Der perfekte Käsekuchen und noch vieles mehr

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Früher entschied in Baden ein Quarkkuchen über das Schicksal junger Frauen. Dort gab es einen spannenden Volksglauben: Ein Mädchen durfte erst heiraten, wenn es gelernt hatte, den perfekten Käsekuchen zu backen.

In Schelesinka fand anlässlich des Ersten Mai, des Tages der Einheit, ein großes Festival der nationalen Küche und Kultur statt. Vertreter der örtlichen Gesellschaft der Deutschen präsentierten dem Publikum eine kreative Ausstellung von L. Jarkowa sowie Nationalgerichte der Wolgadeutschen von L. Smerdina.

Die Vielfalt der frischen, duftenden Backwaren war beeindruckend: Krebli, Apfelkuchen, Käsekuchen, Sesambrötchen, Kürbissaft, Brezeln … Besonderes Interesse fand der Käsekuchen – ein Quarkkuchen, der nach einem alten Rezept zubereitet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte rankten sich um dieses Gericht zahlreiche Volkszeichen und kulinarische Feinheiten. Die Deutschen glaubten: Wenn der Käsekuchen stark in sich zusammenfiel, nachdem man ihn aus dem Ofen genommen hatte, stand bestimmt Ärger oder Streit bevor. Ein eingesunkener Kuchen galt als schlechtes Vorzeichen für das Haus.

In einzelnen Regionen der Pfalz gab es den Brauch, Quarkkuchen ausschließlich donnerstags zu backen. Der Donnerstag war dort kein Fisch-, sondern ein Quarktag.

Für die Wolgadeutschen war Käsekuchen ein „Festtag im Alltag“. Das Leben in der Steppe war nicht leicht: Wenn eine Familie genügend fetten Quark, Zucker und weißes Mehl für einen großen Kuchen auftreiben konnte, bedeutete das, dass es ihr gut ging und sie keine Not litt. Rosinen in der Quarkfüllung galten als Wunsch nach Wohlstand und Fülle: So viele Rosinen in einem Stück Kuchen, so viele freudige Nachrichten sollten in den nächsten Tagen eintreffen. Überhaupt galt Quark bei den Wolgadeutschen als Symbol für Gesundheit und ein helles, gutes Leben – vor allem für neugeborene Kinder. Deshalb brachte man traditionell Käsekuchen in ein Haus, in dem ein Säugling lebte.

„Solche Veranstaltungen am Tag der Einheit des Volkes Kasachstans zeigen anschaulich den Reichtum der kulturellen Vielfalt unseres großen Landes“, betonte Lidia Ottowna Kamkowa, Leiterin der Filiale Schelesinka der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar. „Gastfreundschaft und Respekt vor den Traditionen der Nachbarn – das ist es, was alle Kasachstaner unter einem gemeinsamen Dach, dem Schanyraq, vereint!“

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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