Sprüche für die Ewigkeit

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Die Aktivisten des Jugendklubs „Junge Sterne“ Aktobe haben die „Sprüche“ kennengelernt.

Das einst populäre Genre der deutschen Poesie durchlebt heutzutage nicht seine besten Tage. Nichtsdestotrotz werden die „Sprüche“ nicht selten zum Studiengegenstand.

– In einfacher Umgangssprache geschrieben, tragen sie einen historischen Wert in sich. Wir können nachvollziehen, wie sich die Sprüche im Laufe der Zeit verändert haben, sie spiegeln nicht nur religiöse, sondern auch weltliche Momente wider, manchmal auch mit einem satirischen Ton. Man stößt auf die Sprüche, wo es Belehrungen gibt, eine Art lehrreiche Weisheit. Dies ist wirklich ein nationales deutsches Erbe, welches nicht nur bewahrt werden muss, sondern man muss auch so viel wie möglich darüber erzählen, – denkt der Historiker Adilet Kapajew aus Aktobe.

Mit der Meinung des Historikers stimmen auch die Aktivisten des deutschen Jugendklubs „Junge Sterne“ überein. Neulich „erneuerten“ die Jungs und Mädels ihr Wissen über dieses Genre der Poesie.

– Ehrlich gesagt, die Jugend heutzutage hat praktisch kein Interesse an den Sprüchen im Original mehr. Viele Dinge, die beschrieben werden, sind für die moderne Wahrnehmung schwierig zu verstehen. Trotzdem ist dies ein Teil unserer Geschichte, deshalb müssen wir darüber Bescheid wissen, – denkt Anna Geer, die Vorsitzende des Klubs.

Nach einem Vortrag über die Entstehungsgeschichte der „Sprüche“ und der „Spruch“-Gedichte bereitete die Organisatorin der Veranstaltung in Person von Anna für die jungen Leute ein Quiz über ihre Kenntnisse der Geschichte der russischen Deutschen vor.

Etwas später erwarteten die Teilnehmer der Veranstaltung praktische Übungen – diejenigen, die sich dafür interessierten, erhielten ein Stickset. Die Aufgabe stellte sich als nicht gerade einfach heraus: Nicht allen Debütanten gelang es, einen Spruch auf den Stoff zu sticken. Am besten schaffte dies der stellvertretende Vorsitzende des Klubs der deutschen Jugend Daniil Tsoj:

– Wir haben beschlossen, wenn wir es nicht schaffen, einen Spruch im mittelalterlichen Stil herzustellen, dann werden wir einen modernen sticken. Wir haben Logos und Zeichnungen aufgebracht. Wir haben es sozusagen „verjüngt“.

Es herrscht die Meinung vor, dass Handarbeit und Jungs nicht zusammenpassen. Daniil hat diesen Mythos entzaubert. Seit seiner Kindheit begeistert er sich für die deutsche Kultur und die Traditionen, in seiner Freizeit stellt er Armbänder in den Farben der Flagge Deutschlands her, hilft den Aktivisten des Jugendklubs bei den Bastelarbeiten und dirigiert die Workshops im Basteln.

– Die Sprüche waren auch für mich ein Debüt. Hier und da hat es gut funktioniert, dort nicht besonders. Aber hier ist nicht das Endergebnis wichtig, sondern der Prozess selbst. Heutzutage interessiert sich die Jugend mehr für Gadgets, aber hier gibt es noch lebende Konversationen und gegenseitige Unterstützung. Das ist es, was wichtig für uns ist. Nun, und natürlich haben wir uns noch einmal die Geschichte des deutschen Volkes in Erinnerung gerufen, – fasste Anna Geer zusammen.

Dmitrij Schinkarenko

Übersetzung: Philipp Dippl

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