Wenn man im Verband der deutschen Jugend ist, dann mit ganzem Herzen

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Im Februar diesen Jahres feiert der Verband der deutschen Jugend Kasachstans (VdJK) ihr 25-jähriges Jubiläum. Ein Vierteljahrhundert ist seitdem vergangen, als im Deutschen Haus der Stadt Almaty Gleichgesinnte aus verschiedenen Städten der Republik zusammenkamen. Dies war der Beginn des Werdegangs der Jugendorganisation der Deutschen Kasachstans.

In dieser Zeit wurde eine ernsthafte Etappe zurückgelegt, viel Arbeit wurde geleistet und viele Gipfel bezwungen. Aber es ist immer interessant, zu den Anfängen zurückzukehren und den Weg von 25 Jahren zurückzuverfolgen. Die erste Vorsitzende des VdJK war Olga Widiger (Martens). Sie arbeitet bis heute für die Bewahrung der deutschen Identität, allerdings bereits in der Russischen Föderation. Olga Konstantinowa ist erste stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbands der deutschen Kultur (Stadt Moskau) und Herausgeberin der „Moskauer Deutschen Zeitung“.

– Wie sind Sie zur Vorsitzenden geworden und wie hat der Verband Sie beeinflusst?

– In dem Moment, im Alter von 25 Jahren, war ich die jüngste Leiterin der Gebietsgesellschaft „Wiedergeburt“ Kokschetaw, also haben wir auch Jugendliche angezogen.

Und wie kann man junge Menschen beschäftigen? Damals gab es nur die Deutschkurse und eine Musikgruppe. Und so startete der Jugendklub: wir haben Deutsch gelernt und gemeinsam gesungen – daraus entstand Freundschaft und vereinte alle zu einem Team. Im Jahr 1995 wurden Jugendgruppen bereits in verschiedenen Gebieten Kasachstan organisiert. Nach und nach formierte sich auch der Nährboden für den republikanischen Verband der deutschen Jugend. Und ich war bereit, diesen zu leiten. Ich kann über die Mitglieder des Rates des Verbandes der Deutschen Kasachstans, die all meine Bemühungen rundum unterstützt haben, nur gute Worte sagen. Diese zimelich kurze Periode war der Ausgangspunkt für viele wichtige Dinge in meinem Leben: sowohl gesellschaftlich, als auch privat und beruflich, angefangen bei der Gründung der Deutschen Jugendvereinigung in Russland bis hin zur Verteidigung meiner Doktorarbeit zum Thema Führung.

– Wie erinnern Sie sich an die Führung im Verband?

– Ich denke, mit einem Gefühl der Einheit. Viele Dinge wurden erstmalig gemacht: Das erste „Jugendtreffen – 1996“, beinahe 100 junge Menschen aus ganz Kasachstan, der erste Jugendaustausch und die Sprachassistenten aus Deutschland. Auf staatlicher Ebene war die Organisation sofort sichtbar, sie wurde in internationale Jugendprogramme aufgenommen.

Ich erinnere mich an den Besuch einer Regierungsdelegation aus Deutschland unter Leitung der Ministerin für Familie, Frauen und Jugend Claudia Nolte, zu jener Zeit die jüngste Ministerin der Regierung. Bei einem freundschaftlichen Abend im Vorland des Alatau wurde wie üblich beschlossen, kasachische und russische Lieder zu singen, und dann auf Deutsch: Wenn alle Brünnlein fließen. Es stellte sich als sehr herzlich heraus…

– Was hat damals junge Menschen an der Bewegung gereizt?

– Mein Vorsitz war nur von kurzer Dauer, ich bin bereits im Oktober 1996 nach Moskau gegangen, aber ich bin mir sicher, dass es der ersten Besetzung des Rates des VdJK gelungen ist, das Fundament für die Langlebigkeit dieser gesellschaftlichen Organisation zu legen, ein Beispiel für freundliche und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bund der Deutschen Kasachstans zu geben und, ungeachtet des traditionellen Charakters, neue Möglichkeiten für Sprachpraktika und Jugendaustausch, für Berufsberatung und Weiterbildungsangebote zu eröffnen. Die Herausforderungen und Innovationen dieser Zeit sind heute bereits zur alltäglichen Norm in der Lebensfunktion des VdJK geworden. Und das ist großartig.

– Erzählen Sie von dem großartigsten Projekt dieser Zeit.

– Das denkwürdigste Projekt des ersten Jahres war natürlich das Treffen der deutschen Jugend Kasachstans in Borowoje. Jedes Gebiet hat eine Delegation geschickt, junge Schauspieler des Deutschen Dramatischen Theaters aus Almaty waren bei uns, Spezialisten der Jugendarbeit aus Deutschland brachten uns die Weisheiten der Aktivitäten von Organisationen dieses Profils bei, und Deutsch hat uns Stefan Koch beigebracht, ein berühmter deutscher Journalist. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es mir gelingt, mit vielen Teilnehmern dieses ersten Treffens auch heute noch in der gesellschaftlichen Tätigkeit in der Organisation der Russlanddeutschen zusammenzutreffen, sowohl im gesamten postsowjetischen Raum, als auch in Deutschland.

– Was sind Ihre Wünsche an den Verband der deutschen Jugend Kasachstans in diesem Jubiläumsjahr?

– Zuallererst wünsche ich mir, dass die Individualität bewahrt werden kann und es immer genügend interessante Angebote für die Jugendlichen gibt. Ethnische Kultur ist die Grundlage der Aktivitäten aller Organisationen, darunter auch der Jugendorganisationen, aber man sollte auch nicht ausschließlich an den traditionellen Formen der Arbeit festhalten. Es ist notwendig, neben der Authentizität und der Reinheit der Bewahrung unserer nationalen Werte sogenannte „Cover-Versionen“ zu finden, und dann sind die nächsten 25 Jahre der erfolgreichen Arbeit des VdJK gesichert. Und ich werde nicht müde, zu wiederholen: „Wenn man im Verband der deutschen Jugend ist, dann mit ganzem Herzen“.

– Vielen Dank für das Interview!

Kristina Libricht

Übersetzung: Philipp Dippl

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