Gerichte der Wolgadeutschen: „Klößchen mit Kraut und Fleisch“ Zurück Veröffentlicht in 28. Mai 2026 Deftig, sparsam und wie bei Oma in der Kindheit. Die deutschen Siedler, die im 18. Jahrhundert auf Einladung Katharinas II. ins Wolgagebiet kamen, brachten auch ihre Traditionen mit: kulinarische, alltägliche, religiöse und festliche. Im Russischen Reich passten sich die Gerichte den örtlichen Gegebenheiten an. Oft war das wichtigste Gemüsezutat haltbares und leicht verfügbares Sauerkraut aus Weißkraut bzw. Weißkohl. „Klößchen mit Kraut und Fleisch“ ist ein herzhaftes, aromatisches Gericht, das in einem tiefen Kessel oder Bräter nach dem Prinzip des „Eintopfs“ zubereitet wird. Auf den Boden kam fettes Fleisch, meist Schweinerippchen oder -Brust mit einer guten Schicht Speck, und wurde goldbraun angebraten. Darauf folgte eine dicke Lage saftiges Sauerkraut, das im Fleischsaft schmorte. Auf dieses säuerliche Gemüsebett wurden vorsichtig runde Klößchen aus luftigem Hefe- oder aus einfachem ungesäuertem Teig gesetzt. Der Topf wurde fest verschlossen, damit die Klößchen im Dampf von Fleisch und Kraut garen konnten. Dabei gingen sie auf und nahmen die appetitlichen Aromen auf. Den Deckel durfte man auf keinen Fall zu früh öffnen, sonst konnten die Klößchen zusammenfallen. Vor dem Servieren wurde das Gericht oft mit in Butter gebratenen Zwiebeln und trockenen Semmelbröseln verfeinert. „Pfingsten ist eines der wichtigen Frühlingsfeste in der deutschen Tradition. Es steht für Erneuerung, familiären Zusammenhalt und die Bewahrung geistlicher Werte. Bei den ethnischen Deutschen waren Festtage immer mit Familienbegegnungen und der Zubereitung traditioneller Gerichte verbunden, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden“, erzählt Aljona Starodubzewa, Deutschlehrerin und Leiterin des Begegnungszentrums in Aksu bei der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar. „Beim Kochkurs zur Küche der ethnischen Deutschen lernten die Teilnehmenden das Gericht „Klößchen mit Kraut und Fleisch“ kennen. Diese einfache, aber unglaublich schmackhafte Verbindung aus Fleischsaft, der Säure des Krauts und zartem Teig zeigt, was die Küche der Wolgadeutschen ausmacht: einfache Produkte, saisonale Zutaten und die Tradition des gemeinsamen Kochens in der Familie.“ Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: