Die Ästhetik von „die Kunst, langsam zu leben“ Zurück Veröffentlicht in Februar 24, 2026 In der deutschen volkstümlichen Tradition ist das Patchworknähen nicht nur eine häusliche Möglichkeit, Stoff zu sparen, sondern auch eine Form des künstlerischen Ausdrucks, die eng mit dem Begriff „Heimat“ verbunden ist. Ein konzeptionelles Treffen, das der Erforschung deutscher angewandter Kunst durch das Prisma des Patchworknähens gewidmet war, fand im Dorf Kornejewka im Gebiet Nordkasachstan auf der Basis des Klubs „Frauenclub“ statt. Die Teilnehmerinnen des Klubs wandten sich der Geschichte des deutschen textilen Erbes zu und betrachteten die Patchworkdecke als nostalgische Geborgenheit und als Metapher der Identität: das Zusammenfügen verstreuter Erinnerungsfragmente zu einer einzigen visuellen Fläche. Die sorgfältige Arbeit mit Texturen, die Auswahl von Farbmusterungen und der monotone Rhythmus des Maschinenstichs erinnerten an eine Art Kunsttherapiesitzung. Die Diskussion über Traditionen ging fließend in einen tiefgehenden kulturwissenschaftlichen Diskurs über die Rolle der Frau bei der Bewahrung familiärer Werte über. „Für deutsches Patchwork sind strenge geometrische Formen typisch: Quadrate, Rauten und Dreiecke, die sich zu komplexen Mosaikflächen zusammenfügen“, erzählt Elena Belik, Programmleiterin der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Nordkasachstan. „Eine Patchworkdecke nähte man oft als Aussteuer oder als Hochzeitsgeschenk. Man glaubte, sie bewahre die Wärme der Hände der Handarbeiterin und diene als Familienamulett, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.“ Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: