Die Maibaum-Tradition lebt weiter Zurück Veröffentlicht in 5. Juni 2026 In der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Aqtöbe sprachen die Teilnehmenden über den Maibaum, erinnerten sich an Traditionen und an die deutsche Identität. Der Frühling war in diesem Jahr streng: Auf die Hitze im April folgte ein regnerischer Mai. Die aktiven Senioren der Gesellschaft der Deutschen, die als echte Profis im Gemüse- und Obstanbau gelten, sind überzeugt, dass sich das Klima in Aqtöbe verändert hat. „Auch neue Käfer machen den Gartenbesitzern zu schaffen. Vielleicht hilft uns ja der Maibaum mit dem Wetter“, sagt eine der Aktivistinnen, Nina Sidorenko, halb im Scherz, halb im Ernst. Die Geschichte des Maibaums ist unter den Deutschen in der Region Aqtöbe nur wenig bekannt. Einige verbinden die Tradition mit einem heidnischen Brauch, für andere ist sie einfach ein fröhlicher Zeitvertreib. Wieder andere wissen überhaupt nichts von diesem festlichen Ritual. „Tatsächlich wurden solche Frühlingsbäume nicht nur in Deutschland aufgestellt, übrigens auch dort nicht in allen Regionen, sondern auch in Italien und Frankreich.“ Der Maibaum ist nicht einfach nur eine Dekoration. Er ist ein wichtiges Symbol des Gemeinschaftsgeistes und der Verbundenheit mit der Natur“, erklärt Dmitrij Shinkarenko, Organisator des Netzwerks der Begegnungszentren der Gesellschaft der Deutschen in Aqtöbe. Traditionell wurde für den Maibaum eine Fichte oder eine Kiefer verwendet. Mit der Zeit begannen die Wolgadeutschen, auch Birken zu nutzen. Auch der Umfang des Festes veränderte sich stark: An die Stelle lauter Feiern auf zentralen Plätzen traten bescheidene Zusammenkünfte am Lagerfeuer. Hinzu kam außerdem ein romantisches Element. Nicht selten stellten junge Männer gefällte Bäumchen vor die Häuser der Mädchen, die ihnen gefielen. Ein solches Bäumchen wurde „Mai“ genannt. Als „Mai“ konnten auch Blumensträuße oder einfach grüne Zweige dienen. „Ich habe mich über dieses Fest informiert. Sowohl die Deutschen in Deutschland als auch die Wolgadeutschen schmückten den Maibaum zumeist mit bunten Bändern oder anderen frühlingshaften Dekorationen. Wichtig war, dass der Baum hell und festlich aussah. Genauso haben wir ihn gemeinsam mit den Aktiven unserer Gesellschaft gestaltet. Ich verstehe, dass es nur ein Schmuck ist, und trotzdem gibt es in mir dieses Gefühl der Hoffnung, dass dieses Jahr fruchtbar wird und nur gute Nachrichten bringt“, sagt Nina Iwanowna abschließend. Zwei Stunden sorgfältiger Handarbeit zu fröhlichen Frühlingsmelodien trugen Früchte. Einen Reigen um den Baum gab es zwar nicht, doch alle Anwesenden äußerten einen Wunsch. Den Abschluss des Treffens bildete eine festliche Teerunde. Konstantin Sergejew Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: