Kristina Larina: „Allein sind wir Töne, zusammen sind wir ein Lied“ Zurück Veröffentlicht in Februar 28, 2026März 10, 2026 In diesem Jahr feiert der Verband der deutschen Jugend Kasachstans ein bedeutsames Datum – das 30. Jubiläum seiner Gründung. In dieser Zeit hat die Organisation den Weg von einer Initiative engagierter Enthusiasten zu einer stabilen Plattform für Selbstverwirklichung, Dialog und die Bewahrung der kulturellen Identität der deutschen Jugend des Landes zurückgelegt. Generationen von Führungskräften, Freiwilligen und Aktivisten wechselten, doch das Wichtigste blieb unverändert – das Bestreben, junge Menschen zu verbinden, zu fördern und ihnen Raum für Wachstum zu geben. Darüber, mit welchen Ergebnissen die Organisation ihr 30-jähriges Jubiläum erreicht, welche Werte tragend bleiben und welche Aufgaben vor ihr liegen, sprechen wir in unserem Interview mit der Vorsitzenden des Verbandes, Kristina Larina. — Kristina, mit welchen Ergebnissen geht die Organisation in ihr Jubiläum? Zum 30-jährigen Jubiläum steht der Verband in einem sehr lebendigen und erneuerten Zustand. In den letzten Jahren hat sich unsere Arbeit spürbar modernisiert: Wir handeln systematischer und zielgerichteter und orientieren uns an zeitgemäßen Formaten sowie an den Interessen der Jugend. Das zeigte sich sowohl in der internen Struktur als auch in der Projektarbeit und im äußeren Erscheinungsbild der Organisation. Ein wichtiger Schritt war das Rebranding des Verbandes. Dabei haben wir unser Fundament – die ethnokulturelle Ausrichtung – bewahrt, aber um einen starken Fokus auf Jugendförderung ergänzt. Heute geht es nicht nur um Sprache und Traditionen, sondern auch um Weiterbildung, Soft Skills und Hard Skills sowie die Teilnahme an Bildungscamps, Foren und projektbasierten Formaten. Junge Menschen probieren sich immer häufiger in neuen Rollen aus: als Organisatoren von Medienteams, als Moderatoren, als Projektmanager. Ein weiterer Schritt nach vorn ist die Entwicklung des Medienbereichs: Lernformate, Onboarding für neue Teilnehmende, der Start und die Befüllung eines YouTube-Kanals, der Versuch, eine stabilere Kommunikation mit der Zielgruppe aufzubauen. Was Geografie und Reichweite betrifft, hat das Projekt der mobilen Gruppen einen echten Durchbruch erzielt. Dadurch sind in verschiedenen Regionen, auch in großen Städten, neue Klubs und Zweigstellen entstanden. Das hat es ermöglicht, über den vertrauten Kreis der Aktivisten hinauszugehen und in den Regionen systematischer zu arbeiten. Jedes Jahr entstehen bei uns „Leuchtturm“-Projekte, die den Ton für die Arbeit des gesamten Verbandes setzen. 2025 war das der Rat des Verbandes, der im historischen Gebäude des Deutschen Hauses Almaty stattfand. Im Vorfeld des Jubiläums war das besonders symbolisch und half den Jugendlichen, ihre Zugehörigkeit zur Geschichte und zu den Werten der Organisation tiefer zu spüren. In anderen Jahren waren es internationale Festivals, Bildungscamps, Medienprojekte und interkulturelle Kooperationsformate – von Kasachstan bis Europa. Uns ist wichtig, dass die Jugend sich in unterschiedlichsten Richtungen ausprobiert: Kultur und Sprache, Medien, Hackathons und soziale Initiativen. Besonders hervorheben möchte ich noch ein wichtiges Ergebnis: Im vergangenen Jahr hat die Jugend selbst ein Entwicklungskonzept für den Verband für drei Jahre erarbeitet. — Sie wurden für eine zweite Amtszeit als Vorsitzende wiedergewählt. Was war für Sie der wichtigste Vertrauensbeweis seitens der Jugend? Das Wichtigste ist das Verständnis und die Akzeptanz meines Arbeitsstils. Ich glaube, Menschen geben selten direkte Ratschläge – eher teilen sie Beobachtungen oder Sätze, die helfen, die Gedanken zu lockern und sich selbst von außen zu sehen. Einmal sagte man mir, ich sei „zu weich“, mir fehle die „strenge Hand“. Aber mir liegt ein ganz anderer Ansatz. Mir ist es wichtig, empathisch zu sein, mich um Menschen zu kümmern, mehrere Schritte vorauszudenken und die Situation nicht nur aus meiner Perspektive zu sehen, sondern auch aus der Perspektive derjenigen, mit denen ich arbeite. Früher dachte ich, das sei eine Schwäche, und es war mir unangenehm, diese Fürsorge zu zeigen. Heute sehe ich darin meine Stärke, meine Einzigartigkeit und meinen Führungsstil, der genau so mit mir funktioniert. Ich bin zu dem Schluss gekommen: Das ist mein Ansatz, und er ist wirksam. Ich trage ihn in das Team hinein, erwarte gegenseitigen Respekt und Offenheit – und genau dafür schenkt mir die Jugend Vertrauen. Für mich bedeutet das, dass Menschen mich echt erleben und Unterstützung spüren. In mehr als 10 Jahren Arbeit im Verband habe ich unglaublich viele interessante, inspirierende und engagierte Menschen getroffen. Jedes Projekt, jedes Treffen, jede Reise – ob in Städten oder in kleinen Dörfern mit historischer Bedeutung – brachte das Gefühl, Teil von etwas Großem und Bedeutendem zu sein. Wenn man es ausrechnet, sind das etwa 315 Millionen Sekunden gemeinsamer Arbeit! Und für jede einzelne bin ich dankbar. Lasst uns weitergehen! – Lasst uns gemeinsam weitergehen. Ich bin allen sehr dankbar, die mir auf meinem Weg begegnet sind, seit ich die Organisation kennengelernt habe. Genau deshalb liebe ich VDJK: weil wir alle offen sind und einander helfen. Ein weiterer wichtiger Vertrauensbeweis für mich ist, dass sich die Jugendlichen aktiv in das Leben der Organisation einbringen, ihre Ideen teilen und bereit sind, Projekte gemeinsam umzusetzen. Das heißt, sie sehen in mir einen Partner und jemanden, dem man die Initiative anvertrauen kann. Ich versuche, unser Team zu inspirieren und zu koordinieren und jedem dabei zu helfen, seine Talente zu entfalten. Wenn Menschen zu Treffen kommen, sich an Diskussionen beteiligen, eigene Lösungen vorschlagen und sehen, dass ihre Ideen umgesetzt werden – dann ist das für mich echtes Vertrauen. Am Ende heißt Vorsitz, nicht nur zu steuern, sondern auch eine Atmosphäre der Zusammenarbeit, Unterstützung und des gegenseitigen Respekts zu schaffen. Wenn die Jugendlichen selbst Initiative zeigen, Verantwortung für Projekte übernehmen und spüren, dass ihre Ideen wertvoll sind – das ist für mich der höchste Vertrauensbeweis. — Welche Ihrer persönlichen Erfolge halten Sie gerade im Kontext des Jubiläumsjahres für die wichtigsten? Wenn ich über persönliche Erfolge spreche, würde ich vor allem meine Fähigkeiten im öffentlichen Auftreten und in der Arbeit vor der Kamera nennen, außerdem meine Verhandlungsgeschick und die Moderation von Veranstaltungen. All das habe ich Schritt für Schritt hier im Verband entwickelt – angefangen bei kleinen Absätzen für die Deutsche Allgemeine Zeitung, über Artikeln und Veröffentlichungen bis hin zu ganzen Formaten: Beiträge, Podcasts, Videos. Auch die Arbeit mit Jugendlichen war eine wichtige Erfahrung: der Kontakt zu jedem Einzelnen, Unterstützung, Lernen, internationale Zusammenarbeit – all das ermöglichte es mir, Dialoge auf Deutsch zu führen und mit Menschen aus verschiedenen Ländern zu arbeiten. Auf persönlicher Ebene kann ich sagen, dass mir der Verband auch wichtige Lebensverbindungen geschenkt hat: Im Klub habe ich meinen zukünftigen Mann kennengelernt, und hier sind auch lange Freundschaften entstanden, die bis heute bestehen. Ich bin stolz darauf, dass ich in dieser Zeit meine sprachlichen Kompetenzen ausbauen konnte, die Prüfung des Goethe-Instituts auf dem Niveau C1 bestanden habe, über das BIC gelernt, meine Abschlussarbeit geschrieben, mich ständig weiterentwickelt und mein Wissen in der Praxis angewendet habe. Aber vielleicht ist der wichtigste Erfolg die Möglichkeit, an Projekten mitzuwirken, ihre Ergebnisse zu sehen und Teil der großen, generationsübergreifenden Geschichte des Verbandes zu sein – in der jeder neue Teilnehmende die Traditionen fortsetzt, die vor 30 Jahren gelegt wurden. Das internationale Feld darf nicht unerwähnt bleiben. Arbeit auf internationaler Ebene war für mich immer eine echte Schule des Lebens: die Teilnahme an zwischenstaatlichen Kommissionen in Deutschland und Kasachstan, die Budgetverteidigung, große internationale und republikanische Veranstaltungen, bei denen man den Verband vertreten muss – all das erfordert Verantwortung, die Fähigkeit, im Namen der Organisation zu sprechen, und den Umgang mit Nervosität, die – ehrlich gesagt – bis heute da ist, aber mit Erfahrung leichter wird. In den Jahren meiner Arbeit konnte ich ein Praktikum im Bundestag in Berlin absolvieren und ein prestigeträchtiges Stipendium des IPS (International Parliament Stipendium) erhalten. In einer frühen Phase absolvierte ich ein Praktikum im Büro der Jugendorganisation Jugendring in Moskau sowie bei der polnisch-deutschen Jugendorganisation BJDM in der Stadt Opole. Jede dieser Erfahrungen hat Stein für Stein meine Fähigkeiten und Kompetenzen aufgebaut, die ich im Verband weiterzugeben versuche. All diese Erfolge waren nur möglich dank der Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen sowie Mentoren, die in jeder Phase an meiner Seite waren. Das ist mein Team im Verband, Lehrende und Freunde vom Kasachisch-Deutschen Institut, Kolleginnen und Kollegen aus der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ und der Zeitung Deutsche Allgemeine Zeitung, Partner aus dem deutschen Theater sowie Vertreter von Konsulaten und Botschaften. Wichtig ist auch, dass die deutschen Jugendverbände in verschiedenen Ländern eng miteinander verbunden sind. Erfahrungsaustausch, gemeinsame Projekte, Unterstützung und Ratschläge helfen uns nicht nur, die Kontinuität der Generationen zu bewahren, sondern auch den Verband weiterzuentwickeln, neue Ideen umzusetzen und die Horizonte für die Jugend zu erweitern. — Wie haben sich in den letzten Jahren der Verband der deutschen Jugend Kasachstans und ihre Erwartungen an gesellschaftliche Organisationen verändert? Ich würde sagen, man sollte das nicht in Kategorien wie „früher war alles besser, heute ist alles schlechter“ beurteilen. „Die Jugend ist nicht mehr die gleiche! Man muss neue Arbeitsformen finden!“ Heute ist die Jugend klug, talentiert, kreativ, aktiv und interessiert – und mit ihr zu arbeiten ist sehr angenehm. Worum geht es mir? Die Jugend setzt immer ihre eigenen Regeln. Sie ist unterschiedlich – mehr oder weniger aktiv. Manche müssen überall und sofort dabei sein, anderen fällt es schwer, die Komfortzone zu verlassen. Als Erstes kommt einem die Generationentheorie in den Sinn – Millennials, Zoomers, Alphas, Betas und so weiter. Natürlich sind das Verallgemeinerungen, aber sie liefern nützlichen Kontext: Technologien, Medien, Popkultur sowie politische und wirtschaftliche Realitäten beeinflussen, wie junge Menschen werden, wie sie mit der Welt und mit Organisationen interagieren. In diesem Sinne spiegelt die Jugend die Zeit, in der sie lebt – und deshalb sollte man diesen Unterschieden zuhören, wenn man Arbeit mit jungen Menschen gestaltet. Wenn wir über den Verband sprechen, kann ich sagen, dass er wirklich jünger geworden ist. Vor Ort, in den Klubs, sehen wir Jugendliche im Teenageralter, und junge Leute in meinem Alter sind heute deutlich weniger – man kann sie auf einer Hand abzählen. Aber alle verbindet das Verständnis der Werte der Organisation: Sie wissen, dass der Verband nicht nur einzelne Projekte ist, sondern eine große, stabile Struktur, die seit 30 Jahren existiert und wichtige Bedeutungen von Generation zu Generation weiterträgt. Der Verband ist keine typische Jugendorganisation: Von hier geht man nicht endgültig weg. Menschen kommen als Familien, bringen Brüder, Schwestern und manchmal sogar Kinder mit. Ich selbst habe meine kleine Schwester mitgebracht. Erika Janzen, Nelli, Gabriela Gerlitz, Sofa Stein – das ist eine endlose Kette der Weitergabe. Durch die Organisation werden die deutsche Sprache, ethnische Identität und kulturelles Erbe weitergegeben – und manchmal auch sehr alltägliche Dinge, die zu Symbolen unserer Geschichte werden. Wenn man die Jugendlichen fragt, was der Verband für sie bedeutet, hört man meistens: „Das ist Familie“, „Das ist Liebe“, „Das ist Freundschaft“. Für mich ist es wichtig zu sehen, dass die Organisation das Leben jedes Menschen verändert. Die einen finden hier Freunde, andere eine Aufgabe, und jemand eine zweite Hälfte. Mir ist außerdem wichtig, dass es in der Organisation transparente und gesunde Konkurrenz gibt. Das stimuliert die Entwicklung, ermöglicht der Jugend, Initiative zu zeigen, im Team zu arbeiten und gleichzeitig individuelle Fähigkeiten zu entwickeln. Genau diese Kombination – Respekt vor dem Persönlichen und Aufmerksamkeit für das Kollektiv – macht den Verband zu einem einzigartigen Ort, an dem die Jugend sowohl als Persönlichkeit wächst als auch als Teil einer größeren Gemeinschaft. — Welche Prioritäten setzen Sie für den Verband in den kommenden Jahren? Wenn ich meinen wichtigsten inneren Orientierungspunkt formuliere, dann ist er menschenzentriert. Mir ist wichtig, nicht einfach Projekte zu schaffen, sondern Erlebnisse und ein Umfeld, in dem Menschen gerne sind, sich entwickeln und das mit anderen teilen. Eine der Hauptprioritäten ist für mich ein starkes, eigenständiges Team. Nicht ein Team, das an einer Person hängt, sondern eine Struktur, die unabhängig arbeiten kann, Verantwortung übernimmt und Entscheidungen trifft. 2027 stehen die nächsten Wahlen in die Leitungsorgane des Verbandes an, und mir ist es prinzipiell wichtig, dass bis dahin ein würdiger Nachwuchs vorbereitet ist. Prioritäre Bereiche bleiben Jugend und Sprache. Für neue Teilnehmende sollten Sprachprojekte der Einstiegspunkt sein: Mit einem leichteren, lebendigeren Format zeigen wir, dass Deutsch keine „Pflicht“, sondern eine Ressource, eine Möglichkeit und ein Teil unserer Identität ist. Für erfahrenere Aktivisten sind Führungsschulen wichtig, Räume für Austausch von Praktiken, Reflexion und Wachstum – auch unter Einbezug internationaler Erfahrung. Ein eigenes Feld, das ich перспективisch finde, ist Projekte für junge Eltern. Solche Formate wirken langfristig: Genau diese Kinder werden in 20–30 Jahren die Bewegung weiterentwickeln. Wenn ich ehrlich bin, ist die größte Herausforderung heute nicht der Mangel an Ideen oder Projekten, sondern an Menschen und Reichweite. Projekte werden mehr: Allein für das nächste Jahr sind 19 in drei Richtungen geplant, plus es gibt Formate, in denen die Jugend zusammen mit anderen Altersgruppen teilnimmt. Aber oft nehmen immer dieselben aktiven Jugendlichen an den Projekten teil. Angebote gibt es schon mehr, als die Zahl der Menschen, die wir tatsächlich erreichen. Deshalb ist die Entwicklung regionaler Klubs und Zweigstellen eine Schlüsselpriorität. Jugendarbeit ist nicht „ausgestorben“, aber in vielen Orten hängt sie an ein oder zwei Aktivisten und brennt schnell aus. Uns ist es wichtig, nicht nur Klubs zu gründen, sondern sie zu begleiten: mentoriell zu führen, beim Aufbau der Arbeit zu helfen und Teams zu stützen, bis sie stabil werden. Dort, wo es Systematik und ein Team gibt, wachsen die Klubs. Das sieht man an starken Beispielen in Astana, Uralsk und Almaty. Diese Erfahrung muss erlernt und skaliert werden. Die zweite Priorität ist systematische Arbeit zur Gewinnung neuer Teilnehmender – über Schulen, Colleges, Universitäten, Camps und Tage der offenen Tür. Aber wenn darauf keine verständliche „Roadmap“ für Neulinge folgt – womit weitermachen, wie einsteigen, wo Verantwortung übernehmen – gehen Menschen schnell wieder. Jugendlichen ist wichtig, innerhalb des Klubs eine Perspektive zu sehen: nicht ein einmaliges Ereignis, sondern einen klaren Wachstumspfad. Und noch ein wichtiger Fokus: Teamarbeit und gegenseitige Vertretbarkeit. Der Verband darf nicht an einem Leiter hängen. Dort, wo es ein Team gibt, Rollen und Verantwortung verteilt sind, lebt die Bewegung länger und stabiler. Das ist direkt mit