Gerichte der Wolgadeutschen: Gebackener Zander mit Kartoffeln

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Gaben der Wolga: Die Bewohner der Steppengebiete des Wolgaraums stützten sich vor allem auf Fleischgerichte, während in den Siedlungen am Fluss viel heimischer Süßwasserfisch auf den Tisch kam: Karpfen, Bachforelle, Zander …

Zander mit seinem zarten, mageren und grätenarmen weißen Fleisch eignete sich übrigens ideal für einfache, sättigende traditionelle deutsche Gerichte. Fisch wurde nur selten separat serviert; meist kombinierte man ihn mit Kartoffeln, die die Deutschen in der Region in großem Umfang anbauten.

„Bei unserem nächsten Workshop im Kurs ‚Deutsche Küche‘ haben sich die Jugendlichen aus unserem Klub der deutschen Jugend mit der Geschichte der deutschen Fischküche beschäftigt, vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Anschließend haben sie eines der traditionellen Fischgerichte zubereitet: ‚Gebackener Zander mit Kartoffeln‘“, erklärte Tatjana Samochwalowa, Programmleiterin der Regionalvertretung der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ in Balqasch. „Früher wurde dieses wunderbar schmackhafte Gericht in großen, tiefen Backblechen zubereitet. Große Stücke Zanderfilets wurden auf eine Schicht dünn geschnittener Kartoffelscheiben und reichlich Zwiebeln gelegt.“

Nach Angaben von Tatjana Samochwalowa wurde Fisch in der traditionellen deutschen Küche häufig zusammen mit Speck gebacken. Die Wolgadeutschen wandelten diese Zubereitungsweise ab: Sie bestrichen den Zander großzügig mit fettreichem hausgemachtem Sauerrahm, der mit getrockneten Kräutern vermischt wurde. Diese Sauerrahmschicht verhinderte, dass der Fisch im Ofen austrocknete, und machte ihn besonders saftig und aromatisch.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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