Karl der Große: Eine Reise ins Mittelalter Zurück Veröffentlicht in 5. Oktober 2026 Karl der Große und seine Zeit standen im Mittelpunkt des jüngsten Treffens des Literaturklubs „Lesekreis“ in Taras. Bei der Ethnokulturellen Vereinigung der Deutschen im Gebiet Zhambyl beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem Leben und Wirken des Herrschers und seinem Einfluss auf die europäische Geschichte. Als Grundlage dienten Materialien von L. Lewantowski aus der Reihe „Das Leben bemerkenswerter Menschen“. Die Lektüre eröffnete einen Zugang zu den historischen Ereignissen jener Epoche. Gemeinsam sprach die Runde über Karls Feldzüge, seine Herrschaft und das Erbe, das er in Europa hinterließ. Besondere Aufmerksamkeit galt den germanischen Stämmen, die im frühen Mittelalter in Mitteleuropa lebten. Die Teilnehmenden befassten sich mit der Geschichte und den Besonderheiten der Franken, Sachsen, Alemannen, Thüringer und Bayern. Dabei ging es auch um deren Beziehungen zum Frankenreich und die Frage, wie die verschiedenen Gebiete im Laufe der Zeit unter einer Herrschaft vereint wurden. Die Geschichte der Franken und Sachsen wurde eingehender betrachtet. Anhand der langwierigen Auseinandersetzungen Karls des Großen mit den Sachsen diskutierte die Gruppe die politischen und kulturellen Veränderungen dieser Zeit. Dabei wurde deutlich, wie sowohl das Zusammenwirken als auch die Konflikte zwischen den Stammesverbänden die politische Landkarte Mitteleuropas veränderten. Das Treffen bot zugleich Gelegenheit, sich mit den frühen Wurzeln der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Die literarischen Texte halfen dabei, nachzuvollziehen, wie Herrschaftsgebiete und kulturelle Räume entstanden und sich Traditionen entwickelten, die die Geschichte Deutschlands und Europas später mitprägten. Fragen, eigenes Wissen und persönliche Eindrücke der Teilnehmenden bereicherten das Gespräch. So verband die Veranstaltung gemeinsames Lesen mit historischem Lernen und lebendigem Austausch. Für die ethnokulturelle Arbeit der Vereinigung ist der „Lesekreis“ ein wichtiger Treffpunkt. Hier können sich Interessierte mit der Geschichte, Kultur und dem geistigen Erbe der Deutschen beschäftigen und ihr Wissen über Generationengrenzen hinweg miteinander teilen. Die Auseinandersetzung mit historischen und literarischen Quellen bietet zudem Anlass, über die eigenen kulturellen Wurzeln und ihre Bedeutung im heutigen Kasachstan nachzudenken. Der Literaturklub ist Teil des Förderprogramms für die ethnokulturelle Arbeit der Vereinigung. Mit seinen regelmäßigen Treffen trägt er dazu bei, das deutsche kulturhistorische Erbe zu bewahren und weiterzugeben sowie das Interesse an deutscher Kultur und ihren Traditionen zu vertiefen. Die Beschäftigung mit Karl dem Großen eröffnete dabei neue Perspektiven auf eine Epoche, deren Entwicklungen Europa nachhaltig geprägt haben. Text und Fotos: Evgenija Kober Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: