Swetlana Olenburger – Chefköchin der italienisch-amerikanischen Küche „Opposto“

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Im Vorfeld des schönsten und liebevollsten Feiertags, des 8. März, haben die Männer der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Astana und dem Gebiet Akmolinks die Damen zu einem außergewöhnlichen Abend eingeladen – einem Abend der gastronomischen Entdeckungen, der in dem Hotel- und Restaurantkomplex „Traditional“ von Markenchef Alischer Kasymow (Stadt Astana) und Chefköchin der italiensich-amerikanischen Küche „Opposto“ Swetlana Olenburger (Hamburg, Deutschland) durchgeführt wurde.

– Swetlana, was hat Sie dazu bewegt, den Beruf des Kochs zu wählen, der zu einem Teil ihres Lebens wurde?

– Ich habe die SPTU Nr. 5 in Zelinograd im Fachbereich Koch und Konditor abgeschlossen. Nach drei Jahren Ausbildung bin ich direkt in den Beruf eingestiegen, aber dass ich mal Profi in dieser Sache werden würde, konnte ich mir wirklich nicht vorstellen. Alles kommt mit der Übung. Und ich hatte Glück mit sehr guten Lehrmeistern, mit jedem von ihnen verbesserte ich meine Fertigkeiten, erfuhr etwas neues.

Und jetzt stehe ich bereits 27 Jahre lang in der Küche und kann getrost sagen, dass das eine gute Erfahrung, aber nicht das Maximum ist. Jedes Jahr verändert sich irgendetwas, die gastronomischen Zyklen sind wie eine Mode, immer gibt es Tendenzen der aktuellen Zeit. Deshalb nehme ich mit Freude an verschiedenen Veranstaltungen teil, wo ich meine Erfahrung weitergeben kann, genauso wie ich mir von Kollegen etwas abschauen kann. Und heute mit meinem Partner, dem Chefkoch Alischer, haben wir uns, als wir das Essen kreiert haben, gegenseitig unsere Geheimnisse verraten, und ich habe für mich viel neues gelernt. Nicht umsonst sagt man: „Es gibt keine Grenze der Perfektion!“ Und genau so ist es!

Sind Sie ursprünglich aus Zelinorgrad?

– Ich bin in Zelinograd geboren und aufgewachsen, habe dort 30 Jahre lang gelebt. Und jetzt lebe ich schon seit drei Jahren in Deutschland. Ich bin in die historische Heimat gegangen, um näher bei den Angehörigen zu sein.

– Swetlana, interessieren Sie sich denn für die Geschichte ihrer Familie? Für die wichtigen deutschen Wurzeln, dafür wie ihre Vorfahren in Kasachstan landeten?

– Ich weiß nur soviel, dass meine Verwandten sowohl mütterlicher als auch väterlicherseits am Kuban lebten. Und zur Zeit des Großen Vaterländischen Krieges wurden sie nach Kasachstan deportiert.

– Vermissen Sie denn jetzt ihre Heimat? Mit welchen Gefühlen kommen Sie nach Kasachstan zurück?

– Ich lebe jetzt seit drei Jahren in Deutschland. Das ist keine sehr lange Zeit, und für mich ist es immer sehr bewegend, in die Heimat zurückzukehren, dort hin, wo ich aufgewachsen bin und gelebt habe. Um ehrlich zu sein, ich vermisse es, obwohl ich manchmal sage, dass es nicht stimmt. Besonders schwer war es im ersten Jahr, aber die Unterstützung und die Verbindung mit den Verwandten hilft sehr.

– Sie sind jetzt ein Profi der für landestypische Speisen verschiedener Nationen, aber was wurde in ihrer Familie gekocht, gibt es Rezepte deutscher Gerichte, die bei euch Tradition waren?

– Als ich ein kleines Mädchen war, war die Speise der Krönung in unserer Familie Strudel. Meine Oma und Mutter haben uns oft damit verwöhnt. Jetzt, wo ich schon in Deutschland lebe, habe ich mich vergewissert, dass sie ihn nicht zubereiten. Es ist keine Süßspeise, sondern eine zweite Hauptspeise, die aus Schweinerippchen, Sauerkraut, Kartoffeln und Teig zusammengesetzt ist.

– Swetlana, wie gelang es Ihnen, in so kurzer Zeit Ihren Beruf in Deutschland anerkennen zu lassen? Heute, wo wir Ihre Meisterwerke probieren durften, möchte ich sagen, dass Sie eine große Meisterin sind. Wir haben mit Ungeduld neue Speisen erwartet, während wir daran gedacht haben, wie Sie uns noch überraschen können? Jede Speise ist für sich außergewöhnlich – nicht nur lecker, sondern auch schön!

 – Vielen Dank, das ist mir sehr angenehm! Als ich nach Deutschland kam, habe ich ein Jahr gebraucht, um die Anerkennung meiner Dokumente zu erhalten – den Nachweis des Berufes und die Aneignungen der Qualifikationen. Danach habe ich bereits in einem Restaurant gearbeitet. Zu der Zeit habe ich Deutsch noch nicht so gut beherrscht, es war ein bisschen kompliziert, aber der Chefkoch hat nicht erwartet, dass ich eine solche Erfahrung habe. Einmal hat er einer Frau an der Bar erzählt: „Sie ist noch besser als ich!“ Das wurde dem Besitzer des Restaurants bewusst, und ich stieg schnell auf, nach einem halben Jahr war ich bereits Chefköchin.

– Sind Sie extra nach Astana gekommen, um an dem gastronomischen Abendessen teilzunehmen?

 – Nicht nur. Ich wurde als Mitglied der Jury des ersten internationalen Festivals der jungen Küche „DelaRukHORECAS-2019“ eingeladen, welches vom 27. Februar bis zum 1. März in Almaty stattfand. Und ich bin sehr glücklich darüber, dass ich es geschafft habe, sowohl daran teilzunehmen und auch am heutigen Abend alle Anwesenden mit meinen Kreationen zu bewirten.

Hiermit endete unser Dialog, und für mich selbst habe ich ein kleines Resümee gezogen: wo auch immer du bist, wo auch immer du lebst, wenn du eine geliebte Sache machst, dann wirst du auf jeden Fall zum Profi, und das nimmt dir keiner weg.

Interview: Ewgenija Gizik

Übersetzung: Philipp Dippl

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