Siebenmal messen, einmal bleichen

Zurück

Der Boom der „häuslichen“ Nutzung von Chlorbleiche kam in den 1960er- und 1970er-Jahren auf. Erst waren es Hippies, dann Punks – und danach sowjetischer Einfallsreichtum. Modefans in der UdSSR kochten Jeans in Metallwannen mit Chlorbleiche, nachdem sie sie zuvor zu Knoten gebunden hatten.

Man muss dazu sagen: Das chemische Entfärben von Stoffen ist der Welt seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Fabriken nutzten damals spezielle Lösungen, um die Farbe aus dunklem Stoff „herauszuwaschen“ und so weiße Muster zu erhalten. Das war deutlich günstiger und schneller, als zu versuchen, weiße Fäden in das Gewebe selbst einzuarbeiten.

Heute funktioniert diese alte Methode weiterhin einwandfrei – die Jugend in Balqasch hat es selbst ausprobiert. Die Teilnehmenden tauchten in die Vergangenheit ein und gestalteten Designerstücke mit Prints in Form traditioneller deutscher Sprüche.

Ein Workshop zur Kleidungsdekoration in der Entfärbe-Technik (mit Chlorbleiche) ist eine tolle Möglichkeit, modernes Upcycling mit traditionellen deutschen Motiven zu verbinden. Die Teilnehmenden unseres Klubs der deutschen Jugend haben beim Workshop alten Sachen ein zweites Leben geschenkt und sie mit traditionellen deutschen Mustern mithilfe von Chlorbleiche verziert, betonte Tatjana Samokhwalowa, Programmleiterin der regionalen Vertretung der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt““ in Balqasch.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

Поделиться ссылкой:

x