Die gotischen Glasfenster der Wolgadeutschen Zurück Veröffentlicht in 5. Juni 20265. Juni 2026 Ende des 19. Jahrhunderts gab es an der Wolga mehr als hundert große lutherische und katholische Kirchen aus Holz und Stein. Deutsche Baumeister errichteten sie im neugotischen und neuromanischen Stil aus rotem Backstein. Zu den charakteristischen Elementen dieser Gotteshäuser gehörten runde Fenster über dem Haupteingang sowie hohe Spitzbogenfenster. Das Glas und das Blei für die kunstvollen Fenster, die in den Kirchen ein faszinierendes Spiel aus Licht und Farben erzeugten, wurden häufig direkt aus Deutschland geliefert oder in Werkstätten in Riga und Sankt Petersburg gefertigt. Nach der Massendeportation der Wolgadeutschen im Jahr 1941 wurden ihre Kirchen geplündert, geschlossen und zu Lagern, Getreidespeichern, Maschinen- und Traktorenstationen, Garagen, Produktionshallen, Dorfklubs oder Kulturhäusern umfunktioniert. Die einzigartigen farbigen Glasfenster wurden zerstört, die bleiernen Fensterrahmen eingeschmolzen und zu Schrot für Jagdmunition verarbeitet. Heute beschäftigen sich die Nachkommen der Wolgadeutschen im Rahmen kultureller und bildungsbezogener Projekte wieder mit diesen einstigen Traditionen der Glasmalerei. „Im Bastelkreis machte die Lehrerin Sinaida Kim den Kindern die Kunst des Glasfensters und die Besonderheiten der deutschen Glasmalerei-Tradition bekannt.“ Während des Unterrichts erfuhren die Mädchen und Jungen viel Interessantes über die jahrhundertealte Verwendung von Farbglas in der Architektur und konnten sich selbst als mittelalterliche Künstler und Handwerker versuchen“, berichtete Tatjana Samochwalowa, Programmleiterin der Regionalvertretung der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“ in Balqasch. Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: