machen. Natürlich ist dies eine zwischen staatliche politische Aufgabe, die, wie immer in solchen Fällen, nur unser Führer Albert Rau lösen kann.

Angesichts des ausreichenden Informationsstandes unserer Leute über das Lebensniveau in Deutschland, ist im Programm zur Entwicklung der deutschen Ethnie die Hauptaufgabe in den nächsten fünf Jahren benannt – die Verbesserung der Bedingungen für die Deutschen Kasachstans. Ein Teil der Hebel wurde bereits angesprochen.

Nicht weniger relevant ist die Verringerung der Arbeitslosigkeit, die Anwerbung von Deutschen in das Kleinunternehmertum oder Unterstützung von Leistungsempfängern, die nicht in der Lage sind, ihre sozialen Probleme selbst zu lösen. Mit allen Kräften muss die Lage der deutschen Familien, die von der staatlichen sozialen Unterstützung und der unserer Stiftung abgeschnitten sind, aufgedeckt und analysiert werden. Hier müssen die Anstrengungen der Regionalgesellschaften neu bewertet werden. Leider haben einige von ihnen, die bereits seit vielen Jahren jährliche Zuschüsse erhalten, eine Erwartungshaltung eingenommen und ein kleines Vermögen angespart, mit dem sie von Jahr zu Jahr arbeiten.

Zur Wiederbelebung ihrer Arbeit wurde ein Vorschlag gemacht: neben der Ausbildung von Deutschlehrern die Aufnahme von Abiturienten und Studienanfängern in die Abteilungen der Sozialarbeiter zu organisieren. Sie verstärken den Personalbestand der Gesellschaften der Deutschen und bringen frische Problemlösungen ein. Kurse für Pflegespezialisten in der Alten- und Krankenpflege helfen ebenfalls. Zu Ereignissen in den Regionen werden Besuche von Ärzten, Dozenten oder Künstlern. Für die Funktionäre wird es eine Ehrensache sein, Pflegeaufenthalte in Deutschland für Kinder mit komplizierten Erkrankungen zu organisieren. Natürlich wäre es großartig, junge Menschen für die gemeinsame Arbeit zu gewinnen. Die älteren Landsleute können sich noch an die Muttersprache erinnern und beherrschen es noch, in ihr zu sprechen. In der Sprache, die nicht ein einziger Dozent an der Universität oder Lehrer an der Schule lehrt.

Die gemeinsamen Siege im Allgemeinen werden zu bedeutenden Tatsachen im Leben verschiedener Generationen. Und das ist manchmal stärker als rein soziale Siege. Schließlich erklang auf der Konferenz nicht zufällig: „Ohne die deutsche Jugend gibt es keine deutsche Sprache – und keine Perspektiven“. Lasst uns optimistisch sein und allem zum Trotz das Gegenteil tun: wenn es die Jugend gibt, gibt es auch die Muttersprache, und das bedeutet: dann gibt es auch uns – die Deutschen Kasachstans!

Walerij Schewalje

Übersetzung: Philipp Dippl 

Die gesellschaftliche Stiftung wird vollberechtigtes Mitglied der FUEN

In der Stadt Bratislawa (Slowakei) findet der 70te Jubiläumskongress von FUEN (Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten) statt. Die kasachstanische Gemeinschaft vertrat das Mitglied des Kuratoriums der gesellschaftlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“, der Direktor der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ Robert Gerlitz.

Heute, am 15. Juni 2019, hielt R. Gerlitz eine Präsentation über die gesellschaftliche Stiftung, welche von den Delegierten des Kongresses mit großem Interesse aufgenommen wurde. Im Anschluss an die Präsentation fand eine Abstimmung statt, bei der die gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ einstimmig in die Union aufgenommen wurde. Dieser bedeutende Schritt auf dem Gebiet der Zusammenarbeit mit europäischen Organisationen ist das naturgemäße Resultat der Arbeit der Leitung der Stiftung und der nationalen Politik Kasachstans zum Schutz und zur Unterstützung der Ethnien der Republik.

Der Präsident der FUEN Lorant Vincze gratulierte den Repräsentanten der Stiftung  herzlich zum Beitritt in die Reihen der Organisation und drückt die Hoffnung auf eine weitere Zusammenarbeit zum Wohle der Deutschen Kasachstans aus. Seinerseits dankte Robert Gerlitz den Delegierten für die geleistete Unterstützung und versicherte ihnen, dass die gesellschaftliche Stiftung sich aktiv an den Aktivitäten der FUEN beteiligen wird.

Die Materialien wurden von Veronika Lichobabina / DAZ vorbereitet.

Übersetzung: Philipp Dippl

Das Wachstum des Wohlstandes des Volkes ist der Faustpfand für Einheit und Stabilität

Die Teilnehmer der 18. Tagung der Volksversammlung Kasachstans „Das Wachstum des Wohlstandes des Volkes ist der Faustpfand für Einheit und Stabilität“, die in der Hauptstadt Nur-Sultan stattfand, prüften die Maßnahmen, die die Regierung ergreift, um soziale Unterstützung für die Bürger in schwierigen Lebenssituationen auszuüben. Es wurden auch Orden an die Aktivisten der ethnokulturellen Vereinigungen der Stadt überreicht.

Wie der stellvertretende Vorsitzende der AHK, der Leiter des Sekretariats Zh. K. Tujmebaew betonte, war das Thema der Sitzung „Das Wachstum des Wohlstandes des Volkes ist der Faustpfand für Einheit und Stabilität“ noch nie so aktuell wie heute.

– Wie Sie wissen, hat das Staatsoberhaupt Kasym-Zhomart Tokaew ein Dekret unterzeichnet, nach dem Familien, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, einmalig Kreditschulden in Banken der zweiten Ebene und Mikrofinanzierungsorganisationen abgeschrieben werden.

Diese beispiellosen Maßnahmen werden erheblich zur Lösung sozialer Probleme und zur Erreichung der Ziele beitragen, die in der Strategie des Elbasy bezeichnet wurden. Leider hat sich bei uns eine Situation entwickelt, in der die am stärksten sozial benachteiligten Bürger (Großfamilien, Familien mit behinderten Kindern, Familien, die den einzigen Ernährer verloren haben, Empfänger gezielter Sozialhilfe, Waisenkinder) aufgrund verschiedener Gründe in eine schwierige Situation geraten sind und nicht die eingegangenen Kreditverpflichtungen bedienen können. Dieses Problem betrifft die Lebensinteressen von circa 500.000 Menschen.

Der Moderator des Treffens, der Bürgermeister von Nur-Sultan, Vorsitzender der Volksversammlung der Stadt Altaj Kulginow berichtete den Teilnehmern von den Aktivitäten der Stadtversammlung und merkte an, dass heute 23 ethnokulturelle Vereinigungen in der Hauptstadt aktiv sind, darunter sind die aktivsten das Tschetschenisch-Inguschische Zentrum „Wajnach“, die Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“, das Tataro-Baschkirische Zentrum „Tan“, die Gesellschaft der Ukrainer „Obereg“, das Usbekische Kulturzentrum, die Almatyner Zweigstelle der ROO „Union der Kosaken aus dem Steppenkreis“.

Im Rahmen der 18. Sitzung wurden Ehrenurkunden und Dankesschreiben überreicht. Unter den Preisträgern ist die stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Natalja Berg und der Regisseur des deutschen Jugendtheaters Igor Liskow.

Auch der Beitrag des Klubs der deutschen Jugend „Diamant“ zur Entwicklung der Versammlung der Hauptstadt wurde hervorgehoben. Seine Aktivisten nehmen an sämtlichen Veranstaltung des Hauses der Freundschaft teil und sehen in diesen Ereignissen die große Möglichkeit zum Wachstum der Toleranz und des Geistes der Einheit.

Eva Sperling, aktives Mitglied des Klubs „Diamant“: „Die Teilnahme an den Veranstaltungen der Volksversammlung besitzt große Bedeutung in meinem Leben. Wir haben immer die Möglichkeit zur Kommunikation mit den Jungs und Mädels aus anderen ethnokulturellen Vereinigungen. Wir finden gemeinsame Gesprächsthemen und wir interessieren uns für die Arbeit der Klubs, die Veranstaltungen durchführen. Solche Ereignisse sind nicht selten Plattformen zur Diskussion und zur Debatte für Fragen zur Entwicklung der Volksversammlung Kasachstans, und sie tragen zur Stärkung der Freundschaft zwischen den ethnokulturellen Vereinigungen bei.

Anastasija Koroljewa

Übersetzung: Philipp Dippl

 

Tischlerwerkzeuge in der Kollektion des virtuellen Museums der Deutschen Kasachstans

Wenn man sich den Katalog der Exponate des virtuellen Museums der Deutschen Kasachstans anschaut, fallen einem zwei interessante Dinge auf. Erstens sind aus irgendeinem Grund die meisten der Arbeitswerkzeuge, die in der Kollektion präsentiert werden, Tischlerwerkzeuge (zu diesen kann man Zimmereiwerkzeuge hinzuzählen), zweitens tragen viele von ihnen in russischer Sprache deutsche Namen. Versuchen wir, herauszufinden, was dahintersteckt.

Die Herstellung von Objekten aus Holz ist Jahrtausende alt. Englische Handwerksmeister im 17. Jahrhundert haben Formen von grundlegenden Werkzeugen entwickelt, die, wie zum Beispiel der Hobel, bis heute existieren.

Auch die industrielle Herstellung von Tischlerwerkzeugen wurde in England geschaffen. Aber mit Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die Innovationen in den Technologien des Tischlerhandwerks, sowie in vielen anderen Branchen, aus Deutschland. Von hier kamen viele Arten und Bezeichnungen von Werkzeugen: Scherchebel, Falzgebel, Spuntubel, Gruntubel, Zenzubel… (üdies sind überigens alles verschiedene Arten von Hobel für verschiedene Verwendungszwecke).

Das scheinbar im Russischen vertraute Wort „stameska“ stammt eigentlich vom deutschen Stemmeisen ab. So kamen deutsche Fachausdrücke in die russische Sprache. Die modernen Tischlerwerkzeuge unterscheiden sich stark von den historischen Prototypen, aber die Liste ihrer Bezeichnungen wurde hunderte Male weitergereicht. Von einer solchen Auswahl für die Arbeit konnte ein Tischler in einem deutschen Dorf in der Vergangenheit noch nicht einmal träumen.

Das Tischlerhandwerk war auf dem Land immer sehr gefragt, weil es schwierig war, Güter aus Fabrikproduktion zu kaufen. Natürlich konnte jeder Hausherr die notwendigsten Gegenstände, wie ein Regal, einen Schemel oder sogar eine Kinderwiege selbst herstellen, aber kompliziertere Dinge benötigten professionelle Fähigkeiten. Ein guter Handwerksmeister sollte neben geeigneten Ausgangsmaterialien auch die passende Ausrüstung und das Werkzeug besitzen. „Gutes Werkzeug – halbe Arbeit“, – besagt ein deutsches Sprichwort. Es waren Werkzeuge zum Messen und zum Markieren nötig, zum Zuschneiden des Materials, zum Bohren und zum Schnitzen, zum Sägen, zum Hobeln, genauso wie andere Hilfsmittel (Hämmer, Flachzangen, Schraubendreher und so weiter). Und natürlich war auch eine Tischlerwerkbank nötig. Für Formteile benötigte man eine Drehbank. Auf diese Weise musste ein Tischler viele Werkzeuge besitzen, was dazu führte, dass diese Exponate in unserer Kollektion vorhanden sind. Auf den Abbildungen kann man erkennen, dass die Werkzeuge handwerklich gefertigt sind, gleichwohl ist ihr Wert und ihre Einzigartigkeit dadurch nur noch höher.

Dem Aussehen nach kann man verstehen, dass mit den Werkzeugen zu ihrer Zeit hart gearbeitet wurde und in den geschickten Händen des Handwerkermeisters den Menschen viel Nutzen brachten.

Ja, die Exponate haben ihren Platz in dem Museum verdient. Doch auch in jüngster Zeit ist das Tischlerwesen wieder überaus beliebt. In der Stadt Puschkino nahe Sankt Petersburg gibt es ein Museum für Tischlerwerkzeuge. In verschiedenen Städten Russlands finden Feste und Ausstellungen für das Tischlerwesen statt.

Schpuntbel (auch – der Federhobel, Nuthobel) ist eines der komplexesten Handwerkzeuge des Tischlerns, er wird zur Ausführung von rechtwinkligen Nuten benutzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Holz, Metall, Handarbeit, Tischlerarbeit. Werkzeug gehörte der Familie I. W. Berg. Museumsecke der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Stadt Astana und Gebiet Akmolinsk.

Hobel, Scherchebel (Tischhobel). Diese Abwandlung des Hobels mit abgerundeter Klinge war für die erste, grobe Bearbeitung des Holzes nach dem Hobeln von Brettern vorgesehen. 1950Er Jahre. Holz, Metall, Handarbeit, Tischlerarbeit. Werkzeug gehörte W. B. Folza, KGU „Museum für Geschichte und Kultur des oberen Wolgagebietes Lisakowsk“.

Tamara Wolkowa, Doktor der Geschichtswissenschaften

Übersetzung: Philipp Dippl

Der Besuch der deutschen Delegation in Nur-Sultan

Zu einem Arbeitsbesuch kam eine Regierungsdelegation der Bundesrepublik Deutschland mit dem Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius an der Spitze in die Hauptstadt Kasachstans, die Stadt Nur-Sultan. Die Vertreter der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ und der Gesellschaft der Deutschen der Stadt Astana und des Gebietes Akmolinsk mit dem Deputierten der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstans und dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung Albert Rau an der Spitze trafen mit den Gästen zusammen. Der Besuch findet im Vorfeld der 17. Konferenz der Deutsch-kasachstanischen zwischenstaatlichen Kommission für Fragen ethnischer Deutscher, die in der Republik Kasachstan leben, statt.

Die Abgeordneten besuchten die Sehenswürdigkeiten der jungen Hauptstadt und besuchten das neue Gebäude der Evangelisch-Lutherischen Kirche und das Haus der Freundschaft, in welchem ein Treffen mit den aktiven Mitgliedern der Gesellschaft stattfand. Im Rahmen des Besuches ist ebenfalls die Teilnahme der ehrenvollen Gäste am abschließenden Teil des Ersten Republikanischen Theaterfestivals der deutschen Jugendkollektive „Theater. Deutsch. Jugend“ geplant, welches im Rahmen des dreißigjährigen Jubiläums der deutschen Bewegung stattfindet. Dr. Fabritius seinerseits wird sich mit den künstlerischen Jugendlichen treffen.

Die Vorstellung des Lebens und der Aktivitäten der deutschen Ethnie der Republik wird mit dem Besuch des Museums- und Gedenkkomplexes der Opfer der politischen Repressionen und des Totalitarismus „Alzhir“ sowie mit einem Treffen mit kasachstanischen Geschäftsmännern in der Repräsentanz der Verwaltungsgesellschaft „Schanyrak“, dessen Generaldirektor der Kasachstandeutsche Aleksandr Lorenz ist, fortgeführt.

Mit dem Ziel der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland findet am 21. Mai 2019 im Palast des Friedens und der Eintracht ein Treffen von Dr. Fabritius mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Volksversammlung Kasachstans Zhanseit Tujmebaew statt. Bei dem Treffen mit den Deputierten der Mazhilis des Parlaments der RK werden Fragen der Zusammenarbeit auf staatlicher Ebene betrachtet.

Einzelheiten erfahren Sie in der nächsten Ausgabe der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“.

 Die Fotos hat Dmitrij Redler/ Gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ zur Verfügung gestellt.

Die Materialien wurden von Veronika Lichobabina/ DAZ vorbereitet.

Übersetzung: Philipp Dippl

Das virtuelle Museum der Deutschen Kasachstans: die deutschen Wandbilder „Spruch“

Die Wandbilder „Spruch“ sind die vermutlich geheimnisvollsten Exponate des virtuellen Museums der Deutschen Kasachstans. Um den Sinn der Texte auf diesen Wandbildern zu verstehen, reicht es nicht aus, Deutsch zu beherrschen, man muss die gotische Schrift lesen können, und das ist manchmal sehr schwierig!

Vielleicht ist es für viele völlig unverständlich, was ein Spruch eigentlich ist? Das Wort hat mehrere Bedeutungen, zum Beispiel nannte man in der mittelalterlichen deutschen Poesie rhythmische Zweizeiler Spruch. Für die Deutschen Kasachstans ist der Ausdruck „Spruch“ oder „Sprach“ (vom deutschen „Sprechen“) fest mit den bunten Wandtafeln mit kurzen religiösen oder philosophischen Aussprüchen zur Beziehung zwischen Gott und Mensch verbunden. „Wo wirst du die Ewigkeit verbringen?“ – fragt ein unbekannter Autor.

Im 21. Jahrhundert findet man die Sprüche in den deutschen Haushalten schon nicht mehr, aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren sie ein unverzichtbarer Teil der Einrichtung, insbesondere bei den protestantischen Deutschen. Die alleinige Autorität der Heiligen Schrift, das Streben danach, seine Grundprinzipien zu lernen und im eigenen Leben anzuwenden, inspirierte die Anhänger des Protestantismus dazu, die Sprüche selbst herzustellen.

Die Wandbilder erinnerten stets an Gott, an die religiöse Pflicht, an das gerechte Leben, sie haben eine besondere seelische Haltung erschaffen. Selbsttätige Künstler haben nicht nur Texte geschrieben, sondern haben die Sprüche mit Malereien verziert, meistens waren das Blumen oder Landschaften.

Die Wandbilder waren solchen wichtigen Ereignissen wie Hochzeiten gewidmet. In diesen Fällen wurden sie mit Darstellungen von Tauben geschmückt. Auf einem von ihnen kann man diesen Text lesen: „Sei treu bis zum Tod, und du wirst die Krone des Lebens erhalten“. Normalerweise wurde der „Spruch“ mit den Aussprüchen in einen rechteckigen Rahmen eingefügt, aber in der Gebietsgesellschaft des deutschen Zentrums „Wiedergeburt“ in Karaganda kann man auch Wandbilder in runder Form sehen.

Heute ist das deutsche Wandbild „Spruch“ ein wichtiger teil des geistigen Erbes der Deutschen Kasachstans. Die Wahl der Bibelsprüche war von der individuellen Glaubenspraxis abhängig, deshalb erlaubt es der Überblick über die verwendeten Texte und Zitate, die grundlegenden moralischen und wertmäßigen Bezugspunkte einer Generation zu erkennen, die die schweren Jahre der Deportation überstanden hat.

Julija Budanowa

Ubersetzung: Philipp Dippl

Die Gegenstände begannen zu erzählen. Die Traditionen deutscher Hochzeiten in Kasachstan

Im virtuellen Museum der Deutschen Kasachstans sind in einer gemeinsamen Kollektion Objekte deutscher Hochzeitsrituale aus Ost-, Nord- und Zentralkasachstan vereint. Die charakteristischen Gegenstände der deutschen Hochzeiten werden aus den Beständen dreier Museen präsentiert: dem Architektur- und ethnografischen musealen Landschafts- und Naturpark des Gebietes Ostkasachstan (Stadt Ust-Kamenogorsk), dem Museum der Geschichte des oberen Tobol (Stadt Lisagowsk) und dem Museum der Geschichte der Deutschen des Gebietes Karaganda (Gebietsgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“, Stadt Karaganda). Die Exponate betreffen die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Echte Bewunderung rufen heute die Hochzeitskränze der Museumskollektionen hervor. Aus Paraffinwachs oder transparentem Stoff, aus Papier und Draht wurden sie von Hand für jede Braut gefertigt. Eine Handwerksmeisterin aus Karaganda hat aus Fischschuppen und Silberfolie einen Kranz für die „silberne“ Hochzeit hergestellt, die im Gebiet Ostkasachstan stattfand. Aus goldener Folie wurde ein Kranz für eine „goldene“ Hochzeit gemacht, welche in den 1980er Jahren im Gebiet Kustanaj gefeiert wurde.

Der Bräutigam auf einer deutschen Hochzeit trug ebenfalls Schmuck, der im gleichen Stil wie der Brautkranz ausgeführt war. Dieser Schmuck stellte eine Blumenkomposition in Miniatur mit Bändern dar, die am linken Revers des Jacketts befestigt wurde. Es gab die Tradition, Brustschmuck auch für die Freunde zu verwenden, die den Bräutigam und die Braut während der Hochzeit begleiteten.

Der Hochzeitskranz und der Schmuck für den Bräutigam wurden nach der Hochzeit in einer hübsch gestalteten Schachtel oder einem Etui gelegt und viele Jahre lang aufgehoben.

Der Moment, wenn die Braut den Hochzeitskranz ablegte, war einer der Schlüsselmomente im deutschen Hochzeitsritus, das geschah um Mitternacht, begleitet von Liedern und Gebeten. Nach dem Abnehmen des Kranzes wurde der Braut ein Kopftuch angelegt, um ihren Eintritt in den neuen Status als Ehefrau und Mutter zu symbolisieren.

Es ist ein großes Glück, dass in den Museumsbeständen Brautkleider aus den 1950er und 1960er Jahren erhalten blieben. Viele derer, die wir im Verlauf der ethnografischen Expeditionen durch das Gebiet Kostanaj treffen konnten, haben sich erinnert, dass aus Mangel finanziellen Mitteln, insbesondere in den 1950er Jahren, dass Brautpaare am Hochzeitstag nicht speziell angefertigte Kleider getragen haben, sondern ganz einfach die beste Kleidung, die sie gerade hatten.

Die stürmischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts, die Politik und Ideologie des sowjetischen Staates, die schweren Jahre des Krieges und der Deportation, die ethnokulturellen Traditionen der benachbarten Völker haben zweifellos Einfluss auf die Familienrituale der kasachstanischen Deutschen ausgeübt.

Julija Budanowa, stellvertretende Direktorin der wissenschaftlichen Arbeit des Kultur- und Geschichtsmuseums des oberen Tobol in Lisakwosk

Ubersetzung: Philipp Dippl

Das virtuelle Museum der Deutschen der Republik Kasachstan

Zu einem Fixpunkt bei der Erstellung des virtuellen Museums der Deutschen Kasachstans wurde das Projekt „Ethnokulturelle Expedition zur Suche und Erfassung von Informationen, Erstellung eines Registers, Bildung und Systematisierung eines Kataloges deutscher Museumskollektionen/-Exponate in Kasachstan“. Ein derartiges Projekt findet zum ersten Mal in der Republik statt. Die Organisation führt die öffentliche Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ mit Unterstützung durch die Bundesregierung Deutschland durch.

In der der ersten Etappe wurde eine Arbeitsgruppe gebildet und wissenschaftliche Mitarbeiter herangezogen, Historiker, Heimatforscher und Museumskuratoren. Sie hatten die mühsame Arbeit, das Register der deutschen Kollektionen in den Museen der Republik zusammenzustellen.

Im Laufe des Jahres 2018 haben Spezialexpeditionen unter der Leitung von K. I. N. Julija Podoprigora die Suche und Zusammenstellung des Materials in den öffentlichen und staatlichen Museen des ganzen Landes durchgeführt. Sie besuchten 15 Orte in der Republik Kasachstan, unter denen sich Städte wie Pawlodar (Dörfer Uspenka, Rosowka), Semej (Kreis Beskaragajsk), Kostanaj, Lisakowsk, Ust-Kamenogorsk (Kreis Borodulichinsk, Dorf Schemonajch), Taraz und Almaty (Gebiet Almaty)  befanden. Von den Spezialisten wurden mehr als 2000 Fotografien von Objekten der materiellen und immateriellen Kultur der kasachstanischen Deutschen gemacht und ausgewertet.

Im darauffolgenden Stadium wurden alle Exponate erforscht, mit einer wissenschaftlichen Beschreibung versehen und systematisch katalogisiert. Man muss dazu bemerken, dass die Auswahl noch nicht abgeschlossen ist, der Staffellauf der kulturell-ethischen Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Almaty ist im deutschen Kulturzentrum des Gebietes Kostanaj angekommen.

Nun startete eine neue Etappe: die Präsentation der interessantesten Exponate der Museen in einem virtuellen Raum. Ein Teil der Kollektion wird den aufmerksamen Besuchern auf der Seite wiedergeburt.asia präsentiert; die restlichen Artefakte mit Beschreibung wurden auf die Accounts des Virtuellen Museums in den sozialen Netzwerken auf Facebook und Instagram gestellt. Hier wollten die Mitwirkenden des Projektes eine tiefere und mehr konkrete Präsentation der einmaligen Kollektion erreichen.

Mit diesem Ziel haben die Mitarbeiterinnen Julija Budanowa und Tamara Wolkowa eine Reihe von Artikeln vorbereitet. Sie bringen den Lesern nicht nur die einzelnen Exponate näher, sondern auch die Kultur, die Bräuche und die Traditionen der Deutschen Kasachstans. Es kann sein, dass man beim Betrachten einem unbekannte Objekte entdeckt, und plötzlich taucht wieder etwas aus den Tiefen der Erinnerung auf. Es ist erstaunlich, zu beobachten, wie manchmal alltägliche, vertraute Dinge für uns zu historischen Raritäten werden. Allerdings muss man in der Lage sein, die entschwindende Vergangenheit festzuhalten, aus welcher, wie man weiß, die Zukunft erwächst.

Ubersetzung: Philipp Dippl

Die Energie der Einheit – in einer gemeinsamen Sache

Im Palast des Friedens und der Eintracht in der Hauptstadt fand am 29. April die Konferenz der 17. Sitzungsperiode der Volksversammlung Kasachstans „Die Formel des Friedens und der Eintracht: Einheit und Modernisierung“ statt. An der Arbeit der Sitzung nahmen mehr als eineinhalb tausend Menschen teil, darunter Mitglieder der Volksversammlung Kasachstans, die Vorsitzenden der ethnokulturellen Vereinigungen, die Leiter der politischen Parteien und der Religionskonfessionen, sowie die Repräsentanten der wissenschaftlichen und künstlerischen Intelligenz.

Im Saal befanden sich Gäste aus Russland, der Türkei, Kirgistan und Deutschland. Unser Korrespondent Walerij Schewalje wandte sich mit der Bitte, seine ersten Eindrücke von der Arbeit der Sitzung der Volksversammlung Kasachstans mit uns zu teilen, an Albert Rau, den Vorsitzenden des Verwaltungsrates der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“.

Unser Elbasy, Nursultan Abischewitsch Nasarbajew, der die Sitzung eröffnete, betonte, dass er zum ersten Mal in einer neuen Funktion vor den Delegierten spricht. Wie bekannt ist, hat er vor kurzem den Posten des Präsidenten des Landes übergeben, wobei er die Leitung der führenden Partei „Nur Otan“, den Posten des Vorsitzenden des Sicherheitsrates des Landes sowie des Vorsitzenden der Volksversammlung behielt. Dies wurde getan, um die wichtigste Aufgabe des Landes zu lösen – eine sanfte Übergabe der höchsten Macht und den Erhalt des Friedens und der Sicherheit im Land.

Heute durchleben dutzende Länder und Regionen in der Welt innere Konflikte aufgrund nationaler Zwietracht. Dadurch, dass er die wichtigsten und empfindlichsten Fäden der Kontrolle des Landes in der Hand hält, ist der Elbasy zuversichtlich im Erreichen der höchsten Ziele.

Was die Rolle unserer Ethnie in der Entwicklung Kasachstans in allen Lebensspären betrifft, so wurde in der Ansprache Nursultan Nasarbajews die Aufgabe der effektiveren Nutzung der verwandtschaftlichen Verbindungen unserer Geschäftsmänner in der internationalen Zusammenarbeit klar benannt. In erster Linie betrifft dies die deutsche und die koreanische Ethnie. Darin liegt nichts widerrechtliches oder unethisches. Die öffentliche Bewegung „Wiedergeburt“ betreibt nämlich in den gesamten dreißig Jahren ihrer Arbeit in Kasachstan den Aufbau genau solcher Beziehungen. Der stellvertretende Vorsitzende  des Verwaltungsrates der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ Ewgenij Bolgert ist Mitglied des Kaders des kasachisch-deutschen Wirtschaftsrates und stellvertretender Vorsitzender der nationalen Kammer der Unternehmer der Republik Kasachstan, was ihn maximal an die Erfüllung der Aufgabe des Elbasy annähert.

Vor der eigentlichen Eröffnung der Sitzung der Volksversammlung Kasachstans haben wir, die Repräsentanten der deutschen Ethnie und unsere Landsleute aus Deutschland, ein entsprechendes Memorandum über die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ und der internationalen Organisation für Regionalentwicklung, dessen Vorsitzender Heinrich Zertik ist, unterschrieben.

Von deutscher Seite aus sind bedeutende Geschäftsmänner Mitglied der Stiftung, hauptsächlich Leute, die aus unserem Land weggingen. Wir können also sagen, dass wir zu den zehn aktuellsten Ereignisse gehören. Man muss ebenso anmerken, dass seit Juni des laufenden Jahres in der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ die Arbeit eines Spezialisten zum Aufbau dieser Beziehungen und zur Suche und Förderung gemeinsamer deutsch-kasachischer Projekte in der Wirtschaft, Kultur und anderen Ebenen des Lebens unserer Länder begonnen hat.

Ubersetzung: Philipp Dippl

BIZ: Wir arbeiten an einer Perspektive!

Im Deutschen Haus der Stadt Almaty fand die erweiterte Sitzung des Vorstandes des Institutes für ethnokulturelle Bildung (BiZ, Stadt Moskau) statt. Die Repräsentanten der Partnerländer erörterten Strategien zur Entwicklung des Institutes sowie neue Wege der Zusammenarbeit. Die Pläne für die Zukunft teilten der Direktor des BiZ Andrej Lejman und der Vorsitzende des Vorstandes Oleg Schtraler.

– Oleg Franzewitsch, Andrej Richardowitsch, bereits seit mehr als 25 Jahren läuft die Bildungs- und Forschungstätigkeit und werden Diplomanwärter vorbereitet. In diesen Jahren wurde viel erreicht. Wie geht es weiter?

 Lejman: Gerade heute haben wir davon geredet, dass das Institut die derzeitige Entwicklungsstufe durchlaufen hat und in eine neue eintritt. Wir haben den Weg überwunden vom Begegnungszentrum in Mamontovka, wo sich die Russlanddeutschen in ihrer Muttersprache miteinander unterhalten und ihre Kultur kennenlernen konnten, zur Durchführung thematischer Seminare und zur Vorbereitung von Animatoren in Moskau. Und im Jahr 2012, als die Arbeitskompetenzen des Informations- und Bildungszentrums von der Internationalen Union der deutschen Kultur übernommen wurden, wurde das Zentrum für ehtnokulturelle Bildung BiZ geschaffen. Auf diese Weise erreichte unsere Tätigkeit eine professionellere Ebene: neben der Animation haben wir begonnen, Programme zur Steigerung der Qualifikation und zusätzliche Bildungsmaßnahmen durchzuführen.

Heute wurde auf der Konferenz des internationalen Koordinationsrates das Programm zur Entwicklung des Institutes von 2020 bis 2025 diskutiert.Die Formierung einer Arbeitsgruppe wurde beschlossen, welche ein neues Programmdokument bis zum Ende des Jahres erarbeiten soll. Wie das neue BiZ aussehen wird? Die Zeit wird es zeigen.

Wir müssen die internationale Zusammenarbeit mit Hochschulen ausbauen, unter anderem mit Deutschland; das bedeutet die Partnerschaften im Rahmen des internationalen BiZ erhalten und ausbauen, seine Teilnehmerländer sind Kasachstan, Usbekistan, Russland, Kirgistan und die Ukraine; auch müssen die Programme, die für die national-kulturelle Autonomie erarbeitet wurden, auf einem höheren Niveau umgesetzt werden. Darunter fallen nicht nur die Russlanddeutschen, sondern auch die Vertreter anderer Ethnien, die im Bereich der Realisierung einer staatlichen nationalen Politik arbeiten.Schtraler: Die Tatsache, dass es heute das Institut für ethnokulturelle Bildung gibt, bringt viele Verpflichtungen mit sich: vorallem dafür, dass wir Fachleute auf ihrem Gebiet vorbereiten.

Eine unserer wichtigsten Ausrichtungen bleibt die Sprache. Wir haben das System der Animatoren erhalten und versuchen, es weiterzuentwickeln, und das nicht nur unter Erwachsenen, sondern unter jungen Schülern, genauso wie im Bereich der Vorschulbildung.

Wichtig bleibt die Ausrichtung, die mit der Entwicklung der Kultur und der Traditionen zusammenhängt, wir haben die Möglichkeiten der Zusammenarbeit des Institutes mit künstlerischen Vereinigungen untersucht. Die Entwicklung einer Selbstorganisation findet in verschiedene Richtungen statt: kreativ, geschäftlich, auf die Jugend ausgerichtet – das ist das, was unser Tätigkeitsfeld erweitert und es ermöglicht, eine größere Anzahl Deutscher mit verschiedenen Interessen zu erreichen. Und die Aufgaben, welche wir auf der Konferenz gelöst haben, liegen in unserem aktuellen Betätigungsfeld und bleiben als Perspektive bestehen.

– Fernunterricht deutsche Sprache. Wie entstand dieses Projekt? Was ist seine methodische Basis?

 L.: Das Projekt entstand aus dem Bedarf heraus. Noch vor einigen Jahren haben wir gesagt, dass nicht alle Menschen, die in den abgelegenen Ecken unseres Landes leben, in die Zentren kommen können, wo Deutschunterricht angeboten wird. Also wurden ein paar Gruppen gebildet, in welchen der Unterricht mittels Skype entstand. Und vor eineinhalb Jahren, als die Digitalisierung des reichen kulturellen Erbes zu einem der priorisierten Projekte des Institutes wurde, wurde die Idee des Online-Unterrichts vorgeschlagen.

Seitdem haben wir mit den Teams von zwei Hochschulen, der MGIMO und der MGLU, sowie der Hauptreferentin für Spracharbeit Natalja Kozlowa, verantwortlich für die ethnokulturelle Komponente, begonnen, das Lehrbuch „Hallo, Nachbarn! NEU“ mit zusätzlichen Grammatik- und Phonetikübungen anzureichern. Dank der Tatsache, dass „Hallo, Nachbarn! NEU“ schon lange existiert, ist der Online-Kurs leicht wiedererkennbar. Die Übungen sind aus dem Lehrbuch selbst entnommen, Material aus zusätzlichen Publikationen wurde eingebaut und zusätzlich wurde ein Phonetikkurs unter der Leitung von Poman Matweew hinzugefügt.

– Als Sie in Almaty waren, haben Sie an der Messe „Bildung und Karriere“ teilgenommen. Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit kasachstanischen Organisationen in diesem Bereich?

L.: Unser Stand auf der Messe hat sich hauptsächlich an Lehrer gerichtet. Wir haben Programme zur Weiterqualifizierung sowie den Kurs zur Fernlehre der deutschen Sprache vorgestellt. Wir haben gehofft, Lehrer zu gewinnen, weil wir genau durch sie unsere eigentliche Zielgruppe erreichen, die Jungs und Mädels für die Möglichkeit, Deutsch zu lernen, zu interessieren. Wir haben auch das Lehrbuch „Deutsch mit Schrumdi“ präsentiert, welches sich an Lehrkräfte für Vorschulbildung richtet. Wir hoffen, dass sich Lehrer dafür interessieren werden und sie es in ihre Programme mit einfließen lassen.

Sch.: Natürlich ließ die Messe vermuten, dass sich eher Bildungseinrichtungen präsentieren, in denen junge Leute sowohl die Grundausbildung als auch Zusatzausbildungen erhalten, trotzdem,wie ich schon gesagt hatte, arbeiten wir an einer Perspektive.

– Die Partnerschaft BiZ-Kasachstan. Wie bewerten Sie die Perspektiven der Zusammenarbeit mit der öffentlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“?

 Sch.: Die Zusammenarbeit mit Olga Schtejn läuft direkt in mehrere Richtungen, in den letzten Jahren ist sie gewachsen, genauso wie ihre Bedeutung gewachsen ist. Vor fünf Jahren haben wir ein Memorandum über die Zusammenarbeit unserer Selbstorganisationen unterzeichnet. Seitdem hat sich viel verändert und jetzt organisieren wir die Zusammenarbeit bereits in der neuen Struktur der Deutschen Kasachstans.

Die Konferenz des Vorstandes brachte die Möglichkeit, Kontakte herzustellen und Berührungs- und Entwicklungspunkte zu finden. Wir haben etwas, worin wir Erfahrungen austauschen können. Dies sind viele interessante Entscheidungen und für die kasachstanischen Deutschen kalkulierte Projekte,  welche durch die Strukturen des BiZ unter Miteinbeziehung der Spezialisten der öffentlichen Stiftung leben. Sie kommen oft zu uns und schauen, wie wir unsere Arbeit organisieren, wie wir mit  den vermittelnden Organisationen, dem Innenministerium Deutschlands, usw. interagieren…

Ihrerseits können die Spezialisten des BiZ, zum Beispiel Lena Mironowa, Praktika machen und die Erfahrungen an die Deutschen Kasachstans in Fragen der Entwicklung der Selbstorganisation und der Umsetzung von Projektaktivitäten weitergeben. Deshalb glaube ich, dass unsere Konferenz einen neuen Impuls der Zusammenarbeit gibt.

– In diesem Jahr sind es 30 Jahre seit der Gründung der Allunionsgesellschaft der sowjetischen Deutschen „Wiedergeburt“. Wie sehen Sie heute die Zukunft der Organisation der ethnischen Deutschen? Sind irgendwelche Veranstaltungen im Zusammenhang mit diesem Datum geplant?

Sch.: Eine wesentliche Veranstaltung, die wir in diesem Jahr planen, wird deine lehrpraktische Konferenz sein.Sie wird vom 20. bis zum 24. November in Jekaterinburg stattfinden. Wir haben diesen Ort vor allem deshalb ausgewählt, weil der Vorsitzende des Koordinationsrates zur Gründung der BOCH „Wiedergeburt“ der ehemals aus Nizhnij Tagil stammende Iwan Iwanowitsch Kronewald war. Zwischen 1965 und 1989 nahm er aktiv an einigen Delegationen nach Moskau teil, deren Ziel die Rehabilitation der sowjetischen Deutschen war.

Im Rahmen der Konferenz wird es nicht nur eine Diskussion über die Geschichte der Selbstorganisation geben, sondern auch die Neuauflage eines Geschichtslehrbuches. Es wurde vorgeschlagen, dessen Namen von „Geschichte der Deutschen Russlands“ in „Geschichte der russischen Deutschen“ zu ändern. Unsere Vorfahren stammten nämlich, unabhängig davon, in welchem Land wir heute leben, aus dem Russischen Imperium. Die Spezialisten beschäftigen sich mehr mit der Geschichte der Deutschen bis 1955, aber die Periode des Tauwetters unter Chruschtschjow und besonders die Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind sehr schlecht aufgearbeitet. Hier liegt noch ein großes Aktivitätsfeld nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Praktiker. Viele von ihnen sind auch heute noch aktiv handelnde Mitglieder unserer Organisation.

L.: Wiedergeburt ist in seinem Kern eine Renaissance, die Wiedergeburt dessen, was es eine Zeit lang nicht gab. Und unter modernen Bedingungen sind 30 Jahre sehr viel. Wir müssen mit der Zeit Schritt halten und in die Zukunft blicken, uns entwickeln, neue, zeitgenössische Formen entwickeln. Die heutige Welt ist eine hochtechnologisierte Welt, und sie verändert sich so dermaßen schnell, dass es notwendig ist, sich zuallererst auf die Jugend zu verlassen und neue digitale Formen und andere innovative Projekte zu entwickeln. Darin liegt wahrscheinlich die Entwicklung von „Wiedergeburt“.

