Das Ostergeheimnis von Kornejewka Zurück Veröffentlicht in 10. April 2026 Im Mittelalter waren deutsche Ostermessen ein groß angelegtes kulturelles Geschehen mit dramatischen theatralischen Elementen. Dabei wurde der Gottesdienst vollständig auf Latein gehalten. Ostern war kein einzelner Tag: Die Messen begannen am Gründonnerstag, setzten sich am Karfreitag fort und erreichten ihren Höhepunkt am Ostersonntag. Inszenierungen biblischer Szenen waren ein besonderes und einzigartiges Merkmal deutscher Gottesdienste. Außerdem wurde in der Osternacht vor der Kirche nicht selten ein Osterfeuer entzündet. Es symbolisierte den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und Christi über den Tod. An diesem Feuer entzündeten die Gemeindemitglieder Kerzen und trugen sie in die Kirche, die sich am Morgen verwandelte: Nach der Dunkelheit der Karwoche füllte sie sich mit dem Licht von Hunderten Kerzen, dem beruhigenden Duft von Weihrauch und den freudigen „Halleluja“-Rufen. …Eine feierliche Messe bei Kerzenschein und Gebet fand am Vorabend von Ostern im Dorf Kornejewka statt, das im Norden Kasachstans liegt. Es gibt Nächte, die den inneren Rhythmus verändern können. Im Ostergottesdienst sind wir den Weg von tiefer Dunkelheit zu triumphierendem Licht gegangen und haben die Wärme des gemeinsamen Feuers körperlich gespürt. Das war nicht nur ein schöner Gottesdienst, sondern auch eine echte Rückkehr zu den Ursprüngen. Die Worte des Geistlichen, der die Gemeindemitglieder mit kleinen Schülerinnen und Schülern verglich, trafen mitten ins Herz. Darin steckten Aufrichtigkeit, Hoffnung und das Recht auf einen Neustart. Wir sind mit leichtem Herzen nach Hause zurückgekehrt und mit dem Gefühl, dass die Welt ein wenig heller geworden ist, teilten die Teilnehmerinnen des ländlichen „Frauenclub“ bei der Gesellschaft der Deutschen Nordkasachstans „Wiedergeburt“ ihre Eindrücke. Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: