Und im Digitalen spiegelt sich unsere Welt wider

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Vom 14. bis zum 15. Mai fand in der Stadt Nur-Sultan die internationale wissenschaftlich-praktische Konferenz „Die Deutschen Kasachstans: historische Erinnerung der Ethnie und Digitalisierung der Informationsressourcen“, die von der Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ organisiert wurde.

Die Konferenz war die logische Fortführung einer Reihe von Veranstaltungen, ausgerichtet auf die Bewahrung und Entwicklung der deutschen Ethnie in unserer Republik. Und ihre Entscheidungen und Vorschläge, die von Wissenschaftlern, Persönlichkeiten aus der Gesellschaft und Schriftstellern aus Kasachstan, Russland, Deutschland und der Ukraine geäußert wurden, werden ganz gewiss ihre Widerspiegelung im „Programm zur Entwicklung der deutschen Ethnie der Republik“ finden, welches von der Gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ in den nächsten fünf Jahren erarbeitet wird.

Die Prognosen beeindrucken…

Die Digitalisierung in der Welt schreitet seit vielen Jahren voran und Millionen von Mitteilungen, Dokumenten, Fotografien, Kilometer an Filmbändern wurden in ein digitales Format übertragen. So ist nicht nur der unbegrenzte Erhalt von Informationen in den Netzwerken garantiert, sondern sie wurden ebenso mobiler und zugänglicher für Millionen von Nutzern in der ganzen Welt.
In Kasachstan hat dieser Prozess erst kaum die Berge von Lagern und Papierarchiven erreicht. So interessieren auch uns, die Repräsentanten der deutschen Ethnie, ganz besonders die Materialien über unsere Vorfahren, über die Repressionen und die Rehabilitierungen, über den Beitrag der kasachstanischen Deutschen an der Entwicklung der Kasachischen SSR und der anschließenden unabhängigen Republik. Und dies wurde beinahe zum Hauptthema der Konferenz.
Die Transformation der Dokumente ins Digitale, das ist nur ein Teil der riesigen Aufgabe in der Entwicklung der deutschen Ethnie Kasachstans. Probleme gibt es viele: es fehlt an Ausrüstung und Personal. Darüber beschweren sich die Vorsitzenden der Archive auf allen Ebenen. Nach Meinung eines Archivars dauert die Digitalisierung aller Dokumente nur eines einzigen Regionalarchives nicht weniger als einhundert Jahre täglicher Arbeit! Die Prognosen beeindrucken…
Ein nicht weniger wichtiges Problem: die Deutschen zum Interesse an ihren Wurzeln zu motivieren. Warum?! Damit die Menschen wissen, woher sie in das gastfreundliche Land Kasachstan kamen und wer ihre Vorfahren sind… Vielleicht ist es dann klarer und man kann es bewusster verstehen – das ist nicht deshalb wichtig, um sich über jemanden zu erheben, aber um alle Regeln der internationalen Toleranz zu akzeptieren, und selbst ein Deutscher zu bleiben. Wie kann man das erreichen? Nach Meinung der Teilnehmer der Konferenz ist das ohne Digitalisierung praktisch unmöglich.
Es wurden verschiedene Vorschläge gemacht: eine eigene Internetseite gestalten und seinen Stammbaum erstellen.. Oder auf Basis regelmäßiger Bezahlung diese Aufgabe einem Spezialisten übergeben, der Internetressourcen solcherart betreibt. Ein riesiger Teil der Welt sucht jetzt, wie aufgewacht, nach der Erhellung im Dunkeln ihrer Verwandtschaft. Und das kann sich auch für uns als nützlich erweisen…

Das virtuelle Museum der deutschen Ethnie

Darüber wurde viel und mit verschiedenen Positionen geredet, mit der besonderen Hoffnung, das Gefühl für die Identität bei jungen Menschen zu fördern. Meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, das Auditorium würde sich auf irgend eine Weise differenzieren. Einen Jugendlichen zu bitten, sich ein Foto von einem Spinnrad aus dem vorletzten Jahrhundert anzuschauen, ist ziemlich unbedacht: ein solches Artefakt erzeugt wohl nur bei Menschen mittleren oder höheren Alters Neugier und echte Ergriffenheit. Aber sogar diese Internetseite ist eine tatkräftige Handlung. Der Anfang ist gelegt, es ist schließlich wichtig, das zu erhalten, was ist. Andernfalls wird alles in Vergessenheit geraten.

Wir sind erst am Anfang des Weges

Wie bereits erwähnt, fand die Konferenz im Rahmen des Programms zur Entwicklung der deutschen Ethnie statt, für welches die Entwicklungsarbeit im Herbst letzten Jahres begonnen hat. In der Präambel der Resolution sind zahlreiche Probleme in der Entwicklung der deutschen Ethnie aufgeführt, im operativen Teil stehen die Punkte zu ihrer Beseitigung. Alles ist ausgewogen, durchdacht und fixiert. Es wurde beschlossen, die historische Ausrichtung der Aktivitäten der Stiftung als Priorität zu definieren, in diesem Zusammenhang ist angewiesen, eine wissenschaftliche Expertenkommission zur Geschichte und Kultur der Deutschen in der Republik Kasachstan zu bilden und die Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Expertenverband der Volksversammlung Kasachstans, dem internationalen Verband der Forscher der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen sowie den staatlichen und wissenschaftlichen Institutionen und Hochschulen auszubauen.

Zum Ausbau des Zugangs zu Archivmaterialien zur Geschichte und Kultur der Deutschen Kasachstans und zur Ausarbeitung ihrer kommentierten Inventarliste wird ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Regionalarchiven erstellt.
Die Erforschung renommierter Persönlichkeiten wird fortgesetzt, ein Multimediaarchiv der gesammelten Materialien wird vorbereitet. Im Rammen des Programms „ Рухани жангыру“ ist die Erforschung sakraler Orte der Republik Kasachstan und der Orte der Deportation als Erinnerungsarbeit geplant. In der heimatkundlichen Tätigkeit werden die Vertreter der Jugendvereinigungen der Republik, Schüler und Studenten miteinbezogen.
Diese Konferenz war nicht nur für die wissenschaftliche Gemeinde überaus wichtig, sondern auch für die ethnischen Deutschen der Länder des postsowjetischen Raums insgesamt. Und die erarbeiteten Empfehlungen für den Abschnitt „Geschichte der Deutschen Kasachstans“ des Programms zur Entwicklung konnten zur priorisierten Stoßrichtung der Aktivitäten der Selbstorganisation erklärt werden. Die Materialien der Konferenz werden  im Anschluss zur Erarbeitung wissenschaftlicher Projekte, sowie in den praktischen Aktivitäten der Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ und der Union der deutschen Jugend Kasachstans verwendet.
Walerij Schewalje

Übersetzung: Philipp Dippl

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