Wie das „kosmische Ei“ zu häuslicher Gemütlichkeit wurde

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Wenige wissen, dass Ostern mit Ostara, der altgermanischen Göttin der Fruchtbarkeit, der Morgenröte und der Frühlingstag-und-Nachtgleiche, verbunden ist. Von ihr wurden auch die gefärbten Hühnereier und der Osterhase übernommen – der treue langohrige Begleiter, Freund und Gefährte. Beide Feste stehen für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit, die Erneuerung des Lebens und das Kommen des Frühlings.

Ostara ist eines der acht alten keltischen Feste des Jahreskreises, das bis heute moderne Tendenzen und Traditionen prägt. Nach Überlieferungen verschiedener Völker entstand die ganze Welt aus einem riesigen „kosmischen Ei“, sodass das Ei schon in der Zeit der Kelten und germanischen Stämme die Entstehung neuen Lebens und verborgenes Potenzial verkörperte. Der Hase wiederum symbolisierte außergewöhnliche Fruchtbarkeit und die Lebenskraft der Natur. Mit dem Aufkommen des Christentums wurden diese Bilder organisch in kirchliche Traditionen eingewoben und bewahrten ihre sakrale Bedeutung unter neuen Namen.

Heute finden diese Vintage-Symbole auch in häuslicher Gemütlichkeit Ausdruck. Das Ergebnis der modernen Deutung jenes „kosmischen Eis“ ist eine Innendekoration in Form farbenfroher, gefärbter Ostereier. So fertigten am vergangenen Wochenende die Teilnehmerinnen des ländlichen Frauenclubs bei der Gesellschaft der Deutschen Nordkasachstans „Wiedergeburt“ eigene Stücke an, deren Grundlage die Verbindung natürlicher Textur, Handbemalung und leichter Frühlingsmotive bildet.

In stetem Wechsel sonnen- und mondbezogener Feste dreht sich der keltische Jahreskreis weiter und erinnert uns an die untrennbare Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart: Jede und jeder von uns wird, indem wir Osterdekoration schmücken oder gestalten, unwillkürlich Teil dieses unendlichen Kreislaufs der Natur.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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