Interview: Veronika Likhobabina

Übersetzung: Philipp Dippl

Kurse in der Hauptstadt Russlands

Die Weiterbildung der Mitarbeiter wird in den deutschen Gesellschaften schon lange praktiziert. Das Moskauer Institut für ethnokulturelle Bildung veranstaltet regelmäßig Modulkurse, in welchen die Teilnehmer innovative Arbeitsformen kennenlernen und in effektivem Management geschult werden. In diesem Jahr wurde auch das soziale Feld nicht ausgelassen.

Im Deutsch-Russischen Haus in Moskau fand das erste Modul des Weiterbildungskurses „Moderne Technologien der sozialen Arbeit mit Empfängern von Sozialleistungen in den öffentlichen Organisationen russischer Deutscher“, an welchem zwanzig Teilnehmer aus Russland, Usbekistan, und Kasachstan teilgenommen haben. Im Laufe von fünf Tagen haben die Kursteilnehmer die Projekte der Sozialzentren für russische Deutsche und die Möglichkeiten der Stiftung „Alter im Glück“, kennengelernt, welche zur Unterstützung älterer Menschen und Behinderter unter den rechtlichen Rahmengrundlagen für Sozialhilfe und den allgemeinen Charakteristiken des Prämiensystems für entsprechende Bürgerkategorien organisiert wird.

An einem der Tage trafen die Kursteilnehmer die Doktoren Bernhard Haberl und Doris Herbst-Schmitt. Sie teilten europäische Erfahrungen in der Sozialarbeit und erzählten über die Struktur und die Finanzierung der Pflege älterer Menschen in Deutschland, ebenso über die Möglichkeiten zur Erlangung des Berufes des Spezialisten für Altenpflege in der Bildungseinrichtung „Dr. Wiesent Schulen“. Doktor Wolfram Gebauer  aus der Schule „Seni Vita“ erzählte über die Berufsausbildung zum Krankenpfleger. Er merkte an, dass in Deutschland solche Berufe wie Spezialist in der Altenpflege oder Spezialist für Familienpflege in drei Lehrjahren direkt nach Beendigung der Mittelschule erlernen kann. Allerdings benötigt man für den Abschluss der dreijährigen Berufsausbildung zum Beruf Krankenpfleger oder Behindertenpfleger eine Arbeitserfahrung in dem Bereich von nicht weniger als zwei Jahren.

Besonders interessant und hilfreich war meiner Meinung nach der Block „Besonderheiten der immateriellen Motivation“. Hier hat der Trainer des Entwicklungszentrums „Pride“, Andrej Kopnin, erzählt und an Beispielen aufgezeigt, wie man effektive Methoden der immateriellen Motivation der Mitarbeiter in die Arbeit mit einfließen lässt. Überaus lebhaft verlief der praktische Teil des Trainings, während dem die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, ihr kreatives Potential in vollem Umfang umzusetzen.

Die Auswahl der Themen und Referenten verdient sicherlich besondere Komplimente – selbst bekanntes Material, welches unter einem anderen Licht präsentiert wurde, wurde anders wahr genommen. Alle Lehrkräfte verdienen Respekt, man spürt, dass sie echte Profis sind, die schon viel erreicht und viel zu teilen haben – nicht aus theoretischer, sondern aus praktischer Sicht.

Die größte Überraschung für mich war das Treffen des früheren Bewohners von Ust-Kamenogorsk und heutigen Direktor des Instituts für ethnokulturelle Bildung, der in seinen Schuljahren nicht selten seine Zeit in dem deutschen Kulturzentrum „Wiedergeburt“ Ostkasachstan verbrachte.

Ich möchte meine große Dankbarkeit den Organisatoren des Kurses ausdrücken für die Möglichkeit, praktische Kenntnisse zu erlangen, welche ich im Laufe der Umsetzung der Sozialprojekte unserer Gesellschaft anwenden kann.

Natalja Kazakowa

Übersetzung: Philipp Dippl

Zur Frage des Erhalts der deutschen Sprache

Der Verwaltungsrat der öffentlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ erörterte am 1. Februar 2019 die Frage über die Maßnahmen zur Rückkehr der deutschen Sprache in das Schulbildungssystem. Der Rat stellte fest, dass es spürbare Erfolge bei der Wiederaufnahme des deutschen Sprachunterrichts in den Mittelschulen gibt.

Am 4. September 2018 wurde der Erlass des Ministers für Bildung und Wissenschaft der Republik Kasachstans Nr. 144 „über die Feststellung staatlicher allgemeinverbindlicher Bildungsstandards entsprechender Bildungsstufen“ unterzeichnet. In Übereinstimmung mit dem Erlass erhielten Eltern von Schulkindern das Recht auf die Wahl der Fremdsprache, so wie dies bereits früher angewandt wurde. Die Formulierung „Englische Sprache“ wurde in „Fremdsprache“ umgeändert, was die Möglichkeit zum Erlernen der deutschen Sprache als erste Fremdsprache gleichberechtigt mit Englisch gewährleistet.

Bis heute sind Programme für die aktualisierte Lehre der deutschen Sprache für die 1-bis 4. Klasse ausgearbeitet und genehmigt, Programme für die Klassen 5 bis 12 werden entwickelt. Für die erfolgreiche Einführung der deutschen Sprache ins Schulprogramm zum 1. September 2019 wird in der nächsten Zeit ein Lehrbuch entsprechend der neuen Anforderungen herausgegeben. Mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Kasachstan wurde eine Vereinbarung über die Erhöhung der Anzahl von Zuschüssen erreicht, die vom Staat für die Ausbildung in der Fachrichtung „Lehrer der deutschen Sprache“ freigesetzt werden. An den Bildungsminister wurde ein Aufruf mit der Bitte gerichtet, Veränderungen in den einheitlichen Regeln zur Zulassung zu den Hochschuleinrichtungen der Republik Kasachstan vorzunehmen und Abiturienten zu erlauben, im laufenden akademischen Jahr sowohl Englisch als auch Deutsch als Fremdsprache zu wählen, was eine vollwertige Auswahl für die entsprechende Fachrichtung erlaubt und der Beginn der Wiederherstellung der Rechte der deutschen Sprache im Bildungssystem unserer Republik bedeuten kann. Aber es müssen noch viele Anstrengungen in den Regionen zur Verwirklichung dieser Ziele überwunden werden. Gruppen von Erstklässlern können ab einer Anzahl von sechs Schulkindern, die Deutsch lernen möchten, und natürlich bei vorhandenen Lehrkräften, gebildet werden.

Durch den Vorsitzenden des Verwaltungsrates und Deputierten der Maschilis des Parlaments der Republik Kasachstan, A. P. Rau, wurde an die Bürgermeister der Gebiete und Städte ein Appell mit dem Ersuchen zur Durchführung einer Überprüfung der Schulen über vorhandene Deutschlehrer gerichtet. Die Schuldirektoren sind dazu angehalten, die Eltern vor der Aufnahme der Kinder in die erste Klasse mit Informationen über die Möglichkeiten der Wahl von Deutsch als erste Fremdsprache sowie über die Erstellung von deutschen Sprachgruppen ab einer Anzahl von sechs Interessenten zu versorgen.

Albert Pawlowitsch sprach mit praktisch jedem stellvertretenden Akim der Region, der für die Bildung zuständig ist, über das Wesentliche der angenommenen Änderungen und die Notwendigkeit der jeweiligen Behörden, denen ihre Unterstützung anzubieten, die Deutsch lernen möchten. Die Rede ist nicht nur von Schülern mit deutscher Nationalität. Jedoch eröffnet die Beherrschung der deutschen Sprache viele neue Möglichkeiten für die Jugend.

Durch eine konsequente Zusammenarbeit der regionalen Gesellschaften , der Schuldirektoren und der Eltern werden alle notwendigen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Deutschunterrichts in den Schulen ab dem 1. September des laufenden Jahres getroffen.

Am 10. April hat sich die Koordinatorin der Spracharbeit der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ Swetlana Schubina in der Schulverwaltung des Gebietes Nordkasachstan mit Spezialisten getroffen,  die für die gegenwärtige Ausrichtung verantwortlich sind. Und bereits am 11. April fand auf Grundlage der KGU „Erstes Gymnasium“ der Stadt Petropawlowsk ein Treffen zwischen der den Repräsentanten der Verwaltung, den Schuldirektoren des Gebietes Nordkasachstan und den Lehrern statt. Die Teilnehmer erörterten die Perspektiven in der Entwicklung der deutschen Sprache in Kasachstan und entwarfen einen Plan für gemeinsame Handlungen. Das Akimat des Gebietes Nordkasachstan sendete eine offizielle Antwort über die Schulen ermittelt wurden, die im Schuljahr 2019 – 2010 Deutsch als erste Fremdsprache gewählt haben. Auf der vorliegenden Liste stehen fünf Schulen: das Korneewer Gymnasium im Gebiet Esil, das KGU Gymnasium „Best“, das erste Gymnasium, die Mittelschule Nr. 7 und die Mittelschule Nr. 10 in der Stadt Petropawlowsk.

Es ist wichtig, das große Interesse der Anwesenden anzusprechen. Das Potenzial der Wiederherstellung der deutschen Sprache vom Standpunkt des Lehrpersonals aus gesehen bleibt bestehen, und in die Schulen kann noch eine große Anzahl an Pädagogen zurückkehren. Die Leiter der regionalen öffentlichen Vereinigungen „Wiedergeburt“ müssen sich persönlich mit den Vertretern der zuständigen Bildungsbehörden treffen, die Situation erklären, Fragen beantworten, das bereits Erreichte kommentieren, gemeinsam Wege zur Entwicklung der deutschen Sprache aufzeigen und mit ihnen über die Motivation und die Vorurteile der Beherrschung der deutschen Sprache sprechen.

Die Wiederherstellung des Status der deutschen Sprache in Kasachstan hängt heute von den gemeinsamen Anstrengungen des Staates und der Gesellschaft ab, und diese beiden Seiten müssen in ihren Bestrebungen geeint sein!

Swetlana Schubina

Übersetzung: Philipp Dippl

Realisierung des Programms zur Unterstützung der deutschen Ethnie im Gebiet Nordkasachstan

Am 1. Februar des laufenden Jahres hat der Verwaltungsrat der öffentlichen Stiftung „kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ eine überaus wichtige Frage erörtert – Die Finanzierung der Projektaktivitäten der OO „SKONKZ „Wiedergeburt“ (Stadt Petropawlowsk) im Rahmen der Erfüllung des Förderungsvertrages. Im Jahr 2018 wurde die Finanzierung zwei Mal ausgesetzt aufgrund von Versäumnissen der Rechenschaftsberichte zum festgesetzten Termin. In diesem Zusammenhang stieß die Stiftung auf das Problem, die Deutschen der Region nicht ohne die ihnen zustehende Hilfe alleine zu lassen.

Mitte Januar des diesen Jahres fand eine Reise der Mitarbeiter der Stiftung und der Mitglieder des Verwaltungsrates nach Petropawlowsk statt, in dessen Verlauf die Gründe für die instabile Arbeit der Gesellschaft im Programm zur Unterstützung identifiziert wurden. Der Leitung der Gesellschaft wurde die Notwendigkeit von Ordnung in der Schriftführung angeführt, vor allem in der Finanzberichterstattung und in der Umsetzung der Empfehlungen, die als Resultat des Monitoring und zur zukünftigen Vermeidung des Scheiterns der Berichterstattung ausgegeben wurden.

Als Ergebnis der Diskussion wurde eine Entscheidung getroffen: ausgehend von den Interessen der Gemeinschaft der Deutschen Nordkasachstans wird die Projektarbeit in der Region durch die OO „SKONKZ „Wiedergeburt“ unter der Bedingung der strengen Einhaltung der geltenden Regeln und Bestimmungen sowie der vierteljährlichen Kontrolle der Umsetzung der Projektaktivitäten im Programm zur Unterstützung der deutschen Ethnie in Kasachstan wiederaufgenommen.

Ungeachtet der großen Anstrengungen seitens des Verwaltungsrates der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ gelang es dem ausführenden Büro leider bis zum heutigen Tage nicht, die Projektarbeit der OO „SKONKZ „Wiedergeburt“ in Ordnung zu bringen. In Abstimmung mit der finanzierenden Organisation wurde die Entscheidung über die direkt von der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ ausgehenden Finanzierung an die Sacharbeiter und Begünstigten der Projektaktivitäten im Gebiet Nordkasachstan getroffen.

Dank dem reibungslosen Vorgehen wurde ein Projekt zur Ausgabe von Lebensmittelhilfen umgesetzt. Insgesamt erhielten 528 Begünstigte Hilfe, von ihnen 175 Städter und 351 Dorfbewohner: dies sind Rentner, Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten, Bedürftige und sozial benachteiligte Schichten der Bevölkerung mit deutscher Nationalität. Ein Sozialkoordinator leistet Beratungsdienstleistungen und setzt das Projekt zur Erstattung von Medikamentenkosten um. Im ersten Quartal 2019 wurden ebenfalls zwei Sprachgruppen organisiert und ein interessanter Deutschkurs durchgeführt.

Heute arbeiten in der Stadt Petropawlowsk fünf Sprachgruppen, von denen eine für Kinder und eine für Jugendliche ist. In naher Zukunft beginnt die Arbeit des Projektes des Netzwerks der Begegnungszentren, welches es erlaubt, die Anstrengungen zum Erhalt der Bräuche, Traditionen und Kultur der Deutschen im Gebiet Nordkasachstan zu konzentrieren. Im Rahmen des Projektes sind Arbeitszirkel geplant: Theaterzirkel, Gesangsgruppen und Kurse zur angewandten Kunst.

Die ersten Resultate ihrer Arbeit demonstrieren die Teilnehmer der kreativen Gruppen und der Sprachprojekte an den Osterfeierlichkeiten. Des weiteren können die Deutschen im Gebiet Nordkasachstan an Sprachwettbewerben, Festivals, Tagen der deutschen Sprache und Kultur und an allen Veranstaltungen teilnehmen, die von der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ durchgeführt werden. Das Exekutivbüro und die Koordinatoren vor Ort sind daran interessiert, wie man so viele Landsleute wie möglich in die Tätigkeit der regionalen Selbstorganisation miteinbeziehen könnte.

Die öffentliche Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ drückt Aleksandr Andreewitsch Merk, dem Direktor der wirtschaftlich-technischen Hochschule für die geleistete Förderung in der Umsetzung von Projekten, für die Organisation von Sprachkursen und Arbeitszirkeln ihren Dank aus. A. A. Merk war einer der Beteiligten an der Entstehung von „Wiedergeburt“ im Gebiet Nordkasachstan und konnte in dieser schwierigen Periode nicht gleichgültig bleiben.

Die Umsetzung des Programms zur Unterstützung der deutschen Ethnie bildet einen wichtigen Faktor in der Effektivität der Projektaktivitäten der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ und richtet sich an alle Deutschen Kasachstans.

Übersetzung: Philipp Dippl

Brücken der Freundschaft und der Partnerschaft errichten

Am vergangenen Freitag fand im zentralen Büro des NPP „Atameken“ das nächste Treffen der Mitglieder des Business-Clubs statt, welches von der öffentlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ organisiert wurde.

Der Club wurde vor nicht allzu langer Zeit gegründet, in erster Linie zur Konsolidierung der Aktivitäten deutscher Unternehmer. Doch nicht jeder Geschäftsmann kommt wegen der Hilfe oder Beratung, sie sind es gewohnt, sich auf ihre Stärken zu verlassen. Deshalb ist es so wichtig, den Unternehmern eine Reihe von Dienstleistungen anzubieten, die den Wert des Unternehmens steigern und unmittelbare Probleme lösen. Diese Meinung äußerte der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ und seit kurzem stellvertretender Vorsitzender der Direktion der nationalen Kammer der Unternehmer Kasachstans „Atakemen“ Ewgenij Bolgert.

Der Business-Club entstand und entwickelt sich immer noch wie ein Teil der öffentlichen Selbstorganisation, aber mit dem Ziel einer baldigen Transformation in ein Dienstleistungsunternehmen. Den Rechtsschutz sicherstellen, Hilfestellungen in schwierigen Situationen anbieten, und bei Bedarf Kräfte zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben bündeln – was gibt es nicht alles für Situationen im Leben. Die Organisatoren des Clubs sind bestrebt, verschiedene Gruppen unserer Geschäftsmänner anzunähern, woraus womöglich freundschaftliche Beziehung entstehen können.

Die Wirtschaft der einfachen Dinge

Im Rahmen der Konferenz kam die Sprache auf die Realisierung des staatlichen Programms zur vergünstigten Kreditvergabe kleiner und mittlerer Unternehmen der Industrie und des Sektors AKP. In der Terminologie des Business-Clubs bedeutet dies die „Wirtschaft der einfachen Dinge“. Die Teilnehmer haben übereinstimmend den Nutzen und die Aktualität des Programms hervorgehoben, welches kleinen Unternehmen die Möglichkeit gibt, sich weiterzuentwickeln, unter Gewährleistung eines Marktes für Waren und Dienstleistungen, welcher neue Arbeitsplätze schafft. Dies ist übrigens eine der Voraussetzungen für den Erhalt eines Darlehens. Die Kreditzahlen sind schwer zu ignorieren: 15% pro Jahr bei Kompensation aus dem Budget, 7% zugunsten des Kreditnehmers und der Bank. Neun Banken der zweiten Ebene haben sich bereits dem Service des Programms angeschlossen und mehr als 300 Geschäftsprojekte zur Erörterung angenommen, mehr als 20 wurden genehmigt und erhalten Zuschüsse.

Im Club formiert sich eine Fraktion von Geschäftsmännern, welche die Union der deutschen Jugend Kasachstans betreut. Dies ist bereits ein Blick in die Zukunft. Es ist geplant, die Jungunternehmer mit den Veteranen der Marktökonomie zusammenzubringen, um die junge Generation so leicht wie möglich auf Kurs zu bringen. Die Formen der Betreuung werden diskutiert.

Der Leiter der Universitätsvereinigung „WIUIM“ Andrej Schnitkowski besuchte ebenfalls das Treffen. Er kam mit den Befugnissen, eine Struktur zu bilden, welche die Interessen des Kapitals und der Arbeitskraft, in erster Linie der jungen, vereint. „Wir werden Bildung nach Kasachstan importieren, und nicht die Gehirne unserer Jugend ins Ausland exportieren“, – versicherte A. Schnitkowski.

Auf dem Treffen wurden die neuen Mitglieder des Clubs vorgestellt, Vorschläge zur Erarbeitung eines Loyalitätsprogramms und der Anfertigung einer Clubkarte diskutiert, und das Datum für das nächste Treffen festgelegt, welches bereits im Mai stattfindet.

Walerij Schewalje

Übersetzung: Philipp Dippl

Помнить все и жить достойно. К 30-летию ВОСН «Возрождение».

Albert Rau, der Vorsitzende des Verwaltungsrates der öffentlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“, Abgeordneter der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan.

 – Albert Pawlowitsch, vor dreißig Jahren hat sich die öffentliche Organisation der deutschen Ethnie „Wiedergeburt“ gebildet. Wie war das?

 – Das Jahr 1989 war der Höhepunkt der Perestrojka in der UdSSR, die Entlarvung des Identitätskultes, die Rehabilitierten der unschuldig Verurteilten, alles das bewegte das Leben in dem riesigen Land. Gleichzeitig zeigte sich auch das Bild einer allgemeinen Müdigkeit vom Entgleiten der Ideen, vom Mangel an einer realen Veränderung in der Umgestaltung der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Beziehungen im Land. Mir bleibt der erste Kongress der Deutschen der UdSSR in Moskau im Gedächtnis. Man muss den Mut unserer alten Landsmänner erwähnen, die den nicht gerade geringen Widerstand der Unionsmächte spürten und es trotzdem schafften, den Kongress zu organisieren und durchzuführen. Dieses Ereignis fiel absolut unpassend mit der Durchführung des Referendums über den Erhalt der UdSSR zusammen, und wir wurden aufgefordert, den Kongress nicht abzuhalten, sondern nach Hause zu fahren. Natürlich wurden die Menschen von ihren Emotionen überspült, der Damm des Schweigens brach. Die Nachrichten aus dem Kreml machten uns wütend, wieder nur halbherzig: Ihr erhaltet kulturelle Autonomie, autonome Erziehung vergesst ihr. Es blieb im Gedächtnis, wie uns zur Zeit des zweiten Kongresses im Oktober 1991 am Kinotheater „Oktjabr“ Menschen aus Saratow mit Plakaten mit der Aufschrift: „wir sind in 42 nicht gegangen, und jetzt lassen wir es nicht zu!“ getroffen haben. Auf dem Kongress ertönten die Forderungen, alle nach Kaliningrad, dem früheren Königsberg, zu fahren, auch andere Varianten wurden diskutiert. In dieser lärmenden Uneinigkeit wurde nicht eine einzige Entscheidung getroffen. Eine Welle der Emigration brach los. Einen „Antrag“ beschaffen und abhauen – das wurde zum wichtigsten Ziel vieler deutscher Familien. In dieser Atmosphäre formierte sich „Wiedergeburt“. Zu dieser Zeit wurde ich damit betraut, die städtische Gesellschaft in Lisakowsk zu leiten.

– Welche der Pläne von vor dreißig Jahren wurden umgesetzt und was wurde von der Tagesordnung gestrichen? Vor welche Probleme stellt das moderne Leben die Vereinigung „Wiedergeburt“?

– In diesen dreißig Jahren wurde eine arbeitsfähige Struktur der Selbstorganisation und der regionalen Gesellschaften geschaffen. In den ersten zehn Jahren hing die meiste Arbeit mit den Problemen derer zusammen, die zurück in die historische Heimat wollten, aber die Tagesordnung hat sich verändert. Die Zentrale frage lautet, wie man denen helfen kann, die geblieben sind und für immer bleiben werden? Es gibt nicht wenige Probleme: der Erhalt der Muttersprache und der Traditionen, die Stärkung der verschiedensten Verbindungen mit der historischen Heimat, Hilfe für die Arbeitssoldaten und bedürftige Familien. Man muss denjenigen Tribut zollen, die an der Gründung der republikanischen Organisation stehen: Ch. Driller, K. Erlich, A. Merz, A. Dederer, der die Assoziation der öffentlichen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans seit mehr als 24 Jahren leitet. Sie haben es geschafft, nicht nur die aktive Arbeit zu organisieren, sondern auch eine systematische Zusammenarbeit mit Deutschland aufzubauen. Natürlich war das Verschwinden der deutschen Sprache aus dem Schulunterricht für uns ein riesiger Verlust. Obwohl die Situation auch jetzt nicht gerade einfach ist, sie verändert sich zu unseren Gunsten.

– Wie sehen Sie die Zukunft der Stiftung und allgemein der deutschen Ethnie in Kasachstan?

– Ich präzisiere: Wir sind die Gesellschaft der kasachstanischen Deutschen „Wiedergeburt“, die Stiftung ist nur eine Organisationsform. Es wurde viel erreicht. Aber das Leben geht weiter, neue Generationen kommen, die Probleme und ihre Lösungsansätze, verändern sich, die Form der Arbeit mit den Menschen verändert sich. Wir müssen uns nach vorne bewegen, neue Technologien der Aktivitäten und Kommunikation erschließen, um unsere Hauptaufgaben zu lösen: die Bewahrung der deutschen Sprache, unserer nationalen Kultur, die gemeinsame historische Erinnerung. Im Moment findet die Arbeit zum Programm zur Entwicklung der deutschen Gesellschaft Kasachstans statt. Wir lernen von den entsprechenden Erfahrungen Polens, Ungarns und Russlands. Natürlich besitzt jede Diaspora seine eigenen Bedingungen, aber die Ziele sind die gleichen. Im September und Oktober veranstalten wir eine Konferenz, die dem 30-jährigen Jubiläum der Gesellschaft „Wiedergeburt“ gewidmet ist. Dies wird nicht nur ein Fest, sondern auch eine Debatte über das Programm der Entwicklung der deutschen Ethnie in der nahen Zukunft und in den fernen Perspektiven. Ich hoffe, dass dieses Ereignis uns die Kraft und die kreative Inspiration für die umfangreiche Arbeit zum Wohle der Deutschen Kasachstans geben wird.

Interview: Walerij Schewalje

Übersetzung: Philipp Dippl

Bits und Bytes werden uns auf ewig verbinden

Besitz, Kirche und Schule waren die Säulen der Ideologie der deutschen Siedler. Sie haben sie aus Deutschland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mitgebracht und haben, bereits als Untertanen des Russischen Imperiums, mit aller Kraft versucht, die Treue zu den Traditionen ihere europäischen Vorfahren zu bewahren. Was kann denn nun die auf dem Gebiet der Republik verstreuten Überbleibsel der einst viele Tausend Menschen zählenden Ethnie von sowjetischen, jetzt kasachstanischen Deutschen einen? Wie kann man die Lieder, die Gebräuche und Traditionen der alten Generation in Erinnerung behalten, um mit den geringst möglichen Verlusten dieses Erbe an die Jungen zu übergeben, unseren Kindern und Enkelkindern? Wie kann man die Geburts- und Familiennamen der Deutschen vor dem Vergessen bewahren, den gesetzesgemäßen Prozess der Integration unserer Ethnie trennen von der allmählichen Assimilierung innerhalb des freundschaftlichen Umfelds mit anderen kasachstanischen Völkern? Akzeptieren denn unsere Erben diesen Staffellauf, der durch hunderte Jahre Krieg, Repressionen und harte Arbeit hindurch getragen wurde?

Zu vergangenen Werten zurückzukehren, die gleichermaßen für unsere gesamte Ethnie geeignet sind, ist heute kaum mehr zu schaffen. Die Kirche ist bei uns vom Staat getrennt, und viele Gemeindemitglieder gehen aus Tradition in das Gotteshaus. Die Schule hat sich stark verändert, und in unserem Fall wird sie dem Schutz der deutschen Ethnie, oder um genauer zu sein, mit ihrer Identifikation mit der deutschen Nation, überhaupt nicht gerecht.

Mit Sorge beobachten wir die Vorbereitung des Beginns der neuen Deutschklassen und Gruppen um neuen Schuljahr – wird es denn klappen? Wie ist es mit dem Besitz? Die Urbanisierung hat die Bevölkerungsbasis an verschiedene Pole des Wohlstands und des Zugriffs auf materielle Güter getrieben.

Wir unterhalten uns darüber mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ Albert Rau. Die Erforschung seiner Familiengeschichte wurde zu seinem Hobby. Er suchte Informationen über seine Vorfahren in Archiven in Saratov, Odessa und Deutschland, hat fünf Jahre lang Materialien für ein Buch zusammengetragen, hat dafür nicht wenig Zeit und Geldmittel aufgebracht. Er hatte Glück mit der Suche in der Linie mütterlicherseits, gebürtig aus dem Kreis Krasnodar: In Stuttgart existiert eine Landsmannschaft der bessarabischen Deutschen, deren Vorfahren in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts aus Baden-Württemberg nach Russland emigrierten.

Sie sind die Nachkommen der hunderttausend Deutschen, die im Jahr 1940 vor der Vereinigung Bessarabiens mit der UdSSR nach Deutschland zurückkehren wollten. Die Grundidee der bessarabischen Gemeinschaft ist die Zusammenlegung der Kräfte und Mittel, um von ihren Vorfahren zu erhalten was noch existiert. Zum Instrument zur Realisierung dieser Idee wurde unter anderem das Internet. Ein Programm, in welches die Familie ihren genealogischen Stammbaum eintragen, wurde sehr populär in Deutschland. Mit dessen Hilfe lassen sich Verwandte rund um den Erdball aufspüren und die eigene Position in der Gesellschaft stärken.

Es ist klar, dass die Menschen in Deutschland in reicheren Verhältnissen leben, als wir. Das bedeutet, dass sie auch mehr Möglichkeiten haben. Und wir? Wir haben doch auch die öffentliche Stiftung „Wiedergeburt“, die nicht gerade wenig tut, um der deutschen Ethnie komfortablere Lebensumstände zu schaffen. Deutsche Sprachkurse, Folklorefeste, Die Ausgabe von Lebensmitteln und Medizin für bedürftige Landsleute – alles das ist wunderbar und notwendig in der heutigen Zeit.

Und was ist der Gedanke dieser Arbeit? Was sehen wir vor uns, wohin gehen wir? Feiertage kommen und gehen, Sprachkurse sind auch irgendwann beendet. Und was bleibt?

Albert Rau hat mir vor dem Hintergrund unseres Gespräches das von ihm herausgegeben Buch „Die Geschichte meiner Familie“ gezeigt. Der reflektierte Zeitabschnitt verdient großen Respekt – von 1533 bis 2014 (!). Jetzt existiert etwas, um es den Nachkommen zu hinterlassen. Es ist verständlich, dass aus vielen Gründen nicht alle diese schriftstellerische Heldentat von Albert Rau wiederholen können. Meiner Meinung nach muss auch nicht die breite Öffentlichkeit diese Andenken lesen, da dort auch viel persönliches aufgeführt ist.  Aber auf was Albert Pawlowitsch stolz sein kann, sind die vielen Entdeckungen. Zum Beispiel dass die Familie nicht einmal ein Foto des Onkels aus der mütterlichen Linie besaß, der bei Baumfällarbeiten im Norden verschwand, aber als Ergebnis der Suche gelang es, nicht nur ein Foto und ein Protokoll seiner Verhaftung (Dorf Wannowskoje, Kreis Krasnodar, Dezember 1929) zu finden, sondern auch das Protokoll seiner Befragung, in welcher der Onkel seine ganze Lebensgeschichte erzählte und wie er sich den Titel des „Feindes der Sowjetmacht“ verdiente.

Und deshalb ist das Internet mit seinen schier grenzenlosen Möglichkeiten genau das, was benötigt wird. Albert Pawlowitsch hat sich selbst überzeugt, als er außer dem üblichen Schriftwechsel und den Anfragen die zahlreichen Informationsressourcen nutzte. Und jetzt reichen die Wurzeln seines genealogischen Stammbaums ungefähr zwei Jahrhunderte tief in die Geschichte. Und alles Dank der Tatsache, dass es weit entfernte Verwandte gibt, die ihre eigenen Forschungen anstellten. Wenn auch nur eine einzige Person mit den Menschen übereinstimmt, die in jemandes Stammbaum existieren, dann findet das Programm dies auf jeden Fall heraus. Und falls wir gemeinsame Vorfahren haben und sich ihre Stammbäume auf diese Weise überschneiden, dann erhalten Sie weitere Informationen über ihre Entdeckungen. Es gibt nicht nur eines dieser Programme. Aber besonderer Beliebtheit erfreut sich die internationale Plattform https://www.myheritage.com.

Kann es also sein, dass uns die Digitalisierung in unserer weiteren Arbeit mit der Geschichte der kasachstanischen Deutschen helfen wird? Am 14. und 15. Mai diesen Jahres findet in Astana die internationale praktische Bildungskonferenz „Die Deutschen Kasachstans: historische Erinnerung der Ethnie und die Digitalisierung der Informationsquellen“ statt. Die Reihe an Problemen, die zur Diskussion stehen, ist vielfältig: die Analyse des Wissensstandes zur Geschichte und des Archivüberblicks zur deutschen Ethnie, Aufbau eines Online- und virtuellen Museums der Deutschen Kasachstans, Untersuchung der erfolgreichen Erfahrungen Deutschlands in der Benutzung von Informationstechnologien und Ressourcen zur historischen Forschung, und so weiter. Nach unseren Informationen findet in Deutschland und in anderen Ländern schon seit einigen Jahren die Digitalisierung verschiedenster Prozesse statt. In dieses Projekt sind die Archive und die Kirchen des Vaterlandes aktiv eingebunden. Es werden solch alte Manuskripte digitalisiert, dass man es sich kaum vorstellen kann.

In der Epoche der Globalisierung wollen alle ihren Platz in der Geschichte behaupten. Und auch uns wird es nicht schaden, uns darum zu kümmern.

 Genrich Braun

Übersetzung: Philipp Dippl

Bewegen wir uns nach vorne!

Im Empfangsbüro der öffentlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ in der Stadt Astana fand am 1. Februar unter Vorsitz von Albert Rau die turnusmäßige Sitzung des Verwaltungsrates statt.

Zur Diskussion wurden eine Reihe von Fragen vorgelegt, die für die Aktivitäten der Selbstorganisation der Deutschen Kasachstans und für die Realisierung des Programms zur Unterstützung der deutschen Ethnie von Belang sind.

Eine Konzeption zur Jugendpolitik wurde angenommen, welche von der Leiterin der Union der deutschen Jugend Kasachstans Marija Borisewitsch vorgestellt wurde. Das Dokument wurde vorab in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ und im Internet auf dem Portal der Deutschen Kasachstans www.wiedergeburt.kz veröffentlicht.

Die öffentliche Diskussion erlaubte es, alle Anmerkungen zu berücksichtigen und grundlegende strategische Stoßrichtungen der Jugendpolitik der Stiftung in den kurzfristigen und langfristigen Perspektiven zu definieren.

Es wurde der Verlauf der Ausarbeitung des Programms zur Entwicklung der deutschen Ethnie geprüft. Momentan erarbeiten die Leiter der Gruppe die Aufteilung des Programms in die Hauptrichtungen: Jugend, ethnische Identität und Kultur, deutsche Sprache und Bildung, Weiterentwicklung der Selbstorganisation, soziale Leitlinie, Entwicklung des Unternehmertums, Partnerschaft und Media. Es wurde entschieden, den Prozess der Ausarbeitung des Programms übereinstimmend mit den festgelegten Zeitplänen und Fristen zu regeln.

Die Ergebnisse der Abonnentenkampagne der republikanischen deutschen Zeitung „Deutsche Allgemeine Zeitung“ für das Jahr 2019 verkündete das Mitglied des Verwaltungsrates, Direktor der TOO „DAZ-Asia“ Robert Gerlitz. In diesem Jahr wurde das Hauptaugenmerk auf die abgelegenen bewohnten Punkte der Republik, an denen die deutsche Ethnie lebt, gelegt. Die Idee „Ein Dorf – Ein Exemplar der Zeitung“ haben die Regionalgesellschaften der Deutschen „Wiedergeburt“ aktiv unterstützt, effektiver als alle anderen waren dies die Gesellschaften Pawlodar, Taldykorgan, Zhambyl, Akljubinsk und die Gesellschaft der Deutschen der Stadt Astana und des Gebietes Akmola. Mit den Worten von Robert Gerlitz verlangt eine solche Zusammenarbeit jede mögliche Anerkennung, da es als Beispiel für die anderen Gesellschaften dient und hilft, unsere Hauptmission zu realisieren – die Konsolidierung der Deutschen Kasachstans.

In jeder Sitzung des Verwaltungsrates wird der Verlauf der Umsetzung des Veranstaltungsplans zur Erfüllung der Entscheidungen der gesamtnationalen Konferenz der Delegierten erörtert. Es sei angemerkt, dass im wesentlichen Veranstaltungen in Übereinstimmung mit dem Plan durchgeführt werden. Es gibt Erfolge im Bereich der Entwicklung der deutschen Sprache und der Rückkehr ihrer Lehre in den Mittelschulen, in der Digitalisierung der Aktivitäten der Stiftung und der Regionalgesellschaften, sowie in der Entwicklung des Unternehmertums. Momentan legen nicht alle Mitglieder des Verwaltungsrates das notwendige Engagement an den Tag, was, im besten Falle, zur Einschränkung der Teilnahme an ihren Sitzungen führt. Der Veranstaltungsplan ist auf dem Portal www.wiedergeburt.kz einzusehen, die Informationen über ihre Durchführung wird laufend aktualisiert.

Eine ernste Frage, welche bei der Sitzung erörtert wurde, ist die Finanzierung der Projektarbeit OO „SKONKZ „Wiedergeburt“ (Stadt Petropawlowsk) im Rahmen der Erfüllung des Vertrages über Zuschüsse. Im Jahr 2018 wurde die Finanzierung zwei Mal ausgesetzt aufgrund von Versäumnissen bei der Berichtübermittlung innerhalb der festgelegten Fristen. In diesem Zusammenhang ist die Stiftung auf das Problem gestoßen, wie man trotzdem den Deutschen der Region die ihnen zustehenden Hilfe zukommen lässt. Dank eines abgestimmten Vorgehens gelang es, ein Projekt zur Ausgabe von Lebensmitteln zu realisieren.

Mitte Januar diesen Jahres fand eine Reise von Mitarbeitern der Stiftung und Mitgliedern des Verwaltungsrats nach Petropawlowsk statt, in dessen Verlauf die Gründe für die instabile Arbeit der Gesellschaft im Hilfsprogramm festgestellt wurden. Die Leitung der Gesellschaft wurde auf die Notwendigkeit der Verfahrenssteuerung in der Büroarbeit aufmerksam gemacht, vor allem im Finanzrechnungswesen und in der Umsetzung von Richtlinien, die aufgrund der Resultate des Monitoring und zur Vermeidung von Störungen in der künftigen Berichterstattung ausgesprochen wurden.

Nach den Ergebnissen der Debatte wurde die Entscheidung angenommen: ausgehend von den Interessen der Gesellschaft der Deutschen Nordkasachstans wird die Projektarbeit in der Region durch OO „CKONKZ „Wiedergeburt“ unter der Bedingung der strengen Einhaltung der geltenden Regeln und Positionen und vierteljährliche Kontrolle der Umsetzung der Projektaktivitäten im Programm zur Unterstützung der deutschen Ethnie in Kasachstan wiederaufgenommen. Hierbei wurde beschlossen, dass im Falle von Verstößen gegen die Ausführungen der Verträge des Exekutivbüros der Gesellschaft SKO der Status des unzuverlässigen Partners zugewiesen wird, die Finanzierung wird für eine Dauer von einem Jahr beendet. Die Finanzierung der Projektaktivitäten wird durch die öffentliche Stiftung direkt zwischen dem Träger und dem Begünstigten durchgeführt.

Das Monitoring der Qualität der Programmrealisierung zur Unterstützung der deutschen Ethnie ist ein wichtiger Effektivitätsfaktor aller Projektaktivitäten. Das ist die gemeinsame Position aller und in erster Linie der Finanzmittel gebenden Organisation – dem Innenministerium Deutschlands. Daher wurde eine Anweisung genehmigt, die die Ordnung zur Durchführung des Fernmonitorings festlegt.

Ebenso wurde im Rahmen der Sitzung eine Reihe von Dokumenten angenommen, welche helfen werden, Projektaktivitäten der Selbstorganisation mit höherer Qualität aufzubauen. Angenommen wurde die „Bestimmungen über Auszeichnungen“, „Bestimmungen der Zentren für Sozialleistungen“ und „Bestimmungen über die Aktivitäten der Projektmanager in den regionalen öffentlichen Vereinigungen der Deutschen „Wiedergeburt“.

Zum Abschluss wurde die Entscheidung zur Feier des 30-jährigen Jubiläums der Gründung der Nationalbewegung der Deutschen „Wiedergeburt“ getroffen.

Nach den Worten der Teilnehmer ist dies ein denkwürdiger Meilenstein im Schicksal des deutschen Volkes Kasachstans, und die Veranstaltung soll auf entsprechendem Niveau stattfinden. Deshalb soll das grundlegende Ziel nicht nur das Gedenken an das Vergangene sein, sondern auch der Blick in die Zukunft unseres Volkes.

Übersetzung: Philipp Dippl

Tag der Dankbarkeit und Barmherzigkeit

Seit dem Jahr 2016 gibt es auf Initiative des Oberhaupts unseres Staates Nursultan Nasarbajew in Kasachstan einen neuen Feiertag – den Tag der Dankbarkeit, der am 1. März gefeiert wird. Dies ist ein ausgezeichneter Anlass, dem kasachischen Volk und den Vertretern anderer Ethnien, welche auf dem Gebiet unserer multinationalen Heimat leben, noch ein weiteres Mal für ihre Toleranz und Gastfreundschaft zu danken.

