Der deutsche Schwank: Lachen durch die Jahrhunderte Zurück Veröffentlicht in 4. Mai 2026 Wir haben dieses Wort schon mehrfach gehört: „Schwank“. Doch was bedeutet es? Ist damit vielleicht das bekannte Unternehmen „Schwank“ gemeint, das Heizgeräte herstellt? Oder die amerikanische Senatorin Judith Schwank? Oder vielleicht der Tennisspieler Eduardo Schwank? Tatsächlich geht es um deutsche Schwänke – kurze Werke humoristischen oder satirischen Inhalts, manchmal auch in Versform. Die Bezeichnung selbst stammt aus dem Mittelhochdeutschen swanc und bedeutet „lustige Idee“. Schwänke entstanden in Deutschland bereits im 13. Jahrhundert und wurden zu einem wichtigen Genre der städtischen mittelalterlichen Literatur. Ihre Grundlage bildeten komische Alltagssituationen sowie amüsante und manchmal auch fantastische Geschichten. Diese kurzen Alltagsskizzen, Anekdoten und lehrreichen Parabeln unterhielten nicht nur, sondern vermittelten auch eine moralische Botschaft. Mit diesem besonderen literarischen Genre beschäftigten sich die Teilnehmenden der Gesellschaft der Deutschen der Stadt Taras bei einem der jüngsten Treffen. Die Themenwelt der Schwänke ist nahezu unerschöpflich: menschliche Schwächen und ihre Überwindung, Dummheiten, Schmeicheleien, Betrug, Unwissenheit, aber auch Schlagfertigkeit, List und die Lebenserfahrung einfacher Menschen. Mit großem Interesse hörten die Teilnehmenden das Werk von Hans Sachs „Wie der Teufel eine alte Frau heiratete“. Nicht weniger spannend waren die Geschichten aus der Sammlung „Der Pfaffe Amis“ des Strickers. In diesen auf den ersten Blick einfachen Erzählungen spiegelt sich das Leben im damaligen Deutschland sehr anschaulich wider. Bemerkenswert ist, dass eine der ersten Sammlungen deutscher Schwänke bereits im Jahr 1220 entstand. Zum Abschluss der Begegnung erinnerten sich die Teilnehmenden auch an eigene Geschichten, die dem Geist des Schwanks nahestehen – komische Begebenheiten aus dem Leben von Aussiedler-Verwandten. Viele davon hingen mit sprachlichen Besonderheiten und kulturellen Unterschieden zusammen, was den Erzählungen eine besondere Lebendigkeit und ihren eigenen Humor verlieh. Am Ende wurde deutlich: Der Schwank ist nicht nur Teil des literarischen Erbes, sondern auch eine lebendige Tradition, die bis heute fortgeführt werden kann. Und das heißt: Vor uns liegen neue Geschichten, die wir selbst schaffen können – denn Gründe zum Schmunzeln haben wir mehr als genug. Александр Гибнер Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: