Eier kann es nie genug geben: Ostern in der deutschen Folklore

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In früheren Zeiten gab es bei den Deutschen einen interessanten Brauch: Sie vergruben geweihte oder gefärbte Hühnereier in den Ackerfurchen. Man glaubte, dass es den Boden segne und eine reiche Ernte sichere.

Doch auf den Feldern endete die Magie nicht. Die Eierschale galt als starker Schutz, und es gab viele Arten, sie zu nutzen. So warf man zum Beispiel gefärbte Eier – besonders solche, die am Karfreitag gelegt worden waren – über das Dach des Hauses oder legte sie auf den Dachboden. Man glaubte, das bewahre das Gebäude vor Feuer oder einem Blitzeinschlag.

In manchen Regionen Deutschlands gab es den Brauch, den Wassergeistern ein Geschenk darzubringen: Gefärbte Eier wurden in Brunnen oder Bäche geworfen, um die Wasserwesen auf diese Weise gnädig zu stimmen. Außerdem mischte man die Schalen von Ostereiern oft ins Futter für das Vieh, in dem Glauben, sie schützen die Tiere vor Krankheiten und bösem Blick.

Diese Traditionen unterstreichen die tiefe Verbindung der österlichen Symbolik mit einem alten Fruchtbarkeitskult, in dem das Ei als Gefäß lebendiger Energie galt.

Beim nächsten Treffen der Teilnehmenden des Seniorenklubs der Gesellschaft der Deutschen Nordkasachstans „Wiedergeburt“ tauchten die Senioren unter der einfühlsamen Leitung von Oksana Nevedomaya durch kreatives Arbeiten in die Atmosphäre alter Traditionen ein. Sie gestalteten Papierdekorationen in Eierform, die im modernen Interieur die alten Schutzsymbole ersetzen.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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