Warum ein Lebensmittelpaket mehr ist als nur Hilfe

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Eine weitere Aktion des Deutschen Zentrums im Gebiet Karaganda zur Verteilung von Lebensmittelpaketen ist abgeschlossen. In diesem Jahr erhielten 470 Familien Unterstützung: 229 Lebensmittelpakete wurden an Menschen in ländlichen Ortschaften geliefert, weitere 241 gingen an Familien in Karaganda. Die Projektstrecke führte durch mehr als 40 Ortschaften, von Temirtau, Schachtinsk und Saran bis in die entlegensten Dörfer der Bezirke Osakarov, Qarqaraly und Bukhar-Zhyrau. Besondere Aufmerksamkeit galt der persönlichen Zustellung an Menschen in Karaganda, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Doch hinter diesen Zahlen stehen nicht Kilometer und keine Statistik. Hinter ihnen stehen Menschen.

Tore, die mit zitternden Händen geöffnet werden. Begegnungen, auf die man monatelang wartet. Und Augen, in denen ein Licht aufscheint: „Sie sind gekommen. Sie erinnern sich an uns.“
Für viele unserer Betreuten ist das Auto mit den Lebensmitteln die einzige Möglichkeit, Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Zentrums zu treffen, Neuigkeiten aus der Gemeinschaft zu erfahren, über Themen zu sprechen, die ihnen am Herzen liegen, und einfach zu spüren, dass sie nicht vergessen wurden.

„Die Fahrt durch das Gebiet ist die einzige Möglichkeit, mit den Menschen auf dem Land ins Gespräch zu kommen. Für ältere Menschen ist Mobilität ein großes Problem. An Veranstaltungen im Zentrum können sie körperlich schon nicht mehr teilnehmen, und sie haben keine Möglichkeit, selbst zu kommen. Deshalb sind unsere Besuche für sie etwas, das von Herzen kommt. Vielleicht sehen sie in mir auch eine Vertreterin des gesamten Deutschen Zentrums. Für sie bleibe ich die einzige Verbindung. Denn ich bringe ihnen das, was sie brauchen“, erzählt die Organisatorin des Projekts „Soziale Arbeit“, Ljudmila Galuzkaja.

Bei jeder Fahrt erhalten die Betreuten nicht nur Lebensmittelpakete, sondern auch Informationsmaterialien über die Tätigkeit des Deutschen Zentrums und des Klubs der deutschen Jugend. In erster Linie besucht das Team alleinstehende und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen, also jene, die nicht mehr selbstständig zu Treffen kommen oder an Veranstaltungen teilnehmen können. Diesmal wurde auch die Angehörige der Arbeitsarmee N. Prozumentschtschikowa besucht.

„An einem Tag kann man Hunderte Kilometer zurücklegen, aber am meisten bleiben nicht die Straßen in Erinnerung, sondern die Menschen. Jeder bedankt sich auf seine Weise, und man versteht, dass unsere Arbeit wirklich gebraucht wird“, bemerkt der Fahrer des Projekts, Denis Kiesler.

Jede solche Begegnung bleibt im Gedächtnis. Es ist unmöglich, jeden zu umarmen. Aber man kann zuhören. Erfahren, wie ein Mensch heute lebt, was ihn bewegt und welche Hilfe er noch braucht. Und dann, mit seinem Einverständnis, wiederkommen, diesmal gemeinsam mit Freiwilligen, mit Jugendlichen aus dem Klub der deutschen Jugend, um noch etwas mehr Aufmerksamkeit und Austausch zu schenken.

229 Pakete gingen in die Dörfer, 241 nach Karaganda. Doch wenn man nicht auf die Zahlen schaut, sondern auf die Menschen, dann bedeutet das 470-mal: „Ihr seid nicht allein.“ Das sind die Unterstützungsempfänger aus Osakarowka, die voller Ungeduld auf den Besuch der Gäste warten. Das ist der Großvater aus Esil, für den seltene Begegnungen und Aufmerksamkeit besonders wichtig sind. Das ist das Gespräch nach dem Gottesdienst in der Kirche in Kuschoky, wenn die Menschen nach dem Gottesdienst fragen: „Nun, erzähl, wie geht es unseren Leuten?“ Das ist die einsame Großmutter aus Temirtau, für die die Besuche zu einem wichtigen Ereignis im Alltag werden.

In solchen Momenten wird klar: Ein Lebensmittelpaket ist mehr als nur Hilfe. Es ist ein Anlass, zu kommen. Zuzuhören. Neuigkeiten zu erzählen. Die Verbindung zwischen Menschen und Generationen zu bewahren. Einen Menschen daran zu erinnern, dass er weiterhin Teil der deutschen Gemeinschaft ist und dass man sich hier an ihn erinnert und auf ihn wartet.

Das Projekt der sozial-humanitären Unterstützung wird mit Unterstützung der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ und mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums des Innern der Bundesrepublik Deutschland (BMI) umgesetzt.

Gulmzhan Bertajewa

Übersetzung: Anton Genza

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