Einen großen Dank sprechen an diesem Tag auch wir aus, die Deutschen, alle, die in vollem Maße selbst den Moloch der stalinschen Repressionen durchlebten: Deportation, Arbeitsarmee, das Regime in den Sonderkolonien. In den schweren Kriegsjahren, aber auch in den Tumulten der Nachkriegszeit haben die Kasachen uns mit offenem Herzen empfangen, haben Blut und Brot geteilt. Und dafür danken wir wieder und wieder dem kasachischen Volk, denn genau seine Barmherzigkeit, die aufrichtige Güte und der Großmut half unseren Vorfahren, zu überleben und Fuß zu fassen auf dem neuen Land, welches heute für uns zum Elternhaus geworden ist.

Daran erinnern sich auch tausende deutscher Familien, die in verschiedenen Zeiten nach Deutschland übersiedelten und den nachfolgenden Generationen von der Größe der kasachischen Seele erzählen. Sie kommen gerne nach Kasachstan zurück und bauen an einer soliden Brücke freundschaftlicher Beziehungen zwischen unseren Ländern.

Einmal hat der bekannte Schriftsteller und Übersetzer Gerold Berger, gleichermaßen allen Kasachstanern nahestehend: gesagt: „Zum Menschen haben mich meine Eltern, das heimatliche Aul und das Buch gemacht.“ Mit der Familie an das Ufer des Esil verbannt, hat er sich hier aufrichtig in alles verliebt: malerische Orte, die Sprache, die Bräuche und die Traditionen des kasachischen Volkes, welches für ihn heimisch geworden ist.

Und diese aufrichtige Zuneigung zu Kasachstan hat ihre Reflexion in einer Reihe seiner Werke gefunden, welche als Vermächtnis für die nächsten Generationen widerhallen – man muss sich an seine Wurzeln erinnern, an die Geschichte, auch an die tragische, aber die wichtigsten sind die, die  geholfen haben, den schweren Bedingungen standzuhalten. Und die kasachstanischen Deutschen folgen dem Auftrag ihres berühmten Landsmanns.

Im Namen der öffentlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ danken wir ebenso der Versammlung des Volkes Kasachstans für den riesigen Beitrag zur Gewährleistung zwischenethnischer Harmonie im modernen Kasachstan, für die tägliche informative, bildende und erzieherische Arbeit, an welcher alle unsere Regionalgesellschaften aktiv beteiligt sind.

Übersetzung: Philipp Dippl

Aufruf an die Deutschen Kasachstans

Liebe Landsleute!

Ich wende mich an Sie, die Deutschen Kasachstans, mit Sorge um das Schicksal der deutschen Sprache in unserer Gemeinschaft. Sie verschwindet rasend aus dem Alltag, aus unserer Kommunikation in der Familie, mit den Lieben und mit Freunden. Kann denn ein Mensch, der die deutsche Sprache nicht kennt, Deutscher sein? Möglicherweise kann er, aber wie kann er dann den ethnischen Reichtum besitzen, den man einer heranwachsenden Generation nur durch die Muttersprache vermitteln kann? Die Zugehörigkeit zu einer Nation definiert sich nicht über die biologische Vererbung, nicht über die Daten im Pass, sondern durch die bewusste Heranführung zu kulturellen Traditionen, durch die Treue zu den geistigen Werten, welche den Inhalt unserer Geschichte bilden, durch alles, was man in erster Linie durch Sprache erfährt. Sie wissen, dass im 20. Jahrhundert auf das Schicksal des deutschen Volkes schwere Erschütterungen und Bewährungsproben hinabfielen. Das schwere Schicksal traf auch die deutsche Sprache. Auf ihr (oftmals ausschließlich mit ihr) verständigten sich mehr als 420.000 Deutsche, die im Herbst 1941 nach Kasachstan deportiert wurden. 

 Auf Deutsch beteten in der Trudarmee und den Lagern heimlich unsere Eltern, Großmütter und Großväter. In der Muttersprache unterhielten sie sich in den Familien und bewahrten und behüteten sie behutsam auf diese Weise. Im Jahr 1955 wurde das Dekret „Über die Aufhebung der Einschränkung in der Rechtsstellung der Deutschen und der Mitglieder ihrer Familien, welche sich in den Spezialgebieten befinden“ erlassen, und bereits im Jahr 1957 wurde in den Schulen mit der Lehre der deutschen Sprache als Muttersprache begonnen. Es war nie sehr einfach, aber sogar unter den Bedingungen der Repressionen und der Verfolgung hat unser Volk seine Rechte auf den Erhalt und die Lehre der Muttersprache verteidigt. 

 Es ist noch nicht lange her, da gehörte auf allen allgemeinbildenden Schulen die deutsche Sprache zu der Liste der obligatorischen Lehrfächern. Aber im Laufe der letzten zehn Jahre mit dem Übergang zum dreisprachigen Lehrsystem ist sie praktisch aus dem Lehrprozess völlig herausgefallen. Bis zu einem bestimmten Moment bestand ein großes Risiko, dass die deutsche Sprache völlig und für immer aus dem kasachischen Bildungssystem verschwindet und wir unwiderruflich das verlieren, was über Jahre angesammelt wurde. Es war notwendig, Sofortmaßnahmen zur Stärkung der Position der deutschen Sprache zu ergreifen. 

 Nach der gesamtnationalen Konferenz im Oktober 2017 wurde die Wiederherstellung des Status der deutschen Sprache in den Schulen, ihr Erhalt und ihre Entwicklung zur priorisierten Ausrichtung der Aktivitäten der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“.  

 Und wir haben viel erreicht. Der Staat in Person des Bildungsministeriums bekräftigte das Interesse darin, dass die deutsche Sprache ihren rechtmäßigen Platz in den mittleren und höheren Schulen einnimmt. 

 Für unsere Kinder gibt es jetzt wieder die Möglichkeit Deutsch von der ersten Klasse an zu lernen. Dafür wurden alle notwendigen Rechtsvorschriften übernommen, es wurden aktualisierte Programme für die ersten bis vierten Klassen erarbeitet, ein Schulbuch der neuen Generation ist in Arbeit,welches bis zum 1. September 2019 herausgegeben wird. Die Schulleitungen sind dazu verpflichtet, Deutschunterricht zu organisieren bei mindestens 5 bis 6 Interessenten, und natürlich, wenn es eine Lehrkraft gibt. Auf Basis der staatlichen Universität namens Sch. Ualichanow Kokschetau werden schon seit zwei Jahren Gruppen zukünftiger Deutschlehrer aus den Jugendlichen, die mit Finanzmitteln der deutschen Bundesregierung studieren, gebildet. Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Kasachstan verspricht, den Studenten der Fachrichtung „Lehrer für deutsche Sprache“ mehr Zuschüsse zukommen zu lassen. 

 Es gibt nicht wenige Probleme, aber wir sind bereit, diese systematisch zu lösen. Aber der grundlegende Punkt ist immer noch der Wusch der Eltern der Schüler bei der Wahl des Sprachunterrichts: Deutsch oder Englisch. Je größer das Bewusstsein für die Notwendigkeit ist, unseren Kindern die deutsche Sprache beizubringen, desto stärker ist die Bevölkerung darin bestrebt, sie als Schulfach zu wählen. 

 Ich mache keinen Hehl daraus, für mich war es ein Schock, als im letzten Jahr in meiner Heimatstadt Lisakowsk im Gebiet Kostanaj auf das Angebot des Schuldirektors, Deutsch zu lernen, die Eltern von acht (!) deutschen Erstklässlern mit einer Verweigerung reagierten. Ihre Entscheidung sei dadurch motiviert gewesen, da sie nicht planten, nach Deutschland überzusiedeln. Die Eltern von Schülern anderer Nationalitäten: Kasachen, Tataren, Russen, wollten, dass ihre Kinder Deutsch lernen, und unsere haben es abgelehnt! 

 Selbstverständlich können alle Deutsch lernen, unabhängig von ihrer Nationalität, so wie es früher war, als eine Hälfte der Klasse Deutsch gewählt hat, die andere Hälfte Englisch oder Französisch. Aber in erster Linie muss es bei uns, den Vertretern der deutschen Ethnie, einen Anreiz zum erlernen der Muttersprache geben. Mit der Wahl der deutschen Sprache geben die deutschen Eltern ihrem Kind die Möglichkeit, ihr Volk und ihre ethnische Kultur zu lieben, das Gefühl des Nationalstolzes zu erleben. 

 Der Präsident des Landes Nursultan Abischewitsch Nasarbaew hing die Latte für die heimische Bildung sehr hoch. Sie soll wettbewerbsfähig werden, von hoher Qualität und so ausgelegt sein, dass die Absolventen der kasachstanischen Schulen ihre Ausbildung an ausländischen Hochschulen fortsetzen können. Deutsch zu können hilft, die Türen zu den besten europäischen Universitäten zu öffnen. Das allerwichtigste ist ein anständiges Zeugnis und die Beherrschung von Sprachen. Deutsche Stiftungen finanzieren zahlreiche Austauschprogramme, Praktika und Sommerschulen für ausländische Studenten. Eine der wichtigsten Bedingungen für die Teilnahme in diesen Projekten ist, dass man Deutsch kann.  

 Viele unserer Landsmänner haben Kasachstan nach Deutschland verlassen, die ihre eigene „Brücke der Zusammenarbeit“ in vielen Bereichen haben, und die Kenntnis von Deutsch fördert die Stärkung dieser Brücke. 

 Es gibt eine Fülle an Argumenten, die für das Deutschlernen sprechen. Darüber muss man reden, sich mit den Eltern der Erstklässler unterhalten, mit den Lehrern und den Schuldirektoren, mit den Vertretern der Bildungsorgane. Dennoch ist für unsere Ethnie nationales Selbstbewusstsein als Verständnis seiner Zugehörigkeit zur deutschen Nation, die Herausbildung der Grundlagen des Charakters des ethnischen Deutschen und die Erzeugung von Verhaltensnormen, welche sich durch das Erlernen der deutschen Sprache formieren, das allerwichtigste. 

 Verehrte Landsleute, möglicherweise haben in den Regionen vor Ort noch nicht alle die notwendigen Informationen erhalten, nicht alle verstehen, dass die Wiedergeburt der deutschen Sprache Realität ist, es ist ein Erfolg, der von uns allen abhängt. 

 Natürlich müssen vor allem die regionalen Gesellschaften „Wiedergeburt“, die Aktivisten der deutschen Bewegung zu den Initiatoren der Rückkehr der deutschen Sprache in die Schulen werden. Das ist keine einfache Aufgabe, etwas wiederherstellen ist immer anstrengend. Schon in einem Monat beginnt die Erfassung der zukünftigen Erstklässler, und die Eltern sollten gut informiert sein und ihre Rechte kennen. Sie sollten sie kennen und realisieren. Es hängt von jedem von uns ab, ob die deutsche Sprache noch eine Chance erhält, ob ihr Erlernen aktiv in den Bildungsprozess in Kasachstan eingebunden wird. 

 Unsere Organisation heißt „Wiedergeburt“, und so sollen wir alle zusammen unsere Muttersprache wiederbeleben. Nur mittels aktiver Zusammenarbeit können wir eine bessere Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder fördern! 

 Achtung! Landsleute, erwacht!!! Entweder jetzt, oder es wird zu spät sein!!! Wenn wir es nicht tun, dann wird es kein anderer niemals mehr tun! 

  Hochachtungsvoll und hoffnungsvoll, Albert Rau, Abgeordneter der Mazhilis des Parlamentes der Republik Kasachstan, Vorsitzender des Verwaltungsrates der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ 

Übersetzung: Philipp Dippl

Die deutsche Sprache: Wir sind bereit, jeden Preis zu bezahlen

Vom 3. bis zum 6. Februar fand in Astana das Seminar der Deutschlehrer der allgemeinbildenden Schulen der Republik statt. Es sein angemerkt, dass die Eröffnung der Veranstaltung am Sonntag stattfand, als es drau0en auf der Straße minus 40 Grad hatte! Aber wir Deutschen können sogar einen Tag am Wochenende in einen ganzen Arbeitstag verwandeln.

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Frohes neues Jahr!

Liebe Landsleute!

Im Namen der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ nehmen Sie unsere aufrichtigsten Glückwünsche am Vorabend des neuen Jahres entgegen! Wir wünschen Ihnen Wohlbefinden, Gesundheit und Wohlstand! Mögen Sie alle Nöte umgehen!

Das ausgehende 2018 war kein einfaches Jahr, aber dank gemeinsamer Bemühungen haben wir viel erreicht und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Es gibt noch viel Arbeit für unsere gemeinsame Sache – den Erhalt der Muttersprache und die nationale Identität der Deutschen in Kasachstan!

Frohes neues Jahr!

Der Unternehmerverband der Volksversammlung Kasachstans bei der Umsetzung der Anweisungen des Staatsoberhauptes

Die Beschlüsse des Staatsoberhauptes für die Entwicklung des Unternehmertums, die Popularisierung einheimischer Produkte und die Initiativen der kasachischen Unternehmer zur Einfuhrsubstitution wurden in Astana im Forum des Unternehmerverbands der Volksversammlung Kasachstans erörtert.

An der Veranstaltung nahmen Leonid Prokopenko, stellvertretender Vorsitzender der Volksversammlung in Kasachstan, Wladimir Bozhko, stellvertretender Vorsitzender des Parlaments, Albert Rau, Vorsitzender des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, Vertreter ausländischer diplomatischer Vertretungen sowie Vertreter ethnischer und kultureller Verbände der Republik teil.

Laut Leonid Andrejewitsch ist der Unternehmerverband der Volksversammlung Kasachstans ein weiterer sozialer Förderer für junge Menschen. Heute hat die Organisation viele Geschäftsleute, hinter denen sich eine Reihe erfolgreich umgesetzter Projekte befinden. Einschließlich der Gewinnung ausländischer Investitionen und vielversprechender Ideen für junge Gründer.

Der Verband geht zuversichtlich auf die internationale Ebene und schließt Kooperationsabkommen mit ausländischen Geschäftspartnern ab. Unternehmer aus Russland, Deutschland, Südkorea, der Türkei und Aserbaidschan haben großes Interesse. Einige ethnokulturelle Vereinigungen, insbesondere türkische, deutsche und koreanische, bieten bereits aktiv Technologietransfer an.

Albert Rau, ein Mitglied des Parlaments, stellte fest, dass es eine der Prioritäten der gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ ist, Unternehmer zu unterstützen und eine Geschäftszusammenarbeit zwischen Deutschland und Kasachstan zu entwickeln. Mit dem Ostkomitee der deutschen Wirtschaft, der Vertretung der deutschen Wirtschaft in Zentralasien und der Deutschen Bauernunion (DGL) wurden bereits Memoranden geschlossen, und die Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit entwickelt sich aktiv.

Durch die Unterstützung deutscher Unternehmen bei der Suche nach Partnern in Kasachstan, auch unter den ethnischen Deutschen, bildet die Stiftung eine Brücke zwischen den Geschäftsstrukturen beider Länder. Vorrang haben Projekte im agroindustriellen Bereich, im Bereich „grüne“ Technologien, Versorger und Digitalisierung.

Anweisungen des Präsidenten

Historisch gesehen sind die Kasachstandeutschen im Agrarsektor und in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte am erfolgreichsten. Das ganze Land kennt die Namen von Ivan Sauer (vorbildliches landwirtschaftliches Unternehmen „Rodina“), Vyacheslav Ruf (führendes Unternehmen für die Herstellung von Wurstwaren und Fleischspezialitäten „Rubik“), Sergey Blok (Herstellung von Milchprodukten „Milch“ LLP) und vielen anderen. Alle leisten einen würdigen Beitrag zur Entwicklung und zum Wohlstand unseres Mutterlandes.

Die nächste wichtige Richtung der Arbeit der gesellschaftlichen Stiftung ist die Förderung des jungen Unternehmertums, was sich auch in den Anweisungen des Präsidenten widerspiegelt. Im Rahmen der Stiftung wurde ein Koordinierungsrat eingerichtet, in dem sich eine Basis deutscher Unternehmer bildet, die nicht nur mehr als 300 Kontakte hat, sondern immer weiterwächst. Regelmäßig finden gemeinsame Veranstaltungen mit dem Verband der deutschen Jugend Kasachstans statt, um interessante Gründungsprojekte zu diskutieren.

Daher kann man mit Zuversicht sagen, dass die Deutschen Kasachstans aktiv damit begonnen haben, die Anweisungen des Staatsoberhauptes umzusetzen, vor allem, um die Fähigkeiten des agroindustriellen Bereichs zu entwickeln und junge Menschen zu unterstützen.

Basierend auf den wichtigsten Anweisungen des Staatsoberhauptes sollte sich die Arbeit des Verbandes im nächsten Jahr auf fünf Hauptbereiche konzentrieren: die Realisierung des Potenzials des agroindustriellen Bereichs, die Unterstützung des jungen Unternehmertums, die Entwicklung des Zentrums für Importsubstitution und die Anlockung moderner Technologien, auch in der grünen Wirtschaft.

Erfahrungsaustausch

Nadezhda Friesen

 In Astana fand das Fortbildungsseminar „Netz der Begegnungszentren“, an dem Vertreter deutscher Kulturzentren aus der ganzen Republik teilnahmen, statt.

Während der Veranstaltung wurden Themen erörtert, die für den Erhalt der ethnischen Einheit äußerst relevant sind: ethnische Geschichte, Traditionen und Bräuche, nationale Küche, deutsche Trachten. Es fanden Workshops: Handarbeit und Backen von weihnachtlichen Lebkuchenhäuschen statt. Der praktische Unterricht wurde in Gruppen geführt. Alle versuchten, die Aufgaben so kreativ wie möglich zu lösen. Für alle waren sie aufregend und interessant. Die Organisatoren, Elena Shepel und Yulia Sarzhanova, setzten das Projekt auf höchstem Niveau und äußerst professionell um.

Nadezhda Karepanova, Vertreterin des deutschen Zentrums Ridder: „Ich arbeite seit 17 Jahren in der Filiale und habe viele Male an verschiedenen republikanischen Seminaren teilgenommen. Heute hat mir der hilfreiche und informative Inhalt besonders gut gefallen. Die im Workshop gesammelten Informationen sind für die Durchführung von Veranstaltungen vor Ort in den Besprechungszentren von besonderer Wichtigkeit.“ Lilia Goncharuk, Vorsitzende der regionalen Gesellschaft der Deutschen in Semey: „Es wurde eine Vielzahl von Projekten vorgeschlagen, die die Idee des „deutschen Themas“ näherbrachten. Jede Gesellschaft arbeitet nach ihren eigenen Plänen, verfolgt Ziele, und pflegt unterschiedliche Ansätze für ihre Umsetzung. Während des Seminars haben wir viele hilfreiche Tipps erhalten, wie man die deutsche Identität erklären kann, eine Chronik über ihre Entstehung aufstellen, und die Wiederaufnahme bestimmter Lebensstile des deutschen Volkes in unser aktuelles Leben. Die Durchführung solcher Seminare gibt nicht nur Wissen und Fähigkeiten in der beruflichen Ausbildung, sondern bietet auch die Möglichkeit, zwischen Vertretern deutscher Zentren in verschiedenen Teilen unseres Landes zu kommunizieren, Erfahrungen auszutauschen.

Wir sind wenige, aber wir sind eins!

Dmitrij Shinkarenko

Werden die deutschen Völker der westlichen Region ihre Sprache und Kultur bewahren können? Bislang ist die westliche Region Kasachstans im Hinblick auf die Entwicklung der deutschen Volksgruppe noch wenig erforscht. Es wurden einige Versuche unternommen, den Prozess ihrer Umsiedlung in diesen Teil des Landes zu verstehen, aber bisher gab es keine umfassenden Forschungen, die die aktuelle sowie die historische Situation der Deutschen widerspiegeln würde.

