In Nur-Sultan entsteht das Kasachisch-Deutsche Zentrum

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In Berlin fand die Unterzeichnung eines Abkommens zur Schaffung eines Kasachisch-Deutschen Zentrums in der Stadt Nur-Sultan statt. Das Dokument zwischen dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ wurde am 6. Dezember von Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sowie Dr. Albert Rau, Abgeordneter der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ unterzeichnet. Es ist symbolisch, dass dieses für die Deutschen Kasachstans bedeutende Ereignis während des ersten offiziellen Deutschlandbesuchs von Präsident Kasym-Shomart Tokajew stattfand.

Die Idee der Eröffnung eines Kasachisch-Deutschen Zentrums in der Hauptstadt, die von Albert Rau initiiert wurde, wurde auf der XVII. Sitzung der Kasachisch-Deutschen zwischenstaatlichen Kommission zu Fragen der in der Republik Kasachstan lebenden ethnischen Deutschen erörtert. Die Aktualität des Themas ergibt sich aus der Zeit: Zuallererst konzentriert sich ein Großteil der Deutschen Kasachstans gerade in den nördlichen Gebieten des Landes, daneben schafft die Hauptstadt natürlich immer größer werdende Möglichkeiten.

Für ein Zentrum der Selbstorganisation der Deutschen im Norden plädierte seinerzeit der in Kasachstan berühmte Schriftsteller und Übersetzer Gerold Belger, der es verstand, dass die Bewahrung der nationalen Identität nur innerhalb des kompakten Siedlungsgebietes der Ethnie möglich ist. Solche Orte gibt es heute praktisch nicht mehr, deshalb ist es wichtig, die Ressourcen in der Hauptstadt zu konzentrieren, da in den angrenzenden Gebieten der Stadt die Mehrheit der deutschen Bevölkerung der Republik lebt.

Die Hauptaufgabe des Kasachisch-Deutschen Zentrums sehen beide Seiten in der allumfassenden Unterstützung der deutschen Ethnie der Republik. Und dies beinhaltet nicht nur die Projektarbeit im Rahmen der Umsetzung des Förderprogramms des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, sondern auch die Förderung der kasachisch-deutschen Beziehungen im Bereich der Wirtschaft.

Albert Rau: „Im Dezember letzten Jahres habe ich Bundeskanzlerin Angela Merkel schriftlich um Unterstützung beim Aufbau des zweiten Deutschen Hauses in Kasachstan gebeten. In diesem Jahr kam die Regierung Deutschlands zu einer positiven Entscheidung. Es wird nicht nur ein Zentrum oder ein Büro sein – es wird ein lebendiges Haus voller Menschen sein, die der deutschen Kultur und Tradition teilhaftig werden möchten. Hier wird das Büro der Gesellschaftlichen Stiftung untergebracht sein, die Regionalgesellschaft der Hauptstadt und des Akmolinsker Gebietes wird hier ihren Aktivitäten nachgehen, die Treffen des Business-Clubs der deutschen Unternehmer werden hier stattfinden. Die „Wiedergeburt“ soll als Element der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern dienen. Und die geografische Lage des Zentrums in der Hauptstadt der Republik wird dem besonders förderlich sein.

Erstens leben bekanntlich im Norden mehr als 80% der Deutschen des Landes, und die Dachorganisation sollte sich näher an den Regionen ihrer hauptsächlichen Wohngebiete befinden, was seinerseits die Bindung innerhalb der Ethnie stärkt. Wie bekannt ist, haben wir im Jahr 2018 das Front-Office in der Hauptstadt in temporären Räumlichkeiten eröffnet und die Praxis hat gezeigt, dass dies die richtige Entscheidung war.

Der zweite Punkt: Der Standort in der Hauptstadt ermöglicht es, die Interaktion mit der Regierung und der Versammlung des Volkes Kasachstans, sowie mit der Botschaft Deutschlands und den deutschen Instituten zu stärken. Bis heute wurde eine dreistufige Ausschreibung durchgeführt und ein Gebäude ausgewählt, welches im kommenden Monat erworben werden soll. Anschließend wird an der Renovierung gearbeitet. Ich hoffe, dass wir es im nächsten Jahr in Betrieb nehmen können.“

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