Harmonie von Musik und Tanz

Zurück

Wie war das Festival „Ethnische Polyphonie“ für die Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“?

Ende Oktober dieses Jahres fand in der Hauptstadt Kasachstans ein Konzert aus der Reihe „Ethnische Polyphonie“ statt, welches von der Volksversammlung Kasachstans organisiert wurde. Die Veranstaltung fand im Al-Farabi-Schülerpalast statt und umfasste auch die Teilnahmen von Gruppen aus ethnokulturellen Vereinigungen. Kreative Kollektive der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ der Region Astana und Akmola nahmen unter der künstlerischen Leitung von Swetlana Rutz (Chorleiterin) und Viktoria Obrastsowa (Choreografin) an dem Konzert „Ethnische Polyphonie“ teil. Die Idee für die Nummer „Erntedankfest“ kam ihnen nach dem Besuch einer Fortbildung „Besonderheiten des deutschen Gesangs- und Choreographie Ensembles“. Mit der Animation der Erfahrung sollte eine Nummer für das „Ethnische Polyphonie“ Festival der Volksversammlung Kasachstans geschaffen werden.

Fünf kreative Ensembles der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ waren an der Produktion der Nummer „Erntedankfest“ beteiligt. Um zu erfahren, wie die Vorbereitungen für das Festival gelaufen sind, haben wir mit den künstlerischen Leitern Kontakt aufgenommen.

Viktoria Alexandrowna, wie ist die Idee entstanden und wie haben Sie begonnen, die Nummer zu gestalten?

„Wenn ich in der deutschen Gemeinschaft arbeite, schaue ich mir immer die Menschen an, ihre Emotionen, ihre Einstellung zur Arbeit, das Team, und lasse mich davon inspirieren. Inmitten dieser Atmosphäre entsteht der Wunsch, etwas Neues zu schaffen, meinen Beitrag zu leisten. Die deutsche Volksmusik ist vielfältig, sie bringt einen auf neue Ideen, sie inspiriert einen, und es kommen einem verschiedene Ideen für die Aufführung in den Sinn. Als ich die Melodie des Prologs hörte, sah ich sofort Kinder und etwas Blumiges und Buntes. Unser ganzer Block bestand aus Aktionen im Dorf, also wollten wir ihn mit etwas Fröhlichem, Leichtem und Hellem eröffnen. Natürlich war die Anzahl der Darsteller entscheidend – die Kinder reagierten schnell auf die Teilnahme. Die deutschen Trachten brachten Farbe ins Spiel; die Utensilien, die mit Hilfe unserer Kollegen von der regionalen Gesellschaft hergestellt wurden, unterstrichen die besondere Atmosphäre.“

Welche Rolle spielte dabei die Musik?

„Die gewählte Musik basiert auf einer alten mittelalterlichen Melodie, die auf einem Saiten- und Zupfinstrument, der Zither, gespielt wird. Deshalb gibt es eine solche Symbiose und Verbindung der Zeiten: vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Wir inszenierten das Erntedankfest und zeichneten eine Zeitleiste aus dem Mittelalter. Dann folgte ‚Hopsapolka‘ – ein Volkslied der Wolgadeutschen, gefolgt von der Komposition ‚Hei, Stoffel‘ auf die Melodie von ‚Antoshka‘ und einem modernen Tanz ‚Lustige Kuh‘. Das Konzert endete mit dem alten Lied ‚O, Isabella‘ und einer Demonstration der deutschen Hochzeitsrituale. Warum haben wir uns für eine Hochzeitszeremonie entschieden? Denn nach deutscher Tradition endete das Erntedankfest mit einer Hochzeitszeit, die bis zur nächsten Aussaat dauerte. Es war Zeit für Hochzeiten und Feste!“

Swetlana Anatoljewna, eine abschließende Frage: Konnten die Vorstellungen in die Realität umgesetzt werden?

„Ich bin mit dem Ergebnis der Produktion von ‚Erntedankfest‘ zufrieden, aber es gibt immer Raum für Verbesserungen und etwas, das man anstreben kann. Ich stelle fest, dass es an Präzision in den Tanzbewegungen und an deutlich ausgesprochenen Texten mangelt. Eine Musik- und Tanzkomposition zu machen ist viel schwieriger als nur ein Lied zu singen. Aber sie ist spektakulärer, interessanter und bringt das Bild des gespielten Stücks noch besser zur Geltung. Die Nummer war nicht nur für das Publikum interessant, sondern auch für die Darsteller. Ich habe gesehen, wie die Darsteller im Laufe des Prozesses ihre Fähigkeiten offenbarten: Zunächst gab es Widerstand, weil sie die Interaktion zwischen Körper und Stimme nicht gleichzeitig akzeptierten. Aber dann kamen die Jungs ins Spiel. Ich liebe es, unseren Auftritt auf dem Festival Revue passieren zu lassen und zu sehen, wie sich die einzelnen Nummern entwickeln und miteinander in Verbindung stehen. Deshalb kam unsere Nummer auch so gut beim Publikum an, das nach der Aufführung auf uns zukam und seine Dankbarkeit und Begeisterung zum Ausdruck brachte.

In den letzten Jahren finden solche Veranstaltungen regelmäßig in der Volksversammlung Kasachstans statt, an denen die Regionale Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ der Region Astana und Akmola stets aktiv teilnimmt. Wir möchten den Teilnehmern der kreativen Kollektive, den künstlerischen Leitern Swetlana Rutz und Viktoria Obrastsowa für ihren Beitrag zur Entwicklung der Kultur einen großen Dank aussprechen. Wir gratulieren Ihnen herzlich zu der gelungenen Aufführung und werden die Aktivitäten der Deutschen Gesellschaft „Wiedergeburt“ Astana und ihre kreativen Erfolge weiterverfolgen!“

Junna Kinereisch

Übersetzung: Annabel Rosin

Поделиться ссылкой:

x

    X