„Leider gibt es erhebliche Lücken in der Geschichte der Deutschen Westkasachstans. Es ist bekannt, dass die erste Erwähnung dieses Volkes auf die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückgeht, als mehrere Dutzend Adlige beschlossen haben, sich im Gebiet der Provinz Orenburg niederzulassen“, erzählt die Historikerin und Professorin der kasachisch-deutschen Universität Tamara Volkova, „Einhundert Jahre später bildeten sich fast überall in Kasachstan deutsche Bauernsiedlungen.“

Motivation für Sprache und Kultur

In den vergangenen Tagen versammelten sich in Atyrau nicht nur führende Vertreter der westlichen regionalen Wiedergeburt-Gesellschaften, sondern auch Koordinatoren für Sprach-, Bildungs- und Informationsarbeit, Mitglieder des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“, Vertreter der DAZ, Vertreter der deutsche Organisation aus Omsk, Vertreter des VDJK und das Sekretariat der Volksversammlung Kasachstan in der Region Atyrau und die ethnokulturellen Vereinigungen. In diesem Format fand das Treffen übrigens zum ersten Mal statt. Ziel dieser Veranstaltung bestand nicht so sehr darin, die Probleme der Entwicklung des deutschen Volkes in Westkasachstan zu identifizieren, sondern vielmehr nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

„Dies ist unter Berücksichtigung der Besonderheiten aller Regionen ein ziemlich aktuelles Thema. In Atyrau leben jetzt etwa 400 Deutsche. Wenn es nur so wenige von uns gibt, geht das Interesse und die Motivation für Sprache und Kultur leider irgendwann verloren. Die nationale Identität wird verwischt.“, gab der Abgeordnete des Parlaments und ehemalige Vorsitzende der Gesellschaft „Wiedergeburt“ der Region Atyrau Alexander Dumler zu Bedenken.

Der derzeitige Vorsitzende Oleg Shmal stimmt ihm zu:

„Unsere Gesellschaft ist zwar klein, aber zielstrebig. Die Deutschen haben ein großes Verlangen danach, die Sprache zu lernen und ihre Kultur zu erhalten. Leider hatten wir bisher nicht einmal Deutschkurse einführen können. An unserer Universität gibt es eine Abteilung für Deutsche Sprache in der Fakultät für Fremdsprachen, aber die Lehrer durchliefen seit langem keine Fortbildungen mehr.

Wie die Sprachkoordinatorin Svetlana Shubina erklärte, ist die Stiftung bereit, die Lehrer in Atyrau methodisch zu unterstützen und sie bei der Antragsstellung und der Organisation der Kurse in jeder Hinsicht zu unterstützen.

Bemerkenswert ist, dass die interessante Sprache Goethes, Vertreter anderer Nationalitäten und die jüngere Generation nicht kalt ließ. Sie sahen darin eine Perspektive für ihren persönlichen Karriereaufbau.

„Ich habe Verwandte in Deutschland und habe daher die Möglichkeit, dort in Zukunft zu studieren. Wir wissen ganz genau, dass die Hochschulbildung in diesem Land eine der besten der Welt ist. Dies gilt insbesondere für technische Spezialitäten. Die Region Atyrau benötigt hochwertige Fachkräfte, die an deutschen Universitäten ausgebildet werden können. Ich hoffe, dass ich auch einer von ihnen sein werde.“, sagte der Vertreter des ukrainischen Kulturzentrums Bogdan Shevchenko.

Vertreter der deutschen Gesellschaften aus den Regionen Aktobe und Mangystau teilten ihre Erfahrungen mit ihren Kollegen aus Atyrau. Insbesondere in der Region Aktobe, in der rund 5.700 Deutsche leben, wird mit Schulen und Universitäten zusammengearbeitet, Begegnungszentren gegründet und Sozialarbeit geführt, und junge Menschen sind dabei aktiv beteiligt.

„An den beiden Veranstaltungstagen habe ich zahlreiche Ratschläge dazu bekommen, in welcher Richtung wir arbeiten sollten. Es ist klar, dass diese Fragen nicht von heute auf Morgen geklärt werden können, denn alles muss abgewogen und erörtert werden. Doch eines kann ich sicher sagen: Die Arbeit der deutschen Gemeinschaft in Atyrau wird nicht nur auf dem Papier stehen, sondern sie wird unsere Kultur aktiv beleben und fördern. Wir werden Traditionen pflegen und versuchen, Deutschkurse zu organisieren “, sagte Oleg Schmal, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft „Wiedergeburt“ in Atyrau.

Eine Chance für die deutsche Sprache

Walerij Schewalje

In Astana fand am 29. November die Internationale Sprachkonferenz „Deutsch: Herausforderungen und Perspektiven des Lernens in Kasachstan“ statt

Der Abgeordnete des Unterhauses (Mäschilis) des Parlamentes der RK und Vorsitzende des Kuratoriums der öffentlichen Stiftung „Wiedergeburt“ Albert Rau, der außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter der BRD in Kasachstan Tino Klinner, die Vertreter der Bildungssparten des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der RK, der Nationalen Akademie für Bildung namens Altynsarin, des wissenschaftlich-praktischen Zentrums der Republik „Uchebnik“ des MON der RK, des Zentrums des pädagogischen Handwerks AOO „Nasarbaew Intellektuelle Schulen“, die Aktiengesellschaft Nationales Zentrum für Weiterbildung „Orleu“, des Goethe-Instituts, der Schuldirektoren, Deutschlehrer und die Mitglieder der Stiftung „Wiedergeburt“ betonten einstimmig die  Bedeutung und Aktualität der wachsenden Probleme im Alltag der deutschen Ethnie in Kasachstan. Als Ergebnis der Diskussion wurde eine Resolution verabschiedet, als Hauptpunkt wurde kategorisch und präzise ein Datum hervorgehoben. Ab dem ersten September 2019 soll in den Schulen des Landes Deutschunterricht für Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse beginnen. Aber alles nach der Reihe.

Kasachisch und Russisch: Ja! Aber das Erlernen von Englisch oder Deutsch sollte für die Eltern oder Schüler zur Wahl stehen. Als die Entscheidung zum Übergang zur dreisprachigen Schule getroffen wurde – Kasachisch, Russisch, Englisch – wurde die inländische Bildung attackiert und die Zielsetzung schon bald verwässert. Der Akzent wurde darauf gelegt, das die dritte Sprache in einer Gesamtschule auf jeden Fall Englisch sein sollte. Zumindest aus dem Grund, da einige Lehrfächer in den höheren Klassen auf Englisch unterrichtet werden sollen. In Ordnung. Aber niemand ist dazu gekommen oder hat es gewagt, zu sagen, dass eine solch eindeutige Entscheidung in der Angelegenheit gegen die Gesetze unseres Landes verstößt, insbesondere gegen die Konvention zum Schutz der Rechte der Kinder unserer Republik. Es zeigt sich, dass kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, eine überwältigende Mehrheit von Deutschlehrern begann eilig auf Englischunterricht umzuschulen, oder haben direkt den Beruf aufgegeben. Das seit Jahrzehnten bewährte System des Deutschunterrichts begann vor unseren Augen zusammenzubrechen. Pädagogen kündigten, Lehrbücher und methodische Lehrmittel verschwanden, niemand blieb zum lernen übrig. Das Drama verschlimmerte sich mit jedem Jahr und nahm die Form einer Sprachtragödie an. Und inzwischen verlief alles überhaupt nicht nach Plan. Wie sich herausstellte, gibt es keinerlei „Verpflichtung“ den Unterricht der höheren Klassen in Chemie, Biologie, Physik oder anderen Fächern ausschließlich auf Englisch zu halten. Und die gab es nie! Jeder Schüler kann nach seinem Wunsch in diesen Fächer auf Russisch oder Kasachisch lernen, abhängig davon, auf welche Schule er geht. Für viele Teilnehmer der Konferenz wurde diese Information zu einer sensationellen Offenbarung. Tatsächlich ist die Erklärung schnell gefunden: falsch verstanden, wenig propagiert und beworben, sich nicht damit auseinandergesetzt…

Natürlich, alles auf einmal aufzubauen ist einfacher und billiger, als einen praktisch individuellen Ansatz für jedem Schüler zu realisieren. Es ist teuer, kompliziert, es gibt viele Unstimmigkeiten und andere technische Belastungen. Aber das Gesetz muss in seinem ganzen Umfang angewendet werden, und nicht nach dem Anteil von Belastungen und Möglichkeiten.

Die Bemühungen gehen in erster Linie auf Albert Rau zurück, in diesem Jahr liefen die Dinge in die entgegengesetzte Richtung: Das kategorische Wort „Englisch“ wurde im Gesetz durch den diplomatischen Begriff „Fremdsprache“ ersetzt.

Aber wie schaffen wir es zurück auf den Stand von wenigstens des letzten Jahrzehnts und beginnen erneut, Deutsch zu lernen?

Nun, warum „beginnen“? In vielen Gymnasien und Hochschulen des Landes hat man nicht zerstört, was in vielen Jahren erarbeitet wurde, man hat alles so gelassen wie es war: Die Lehrkräfte bei gleichem Gehalt,

die Unterrichtseinheiten sind praktisch gleichgeblieben, Lehrbücher hat man aus Deutschland schicken lassen, Bücher wurden bei Verlagen mit Weltruf bestellt. Das heißt, in diesen tapferen Schulen lernen unsere Kinder Deutsch mit genau den gleichen Lehrbüchern, wie auch in vielen entwickelten Ländern der Welt. Und sie meistern die Programme ausgezeichnet, auch wenn diese den Expertisen der staatlichen Stellen nicht genügen. Man sollte anmerken, das Wort „Expertise“ fiel auf der Konferenz häufiger, als „Kinder“, „Lehrer“ oder „das Recht der Wahl“. Aber dies ist eine Zeit des Umbruchs. Und nicht nur für die Bürokraten des Bildungsministeriums, sondern für uns alle. Die Begutachtung für ein neues Lehrbuch, welches auf dem Tisch unserer Schüler landen könnte, dauert im Durchschnitt gar nicht lange, etwas weniger als ein Jahr. Ohne Ausrufezeichen, alles nach dem Gesetz. Lehrprogramme des Fachs erhalten ein Gutachten und die Genehmigung etwas schneller, aber benötigen auch Zeit. Dabei begann die  Zusammenstellung und die Genehmigung der Deutschlernprogramme wie durch die „Hintertür“ – mit den Lehrmitteln für die zehnten und elften Klassen. Ich bin zwar schon alt, habe sogar das pädagogische Institut abgeschlossen, aber diese Rechenkunst habe ich nicht verstanden. Läuft es darauf hinaus, dass unsere Kleinen von der ersten bis zur vierten Klasse, und nicht nur die aus den deutschen, sondern aus sämtlichen kasachstanischen Familien, die sich dafür entscheiden, wiederum ein Jahr ohne Deutschunterricht verlieren? Man möchte Fragezeichen hinter die halbe Kolumne setzen.

Also woher nehmen wir die Schulbücher und Lehrer, um die Sache auf die nötige Art und Weise in Gang zu bringen?

„Die haben wir,“ sagen die schlauesten Leute der Welt. Und auch wir haben sie, Lehrer und Lehrbücher.  Als die Präsidentin der nationalen Union der Deutschlehrer Kasachstans Nazym Dujsenowa an das Rednerpult trat hing ein weiteres Mal die ewige Frage im Raum: woher? Na von dort: alles aus genau diesen Schulen der Republik. Und wie viele Lehrer sind in der Union? Nicht gerade viele: irgendwas um die 80 Leute (das sind nur die, die eingeschrieben sind). Und wie viele sind es, die zu Englisch gewechselt haben, in andere Fächer, oder die Schule sogar ganz verlassen haben? Gibt es eine Reserve? Zweifellos.

Und wie soll man jetzt Deutschlehrer werden, wenn es in den Schulen, wenn es in den Schulen so armselig wenig unterrichtet wird? Bis vor kurzem hat man Absolventen mit Englisch überhaupt nicht in die deutschen Gruppen eingeteilt. Jetzt hat man auch diese Barriere aufgehoben, aber solche, die sich für diese Kombination entscheiden, sind nicht leicht zu finden. Aber immerhin gibt es auch noch solche Absolventen üblicher Schulen und Hochschulen, die Deutsch von Grund auf lernen und anschließend unterrichten wollen.

In vielerlei Hinsicht könnte das Problem Zuschüsse lösen, die uns großzügigerweise von Deutschland gegeben werden. Könnte, aber bis jetzt hat das noch nicht geklappt. Zuschüsse werden gleichberechtigt an die Hochschulen verteilt, beinahe ohne Rücksicht auf den Bedarf und gehen oft nicht an die spezifischen Stellen.

Zum Thema Lehrbücher wurden auf der Konferenz zwei Lösungen angeboten. Die erste: Vorübergehend wird dem Beispiel der Schulen gefolgt, die bereits jetzt mit den Lehrbüchern deutscher Verlage unterrichten, eine intellektuelle „Allergie“ wird niemand erleiden. Die zweite Variante: eine Arbeitsgruppe zur Förderung von Programmen und Lehrbüchern für Deutsch einrichten und ihr ab dem 1. September 2019 alles Notwendige für die Schulen des Landes zu erteilen.

Es scheint, als hätte Bismarck gescherzt: „Auf Englisch muss man sich mit Diplomaten unterhalten, auf Französisch mit den Damen, und auf Deutsch mit den Pferden“. Wir verzeihen Otto Eduard Leopold von Bismarck, dem ersten Kanzler des Deutschen Reiches eine solche Freizügigkeit. Und stellen etwas richtig: Deutsch: das ist die Sprache der Ingenieure und Maschinenbauer, der Stars der weltweiten Medizin und Wissenschaft.

Der Fakt ist unbestreitbar, er widerspricht nicht der Wahl von beispielsweise Englisch in der Triade des Sprachunterrichts unseres Landes. Aber er erinnert uns auch daran: wenn du echtes Wissen willst und ein Diplom, welches zur Eintrittskarte in jedes beliebige Land der Erde wird: lerne Deutsch. Und im heimischen Kasachstan gehst du mit solchem Wissen auch nicht unter. Deutschland ist heute eines der wenigen Länder der Welt, welches die klassische Form der Bildung für die verschiedensten Berufe bewahrt hat. Die Professur ist eine der besten der Welt, mit ihr besteht die Möglichkeit auf eine sehr hohe Arbeitsvergütung. Lernen ist anstrengend, aber dafür kostenlos. Es werden Semesterbeiträge fällig, allerdings sind die nicht mal annähernd zu vergleichen mit den Kosten für das Studium in irgend einem andern Land der Welt, mit der Ausnahme Österreichs. Dort herrschen analoge Bedingungen. Und dort wird Deutsch gesprochen, wenn ihr euch erinnert.

Wie Albert Rau in seiner Ansprache anmerkte: „Wir sind praktisch an einem Punkt ohne Wiederkehr angekommen, am äußersten Punkt, wo wir alleine schon nicht mehr handeln können, ohne die Zusammenarbeit mit allen dafür verantwortlichen Strukturen. Wenn wir nicht heute unsere Anstrengungen für die Wiederbelebung der Tradition des Deutschunterrichts in Kasachstans verstärken, verlieren wir sie für immer. Wir müssen der deutschen Sprache eine Chance geben“.

 

Businessclub der Deutschen in Kasachstan

Auf dem ersten kasachisch-deutschen Agrarforum, das im Oktober dieses Jahres in Astana stattfand, wurde auf Initiative von Albert Rau, dem Vorsitzenden der gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt, der Businessclub der Deutschen in Kasachstan gegründet. Ein solches Format ist vor allem für die informelle geschäftliche Kommunikation von Geschäftsleuten, den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit sowie die Unterstützung von Existenzgründern erforderlich.

Das erste Treffen des Clubs ließ nicht lange auf sich warten und fand im Restaurant „Jegorkino“ statt, bei dem 20 deutsche Geschäftsleute aus verschiedenen Wirtschaftssektoren zusammenkamen. Der Treffpunkt wurde auch nicht zufällig ausgewählt – der Hotel- und Restaurantkomplex wird von dem ethnischen Deutschen, Yuri Braun, geführt.

Laut Evgeny Bolgert, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ und Verantwortlicher für die Entwicklung des Unternehmertums, soll der Club alle zwei Monate zur Klärung von Fragen in verschiedenen Themen und Bereichen, zusammenkommen. So wurden zum ersten Mal die Unternehmen der anwesenden Clubmitglieder vorgestellt und Informationen über mögliche Praktika in Deutschland im Rahmen des Projekts „Geschäftsbeziehungen“ und die Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmern aus Deutschland diskutiert.

„Von unseren Landsleuten erhielten wir etwa zwanzig geschäftliche Projektvorschläge in verschiedene Richtungen. Nachdem sie damals Kasachstan verließen und ihr Geschäft in Deutschland erfolgreich organisiert hatten, möchten sie, nun, mit einem neuen Status, zurückzukehren und nach Partnern für eine beidseitig günstige Zusammenarbeit.“

„Und wir haben vor, dies in jeder Hinsicht zu unterstützen“, sagte Evgeny Bolgert.

Die Wirksamkeit des Treffens kann bereits anhand der zahlreichen Rückmeldungen von Teilnehmern beurteilt werden, die bereits begonnen haben, das erworbene Wissen und die Erfahrungen zu verbreiten und Kontakte untereinander zu knüpfen. Die Organisatoren sind zuversichtlich, dass die nächste Veranstaltung die Publikumszahl deutlich steigern wird, neue und effektive Projekte werden daraus hervorgehen. Und die Brücke, die zwischen unseren Landsleuten gebaut wurde, wird der kasachisch-deutschen Zusammenarbeit neue Impulse geben.

Deutsche Kasachstans: Menschen, Ereignisse, Epochen

Am 5. Juni 2018 fand in Astana die Internationale wissenschaftliche Konferenz „Deutsche Kasachstans: Menschen, Ereignisse, Epochen“, organisiert durch die gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ und der Unterstützung des deutschen Bundesinnenministeriums, statt.

Auf der Konferenz wurden Berichte über herausragende Deutsche, die maßgeblich zur Entwicklung des Landes und der deutschen Volksgruppe beigetragen haben präsentiert und diskutiert. Nach den Ergebnissen der Konferenz wurde das Redaktionsteam des Projekts „Berühmte Deutsche Kasachstans“ gegründet, die nächsten Schritte für die Projektumsetzung wurden festgelegt.

Die besprochenen Tagungsberichte finden Sie hier.

Programm der internationalen wissenschaftlichen und praktischen Konferenz „Deutsche Kasachstans: Menschen, Ereignisse, Epochen“
Datum: 5. Juni 2018
Ort: Nationale Akademische Bibliothek der Republik Kasachstan, Dostyk Nr. 11
Konferenzmoderation: Podoprigora Ju.I.
Zeit Programmpunkt Ort
9.00 – 9.30 Teilnehmeranmeldung Foyer
9.00 – 9.30 Besuch der Ausstellung «Deutsche Kasachstans» Foyer
9.30 – 10.00 Eröffnung der Konferenz. Grußwort: Saal „Konstituciya“
Rau A.P., Abgeordneter der Majilis des Parlaments der Republik Kasachstan, Vorsitzender des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stftung „Wiedergeburt“
Prokopenko L.A, stellvertretender Vorsitzender der Volksversammlung von Kasachstan, Leiter des Sekretariats der Volksversammlung von Kasachstan der Präsidialverwaltung von Kasachstan
Goldmann Valentina, Leiter der Abteilung Kultur, Presse und Politik der deutschen Botschaft in Kasachstan
Nazyrova S.S., stellvertretender Direktor der nationalen akademischen Bibliothek der Republik Kasachstan
10.00 – 10.30 СкачатьAuman V.A. «Deutsche Kasachstans: Menschen, Epochen, Ereignisse» Saal „Konstituciya“
10.30 – 11.00 Kaffeepause Foyer
11.00 – 13.00 Vorträge: Saal „Konstituciya“
Dyachenko-Winter I.A., Die harten Straßen meines Landes: über Göring Jakob
Suleymanov G.G. Sohn der Steppen – Edward Schuller
Musabekova R.M., Deutsche in der Entwicklung und Betreibung von Ackerland in Kasachstan (am Beispiel von Albert Gerra)

 

Zhandildina T.S. „Wermut-süßer Geruch der Steppe.“ Die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft des Kasachstandeutschen Ivan Sauer.
Wagner S.K. „Mit Liebe zum Menschen.“ Über Brecht Jakow Iwanowitsch, Vorsitzender des Kolchos von Kirow der Region Pawlodar
СкачатьMusagalieva A.S. Soziale Aktivitäten von I. Scharf und sein Beitrag zur Wirtschaft Kasachstans
СкачатьSamosledova K.V. „Aber ich hatte Glück“, über die Gaben und Entbehrungen des Schicksals Felde Vladimir Jakovljevic.
СкачатьAupenova A.U. Archäologischer Pfad V.F. Seibert – der Schlüssel zur Handlung der Vorfahren Nordkasachstans
Avdeev V.A. „Vladimir Auman – loyal sich selbst und seinem Volk!“
13.00 – 14.30 Mittagessen Restaurant

«Daredzhani».

Kaufhaus «Keruen»

14.30 – 17.00 Vorträge: Saal „Konstituciya“
СкачатьAlekseenko M.A.  Fink Victor Vilgelmovich – Ehrendoktor der kasachischen SSR
Kairzhanova B.K. Baumeister ist unser Alles!
СкачатьBaimanova L.S. In Erinnerung an den weisen Mentor (Belz V.A.)
Burgard L.A. Pater Joseph Neigum
СкачатьPutinceva E.V. Eine Spur in der Geschichte. (Klink Vladimir Vladimirovich, Gründer und erster Direktor des Heimatkundemuseums)
СкачатьKlimenko O.S. Die facettenreiche Persönlichkeit Rosa Genrikhovna Steinmark
СкачатьShubina S.A.  Oscar Geilfuß: „Die Realität hat die letzte Note in mir getötet“
Dildebaeva E.R. Schicksal der Kunst (Kreativität und Erbe des unterdrückten Künstlers Leonid von Bruemer (1889-1971)
СкачатьOmarova A.S. Unterdrückte Künstler deutscher Nationalität in Karaganda (G.E. Vogeler, P.P. Friesen)
СкачатьGizdatov G.G. Intermediale Welten von Pavel Zaltsman (Künstler und Schriftsteller)
17.00 – 18.00 Zusammenfassung. Entscheidungsfindung und Abschluss der Konferenz Saal „Konstituciya“
18.30/19.00 Abendessen.

Abend der deutschen Kultur, vorbereitet von Kollektiven der regionalen Gesellschaft „Wiedergeburt“ Astana und der Region Akmola

Resaurant im Hotel IBIS, Astana, Tauelsizdyk, 38

 

 

Fokus: Business

Eine wichtige Rolle in der Festigung und Erhaltung von wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan spielt das Business. Momentan arbeiten in Kasachstan über 900 Unternehmen unter anderem mit deutschem Kapital. Unternehmen haben eindeutig den Wunsch, die Märkte zu erweitern, die Produktion und das Warensortiment zu steigern. Unternehmer suchen nach Möglichkeiten, in aufstrebenden Märkten und in eigene Projekte zu investieren.

Laut dem UNCTAD World Investment Report 2017 „Investitionen und digitale Wirtschaft“ stiegen 2016 die ausländischen Direktinvestitionen in Entwicklungsländern im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahren auf 68 Mrd. USD. Gleichzeitig verdoppelten sich die Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen in die GUS-Staaten und nach Georgien nahezu, vor allem aufgrund des beeindruckenden Wachstums der Investitionen in Kasachstan, während die Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen nach Südosteuropa aufgrund von geringeren Investitionen in das verarbeitende Gewerbe um 5% sanken. Kasachstan hat eine führende Rolle bei der Anwerbung ausländischer Direktinvestitionen auch in Binnenländern. Die Bemühungen zur Vereinfachung des Geschäftsumfelds werden laufend durchgeführt. Dies zeigt sich in einer weiteren Verbesserung der Position des Landes im Doing Business-Rating der Weltbank, das am 31. Oktober 2018 veröffentlicht wurde. Danach ist Kasachstan von 190 Ländern auf Platz 28 gestiegen.

Die wechselseitig vorteilhaften Kooperationsbeziehungen zwischen den Wirtschaftsgemeinschaften Kasachstans und Deutschlands entwickeln Erfahrungsaustausch und Technologietransfer, vereinheitlichen die Standards und Besonderheiten der Geschäftstätigkeit.

Für die erfolgreiche Entwicklung der geschäftlichen Zusammenarbeit wurden die erforderlichen vertraglichen und rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen, und es gibt eine beeindruckende Anzahl von Dialogplattformen und -institutionen: die zwischenstaatliche Arbeitsgruppe für handelspolitische und wirtschaftliche Zusammenarbeit, den deutsch-kasachischen Wirtschaftsrat, die Vertretung der deutschen Wirtschaft in Zentralasien, den Eurasian Club in Berlin und andere.  Die Entwicklung hat auch einen Dialog im Agrarsektor erhalten, der vor allem von Unternehmern der in der Landwirtschaft stark vertretenen ethnischen Deutschen Kasachstans aktiv unterstützt wurde.

Die unterschiedlichen Formen der Interaktion zwischen den Geschäftskreisen der beiden Länder sind aus unserer Sicht zu einer nachhaltigen Business-Plattform geworden. Dadurch können wir zahlreiche Aktivitäten strukturieren und die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftskreisen der beiden Länder in den wichtigsten strategischen Bereichen systematisch gestalten. Zunächst geht es um die Zusammenarbeit in der Landwirtschaft, um erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie um den technologischen Bereich auf Ebene der Industrie 4.0.

Die gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ will zur Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen unseren Ländern beitragen.   Die Basis für den erfolgreichen Betrieb einer Business-Plattform, unserer Meinung nach, könnte der Fonds Memorandum über die Zusammenarbeit mit der ostdeutschen Wirtschaft Committee (Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft), der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Zentralasien (Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien), DLG International geschlossen werden, sowie mit einer Reihe von Partnern, die deutsche Investitionen in Kasachstan anlocken.  Gleichzeitig ersetzt die gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ nicht die Funktionen einer staatlichen Institution, sie leistet im Gegenteil einen eigenen Beitrag zur Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, beispielsweise in enger Zusammenarbeit mit der Außenhandelskammer Kasachstan, der Nationalen Unternehmerkammer Kasachstans „Atameken“ und anderen Organisationen.

Das hohe Maß an Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten beruht nicht zuletzt auf der Entwicklung eines einzigartigen Modells, das auf der Tatsache basiert, dass mehr als 900.000 ethnische Deutsche, die bereits nach Deutschland ausgewandert sind und rund 180.000 in der Republik lebende Deutsche aktiv dazu beitragen.

Warum sollte der Fonds, unserer Meinung nach, einer der wichtigsten Partner der deutschen Wirtschaft in Kasachstan sein? In erster Linie handelt die Stiftung als eine einzige Organisation der Deutschen in Kasachstan, deren aktivster Teil Unternehmer sind. Wir verlassen uns auf die Werte unsere Ethnie: Anstand, Verantwortung, Professionalität.

Neben den wichtigen sozialen und kulturellen Funktionen zur Wahrung der ethnischen Identität der Deutschen in Kasachstan möchte der Fonds ein vollwertiger Partner werden, der die Entwicklung der geschäftlichen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland uneingeschränkt unterstützt.

Um die Geschäftsbeziehungen zwischen Geschäftsleuten beider Länder zu unterstützen und auszubauen, wurde im Jahr 2018 der Koordinierungsrat für die Entwicklung des Unternehmertums geschaffen, der eine ständige Plattform für die Prüfung der wichtigsten Fragen sein wird, die die Interessen der kasachischen deutschen Unternehmer betreffen.

Es ist uns gelungen, eine einheitliche Basis deutscher Geschäftsleute in Kasachstan zusammenzustellen, die bereits mehr als 300 Persönlichkeiten umfasst und stetig wächst. Der Informationsaustausch und das Feedback mit unseren Landsmann-Unternehmern sind etabliert.

In der Stiftung wird ein Entrepreneurship Support Center eingerichtet, das deutschen und kasachischen Unternehmern eine Reihe von Dienstleistungen anbietet. Das Zentrum wird sich auf Rechtsberatung und Rechtsunterstützung konzentrieren, Marketinganalysen, die zur Förderung von Produkten auf dem Markt in Deutschland oder Kasachstan erforderlich sind, nach potenziellen Investoren und Partnern in beiden Ländern suchen, wird für Unternehmer zu einem Leitfaden für staatliche Förderinstrumente. In naher Zukunft wird ein Teil der Dienste auf eine digitale Plattform übertragen und online verfügbar sein. Wir untersuchen die positiven Arbeitspraktiken der Nationalen Unternehmerkammer Kasachstans „Atameken“ und bauen eine enge Zusammenarbeit im Rahmen der Dienstleistungsförderung und des Schutzes von Unternehmensrechten auf. Schließlich sind die Deutschen Kasachstans Teil der Geschäftswelt der Republik, tragen zur regionalen Wirtschaft bei, schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern für das Budget.

Um die Geschäftsinitiativen kasachischer Deutscher zu fördern und die geschäftliche Zusammenarbeit auf zwischenstaatlicher Ebene zu stärken, trat die Stiftung im kasachisch-deutschen Wirtschaftsrat der zwischenstaatlichen Kommission für strategische Partnerschaft bei. Im Blickfeld des Business Council und der Regierungskommission steht die Frage der Entwicklung des Humankapitals als notwendigen Bestandteil der Investitionsattraktivität eines Landes.

Geschäftsreisen von Unternehmensdelegationen, Besuche in Unternehmen zur Einarbeitung in Produktionsprozesse, Management und Schulungen werden regelmäßig organisiert. Es sei darauf hingewiesen, dass seit langer Zeit Praktika für kasachische Spezialisten in deutschen Unternehmen durchgeführt werden. Diese Richtung gilt auch auf Landesebene, insbesondere im Rahmen des Projekts „Unternehmensbeziehungen“, dessen Abschluss gerade das Praktikum in Deutschland ist, eine der vielversprechendsten Unternehmensinitiativen. Heute haben mehr als 500 Vertreter von KMU ein Praktikum in Deutschland absolviert, über 500 Unternehmer absolvieren ein kaufmännisches Training in Kasachstan. Ein weiteres interessantes Projekt, das ebenfalls aus dem Haushalt der Republik Kasachstan finanziert wird, sind die „Senioren“, bei denen erfahrene Spezialisten der älteren Generation Deutschlands dazu anregen, Berufserfahrung an kasachische Spezialisten in einem bestimmten Bereich zu übertragen.

Wie bereits erwähnt, arbeiten derzeit eine Vielzahl von Unternehmen mit deutschem Kapital in unserem Land. Es ist nicht schwer zu vermuten, dass alle diese Firmen qualifiziertes Personal benötigen und zweifellos Fachleute mit Kenntnissen der deutschen Sprache gefragt sind. Daher ist die Priorität der Tätigkeit unserer Stiftung die Organisation von Sprachkursen für Vertreter der deutschen Volksgruppe in Kasachstan. Derzeit wird daran gearbeitet, einen Rekrutierungsservice anzubieten, der sich auf Spezialisten mit Kenntnissen der deutschen Sprache konzentriert.

Mit dem Verband der deutschen Jugend Kasachstans haben wir uns entschlossen, das Jugendunternehmertum zu entwickeln. Die jungen Leute sind am Aufbau eines eigenen Unternehmens interessiert, aber sie haben nicht immer die Möglichkeit, ihre Pläne zu verwirklichen, hauptsächlich aufgrund begrenzter finanzieller Möglichkeiten. In Deutschland finden jährlich große Veranstaltungen wie die Startup-Woche in Düsseldorf, das Startup Weekend in Hamburg und andere statt, mit denen Start-up-Projekte gefördert werden sollen, die hauptsächlich von jungen Menschen initiiert werden. In Kasachstan wird diese Richtung auch immer beliebter und wir haben uns entschieden, auf keinen Fall auf der Strecke zu bleiben. Das ist sehr wichtig, denn im Zeitalter der Digitalisierung gibt es keine Grenzen. Wir hoffen daher in Zukunft auf die Entwicklung einer Interaktion zwischen dem aktiven Teil der wirtschaftsorientierten deutschen Jugend in Kasachstan und jungen Unternehmern aus Deutschland.

So kann gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ zu einem interessierten Partner für deutsche Unternehmer werden, die in den zentralasiatischen Ländern und vor allem in Kasachstan Geschäfte machen wollen. Weitere Informationen über uns finden Sie auf dem Portal der Deutschen in Kasachstan WWW.WIEDERGEBURT.KZ

Vorsitzender des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“

Abgeordneter des kasachischen Parlaments
Dr. Albert Rau

Generationsfolge

Die heranwachsende Generation der Magnistausker deutschen ethnokulturellen Vereinigung „Wiedergeburt“ lernte die Traditionen und Bräuche ihrer Vorfahren kennen. Versammlungsplatz der Teilnehmer der „Wiedergeburt“ wurde das Kinderzentrum „Profi City“. Die erste Erfahrung war ein voller Erfolg, denn viele junge deutsche Teilnehmer erklärten sich dazu bereit tatkräftig zu unterstützen und schlossen sich der Organisation des Festabends an.

– Unser Ziel ist es, die deutsche Jugend und deutschen Kinder zu vereinen, Werte zu vermitteln. Durch die deutschen Traditionen versuchen wir die Idee der Völkereinigkeit und den Völkerfrieden nahezulegen. Wir möchten nicht zulassen, dass sie die Traditionen ihrer Vorfahren in Vergessenheit geraten und gleichzeitig beleuchten, wie aus der Verschmelzung von unterschiedlichen Kulturen, eine große entsteht. Die Jugend soll dazu animiert werden, aktiver im öffentlichen Leben der deutschen Diaspora teilzuhaben – sagt die Projektkoordinatorin Inna Tarasova.

Nach dem Kennenlernen erlernten die Teilnehmer des Treffens Volkstänze und die Zubereitung von traditionellen deutschen Gerichten. Die Workshops wurden von den Vorsitzenden der Jugendclubs „Wiedergeburt“ durchgeführt. Darüber hinaus erzählten Senioren über das traditionelle Handwerk, insbesondere das Töpferhandwerk. Aber es blieb nicht nur bei den Worten, alles Erzählte wurde gleich in die Tat umgesetzt. Man übte sich im Töpfern und mischte den Ton. Diese Veranstaltung gab vielen Teilnehmern, die davor noch nie an so einem Projekt teilgenommen haben, die Möglichkeit, Kontakte auszutauschen und Bekanntschaften zu knüpfen.

– Gemeinsame Tänze, Workshops, Erzählungen der älteren Generation – alles fand in einer äußerst familiären Atmosphäre statt und es wollte sich zum Ende hin keiner verabschieden – teilten Regina und Evelin Adolf mit.

Die wichtigste Frage der Kinder und Jugendlichen lautete: „Wann treffen wir uns wieder?“ Bald sind wieder Feiertage – Advent und Weihnachten. Dazu vorbereiten werden sich die Senioren zusammen mit den Jugendlichen und Kindern.

Politischer Dialog in Berlin

Vom 5. bis 8. November fand die 27. Jahrestagung der AGDM (Arbeitsgruppe deutscher Minderheiten) in Berlin statt. AGDM ist eine politische Plattform, auf der sich Vertreter deutscher Selbstorganisationen in Osteuropa, Russland und Zentralasien treffen. Während der vier Tage fanden zahlreiche Treffen mit deutschen Politikern statt, moderiert vom Vertreter der Bundesregierung für Migranten und nationale Minderheiten des Bundesministeriums für Inneres, Bau und Heimat – Professor Bernd Fabricius. An der Sitzung nahmen seitens der Selbstorganisation der Deustchen in Kasachstan der Vorsitzende des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“, Albert Rau, Mitglied des Aufsichtsrats im Bereich „Jugend“, Maria Borisevic, und der Geschäftsführer der Stiftung, Dmitry Redler, teil.

Das jährliche AGDM-Treffen ermöglicht es Vertretern deutscher Volksgruppen, den Dialog mit deutschen politischen und wissenschaftlichen Institutionen zu intensivieren, Ideen und Projekte auszutauschen und Lösungen für Probleme zu finden, die auf den erfolgreichen Erfahrungen anderer Länder basieren.

Es ist erwähnenswert, dass unter den AGDM-Mitgliedsländern die Deutschen Kasachstans an zweiter Stelle stehen, gleich nach Russland. Die Sitzungsteilnehmer erfuhren über den Stand der Dinge in der Selbstorganisation der Deutschen in Kasachstan, die Neustrukturierung der Mutterorganisation und die vorrangigen Bereiche der Projektarbeit, vor allem die Wiederherstellung des Deutschunterrichts an weiterführenden Schulen. Es sei darauf hingewiesen, dass trotz der geringen Anzahl der deutschen Diaspora (z. B. in Armenien etwa 2000 Menschen) alle daran arbeiten, die Sprache und Kultur zu bewahren.

Es wurde festgestellt, dass jede Selbstorganisation ihre Arbeit unter völlig anderen Bedingungen durchführt, gleichzeitig aber die Priorität jeder Selbstorganisation auf der Jugend und der deutschen Sprache liegt. Das Thema der neuen Zwischenorganisation (Baden-Württemberg International) wurde ebenfalls angesprochen. Viele haben bereits Erfahrung mit dieser Struktur und sind bereit, ihre Erfahrungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Selbstorganisation der Deutschen Kasachstans ab 2020 zu teilen.

Ein wichtiges Ereignis war der Empfang, der dem 30-jährigen Bestehen der Vertretung der Bundesregierung für Migranten und nationale Minderheiten gewidmet wurde. Während des Empfangs hielten der frühere und derzeitige Bevollmächtigte, der Vertreter der Landsmannschaft der Russlanddeutschen in Deutschland (LmDR), Johan Thiessen, und der Vorsitzende des AGDM-Vorstands, Bernard Gaida, eine Begrüßungsrede. Es wurde festgestellt, dass alle ethnischen Deutschen einen unmittelbaren Bezug zu Deutschland haben, weshalb gerade die Selbstorganisationen der Deutschen in Osteuropa, Russland und Zentralasien weiterhin unterstützt werden.

Deutsche Kasachstans: Menschen, Ereignisse, Epochen

Am 5. Juni 2018 fand in Astana die Internationale wissenschaftliche Konferenz „Deutsche Kasachstans: Menschen, Ereignisse, Epochen“, organisiert durch die gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ und der Unterstützung des deutschen Bundesinnenministeriums, statt.

Auf der Konferenz wurden Berichte über herausragende Deutsche, die maßgeblich zur Entwicklung des Landes und der deutschen Volksgruppe beigetragen haben präsentiert und diskutiert. Nach den Ergebnissen der Konferenz wurde das Redaktionsteam des Projekts „Berühmte Deutsche Kasachstans“ gegründet, die nächsten Schritte für die Projektumsetzung wurden festgelegt.

Die besprochenen Tagungsberichte finden Sie hier.

Programm der internationalen wissenschaftlichen und praktischen Konferenz „Deutsche Kasachstans: Menschen, Ereignisse, Epochen“
Datum: 5. Juni 2018
Ort: Nationale Akademische Bibliothek der Republik Kasachstan, Dostyk Nr. 11
Konferenzmoderation: Podoprigora Ju.I.
Zeit Programmpunkt Ort
9.00 – 9.30 Teilnehmeranmeldung Foyer
9.00 – 9.30 Besuch der Ausstellung «Deutsche Kasachstans» Foyer
9.30 – 10.00 Eröffnung der Konferenz. Grußwort: Saal „Konstituciya“
Rau A.P., Abgeordneter der Majilis des Parlaments der Republik Kasachstan, Vorsitzender des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stftung „Wiedergeburt“
Prokopenko L.A, stellvertretender Vorsitzender der Volksversammlung von Kasachstan, Leiter des Sekretariats der Volksversammlung von Kasachstan der Präsidialverwaltung von Kasachstan
Goldmann Valentina, Leiter der Abteilung Kultur, Presse und Politik der deutschen Botschaft in Kasachstan
Nazyrova S.S., stellvertretender Direktor der nationalen akademischen Bibliothek der Republik Kasachstan
10.00 – 10.30 СкачатьAuman V.A. «Deutsche Kasachstans: Menschen, Epochen, Ereignisse» Saal „Konstituciya“
10.30 – 11.00 Kaffeepause Foyer
11.00 – 13.00 Vorträge: Saal „Konstituciya“
Dyachenko-Winter I.A., Die harten Straßen meines Landes: über Göring Jakob
Suleymanov G.G. Sohn der Steppen – Edward Schuller
Musabekova R.M., Deutsche in der Entwicklung und Betreibung von Ackerland in Kasachstan (am Beispiel von Albert Gerra)

 

Zhandildina T.S. „Wermut-süßer Geruch der Steppe.“ Die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft des Kasachstandeutschen Ivan Sauer.
Wagner S.K. „Mit Liebe zum Menschen.“ Über Brecht Jakow Iwanowitsch, Vorsitzender des Kolchos von Kirow der Region Pawlodar
СкачатьMusagalieva A.S. Soziale Aktivitäten von I. Scharf und sein Beitrag zur Wirtschaft Kasachstans
СкачатьSamosledova K.V. „Aber ich hatte Glück“, über die Gaben und Entbehrungen des Schicksals Felde Vladimir Jakovljevic.
СкачатьAupenova A.U. Archäologischer Pfad V.F. Seibert – der Schlüssel zur Handlung der Vorfahren Nordkasachstans
Avdeev V.A. „Vladimir Auman – loyal sich selbst und seinem Volk!“
13.00 – 14.30 Mittagessen Restaurant

«Daredzhani».

Kaufhaus «Keruen»

14.30 – 17.00 Vorträge: Saal „Konstituciya“
СкачатьAlekseenko M.A.  Fink Victor Vilgelmovich – Ehrendoktor der kasachischen SSR
Kairzhanova B.K. Baumeister ist unser Alles!
СкачатьBaimanova L.S. In Erinnerung an den weisen Mentor (Belz V.A.)
СкачатьBurgard L.A. Pater Joseph Neigum
СкачатьPutinceva E.V. Eine Spur in der Geschichte. (Klink Vladimir Vladimirovich, Gründer und erster Direktor des Heimatkundemuseums)
СкачатьKlimenko O.S. Die facettenreiche Persönlichkeit Rosa Genrikhovna Steinmark
СкачатьShubina S.A.  Oscar Geilfuß: „Die Realität hat die letzte Note in mir getötet“
Dildebaeva E.R. Schicksal der Kunst (Kreativität und Erbe des unterdrückten Künstlers Leonid von Bruemer (1889-1971)
СкачатьOmarova A.S. Unterdrückte Künstler deutscher Nationalität in Karaganda (G.E. Vogeler, P.P. Friesen)
СкачатьGizdatov G.G. Intermediale Welten von Pavel Zaltsman (Künstler und Schriftsteller)
17.00 – 18.00 Zusammenfassung. Entscheidungsfindung und Abschluss der Konferenz Saal „Konstituciya“
18.30/19.00 Abendessen.

Abend der deutschen Kultur, vorbereitet von Kollektiven der regionalen Gesellschaft „Wiedergeburt“ Astana und der Region Akmola

Resaurant im Hotel IBIS, Astana, Tauelsizdyk, 38

 

 

Wir gemeinsam!

Farbenspiele, moderne Rhythmen und Kindergelächter… außergewöhnliche Theaterminiaturen und fesselnde Gesänge der Wolgadeutschen wurden den Zuschauern auf der Bühne des Kulturzentrums Max-Taut-Aula in Berlin vorgestellt. Die Gäste wurden auf dem Festival „Wir gemeinsam“, das zum 28. Jahrestag der Wiedervereinigung veranstaltet wurde, herzlich willkommen geheißen.

Unter den in die Hauptstadt der europäischen Kultur eingeladenen Gästen waren unter anderem der deutsche Volksgesangschor „Veilchen“ aus Aktobe (Kasachstan). Die ausdrucksvollen Auftritte der Aktober „Veilchen“ und Stücke in kasachischer Sprache, im Einklang mit den Volkstrachten gewannen einen reichen Applaus.

Mit derselben kasachstanischen Gastfreundlichkeit wurden die Organisatoren dieser Veranstaltung empfangen. Speziell für sie, hatte das Berliner Integrationshaus „Lyra e.V.“ einen Workshop zur Folklore vorbereitet, der von der bekannten Interpretin Elena Gold durchgeführt wurde.

Chorleiter Ravil Gafarov: „Ich kenne Elena schon lange und war umso mehr erfreut darüber, sie hier in Berlin zu treffen. Die Mädchen haben ein neues musikalisches Stück erlernt, und es in verschiedene Stimmen aufgeteilt. Ein großes Dankeschön an den Verein „Lyra“, und insbesondere seinem Vorsitzenden Walter Gauks für dieses Treffen.

Ziemlich beeindruckt war ich von der Organisation des Festivals. Mir gefiel die große Anzahl an verschiedenen Gruppen, die die Vielseitigkeit ihrer Kultur demonstrierten. Auch unsererseits waren wir bemüht, den Reichtum unserer Kultur zu präsentieren. Die Zuschauer empfingen die Auftritte in deutscher und kasachischer Sprache herzlich, das für uns natürlich sehr angenehm war. Uns hob man als Gäste besonders hervor, denn wir konnten unser mitgebrachtes Repertoire in nur zwei Tagen vorstellen, so am ersten Tag – vier Lieder und am zweiten Tag – drei Lieder.

Ebenso erfreut waren wir darüber, dass unter den Kindern und Jugendlichen auch sehr viele Gruppen der älteren Generation auftraten. Sie sangen, tanzten, und das sehr selbstbewusst, keinesfalls schüchtern. Ich wünsche mir, dass auch unsere Gruppen die ältere Generation in die kulturelle Tätigkeit miteinbeziehen. Wir nehmen aus dieser Veranstaltung sehr viel mit. Nicht nur Lieder verschiedenster Genres haben wir gehört und aufgezeichnet, sondern auch die Art und Weise beobachten können, wie die Künstler auftreten. Das ist für uns sehr wichtig.

Aber vor allem interessant ist es zu erfahren, welche Beschäftigungen denn die Deutschen haben, die nach Deutschland ausgewandert sind. Eingliederung der heutigen Generation in die Gesellschaft und Traditionen ist unabsehbar. Wir werden uns bemühen, unseren Kollegen in Kasachstan die Erfahrungen weiterzugeben.“

Auch der letzte Tag war reich an erinnerungsvollen Treffen. Spätaussiedler aus Kasachstan, Kirgistan und Turkmenistan kamen zu den Chorsängern, teilten gemeinsam Erinnerungen von damaligen Geschichten aus Kasachstan. Alle waren dem Auftritt und dem herzlichen Treffen sehr dankbar. Eine große Überraschung war das Treffen mit einem ehemaligen Chormitglied Tatjana Maas, die nun in Deutschland lebt.

Wir erinnern daran, dass im kommenden Jahr „Veilchen“ sein 20-jähriges Jubiläum feiert. Zur Feierlichkeit soll ein großes Konzert stattfinden, zu dem alle Mitglieder, die je in dem multikulturellen Chor gesungen haben, eingeladen werden sollen. Deutsche, Russen, Tataren, Kasachen … – Alle kann man gar nicht aufzählen. Sie kamen alle auf unterschiedlichstem Wege in den Chor. Jemand kam aus Interesse zur deutschen Folklore, jemandem schlug man bei den Deutsch-Kursen vor, im deutschen Chor zu singen.

Aygerim Gabdrakhmanova: „Ich singe bereits seit vier Jahren im Chor. Ursprünglich ging ich nur zu den Deutschkursen in der Gesellschaft „Wiedergeburt“. Das Interesse zur deutschen Sprache weckte in mir meine Großmutter Gulzhan, die nicht nur die Sprache vollumfänglich beherrschte, sondern auch immer im Alltag gebrauchte. Ich werde nie vergessen, wie sie im Sessel saß und deutsche Volkslieder sang.

Ja und so kam es dazu, dass die Kursleiterin Kseniya Vitalyevna hörte, wie ich ein paar Strophen sang. Sie schlug mir vor zum Vorsingen in den Chor „Veilchen“ zu gehen. Ich muss sagen, das war sehr wertvoll für mich und heute ist „Veilchen“ ein wichtiger Teil meines Lebens. Die Reise nach Deutschland und unser Auftritt in Berlin ermöglichte mir nicht nur meine Vokalfähigkeiten zu präsentieren, sondern auch meine Deutschkenntnisse auf die Probe zu stellen. Ich glaube, dass das eine einzigartige Möglichkeit für alle schöpferischen und kreativen Gruppen der deutschen Ethnie in Kasachstan ist. Es ist die Möglichkeit seiner historischen Heimat ein bisschen näher zu kommen und sich auf seiner Muttersprache zu unterhalten – das ist unvergesslich. Und unser Auftritt und die Erfahrung hier ermöglich es uns, in unseren Stücken neue Akzente zu setzen. Da wir ein deutscher Volksgesangschor sind, ist es gerade für uns umso wichtiger unser Repertoire zu ergänzen und so unseren Namen als Chor zu erhalten.

 Perspektiven in der Zusammenarbeit der Medien in Deutschland und Kasachstan

Auf dem Festival der KULTschule, das bereits viele Jahre veranstaltet wird, und sich mit der Projektförderung zur der Vielfältigkeit und den Nachbarschaftsbeziehungen beschäftigt, fand ein Treffen von Redakteuren aus Deutschland und Kasachstan von russisch- und deutschsprachigen Medienkanälen statt. Unter der Leitung des Vorsitzenden Walter Gauks und den Vertretern von führenden Medienkanälen wurden die Möglichkeiten und Perspektiven für eine Zusammenarbeit und ein Informationsaustusch aktiv besprochen.

Im Rahmen des Treffens wurde die Nachfrage der Print und Onlinemedien festgelegt. Dabei hob man das Problem von kaum interessantem Material und starkem Mangel an kompetenten Autoren hervor, denn sogar der, der „gut schreibt, kann auch noch besser schreiben“.

Der geladene Gast und Experte in der Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Dozent der Goethe Universität Horst Martin schlug den Teilnehmern vor, eine Informationsplattform zu erschaffen (eine Art Online-Bildungszentrum), über die es möglich werden soll, zukünftige Journalisten auszubilden. Die Arbeit mit dieser einzigartigen Akademie oder auch Medienlaboratorium, wird so aufgebaut, dass sowohl für Kasachstan als auch für Deutschland ein Nutzen entsteht. Somit wäre es möglich, Online Seminare für die Vertreter im Ausland durchzuführen, ein öffentlicher Zugang zu den Text- und Bildmaterialien (mit deren Übersetzung in die deutsche/ russische Sprache) der Partnerredakteure. Für die Autoren in Kasachstan, die diese Schulung absolvieren, können sowohl Praktikantenaustauschprogramme durchgeführt werden, als auch Veröffentlichungen in den führenden deutschen Medien gemacht werden.

In Zusammenhang mit der starken Nachfrage an professionellen Artikeln im Informationsraum der deutschen Spätaussiedler, wird eine Breitfächerung der Themen vorgeschlagen, indem man für diese Bereiche Fachexperten miteinbezieht (politische Redner, Akteure, Gebildete unter den Spätaussiedler usw.) Besonders in den Mittelpunkt wurden „unscheinbare“ Ereignisse aus dem Leben der Kasachstandeutschen wie in Kasachstan so auch in Deutschland. Denn das ist das lebende Beispiel für das Interesse der Deutschen an ihren Landsleuten im Ausland. Deshalb ist es erforderlich, die jungen angehenden Journalisten, die über solche Ereignisse vor Ort berichten könnten, auszubilden. Das soll eine Grundlage für die Erweiterung der Lesergruppe und die Erhöhung der Abonnentenzahl schaffen, was letztendlich langfristig für eine Lösung der Finanzierungsfrage von diesen Veröffentlichungen sorgt.

Leider können nur wenig Verleger heutzutage mit einem enormen Budget angeben. Die Teilnehmer arbeiteten verschiedene, rentable Möglichkeiten der Ausgabe von Zeitungen und Zeitschriften durch und sprachen auch über eine Anwerbung von Werbetreibenden. Bedauerlicherweise, gibt es weder in Kasachstan, noch in Deutschland einen ausgeprägten Werbe- und Sponsorenmarkt und die Verleger müssen mit ihrem eigenen Budget auskommen. Dadurch, dass dieses Budget jedoch immer geringer wird, geht der Werbetreibender eher in den Verlag, der die größte Lesegruppe für sich gewonnen hat und die größte Abonnentenzahl besitzt. Aus diesem Winkel gesehen, wird die internationale Arbeit eine besondere Rolle für die geographische Erfassung vieler neuer Lesergruppen spielen. Somit wird es für Werbetreibende attraktiver mit diesen Verlegern zusammenzuarbeiten.

Im Laufe der Diskussion wurde mehrmals die Frage erhoben, russischsprachige Medien und Verlage in den deutschen Informationsraum miteinzugliedern. Den Teilnehmern wurde die Aufgabe gestellt, solche Inhalte bereitzustellen, die somit dafür sorgen, dass dieser Austausch als eine Zusammenarbeit der deutsch- und russischsprachigen Medien anerkannt wird. Auf diese Art und Weise wird ein festes Fundament für ihre Integration gelegt.

Zum Abschluss dieses Treffens wurde vereinbart ein sogenanntes Medienlaboratorium mit folgenden Zielen zu schaffen:

  • Koordination der Informationsflüsse
  • Internationale Zusammenarbeit
  • Integration der russischsprachigen Medien in den deutschen Informationsraum
  • Ausbildung angehender Journalisten und Redakteure
  • Durchführung von Konferenzen und Fortbildungsveranstaltungen (Seminare)

Es wurde eine Arbeitsgruppe zur Erstellung eines Exposés geformt, nach welchem die Rahmenbedingungen für die Verträge über die Zusammenarbeit beschlossen werden. Die Für die Arbeitskoordination und Organisation des Medienlaboratoriums ist die Jugend-LmDR und Lyra e.V.

Wie Heinrich Zertik, öffentlicher Funktionär, der aktiv an der Arbeitsplanung der Informationsplattform teilnahm, anmerkte: „Alleine ist es schwer, aber wenn wir gemeinsam daran arbeiten werden, wird es einfacher sein. Es ist wichtig für jeden einzelnen von uns, offen für eine Zusammenarbeit zu sein, die von Vertrauen und dem Willen zur Problemlösung geprägt sein soll. Ich wünsche uns allen viel Erfolg!“

Veronika Lihobabina

Die Botschaft des Präsidenten „Erhöhung des Bevölkerungswohlstands in Kasachstan: Einkommenserhöhung und Erhöhung des Lebensstandards“ wurde auf der erweiterten Sitzung des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“

In Astana fand am 15. Oktober eine Sitzung des Aufsichtsrats der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ statt, bei dem die regionalen Gesellschaften teilnahmen. Das Hauptthema der Sitzung war die Botschaft des Präsidenten Kasachstans Nursultan Nazarbaev vom 5. Oktober an die Bevölkerung der Republik. Im Rahmen der Sitzung wurde der Auftritt des Staatsoberhauptes als Zeichen einer standfesten und zielorientierten Politik gedeutet, die darauf ausgerichtet ist, sich als ein sich stetig weiterentwickelnder Staat mit einer dynamischen Wirtschaft und erhöhten Lebensbedingungen für die Bürger zu positionieren.

Das größte Interesse der Diskussionsteilnehmer wurde der Erarbeitung von Maßnahmen zur Unternehmensförderung gewidmet, da eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der GS die Unternehmerförderung darstellt. Im Laufe der Diskussion kamen einige Vorschläge zur Förderung des ethnischen Unternehmertums hervor, die auf der Grundlage der GS und den regionalen Gesellschaften „Wiedergeburt“ vorangebracht werden sollten. Dank der staatlichen Unterstützung und Erschaffung eines positiven Investitionsklimas, kann die GS aktiv in der Entwicklung einer günstigen Zusammenarbeit zwischen den deutschen Unternehmern in Kasachstan und den Unternehmern in der Bundesrepublik mitwirken. Ebenso soll eine Wirtschaftsplattform geschaffen werden, um das junge Unternehmertum zu fördern.

Staatliche Maßnahmen zur Förderung des landwirtschaftlichen Sektors, die in der Botschaft des Staatsoberhauptes erwähnt werden, spielen für die Deutschen in Kasachstan ebenso eine bedeutende Rolle, dass der Großteil der deutschen Unternehmer Kasachstans in der Landwirtschaft tätig ist. In dieser Hinsicht ist es wichtig, sich nach einer Zusammenarbeit mit den Partnern aus der Bundesrepublik zu streben, um einen Austausch und Transfer von modernen Technologien in der Landwirtschaft zu schaffen.

Der nächste wichtige Punkt an der Tagesordnung war die Förderung der Jugend, Steigerung ihrer Konkurrenzfähigkeit, ihres Bildungsniveaus und ihrer sozialen Aktivität. Wie das Staatsoberhaupt anmerkte, soll die Jugend prioritär in der Staatspolitik sein. Man müsse soziale Leitern schaffen, und das kommende Jahr der Jugend widmen. Diese strategischen Ziele stimmen vollkommen mit den Zielen der Jugendarbeit der GS überein. Deshalb unterstütze man die Modernisierung der staatlichen Jugendpolitik, und sei bereit, in jeglicher Hinsicht dem mitzuwirken. Gerade in den regionalen Gesellschaften „Wiedergeburt“, in welchen solche Jugendclubs beständig sind. Mit großer Zuversicht sahen die Teilnehmer der Sitzung auf die Bildung von sozialen Leitern.

Zusammengefasst wird man sagen können, dass die Teilnehmer wohl erkannt haben, dass in der Botschaft des Präsidenten nicht nur Herausforderungen aufgeführt wurden, denen sich der Staat stellt, sondern auch deren moderne Lösungsansätze. Abgesehen von den globalen Bedrohungen, dem weltweiten politischen und wirtschaftlichen Veränderungsprozesses, wird eine korrekte politische Leitung die Risiken in Möglichkeiten umwandeln können. Eine davon – die Einheit unseres Volkes, das aus einer Vielzahl von Ethnien besteht.

Am 11.08.2018 ist das lange ersehnte Jugendsprachcamp „Jugendtreff.kz“ endlich gestartet!

sport mit dem Sprachassistenten aus Deutschland macht besonders SpassInternationales PersonalteamIMG-20180813-WA0121 (2)IMG-20180813-WA0117 (1)IMG-20180813-WA0116 (1)IMG-20180813-WA0115IMG-20180813-WA0114 (1)IMG-20180812-WA0073IMG-20180812-WA0072IMG-20180812-WA0070IMG-20180812-WA0055im CampGruppeDeutschunterrichtam ersten Tag in Borowje

60 junge Leute aus der deutschen Minderheit aus verschiedenen Eckchen Kasachstans sind in dem Bildungs- und Freizeitzentrum Baldauren, Borowoje, für 14 Tage zusammen gekommen, um intensiv Deutsch zu lernen, vielseitige Workshops zu besuchen, Sport zu treiben und neue Freunde kennen zu lernen.

Das internationale Organisatoren- und Personalteam hat ein spannendes und interessantes Programm vorbereitet:

  • 4 Stunden Deutsch jeden Tag mit den Superdeutschlehrern aus Kasachstan und Russland;
  • Workshops „Sport“, Theater“ und „Medienwerkstatt“ mit den engagierten Sprachassistenten aus Deutschland;
  • Workshops „Geschichte der Deutschen Kasachstans“, „Deutscher Volkstanz und moderner Tanz“ und „Lieder“ mit der ethnokulturellen Komponente;
  • Lustige und interessante Abendveranstaltungen, wo man das Erlernte auf Deutsch sofort anwenden und seine Talente zum Ausdruck bringen kann;
  • dazu noch Wettbewerbe, Ausflüge, Spaziergänge in einer der schönsten Gegenden Kasachstans, Schwimmband, Diskos und vieles andere.

14 Tage Deutsch, Spaß, neuer unvergesslicher Eindrücke und interessanter Programmpunkte liegen noch vor!

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