Kontinuität und der Vorbereitung neuer Führungskräfte verbunden. Insgesamt ist meine Priorität, dass der Verband ein lebendiges Ökosystem bleibt und nicht nur eine Ansammlung einzelner Projekte: mit starken regionalen Teams, einem klaren Einstieg für Neulinge, stabilen Prozessen und moderner Kommunikation. Dann wächst auch die Reichweite, und die Motivation innerhalb der Bewegung bleibt hoch. — Welche Jubiläumsprojekte oder Initiativen sind im Rahmen des 30-jährigen Bestehens geplant? Jedes Jahr hat der Verband seine „Leuchtturm“-Projekte, aber das Jubiläumsjahr ist natürlich besonders. Das zentrale Ereignis wird ein großes internationales Forum: das Internationale Jugendforum „Jugendkurultai: WIRrzeln entdecken – Zukunft spinnen“. 30 Jahre im Dialog und in Bewegung. Das ist ein Projekt in einer Größenordnung, an dessen Organisation ich persönlich zum ersten Mal beteiligt bin – für uns ist das eine große Herausforderung und zugleich ein großer Wachstumspunkt. Neben dem Forum ist im Jubiläumsjahr eine ganze Reihe von Projekten im ganzen Land geplant – in unterschiedlichen Formaten und für verschiedene Altersgruppen. Zu den zentralen Initiativen gehören: • die Republikanische Akademie für Aktivisten und Führungskräfte der Bewegung „Mach mit!“ – Jugendtreff.kaz 2026 – Dreißig°, • Sprachcamps für Teenager: Sprachcamp 2026 „Jugendtreff.kaz: #DeutschTeensCamp“, • Camp für ältere Jugend: „Dreißig° – Jung sind WIR. Aktiv seit 1996“. Für uns ist es besonders symbolisch, dass eines der Jubiläumscamps in Burabai (Borowoje) bei Kokshetau stattfindet. Genau dort fand vor 30 Jahren eines der ersten Camps des Verbandes statt. In diesem Jahr kehren wir wieder an diese Orte zurück – bereits mit einer neuen Generation Jugendlicher. Wichtig ist: Ein Jubiläum ist nicht nur ein großes republikanisches Ereignis. Am 21. Februar sind in den Regionen und Klubs lokale Geburtstagsfeiern des Verbandes geplant: Treffen, Aktionen, kleine Veranstaltungen, Flashmobs in sozialen Netzwerken. Wir möchten, dass sich jeder Teilnehmende – unabhängig von der Stadt – als Teil des gemeinsamen Festes fühlt. Ein eigener Fokus liegt auf der Arbeit mit Alumni der Bewegung und mit Partnern. Uns ist wichtig, dass Menschen, die früher Teil des Verbandes waren, sich an ihren Weg erinnern: an Projekte, an Camps, an die Zeit, die sie hier verbracht haben. — Was würden Sie jungen Menschen sagen, die sich bisher nicht entschließen konnten, dem Verband der deutschen Jugend Kasachstans beizutreten? Nichts wirklich Wertvolles gibt es ohne Anstrengung. Deshalb ist das Erste, was ich denjenigen wünsche, die sich noch scheuen, Mut: Mut, man selbst zu sein, zu probieren, Fehler zu machen und keine Angst zu haben, auf Menschen zuzugehen. Manchmal reicht ein einziger Schritt, damit sich im Leben vieles in Bewegung setzt. Ich möchte sehr, dass im Verband jeder Unterstützung spürt und die Möglichkeit hat, Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. Hier kann man wachsen, verschiedene Rollen ausprobieren, Freunde und Gleichgesinnte finden. Genau in so einer Umgebung entstehen Ideen, Energie und der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen. In diesem Jahr wird unser Verband 30 Jahre alt. Das ist ein großer Weg und eine große Verantwortung. Es ist wichtig, an diejenigen zu erinnern, die an den Anfängen der Bewegung standen, und gleichzeitig neue Bedeutungen für diejenigen zu schaffen, die heute kommen. Ich möchte, dass man über unsere Initiativen sagt: „Das hat der Verband gemacht – das wird richtig cool.“ Der Verband der deutschen Jugend Kasachstans ist eine Marke und der Träger der besten Traditionen der ethnischen Deutschen. Unsere Aufgabe ist es, ihn für zukünftige Generationen zu bewahren und weiterzuentwickeln. Ich bin jedem aufrichtig dankbar, der Zeit, Kraft und Herz in die Arbeit des Verbandes legt. Ihr macht diese Bewegung lebendig. Interview: Olesja Klimenko Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: