Sprachcafé: Intensive Sprache und neues Wissen

Zurück

Das Projekt „Sprachcafé“ ermöglichte den Fans der deutschen Sprache in Aqtöbe mehr über Weihnachtstraditionen zu erfahren.

Das Sprachcafé-Projekt läuft in Aqtöbe bereits im zweiten Jahr. Die Teilnehmer (hauptsächlich Teilnehmer an den Sprachkursen der „Wiedergeburt“-Gesellschaft) berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse.

„Alles geschieht durch einen intensiven Sprachkurs und die Teilnahme an Kreativlaboren, die sich mit den Traditionen des Weihnachtsfestes in deutschstämmigen Familien in Kasachstan im Vergleich zu denen in Deutschland beschäftigen. Es geht um den Erhalt der Sprache; um ihre Popularisierung, die es ermöglicht, weitere Perspektiven in Betracht zu ziehen: den Kontakt mit der Kultur des Volkes, wodurch auch die Selbstidentifikation mit der deutschen Volkszugehörigkeit zunimmt“, so Ekaterina Abdullina, Koordinatorin der Spracharbeit der Deutschen Gesellschaft Aqtöbe.

Die Teilnehmer des Sprachcafés besuchten vier Kreativlabore: „Weihnachtslieder“, „Weihnachtsmalen und Basteln“, „Weihnachtsspiele“ und „Weihnachtsdichter“, wo sie vollständig in die zu lernende Sprache eintauchen konnten.

Abgerundet wurde das Projekt durch einen „Querschnitt des Wissens“. Im traditionellen Sinne handelt es sich dabei um eine Art Diktat, bei dem sich die „Schüler“ bemühen, sich an alles zu erinnern, was sie im Unterricht gelernt haben. In der deutschen Gemeinschaft wird das Wissen etwas anders geprüft.

Am Tag der Veranstaltung erwartete die Teilnehmer Musik. Der festlich geschmückte Raum und die entspannte Atmosphäre förderten die Kreativität.

„Es gibt keine Noten und Bewertungen im üblichen Sinne. Jeder, der sich für die Teilnahme am Sprachcafé entschied, wusste, dass er es nur für sich selbst tat. Unsere Aufgabe ist es, diejenigen, die Goethes schöne Sprache beherrschen wollen, erneut zu stimulieren“, erklärt Lehrerin Aigul Sundetowa.

Die Teilnehmer, die sich zuvor in Gruppen aufgeteilt hatten, mussten zeigen, was sie in diesen Wochen gelernt hatten. Vor ihnen lagen acht verschiedene „Stationen“, an denen es Übungen zum festlichen Kochen, Basteln und sogar Weihnachtslieder gab.

Sanzhar Tlegenow, 19, half seinem Team enorm, indem er mehrere wichtige Fragen richtig beantwortete. Das gute Gedächtnis des Jungen hat sich immer als nützlich erwiesen. Dieses hat ihn auch diesmal nicht im Stich gelassen. Sanzhars Schwester Kamilla entwirft seit einigen Jahren Brücken in München. Sanzhar hingegen träumt seit seiner Jugend von der Musik. Zu seinen Vorbildern gehört Ludwig van Beethoven:

„Ich liebe seine Werke. Ich bin jetzt in meinem dritten Jahr an der Musikhochschule. Ich hoffe, dass ich in ein paar Jahren auf eine Musikhochschule in Deutschland gehen kann. Ich lerne seit März 2022 Deutsch. Bislang liegt mein Niveau zwischen A2 und B1. Die Sprache ist grammatikalisch schwieriger, aber in Bezug auf die logische Struktur der Wörter besser als das Englische. Um ehrlich zu sein, habe ich den deutschen Feiertagstraditionen nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, also habe ich mich im Sprachcafé weitergebildet!“

Jeder konnte sich an dem Projekt beteiligen. Das Wichtigste daran ist der Wunsch, mehr über die deutsche Kultur und Traditionen zu erfahren. Ludmila Bozhkowa ist eine ehrgeizige Person, die es gewohnt ist, ihre Ziele zu erreichen. Sie ist 75 und versucht, keinen Deutschkurs zu verpassen. Sie nahm mit großer Freude an diesem Projekt teil:

„Ich habe eine Menge historischer Informationen gelernt, die ich vorher nicht kannte. Zum zweiten Mal nahm ich am ‚Sprachcafé‘ teil, das nicht nur informativ ist, sondern auch die Möglichkeit bietet, das eigene Sprachniveau zu analysieren. Ich habe dieses Jahr Fortschritte gemacht, aber es gibt noch Raum für Verbesserungen. Ich werde versuchen, die Sprache meiner Vorfahren weiter zu lernen.“

Nachdem alle Aufgaben erfüllt waren und die Teilnehmer ihre Portion anerkennender Worte erhalten hatten, setzten sich alle an ihre Tische…

„Die Sache ist die, dass wir zu Beginn des Projekts ein Diktat geschrieben haben. Jetzt tun wir es wieder. Wir lernen nicht einfach etwas auswendig und vergessen es. Die Teilnehmer werden die erworbenen Kenntnisse – bestimmte Wendungen und Sätze – im Alltag anwenden. Deshalb ist das Diktat eher ein Selbsttest, ein Test, wie sehr sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der deutschen Sprache ‚verbessert‘ haben“, fasst Ekaterina Abdullina zusammen.

Konstantin Sergeew

Übersetzung: Annabel Rosin

Поделиться ссылкой:

x

    X