Geheimnisse des deutschen Osterkranzes: von der tanzenden Sonne bis zu Süßigkeiten Zurück Veröffentlicht in 17. März 2026 Früher gab es bei den Deutschen einen Glauben: Wenn man am Morgen des Ostersonntags durch eine Öffnung im Osterkranz auf den Sonnenaufgang blickt, kann man eine tanzende Sonne sehen. Das galt als Moment höchsten Segens und größten Glücks. Überhaupt war der deutsche Osterkranz früher viel „schmackhafter“ als die heutigen dekorativen Varianten. Man flocht den Kranz aus biegsamen Weiden- oder Birkenzweigen. Daran hängte man Eier, getrocknete Äpfel, Birnen, Nüsse und Lebkuchen in Form von Vögeln oder Hasen. Das war die erste erlaubte Süßigkeit nach der Fastenzeit. Am Ostersonntag durften die Kinder den Kranz „plündern“ – also alle Süßigkeiten abreißen. Diese Handlung symbolisierte die Großzügigkeit des beginnenden Frühlings. Der Osterkranz war auch die zentrale Achse anderer farbenfroher Bräuche, die heute nahezu vergessen sind. So „zog“ man den Kranz in manchen Regionen Deutschlands extra heran. Zwei bis drei Wochen vor Ostern füllte man einen flachen Ring aus Stroh oder Ton mit Erde und säte Hafer oder Weizen. Zum Fest entstand ein leuchtend grüner, flauschiger Kreis. In die Mitte eines solchen Kranzes stellte man eine Figur des Osterlamms aus Zucker oder Gebäck. Auf dem Land warf man einen Kranz, der mit Schalen geweihter Eier geschmückt war, nach dem Fest nicht weg. Man trocknete ihn und hängte ihn im Speicher oder im Stall auf. Man glaubte, das schütze das Vieh das ganze Jahr über vor Krankheiten und das Gebäude vor Bränden. In unserem Zentrum haben die kreativen Osterwerkstätten „Bunte Osterwerkstatt“ ihre Arbeit aufgenommen. Der erste Workshop war der Herstellung eines Osterkranzes gewidmet, berichtete Alena Starodubzeva, Leiterin des Begegnungszentrums in Aqsu bei der Gesellschaft der Deutschen des Gebiets Pawlodar „Wiedergeburt“. – Warum ein Osterkranz? Er ist eines der Schlüsselsymbole des deutschen Osterfestes und steht für die Wiedergeburt der Natur, für neues Leben und für die Sonne. Die runde Form steht für Unendlichkeit und die Fortsetzung des Lebens, und die grünen Zweige und Dekorationen erinnern an das Erwachen der Natur. Ein solcher Kranz wird oft als Schmuck für das Zuhause oder den Festtisch verwendet. Vor den Teilnehmenden liegt noch eine ganze Reihe weiterer Workshops, in denen wir Traditionen kennenlernen, Festdekorationen gestalten und uns gemeinsam auf das helle Fest vorbereiten werden. Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: