Angelina Mazur-Sotzkaja: „Das Wertvollste, was der Verband mir geschenkt hat, sind die Menschen“ Zurück Veröffentlicht in 8. Juli 202629. Juli 2026 Der Weg von Angelina Mazur-Sozkaja im Verband der deutschen Jugend Kasachstans begann im Jahr 2018. Damals führte sie nicht ein großes Projekt und auch nicht der Wunsch, Leiterin zu werden, zum KDJ, sondern ihr aufrichtiges Interesse an der deutschen Sprache. Gerade die Jugendgruppe für Deutsch in ihrer Heimatstadt wurde für sie zum ersten Schritt in eine große Gemeinschaft, die später ihr Leben verändern sollte. „Ich kam über mein Interesse an der deutschen Sprache zum KDJ ‚Grashüpfer‘ der Stadt Karaganda. Damals konnte ich mir nicht einmal vorstellen, welch wichtiger Teil meines Lebens der Verband einmal werden würde“, erinnert sich Angelina. Schon ein Jahr später eröffnete sie gemeinsam mit Gleichgesinnten eine KDJ-Zweigstelle in der Stadt Abai, den Klub „Daheim“, den sie mehrere Jahre lang leitete. Später übernahm Angelina die Leitung des Klubs „Grashüpfer“ in Karaganda, und 2021 wurde sie stellvertretende Vorsitzende des Verbands der deutschen Jugend Kasachstans unter Kristina Larina (Libricht). In den Jahren ihres aktiven Engagements nahm Angelina an Dutzenden Projekten teil, von denen viele später zu wichtigen Kapiteln in der Geschichte des VDJK wurden. An ihr allererstes Projekt erinnert sie sich heute mit besonderer Wärme. „Wahrscheinlich war es die Familienakademie im Gebiet Karaganda vor Weihnachten. Am meisten ist mir die Atmosphäre in Erinnerung geblieben, dieses Gefühl, dass völlig fremde Menschen innerhalb weniger Tage zu einer großen Familie wurden.“ Zum eigentlichen Ausgangspunkt wurde für sie jedoch das legendäre Camp Jugendtreff. „Genau dort lernte ich deutsche Jugendliche aus ganz Kasachstan kennen und fand Freunde, die bis heute einen festen Platz in meinem Leben haben.“ Mit der Zeit wurde aus der Teilnahme an Projekten ihre Organisation. Regionale Sprachlager, Akademien, Feste, mobile Gruppen, Sitzungen des VDJK-Rates, Festivals der deutschen Jugend und zahlreiche Bildungsseminare: Angelina arbeitete praktisch in allen Bereichen der Verbandstätigkeit mit. Als eine ihrer wichtigsten Errungenschaften betrachtet sie die Entwicklung eines neuen Projekts, der Sprachakademie „Mach mit“, das gemeinsam mit dem Team erarbeitet und zu einem festen Bestandteil des Verbandsprogramms gemacht werden konnte. Wenn Angelina jedoch über das wichtigste Ergebnis ihrer langjährigen Arbeit spricht, denkt sie keineswegs zuerst an Projekte. „Ich glaube, der größte Erfolg, den wir gemeinsam mit dem Verband erreicht haben, sind die Menschen. Nach den Projekten des VDJK werden viele zu Freunden, manche bleiben ein Leben lang miteinander verbunden. Wir unterstützen einander in den wichtigsten Momenten, trotz Zeit, Städten und sogar Ländern. Für mich ist das das Wertvollste.“ Diese Worte bestätigt auch ihre eigene Geschichte. Heute sind die vier engsten Freundinnen Angelinas Menschen, die ihr gerade der Verband der deutschen Jugend Kasachstans geschenkt hat. Liana Barakat lernte sie 2019 beim Jugendtreff kennen. Damals versprachen sich die Mädchen, eines Tages wieder in einem Zimmer aufzuwachen. Aus diesem ungewöhnlichen Versprechen wurde eine schöne Tradition: Seit sechs Jahren treffen sie sich jedes Jahr in Almaty, reisen gemeinsam und schaffen neue Erinnerungen. Gerade Liana machte Angelina mit Dana Barakat und Angelina Fast bekannt, Aktivistinnen des KDJ Almaty, die für sie ebenfalls zu nahestehenden Menschen wurden. „Sie kennen mich wie niemand sonst. Und dann gibt es noch Tanja Stortschak, mit der mich die wöchentlichen Treffen im KDJ Karaganda unglaublich eng verbunden haben. Manchmal scheint es mir, dass genau solche Freundschaften das wichtigste Ergebnis all dieser Projekte sind.“ Angelinas Leben veränderte sich nach ihrem Umzug nach Deutschland, doch ihr gesellschaftliches Engagement endete nicht. Im Gegenteil, es fand eine neue Fortsetzung. In Deutschland wurde Angelina Aktivistin der JSDR in Stuttgart, und seit November 2025 gehört sie dem Vorstand von JunOst Bayern an, einer Vereinigung russischsprachiger Jugendlicher in Bayern und Partnerorganisation des Verbands der deutschen Jugend Kasachstans. Auch nach dem Wechsel des Landes setzt sie das fort, was sie einst in Kasachstan begonnen hat: Menschen zusammenzubringen, Gemeinschaften zu schaffen und Jugendinitiativen zu unterstützen. „Das Erstaunlichste ist zu verstehen, dass viele Bekanntschaften nun über Grenzen hinweg weiterleben. Menschen, die einst der VDJK zusammengebracht hat, treffen sich heute in verschiedenen Ländern, setzen gemeinsam Projekte um, unterstützen einander und bleiben Freunde. Es ist, als würden wir Seelen verbinden, trotz aller Entfernungen.“ Für Angelina ist der Verband längst nicht mehr nur eine Jugendorganisation. Er ist ein Ort, an dem Ideen entstehen, Talente sichtbar werden, echte Freundschaften wachsen und Werte geprägt werden, die ein Mensch sein Leben lang mit sich trägt. Zum Jubiläum des Verbands der deutschen Jugend Kasachstans wünscht sie der Organisation, weiterhin eine neue Generation zu inspirieren. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie talentiert unsere Jugend ist. Ich wünsche dem Verband, dass er weiter strahlt, dass alle Potenziale und Initiativen unbedingt Wirklichkeit werden und ehrliche Arbeit immer die verdiente Anerkennung findet. Und das Wichtigste: Ich wünsche allen Mitgliedern des VDJK, sich zu zeigen und niemals Angst davor zu haben, sie selbst zu sein.“ Maria Gorbatschowa Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: