Vera Gebel-Scheludko: moderne Romantik des Altertums

Zurück

Feine irische Spitze, filigrane Zier- und Serviettentücher aus Spulengarn, verschiedenste alte gehäkelte Kragen, ungewöhnliche dekorative Spielzeuge…

Vera Gebel-Scheludko ist eine begnadete Kunsthandwerkerin, Siegerin zahlreicher Wettbewerbe und Aktivistin des örtlichen Deutschen Zentrums. Sie lebt im Dorf Baschmatschnoje im Bezirk Zhelezinka des Gebiets Pawlodar. In ihrem Haus sind einzigartige Beispiele alter Spitze gesammelt: kunstvoll, plastisch, wie märchenhafte Verflechtungen erstaunlicher Muster und Blumen.

„Wenn man die wunderbaren Arbeiten von Vera Petrowna betrachtet, kommt einem unweigerlich der Gedanke: Die Schönheit vergangener Zeiten ist nicht in der Vergangenheit versunken, sie lebt hier und heute weiter. Das freut natürlich ungemein“, betont Lidija Kamkowa, Leiterin der Filiale des Begegnungszentrums im Dorf Zhelezinka bei der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar.

In der Barockzeit wurde feine Spitze buchstäblich mit Gold aufgewogen und sogar als kostbare Mitgift weitervererbt. Damals schmückten deutsche Aristokraten und wohlhabende Bürger riesige Stehkragen, Manschetten und Kopfbedeckungen mit kunstvollem durchbrochenem Spitzenwerk. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eroberte deutsche Spitze schließlich die ganze Welt. Aus ihr begann man, luxuriöse Ballkleider, elegante Damenfächer und Sonnenschirme zu fertigen.

Indem Vera Gebel-Scheludko die Geheimnisse der Meisterinnen und Meister vergangener Zeiten entschlüsselt, überträgt sie deren strenge Sorgfalt und elegante Geometrie in ihre eigenen Arbeiten. Für die Kunsthandwerkerin vom Land ist das Spitzenhandwerk längst nicht einfach nur ein Hobby, sondern eine mühevolle Lebensaufgabe, in die sie enorme Geduld, Zeit und Können investiert.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

Поделиться ссылкой:

x