Sprache ist eine der Grundlagen des Staates

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Die Familie des Vorsitzenden der deutschen Gesellschaft „Heimat“ Uralsk studiert die Bräuche und Traditionen des kasachischen Volkes.

Internationale Familien gibt es in Westkasachstan zuhauf. Eine von ihnen ist das Ehepaar Frank. Gennadij und Zhanna sind seit vielen Jahren zusammen, sie ziehen Kinder groß, feiern Feiertage – deutsche und kasachische, bei denen sich der Dastarchan vor Speisen biegt: Bauyrsaki und Beschbarmak stehen neben Kuchen und Strudeln.

– Unser Land ist ein Beispiel für interethnische Harmonie und Frieden. Wir sind hier geboren und aufgewachsen, wir respektieren und ehren die Kultur und Traditionen des kasachischen Volkes, – sagt der Vorsitzende der ethnokulturellen Vereinigung „Heimat“ Uralsk Gennadij Frank.

Vor kurzem haben die Vertreter der deutschen Gesellschaft an dem Wettbewerb «Тіл тұтастық туы» teilgenommen, der von Repräsentanten der Volksversammlung Kasachstans des Gebietes Westkasachstan anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeit des Landes organisiert wurde.

– Wir arbeiten ständig daran, die Status der Staatssprache zu stärken und fördern die Sprachpolitik auch unter den Vertretern anderer Ethnien. Wir versuchen, die Sphäre der kasachischen Sprache durch Traditionen und Bräuche zu erweitern. Solche Wettbewerbe tragen hierzu bei, – wurde in der Abteilung für Kultur und Sprachentwicklung Uralsk erklärt.

Der Wettbewerb bestand aus mehreren Etappen. In der ersten Runde «Сәлем – сөздің анасы» – mussten die Teilnehmer ihr Team, das aus fünf Personen besteht, in kasachischer Sprache vorstellen. Zhanna sprach darüber, wie jedes Familienmitglied seine Zeit verbringt, sie erwähnte Hobbys und Gewohnheiten. Dies ist keine leichte Aufgabe, da jedem für diese „Visitenkarte“ nur maximal drei Minuten zur Verfügung standen.

Die zweite Runde – «Ас – адамның арқауы» – war dazu bestimmt, Kochkünste zu demonstrieren. Die Wettbewerbsteilnehmer mussten ein kasachisches Nationalgericht zubereiten, sowie dessen Geschichte und Rezept erklären. Und das natürlich in kasachischer Sprache. Das Los der deutschen Gesellschaft fiel auf Kuyrdak.

– Mir haben meine Tochter Sofija und meine Nichte Rajana geholfen. Zuhause kochen wir dieses Gericht oft, deshalb konnten wir unsere kulinarische Kreation ohne Probleme präsentieren. Später sagte eines der Jurymitglieder, unser Kuyrdak könne den höchsten Persönlichkeiten unseres Staates serviert werden, – Zhanna Frank verbirgt ihren Stolz nicht.

In der nächsten Runde – «Салт-дәстүрім – қазынам» – ging es um die Demonstration kasachischer nationaler Traditionen und Rituale.

– Uns fiel «Сүйінші» zu. Welch eine liebe Tradition. Normalerweise beginnen diejenigen, die eine gute Nachricht überbringen möchten, ihre Rede mit dem Wort «сүйінші». Und um die Nachricht zu hören, muss man dem Boten ein Geschenk, Geld oder eine andere Belohnung geben. Seit der Antike befolgen die Kasachen diesen Brauch, – erzählt Gennadij Frank mit einem Lächeln.

Die letzte Runde – «Өнерлі өрге жүзер» – war dem nationalen kasachischen Tanz oder dem Gesang gewidmet. Von der deutschen Gesellschaft wurde Zhanna Frank mit der Aufgabe betraut, aufzutreten. Sie führte das Lied «Көзімнің қарасы» auf. Diese schöne Stimme, die Sinnlichkeit und die Beseeltheit ließen niemanden gleichgültig.

Nach hitzigen Diskussionen gab die Jury die Gewinner bekannt. Den dritten Platz belegten die Vertreter der deutschen Gesellschaft „Heimat“.

– Wenn man bedenkt, dass wir uns nur ein paar Tage lang vorbereitet haben, ist dies ein sehr gutes Ergebnis. Und es haben sich alle hier nicht so sehr wegen der Preise beteiligt, sondern um die vielfältigen Talente des freundschaftlichen kasachischen Volkes zu zeigen. Ich bin mir sicher, dass die kasachische Sprache für jeden Bürger unserer Republik eine wichtige Bedeutung besitzt. Wir lieben sie aufrichtig und versuchen, sie häufiger im Leben zu verwenden, – resümiert der Leiter der Gesellschaft der Deutschen von Uralsk Gennadij Frank.

Konstantin Sergeew

Übersetzung: Philipp Dippl

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