Die drei Saiten des Belger

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Eine Gedenkveranstaltung fand in der Gesellschaft der Deutschen Aktau statt. Das literarische Treffen war dem Publizisten und Übersetzer Gerold Belger gewidmet.

Es ist kein Zufall, dass viele Publizisten und Schriftsteller den Namen Belger mit Puschkin, Abaj, Schiller und Goethe gleichsetzen.

– Gerold ist ein Fels in der Brandung! Solche Menschen werden nur einmal in einem Jahrhundert geboren. Und ich hatte das große Glück, ihn persönlich kennenzulernen.Sein Name wird für immer als einer der besten Söhne Kasachstans in die Geschichte eingehen, – sagte vor einigen Jahren der berühmte Poet aus Aktobe Walerij Martynenko.

Vor kurzem haben die Aktivisten des historischen Zirkels, den es in der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Aktobe gibt, einige Werke von Gerold Karlowitsch analysiert und auch seine Biografie genauer betrachtet.

Das Gewissen Kasachstans

Die literarischen Tage im Gedenken an Gerold Karlowitsch sind in Aktau bereits zu einer Tradition geworden. Das Format der aktuellen Veranstaltung ist ein Treffen mit Bewunderern seines Talents und solchen, die mehr über das Werk des Schriftstellers erfahren möchten. Im Gebäude der Versammlung des Volkes Kasachstans des Gebietes Mangistau hat die örtliche Gesellschaft der Deutschen mit Unterstützung der Mitarbeiter der regionalen K. Cydykow-Universalbibliothek eine Ausstellung mit Büchern und Werken Belgers organisiert.

– Gerold Belger, Publizist und Übersetzer, wurde in einer Familie von Wolgadeutschen geboren. Im Jahr 1941 wurde er als ethnischer Deutscher mit seiner Familie nach Kasachstan deportiert, – mit diesen Worten eröffnete die Koordinatorin des Netzwerks der Begegnungszentren der Gesellschaft „Wiedergeburt“ in Aktau Darja Maschinskaja das Zusammentreffen. – Als hochangesehener und gleichzeitig so einfacher und freundlicher Mensch sammelte er so viele gute Eigenschaften in sich. Wie seine Kollegen anmerkten, war er das Gewissen Kasachstans. Er sprach und schrieb direkt über das, was er dachte, er verbarg die Probleme des Landes nicht, sondern sprach mit Stolz über sie, wie ein echter Patriot.

Nach einer einführenden Exkursion sahen sich die Zuhörer, und das sind nicht nur die Mitglieder der deutschen Gesellschaft, sondern auch die Vertreter anderer ethnokultureller Vereinigungen, zwei Dokumentarfilme an, die dem kasachischen Publizisten gewidmet waren.

„Ich bin der Zögling dreier Staaten“, – das sagte Gerold Karlowitsch nicht selten über sich. Der Nationalität nach Deutscher, geboren in Russland, aber aufgewachsen in einem kasachischen Aul, hat er alle drei Kulturen tief in sich aufgesogen.

Freundschaft, Eintracht und gegenseitige Hilfe sind wichtige Gedanken, die Gerold Belger versucht hat, den Lesern in seinen Werken zu vermitteln.

– Seine Werke sind mir nicht bekannt, aber dank solcher Veranstaltungen lernen wir die Kultur und die Kunst verschiedener Völker kennen. Mit hat Belgers umsichtiger Umgang mit den Sprachen sehr gefallen, – erzählte der Vorsitzende der dagestanischen Gesellschaft des Gebietes Mangistau Jusup Schachschaew.

Über die Filme, die gezeigt wurden, entstand eine lebhafte Dikussion.

– Jeder der Anwesenden hat sich beteiligt. Und als ich Zitate aus seinen Werken präsentierte, entstand eine hitzige Diskussion – sagt Darja Maschinskaja. – Wir haben Themen diskutiert, die den Autor erregten. Themen, die ihre Aktualität bis heute nicht verloren haben. Wir haben zum Beispiel über die Schwierigkeiten beim erlernen einer bestimmten Sprache oder die Reinheit einer Sprache gesprochen, oder wie sich die Mentalität auf sie auswirkt. Viele haben ihre eigenen Erfahrungen geteilt. Was mich betrifft, so hat mich sein Bekenntnisroman „Der Ruf“ besonders beeindruckt. Es ist ihm gelungen, eine Annäherung an den Leser zu finden, was sehr wertvoll ist. Sein Werk ist vom Geist des Internationalismus durchdrungen.

Im Anschluss an die Veranstaltung entschied sich aus voller Überzeugung eine der Teilnehmerinnen, Tatjana Martyn, in die Bibliothek zu gehen:

– Ich bin eine Leseratte – ich liebe sowohl die moderne Literatur, als auch die Klassik. Zu meinem Bedauern kannte ich das Werk von Gerold Belger nur oberflächlich. Aber es ist nie zu spät, seinen Horizont zu erweitern! Er hat wichtige Dinge geschrieben und gesagt, die einfach jeder wissen sollte. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich jetzt Belger für mich entdeckt habe.

Der langjährige Freund und Aktivist der Gesellschaft der Deutschen, Igor Maschinskij, kam mit seiner Ehefrau zu dem Treffen:

– Mir haben schon immer jene Menschen imponiert, die Sprachen beherrschen. Es ist wundervoll, wenn man lese, schreiben und seine Gedanken in verschiedenen Sprachen formulieren kann. Glauben Sie mir, in Kasachstan gibt es viele Menschen, die sich unbedingt die Staatssprache erschließen wollen. Was die Arbeiten von Gerold Belger betrifft, so haben mich die „Kasachischen Arabesken“ sehr interessiert. In dem Buch werden nicht einfach nur übersetzte Sprichwörter präsentiert, sondern auch die Erläuterungen des Autors, was sehr nützlich und wertvoll ist.

Inspiriert von dem positiven und produktiven Treffen haben die Teilnehmer der Veranstaltung vereinbart, sich öfter zu treffen – bereits in einem umfangreicheren Format, um über die Kunst kasachischer, russischer und deutscher Schriftsteller und Publizisten zu diskutieren.

Vorbereitet von Dmitrij Schinkarenko

Übersetzung: Philipp Dippl

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