Das Republikanische Theaterfestival!

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Das Jahr 2020 brachte viele Veränderungen nicht nur in unser gewohntes Leben, sondern auch in unsere Projektarbeit. Ein Großteil der beliebten und lange erwarteten Projekte wurden abgesagt, insbesondere im Jugendbereich. Die Jugendsprachlager, theatralische Gastspiele, all das wurde verboten. Aber wir haben einen Ausweg gefunden und am Höhepunkt der Pandemie das Republikanische Theaterfestival veranstaltet! Wie ist das möglich? Lesen Sie weiter!

Das erste landesweite Theaterfestival fand im Jahr 2019 statt. Dem ging die langjährige Arbeit der Theaterwerkstätten voraus, ein riesiger Wissensschatz wurde angesammelt und eine Vielzahl an Theaterstücken wurden aufgeführt. Das Festival erlaubte es, 9 Theaterwerkstätten zusammenzubringen, für diese eine Plattform zum Erfahrungsaustausch zu schaffen und ihnen Neues beizubringen. Alle Theaterliebhaber konnten das zweite Festival im Jahr 2020 kaum erwarten und selbst die Quarantäne, auch wenn deswegen Anpassungen vorgenommen werden mussten, konnte das Festival nicht stoppen.

Das Republikanische Festival der deutschen Jugendtheatergruppen „Theater. Deutsch. Jugend. Online.“ fand im Jahr 2020 in einer neuen Form statt und bestand aus 3 Etappen. Erinnern wir uns an sie!

Die erste Etappe. Wir brennen für die Geschichte und lassen uns von großen Persönlichkeiten inspirieren.

Zuerst braucht man ein Thema! Und als Thema für die Wettbewerbsarbeiten wurde die Geschichte und Kultur der Deutschen Kasachstans ausgewählt. Damit die Jugendlichen nicht die Bibliotheken der Gesellschaft durchwühlen oder nächtelang „interessante Fakten“ googeln müssten, haben wir uns dazu entschieden, kleine Videounterrichtskurse vorzubereiten – aktuell, jugendlich und informativ. Die erfahrene Historikerin und Doktorandin der Geschichtswissenschaften Julija Iwanowna Podoprigora hat vier Geschichtsvorträge vorbereitet, die in dem professionellen Aufnahmestudio des Kameramanns Ewgenij Malewannyj aufgenommen und von Maksim Jaschtschenko, Schauspieler am Russischen Dramatischen Gorkij-Theater vertont wurden. Es entstanden solch interessante Vorlesungen, dass sie es in die Trends auf YouTube schafften und einige von ihnen mehr als 26.000 Mal angesehen wurden. Und es gab so viele Kommentare mit Erinnerungen an die eigenen Familien. Wir sind glücklich, dass wir selbst diejenigen erreichen konnten, die sich nicht für das Theaterfestival bereitgemacht haben.

Und wenn Sie die Clips verpasst haben, dann scannen Sie schnell den Code und genießen Sie sie!

Die zweite Etappe. Wir perfektionieren unsere Kunstfertigkeit.

Während wir in die Geschichte eintauchen, dürfen wir auch die Theatralik nicht vergessen. Und hiermit hat uns unsere Partnerorganisation LmDR geholfen, die für unsere Schauspieler und Regisseure zusammen mit Natalja Bondar, Regisseurin an einem deutschen Theater, und der Schauspielerin Julija Gorr eine Reihe an Webinaren erstellt hat.

In den Webinaren für Regisseure wurden die wichtigsten Trends in der Regie in Deutschland, verschiedene Techniken und Methoden der Inszenierung von Theateraufführungen in deutscher Sprache und mit Schauspielern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sowie Techniken zum Schreiben eigener Drehbücher und der Adaption fertiger Werke beleuchtet. Darüber hinaus teilte die Regisseurin ihre Erfahrungen mit der Inszenierung von Theaterstücken mit Themen der Russlanddeutschen.

Die Webinare für Schauspieler fanden in Form von Trainings zur Verbesserung der deutschen Aussprache sowie zu den Regeln der richtigen Intonation von deutschen Texten statt. Diese Themen sind besonders relevant, da die Regisseure und Schauspieler der Theaterwerkstätten Deutsch nicht auf besonders hohem Niveau beherrschen. Außerdem teilte die Rednerin einige Geheimnisse zum Auswendiglernen langer Texte und erzählte über ihre Erfahrungen als Schauspielerin in Deutschland.

Und für diejenigen, die noch Fragen zur Geschichte hatten, wurde ein Webinar mit der Historikerin Ju. Prodoprigora in Form eines runden Tisches organisiert. Die Teilnehmer konnten in dem Webinar Fragen zu den Videovorlesungen stellen und historische Fakten für ihre Inszenierungen präzisieren. Die Historikerin stellte auch eine Liste von Quellen zur Verfügung, in welchen man zusätzliche Informationen zu den Themen finden kann.

Die dritte Etappe. Wir werden etwas erschaffen!

An der dritten Etappe haben 7 Theaterwerkstätten teilgenommen. Die Werkstätten mussten innerhalb kürzester Zeit (3 Wochen) in deutscher Sprache ihr eigenes Drehbuch eines Theaterstücks vorbereiten, es inszenieren und eine Theateraufführung auf Video aufnehmen. Unsere Teilnehmer sind einfach Magier, denn es ist ihnen gelungen!

Folgen Sie dem R-Code, wenn sie die Arbeiten noch nicht gesehen haben.

Die eingereichten Wettbewerbsarbeiten wurden auf den YouTube-Kanal des Verbandes der deutschen Jugend Kasachstans zur Beurteilung durch die Zuschauer hochgeladen. Und die Besten wurden auf Basis der Meinung der Zuschauer (durch Likes) und nach Meinung der Jury ausgewählt. Die Jury bestand aus: Dr. Ju. Podoprigora, dem Theaterschauspieler M. Jaschtschenko, dem Spezialisten für Film und Schnitt E. Malewannyj und der Sprachassistentin des Goethe-Instituts Chantal Stannik. Die Mitglieder der Jury sichteten alle Arbeiten im Rahmen ihrer Spezifikationen, wählten ihre Favoriten aus und verliehen Nominierungen.

Trommelwirbel…

Beste weibliche Rolle – die Rolle der Nora Pfeffer – Polina Tscherepowskaja (Almaty).
Beste männliche Rolle – die Rolle des Knecht Ruprecht – Timur Lutschikow (Pawlodar).

Die Nominierung „Epidemie des Jahres“ erhält die Theaterwerkstatt „Faden“ aus der Stadt Pawlodar für ihre unglaublich witzige und aktuelle Aufführung „Weihnachtschaos“.

Mit der Nominierung „Durchbruch des Jahres“ wird das junge Team der Theaterwerkstatt „Fantasie“ aus der Stadt Schachtinsk für ihre tiefgründige Inszenierung „A.L.Zh.I.R“ zu einem überaus wichtigen historischen Thema ausgezeichnet.

Die Nominierung „Ethnische Kultur durch Theater“ wird der Theaterwerkstatt „Denk Mal“ aus der Stadt Aktobe für ihre wunderschöne und atmosphärische Aufführung „Schneekönigin: die Geschichte eines Spruches“ verliehen.

Das Theaterstück „Nora Pfeffer“ der Theaterwerkstatt „A-Theater“ aus der Stadt Almaty und das Theaterstück „Geschichten und Schicksale“ der Theaterwerkstatt „Zeitgeist“ aus Taraz teilen sich gemeinsam die Plätze 2 und 3. In diesen Arbeiten war alles perfekt: ein bedeutendes Thema, eine interessante Idee des Regisseurs, großartige schauspielerische Leistung, gute deutsche Sprache, die Begleitung durch Musik und Licht. Diese Werkstätten erhalten ein kleines Geschenk von unseren Partner Goethe-Institut Kasachstan.

Nun, und den ersten Platz, den Titel des Festivalgewinners nach Meinung der Jury und den Sympathiepreis des Publikums holt sich die Theaterwerkstatt „Diamant“ aus der Stadt Nur-Sultan für die Inszenierung „Der Anfang des Weges…“. Es ist die Geschichte eines berühmten Menschen, dessen bis ins kleinste Detail durchdachte Kostüme und Requisiten, dessen wunderschöne deutsche Sprache und dessen atmosphärische Musik den Zuschauer glauben lässt, selbst im Theatersaal zu sitzen, obwohl er daheim vor dem Bildschirm sitzt. Gänsehaut und der Wunsch, mehr über diesen Menschen zu erfahren – das sind die Dinge, die dieses Stück zum Leben erwecken.

Das gesamte Team der Theaterwerkstatt hat bereits Gedenkurkunden und kleine Geschenke erhalten.

Ich möchte mich bei allen Festivalteilnehmern sehr herzlich bedanken! Ihr seid wahre Künstler, Schöpfer und mutige Menschen. Macht weiter mit eurer Kunst, denn das Theater ist eine Art und Weise, mit Wörtern die Seele zu berühren, und euch gelingt das!

Anastasija Rimmer, Koordinatorin der Jugendprojekte Gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“

Übersetzung: Philipp Dippl

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