Meine Weinachtsgeschichte. Bachit Kalijewa

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Ich bin in einem kleinen Dorf, in der großen Familie geboren. Mein Vater war einfacher Arbeiter, Mutter – Hausfrau. Ich und mein kleiner Bruder warteten mit großer Ungeduld auf das Neujahr und glauben an Neujahrswunder. Unsere Nachbar waren Deutsche, von ihnen erstmal haben wir das Wort Weinachtsmann gehört.

Alle Kinder, Russen, Kasachen oder Deutsche, hatten einen gleichen Wunsch, von Ajas Ata, Weinachtsmann oder von Ded Moros, Geschenke zu bekommen. Damals verstanden wir diese Unterschiede nicht. Unser Wunsch war Geschenke zu bekommen.

Aber das verstanden unsere Eltern. Es waren die hungrige Jahre nach dem Krieg, des Neulandes. Trotzdem machten unsere Mütter und Väter für uns Feier. Es kam ihnen die Idee, zusammen Neujahr und Weihnachten feiern…

Die Feier war feuchtfröhlich. Wir schmückten unsere Häuser, Höfe, Tannenbäume, machten Geschenke für einander. Die Eltern kochten, deckten Tisch mit russischen, kasachichen und deutschen Gerichten. Wir aßen Beschbarmak, den meine Mutter kochte, und Borsch unserer Nachbarin Tante Mascha. Tante Elsa brachte Weinachtskuchen. Wir lachten, spielten und tanzten, tranken Tee. Erwachsenen sungen Volkslieder, sogar brachte jemand Garmoschka. Wenn wir am Tisch saßen, hat uns Onkel Sigfried fotografiert. Spät am Abend verabschiedeten wir uns alle lachend und müde von einander. Aber alle waren zufrieden mit den Geschenken, die Feier war unvergeßlich.

Heute sind wir alle Erwachsenen, haben eigene Familien… Unsere Kinder haben auch eigene Kinder. Jede unsere Familie hat eigene Traditionen, eigene nationale Feste und Bräuche, wir leben heute in verschiedenen Ecken der Erde, aber dieser schöne, unvergeßliche und warme Abend im kalten Dezember 70-r Jahre in der kasachischen Steppe bleibt für uns als Muster der Kinderfreundschaft, der festen Freundschaft zwischen Kasachen, Russen und Deutschen, zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten.

Gestern hat mich meine Nachbarin, meine Freundin Anne aus Deutschland angerufen. Sie hat mir ein altes Foto gesendet. Auf dem Foto schauen auf mir die Augen meiner Freunde aus ferner Kindheit, wo unsere unvergeßliche Ajas Ata, Ded Moros und Weinachtsmann geblieben sind.

Heute ist der 22. Dezember. Heute hatte ich alle Hände voll zu tun. Ich schmückte den Tannenbaum, ich bereitete schon für meine Kinder und Enkel schöne Geschenke zum Neujahr, denn in unserer kasachischen Familie beginnt Жаңа Жыл, Новый Год von WEIHNACHTEN… In Erinnerung an unsere Freundschaft…

So ist unsere kasachstanische Weinachtsgeschichte, meine Weinachtsgeschichte…

Bachit Kalijewa (Terenkol)

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