Die Eröffnung der II. Regionalkonferenz der IPS-Alumni in Astana

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Am 17. September begann im Kasachisch-Deutschen Zentrum in Astana die II. Regionalkonferenz der Alumni des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS) des Deutschen Bundestages. Sie steht unter dem Thema „Herausforderungen bei der Herausbildung nationaler Identität in Zentralasien und im Kaukasus“. Die Bezeichnung „Internationales Parlaments-Stipendium (IPS)“ entspricht der offiziellen Benennung des Deutschen Bundestages.

Organisiert wurde die Konferenz auf Initiative des IPS Alumni-Vereins Kasachstan mit Unterstützung des Deutschen Bundestages sowie der Vertretungen der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kasachstan.

Nach Astana kamen ehemalige IPS-Stipendiatinnen und -Stipendiaten verschiedener Jahrgänge aus Kasachstan, Usbekistan, der Mongolei, Armenien, Georgien und Aserbaidschan. Zwei Tage lang diskutieren sie über nationale Identität und gesellschaftliche Entwicklung, die Rolle der Zivilgesellschaft und professioneller Netzwerke sowie über Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit.

Das Parlament von innen

Am zweiten Konferenztag nahm auch Yevgeniy Bolgert teil, Abgeordneter des Kurultai und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaftlichen Stiftung „Republikanische ethnokulturelle Vereinigung der Kasachstandeutschen“. Bolgert gehört dem ersten Kurultai Kasachstans an.

In seiner Begrüßungsrede hob er den besonderen Wert des IPS für junge Fachkräfte hervor und räumte ein, dass er selbst heute gern eine solche Möglichkeit nutzen würde.

„Hätte ich damals an diesem Programm teilgenommen, wäre diese Erfahrung für mich heute sehr wertvoll gewesen. Denn zu jener Zeit hätte ich mir nicht einmal vorstellen können, dass der Parlamentarismus einmal zu meinem Beruf werden würde“, sagte Yevgeniy Bolgert.

Der große Vorteil des IPS liege darin, die parlamentarische Arbeit aus nächster Nähe kennenzulernen: zu verstehen, wie Gesetze vorbereitet werden, wie Ausschüsse arbeiten, wie politische Debatten geführt werden und wie parlamentarische Kontrolle funktioniert.

Nicht kopieren, sondern lernen

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede waren die politischen Reformen in Kasachstan und die Erfahrungen Deutschlands.

„Kasachstan befindet sich derzeit in einer Phase umfassender politischer Reformen, darunter auch eine Reform des Parlaments. Wir beschäftigen uns intensiv mit den Erfahrungen unserer Partner in der Europäischen Union, insbesondere mit der parlamentarischen Praxis in Deutschland. Es geht nicht darum, ein fremdes Modell zu kopieren, sondern darum, funktionierende Mechanismen zu verstehen und an unsere Bedingungen anzupassen“, betonte Bolgert.

Ein wichtiges Feld der Zusammenarbeit bleibt auch die parlamentarische Diplomatie. Freundschaftsgruppen von Abgeordneten aus Kasachstan und Deutschland schaffen Möglichkeiten für einen direkten Dialog und gemeinsame Initiativen.

Eine besondere Rolle können dabei IPS-Alumni spielen: Sie kennen beide Länder und ihre politischen Kulturen und können so zu einem Bindeglied zwischen Menschen und Institutionen werden.

Die Jugend im Mittelpunkt

Ein weiteres Thema seiner Rede war die Beteiligung junger Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben.

Nach Ansicht von Yevgeniy Bolgert reicht eine rein formale Vertretung der Jugend nicht aus. Gefragt seien gut ausgebildete, selbstständige und verantwortungsbewusste junge Menschen, die bereit sind, Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen.

„Programme wie das IPS tragen dazu bei, genau solche Nachwuchskräfte zu fördern“, sagte er.

Diese Aufgabe ist auch für die ethnokulturellen Gemeinschaften Kasachstans von Bedeutung. In der deutschen Gemeinschaft wird der Jugendarbeit, der Entwicklung von Führungskompetenzen und der gezielten Förderung des Nachwuchses große Aufmerksamkeit gewidmet.

„Junge Menschen sollten frühzeitig die Möglichkeit erhalten, Verantwortung zu übernehmen, Projekte zu leiten und ihre Gemeinschaft auf lokaler und nationaler Ebene zu vertreten“, betonte der Abgeordnete.

Kontakte, die über Berlin hinaus Bestand haben

Ein Beispiel dafür ist Kristina Larina, Vorsitzende des Verbands der Deutschen Jugend Kasachstans (VDJK) und ehemalige IPS-Stipendiatin. Ihre Arbeit zeigt, wie Erfahrungen aus Berlin in die Entwicklung von Jugendprojekten und zivilgesellschaftlichen Initiativen einfließen können. Kristina Larina wird auch auf den deutschsprachigen Seiten von Wiedergeburt als Vorsitzende des VDJK geführt.

Gerade der Aufbau solcher beruflichen Netzwerke gehört zu den wichtigsten Zielen der Konferenz. Die IPS-Alumni haben hier nicht nur Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, sondern auch neue gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen.

„Der eigentliche Wert der IPS-Erfahrung zeigt sich dann, wenn Sie Ihr Wissen weitergeben, Verantwortung übernehmen und dauerhafte Verbindungen zwischen unseren Ländern schaffen. Unsere deutsche Gemeinschaft versteht sich als Brücke zwischen Kasachstan und Deutschland. Auch die IPS-Alumni können echte Brückenbauer sein, die die Beziehungen und das gegenseitige Verständnis zwischen unseren Ländern stärken“, sagte Yevgeniy Bolgert und wünschte den Teilnehmenden neue Ideen, Begegnungen und gemeinsame Projekte.

Die II. Regionalkonferenz der IPS-Alumni setzt diese Arbeit fort und bringt Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Länder zusammen, um den fachlichen Dialog, die internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Entwicklungsaufgaben voranzubringen.

DAZ

Übersetzung: Anton Genza

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