Swetlana Pionkewitsch: „Der VDJK, das sind Menschen, die an deiner Seite bleiben“ Zurück Veröffentlicht in 10. August 2026 Manchmal wird das Schicksal eines Menschen durch eine einzige, scheinbar zufällige Entscheidung bestimmt. Genau so geschah es im Leben von Swetlana Pionkewitsch. Im Herbst 1996 überschritt sie zum ersten Mal die Schwelle des gerade eröffneten Jugendklubs „Phönix“ bei der Gesellschaft der Deutschen in Qostanai. Damals schmiedete sie keine Pläne und ahnte nicht, dass dieser Besuch der Beginn eines langjährigen Weges werden würde, voller lebendiger Projekte, kreativer Initiativen, echter Freundschaft und aktiver gesellschaftlicher Arbeit. Schon drei Monate später fuhr Swetlana in ihr erstes republikanisches Jugendlager. Genau dort spürte sie die Größe und Atmosphäre der deutschen Jugendbewegung. „Ich war einfach überwältigt von allem, was dort geschah, natürlich im besten Sinne. Es war eine völlig neue Welt, voller Menschen, Ideen und Möglichkeiten“, erinnert sich Swetlana. Einen besonderen Platz in ihrem Leben nahmen deutsche Volkstänze ein. Tanzerfahrung hatte Swetlana bereits: Seit ihrem vierten Lebensjahr war sie in einem örtlichen Tanzensemble aktiv. Dank der Unterstützung von Nadezhda Krainenko begann Swetlana bald selbst zu unterrichten und ihr Wissen an junge Menschen weiterzugeben. Neben Tanzstunden leitete sie auch Unterrichtseinheiten zur Landeskunde und machte die Jugendlichen mit Geschichte, Kultur und Traditionen der Deutschen Kasachstans bekannt. Zwei Jahre später wurde Swetlana einstimmig zur Vorsitzenden des Klubs „Phönix“ gewählt. Gemeinsam mit einem Team Gleichgesinnter koordinierte sie die Jugendarbeit, bereitete Konzerte, kreative Programme, Kulturveranstaltungen und Auftritte vor. Zwischen 1996 und 2001 wurden zahlreiche Initiativen umgesetzt, die zu einem wichtigen Teil des Lebens der deutschen Jugendbewegung wurden. Dazu gehörten regionale Jugendlager, ein nationales Lager, ein Bildungsprojekt für Jugendliche mit Unterstützung der Schokoladenfabrik „Bayan Sulu“, ein Projekt zur Anfertigung nationaler Trachten, die Eröffnung eines Computerklubs sowie zahlreiche Konzerte, Festivals und Kulturprogramme. „Es fällt mir schwer, einzelne Erfolge zu nennen. Ich bin überzeugt, dass alles, was wir getan haben, bereits eine Leistung war. Damals hatten wir weder viel Erfahrung noch ausreichend Informationen. Viele Entscheidungen trafen wir intuitiv. Aber das Interesse an allem war so groß, dass für Angst einfach kein Platz blieb.“ Gerade der Enthusiasmus der ersten Aktiven wurde zu jener Grundlage, auf der die moderne Jugendbewegung gewachsen ist. Ihre Energie, ihr Mut und ihre Bereitschaft zu lernen halfen, Dutzende Initiativen Wirklichkeit werden zu lassen, von denen viele zu Traditionen wurden. Heute ist Swetlanas berufliche Tätigkeit mit der Dekoration von Festen verbunden. Die Erfahrungen, die sie im Jugendklub gesammelt hat, helfen ihr bis heute bei der Arbeit: Menschen zu organisieren, Atmosphäre zu schaffen, jedes Detail zu durchdenken und Ideen umzusetzen. Von besonderem Wert sind für sie die Gleichgesinnten und Freunde, die ihr die deutsche Jugendbewegung geschenkt hat: Nadezhda Krainenko, Elisabeth Wysochina, Anastasija Komerloch, Jewgeni Peter, Sergej und Alexej Schneider, Tatjana Dulja, Jewgenija Dolgomer und noch viele andere wunderbare Menschen. Der deutsche Jugendklub nimmt auch in Swetlanas Privatleben einen besonderen Platz ein. Hier lernte sie ihren künftigen Mann Jewgeni Pionkewitsch kennen. Gemeinsame Interessen, gemeinsame Projekte, Lager und Veranstaltungen brachten die jungen Menschen nach und nach einander näher, und aus Freundschaft wurden starke Gefühle. In diesem Jahr feiern Swetlana und Jewgeni ihr 25-jähriges Ehejubiläum. Sie gehen gemeinsam durchs Leben und bewahren gegenseitigen Respekt, Unterstützung, die Liebe zu ihrem kulturellen Erbe und eine aktive Lebenshaltung, die sie auch ihren Kindern weitergeben. Swetlana Pionkewitsch wünscht der Organisation, ihre Energie und ihren Mut nicht zu verlieren: „Traut euch! Habt keine Angst, eure Ideen umzusetzen, legt die Ängste ab und geht immer weiter voran. Der VDJK ist ein Ort, an dem echte Freundschaft entsteht, lebendige Projekte geboren werden und sich neue Möglichkeiten eröffnen. Unser Team ist der beste Beweis dafür: Nach all den Jahren sind wir immer noch befreundet, bleiben in Kontakt und freuen uns riesig, einander wiederzusehen.“ Maria Gorbatschowa Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: