Das Virtuelle Museum der Deutschen Kasachstans zum Gedenktag der Deportation

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Seit 2018 sammelt und bewahrt das Virtuelle Museum der Deutschen Kasachstans (VMDK) Zeugnisse der Geschichte. Die Zahl der Exponate auf wiedergeburt.asia nähert sich inzwischen der Tausendermarke. Dazu gehören wertvolle Zeugnisse deutscher Kultur, Elemente des festlichen und religiösen Brauchtums, Beschreibungen von Erinnerungsorten und Denkmälern sowie vieles mehr.

Das Thema der Deportation der deutschen Bevölkerung zieht sich durch den gesamten Bestand des Museums. Dazu gehören Erinnerungen an das frühere Leben in der Heimat ebenso wie Berichte über die schweren Jahre des Überlebens in Kasachstan und über die Trudarmee. Zusammengenommen sind dies unschätzbare Zeugnisse der Vergangenheit, die in den entsprechenden Bereichen der Website zu finden sind.

Dort gibt es zahlreiche Fotografien und auch Bibeln, die den Menschen in schweren Zeiten Halt gaben (VMDK, Abschnitt 8.1), sowie weitere charakteristische Gegenstände, die im Laufe der Zeit symbolische Bedeutung erlangt haben. Dazu gehört beispielsweise eine kleine Suppenterrine, die Frauen aus der Familie Freiberger bei der Deportation mitnahmen, als „Symbol für Geborgenheit und Wärme, als ein unversehrtes Stück Zuhause“ (VMDK, 5.7.16).

Ein weiteres Zeugnis dieser schmerzhaften Vergangenheit ist eine Schöpfkelle, mit der in einem Arbeitslager die Essensrationen ausgegeben wurden (VMDK, 5.7.11). Sofia Stiebert bewahrte sie als Erinnerung an ihre Jugend auf, die sie hinter Stacheldraht verbringen musste.

Solche Gegenstände mit symbolischer Bedeutung gibt es viele. Sie veranschaulichen die Geschichte der Deportation der Deutschen und ihre Folgen.

Wir suchen kontinuierlich nach neuen Exponaten für das Museum.

Auf der Website des Virtuellen Museums werden regelmäßig neue Bilder von Exponaten mit kurzen Begleittexten veröffentlicht. Zum Gedenktag der Deportation kamen dort ganz unterschiedliche Objekte und Materialien hinzu. Zwei davon wurden erst vor Kurzem aufgearbeitet und online gestellt: eine von der Bundesregierung gestiftete Gedenkstele für die deutschen Frauen und Kinder im Lager ALZHIR sowie ein Jugendfoto von Ewald Dieser, der 1941 in einem Deportationszug zur Welt kam, mit dem Deutsche aus dem Wolgagebiet abtransportiert wurden.

Außerdem wurden zwei Auszüge aus dokumentarischen Zeugnissen veröffentlicht: „Wie eine Wattejacke einem Trudarmisten half“ sowie der Bericht von M. Matwejewa „Wie 1941 die Kindheit endete“.

Der erste Text erzählt anhand eines so alltäglichen Gegenstands wie einer wattierten Jacke, auf Russisch Fufaika oder Wattnik, vom Schicksal des 16-jährigen Wolgadeutschen Alexander Boos. Der zweite Auszug stammt aus einem Interview mit Matrjona Eschner, die als kleines Mädchen gemeinsam mit ihrer Familie aus dem Moskauer Umland in das Gebiet Südkasachstan deportiert wurde. Später wurde ihre Mutter in die Trudarmee eingezogen, und für die Kinder war die Kindheit damit vorbei.

Im Bereich „Fragmente“ wurden zwei weitere neue dokumentarische Beiträge veröffentlicht: „Wie die Einheimischen die deportierten Deutschen aufnahmen“ und „Wie die Wolgadeutschen Sarepta verließen“.

Darüber hinaus finden sich im Bereich „Fragmente“ zahlreiche weitere historische Zeugnisse und interessante Zeitzeugenberichte aus dem Leben der Deutschen. Die aussagekräftigen Überschriften erleichtern die Suche: Auf wiedergeburt.asia genügt es, den jeweiligen Titel in die Suchfunktion einzugeben.

Wir freuen uns jederzeit über Ihre Rückmeldungen!

Tamara Wolkowa, promovierte Historikerin, Ehrenprofessorin der Deutsch-Kasachischen Universität und wissenschaftliche Leiterin des Virtuellen Museums der Deutschen Kasachstans

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