Trainingsseminar im Kasachisch-Deutschen Zentrum

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Im Kasachisch-Deutschen Zentrum der Stadt Nur-Sultan fand ein praktisches Trainingsseminar für die Vertreter der ethnokulturellen Vereinigungen statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Versammlung des Volkes Kasachstans und der RGU „Когамдык келiсiм“ mit Unterstützung der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“.

Die Zeit diktiert die Relevanz des Trainingsseminars. Auf einer erweiterten Sitzung der Versammlung des Volkes Kasachstans, die am 21. Oktober dieses Jahres stattfand, würdigte das Oberhaupt des Staates Kasym-Zhomart Tokajew die Rolle der ethnokulturellen Vereinigungen der Republik in der Bewahrung der Einheit und der interethnischen Eintracht in besonderer Weise und betonte ebenso ihre neuen Aufgaben – diese sind die Einbindung der Bewohner Kasachstans in das gesellschaftliche und politische Leben des Landes, die Förderung der Staatssprache und die Herausbildung neuer Formen bürgerlichen Engagements.

Zu dem Seminar wurden Aktivisten der ethnokulturellen Vereinigungen aus verschiedenen Regionen Kasachstans eingeladen, die die Erfahrungen aus ihrer Arbeit teilten und Perspektiven für eine fruchtbare Zusammenarbeit in der Zukunft skizzierten. Auch im Hinblick auf die besondere Bedeutung von Fragen der Informationssicherheit, sowie der Prävention und Verhinderung der Verbreitung von Hassrede in der Gesellschaft wurden mit dem Ziel der Entwicklung kreativen Denkens interaktive Trainings durchgeführt.

Zur Eröffnung der Veranstaltung stellte Galym Schojkin, Vorsitzender des Komitees zur Entwicklung interethnischer Beziehungen des Ministeriums für Information und soziale Entwicklung der Republik Kasachstan, der zu dem Thema „Prinzipien der Interkulturalität in den Aktivitäten der ethnokulturellen Vereinigungen“ auftrat, fest, dass dieses Seminar für die heranwachsende Generation von großem Nutzen sein wird, da gerade die Jugend jetzt aktiv in die Aktivitäten der Versammlung des Volkes Kasachstans eingebunden ist, deren Rolle mit jedem Jahr zunimmt und immer mehr Tätigkeitsbereiche abdeckt.

In seiner Rede betonte der Vorsitzende des Komitees, dass die 29. Sitzung der Versammlung des Volkes Kasachstans der Entwicklung der Politik des Friedens und der Eintracht, die vom Ersten Präsidenten Nursultan Nasarbajew verkündet wurde, einen neuen Impuls verleiht hat. Die Einheit des Volkes und die systemischen Reformen wurden auch von Kasym-Zhomart Tokaew hervorgehoben, der am 1. September in einer Botschaft an das Volk Kasachstans sprach. Und auf der erweiterten Sitzung der Versammlung des Volkes Kasachstans nannte der Präsident die Versammlung ein wirksames Instrument zur Stärkung der Einheit der Nation, welches alle Bürger in der Idee einer gemeinsamen Staatlichkeit vereinen könne. Dank der Schaffung der Versammlung des Volkes Kasachstans verfügt das Land über einen wirksamen Mechanismus, um der Politisierung der ethnischen Frage, die für sich genommen sehr komplex ist, vorzubeugen.

Am Ende seiner Rede dankte Galym Nurmagambetowitsch der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ und persönlich Albert Rau, Abgeordneter der Mazhilis des Parlaments und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stiftung, für die Verwirklichung der ethnokulturellen Arbeit und die Möglichkeit, diese wichtige Veranstaltung innerhalb der Mauern des Kasachisch-Deutschen Zentrums der Hauptstadt durchzuführen.

Die große Mission der Versammlung

Albert Rau betonte ebenfalls die Rolle der Versammlung des Volkes Kasachstans und ihrer jährlichen Sitzungen, in denen das Staatsoberhaupt ziemlich klare und praktische Aufgaben stellt:

– Von den ersten Tagen an hat die Versammlung ihre große Mission erfüllt. Und wir, die Deutschen Kasachstans, waren immer aktive Teilnehmer und Anhänger der Werte des Elbasy. Im Jahr 2019 feierte unsere Selbstorganisation, die Ende der 1980er Jahre gegründet wurde, ihr 30-jähriges Jubiläum. Als im Jahr 1995 auf Initiative des Ersten Präsidenten die Versammlung des Volkes Kasachstans geschaffen wurde, gehörten die Deutschen der Republik zu den ersten, die sich ihren Reihen anschlossen. Überall entstanden ethnokulturelle Zentren „Wiedergeburt“, die noch heute ihre Arbeit verrichten. Die Prinzipien, die von der Versammlung verkündet wurden, – interethnische Harmonie, Einheit und Toleranz, – bedeuten für uns Deutsche sehr viel, – sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates.

Stellvertretend für die Struktur der Deutschen teilte Albert Rau mit, dass die Selbstorganisation vor vier Jahren in die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ umorganisiert wurde. Reformen sind zum Gebot der Zeit geworden. Dies sicherte in erster Linie die nachhaltige Weiterentwicklung der Organisation, bewahrte die rechtliche Eigenständigkeit der Regionalgesellschaften der Deutschen und trug zu deren Konsolidierung bei.

– Heute existieren in Kasachstan 21 Gesellschaften der Deutschen „Wiedergeburt“, sowie die Dachorganisation, die Gesellschaftliche Stiftung. Unsere Arbeit erfordert von uns maximale Transparenz, deshalb werden alle Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die Einnahmen und Ausgaben auf der Webseite der Wiedergeburt und in der landesweiten deutschen Zeitung veröffentlicht. Auf der erweiterten Sitzung der Versammlung des Volkes Kasachstans betonte das Staatsoberhaupt in besonderer Weise, dass alle Häuser der Freundschaft zu Projektbüros werden sollten, und genau das sind wir. Die Selbstorganisation der Deutschen verwirklicht mit Unterstützung der Bundesregierung Deutschlands Projektaktivitäten in verschiedenen Bereichen, – in der Sprache, der Jugend, dem Sozialbereich und der Kultur, – teilt Albert Rau seine Erfahrungen.

Die Jugend hat Priorität

Ungeachtet der vielfältigen Arbeit der Stiftung bleibt der Jugendbereich der wichtigste.

– Und das ist kein Zufall, ich glaube, das sollte in jeder ethnokulturellen Vereinigung so sein. Die Jugend ist unsere Zukunft. Wir versuchen, ihr die Werte unserer Ethnie zu vermitteln. Dies ist in erster Linie das Gefühl der Dankbarkeit und der Anerkennung gegenüber dem kasachischen Volk, welches in den schweren Jahren der Deportation den Deutschen, aber auch anderen Ethnien eine helfende Hand reichte. Und diese edlen Seiten der Geschichte sollten von Generation zu Generation weitergegeben werden, – fasste der Abgeordnete zusammen.

In der Stiftung wird viel Arbeit zur Bewahrung des kulturellen Erbes der Deutschen geleistet. So sind in der Reihe „Berühmte Deutsche Kasachstans“ sechs Bücher erschienen, die von dem schwierigen Schicksal unserer Landsleute erzählen, die in verschiedenen Betätigungsfeldern bedeutende Erfolge erzielt haben. Hinter ihren bescheidenen Namen verbirgt sich kolossale Arbeit und selbstloser Dienst an ihrem Volk. Es sind Menschen, auf die man stolz sein kann und an denen man sich messen sollte.

Perspektiven der Zusammenarbeit

Im Laufe des Tages tauschten die Teilnehmer des Seminars aktiv ihre Erfahrungen aus, stellten ihre erfolgreichsten Projekte vor und diskutierten über die gemeinsame Zusammenarbeit in der Zukunft. So führte Ewgenija Schulz, Leiterin des Zentrums der Volkskunst des Hauses der Freundschaft (Stadt Karaganda) im Rahmen des Blocks „Wiederbelebung und Förderung des kasachischen Volkshandwerks als Faktor der Konsolidierung der Gesellschaft“ eine Meisterklasse zum Filzen.

Julija Spiridonowa, Mitglied des Vorstandes der gesellschaftlichen Vereinigung „Poljaki“, teilte am Beispiel ihres ethnokulturellen Vereins ihre Erfahrungen mit patriotischer Erziehung und der Entwicklung von Führungsqualitäten bei jungen Menschen.

Die Mitglieder des Vorstandes der Selbstorganisation der Deutschen Anastasija Rimmer, Julija Galler und Angelina Baumgertner stellten die Projektaktivitäten der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ in den Bereichen Jugend, Sprache und Bildung vor.

Insgesamt fand im Rahmen des Trainingsseminars ein konstruktiver Dialog statt. Das Kasachisch-Deutsche Zentrum hat einmal mehr als verbindende Brücke zwischen zwei Ländern – Kasachstan und Deutschland, seiner Hauptaufgabe folgend – agiert, um ein progressives Zentrum der Konsolidierung, der Entwicklung und der Einheit zu werden.

Olesja Klimenko und Jelena Brenner

Übersetzung: Philipp Dippl

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