Laufen, das verbindet: Aktivistinnen des Clubs der deutschen Jugend Kasachstans erobern ihre eigenen Gipfel

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Für Darja Miller und Gabriela Gerlitz ist Laufen weit mehr als nur Sport. Es bietet die Möglichkeit, sich neue Ziele zu setzen, die eigenen Grenzen zu überwinden und vor allem sich selbst zu beweisen, dass nichts unmöglich ist. Beide sind aktive Mitglieder des Clubs der deutschen Jugend Kasachstans. Am 16. November gingen sie beim City Run in Almaty an den Start.

Laufen ist längst mehr als ein Wettbewerb um die schnellste Zeit. Für die einen wird es zum Leistungssport, für andere zu einer Möglichkeit, fit zu bleiben, und für manche entwickelt es sich zu einer ganz persönlichen Geschichte des Über-sich-Hinauswachsens. Genau solche unterschiedlichen Geschichten brachte der City Run in Almaty zusammen.

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren auch Vertreter der Jugendbewegung der deutschen Gemeinschaft Kasachstans. Darja Miller und Gabriela Gerlitz, Aktivistinnen des Clubs der deutschen Jugend Kasachstans, gingen mit unterschiedlichen Zielen an den Start – und beide erhielten das, was viele Menschen im Sport suchen: das Gefühl eines ganz persönlichen Sieges.

Ein Sieg, der mit dem Start beginnt

Für Darja Miller wurde dieser Lauf zu einem echten sportlichen Erfolg. Sie bewältigte die Strecke in 37 Minuten und 8 Sekunden und belegte den ersten Platz in der Gesamtwertung der Frauen.
Darja erzählt, dass sie sich dieses Mal gegen ihr traditionelles Kostüm entschieden hatte, obwohl der City Run für seine festliche und besondere Atmosphäre bekannt ist. Am Ende war ihr sportliches Ergebnis jedoch so beeindruckend, dass das Kostüm ohnehin zur Nebensache wurde.

„Man kann sagen, dass ich Glück hatte, denn andere Läuferinnen auf hohem Niveau waren nach einer Erkältung noch nicht in ihrer besten körperlichen Verfassung. Aber wie man sagt: Gewinner werden nicht verurteilt – auch ich musste mich ein bisschen anstrengen. Das Wetter war fantastisch, die Unterstützung der freiwilligen Helfer hat mich sehr motiviert und die Strecke war interessant“, erzählt Darja.

Hinter ihrem Ergebnis stehen nicht nur Zahlen in der Ergebnisliste. Dahinter stehen Training, Disziplin und der Wunsch, sich ständig weiterzuentwickeln. Genau diese Haltung ist auch vielen jungen Menschen vertraut, die Studium, Beruf, gesellschaftliches Engagement und persönliche Interessen miteinander verbinden.

Das eigene Tempo – der eigene Erfolg

Die Geschichte von Gabriela Gerlitz ist ganz anders. Sie kämpfte nicht um die vorderen Plätze und hatte nicht vor, ihre Konkurrentinnen zu überholen. Ihr Ziel war viel persönlicher: Zum ersten Mal wollte sie zehn Kilometer innerhalb einer Stunde schaffen.

Und sie hat es geschafft.

„Nur zehn Kilometer in einer Stunde?“ Vielleicht wird jemand bei diesem Ergebnis schmunzeln. Für einen professionellen Läufer mag diese Distanz tatsächlich alltäglich sein. Für mich waren diese zehn Kilometer bei meinem dritten Wettkampf jedoch eine echte Leistung. Noch vor Kurzem lag meine persönliche Grenze bei fünf Kilometern, und ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass Laufen Spaß machen kann.“

Gabriela gibt zu, dass sie lange Zeit die Meinung anderer Menschen zurückhielt. Sie hatte den Eindruck: Wenn man nicht schnell und weit laufen kann, dann ist das kein „richtiges“ Laufen.
Dabei half ihr ausgerechnet die Erfahrung in den Bergen, dieses Vorurteil zu überwinden.

Eines Tages beobachtete Gabriela ein Mädchen mit eher bescheidener körperlicher Vorbereitung, das selbstbewusst auf Gipfel stieg, die zunächst unerreichbar schienen. Das Geheimnis war ganz einfach: Sie versuchte nicht, mit anderen Schritt zu halten. Sie ging in ihrem eigenen Tempo, brach früher auf und kam Schritt für Schritt dem Gipfel näher.

In diesem Moment verstand Gabriela: Laufen ist in vieler Hinsicht wie eine Bergtour.

Es spielt keine entscheidende Rolle, wie schnell jemand fünf, zehn oder 42 Kilometer zurücklegt. Wichtig ist, an den Start zu gehen, sich selbst herauszufordern und einen Schritt über die eigenen gewohnten Grenzen hinaus zu machen.

Eine Jugend, die sich für Bewegung entscheidet

Die Geschichten von Darja und Gabriela sind unterschiedlich, doch sie verbindet mehr als nur die Freude am Laufen. Beide engagieren sich aktiv im Club der deutschen Jugend Kasachstans, in dem junge Menschen Möglichkeiten für Begegnung, eigene Initiativen, Kreativität und persönliche Entwicklung finden.

Auch der Sport ist ein Raum, in dem Eigenschaften sichtbar werden, die für gesellschaftliches Engagement ebenso wichtig sind: Eigeninitiative, Ausdauer, die Bereitschaft, an sich zu arbeiten, und die Fähigkeit, andere zu unterstützen.

Der City Run hat dies besonders deutlich gezeigt. Auf derselben Strecke trafen Profis und Amateure, erfahrene Läufer und Anfänger aufeinander – Menschen, die um den Sieg kämpften, und solche, die einfach ihre eigenen Kräfte testen wollten.

Jeder hatte seine eigene Strecke und seinen eigenen Grund, an den Start zu gehen.

Für Darja war es ein weiterer sportlicher Erfolg. Für Gabriela war es der Beweis, dass sich persönliche Grenzen Schritt für Schritt erweitern lassen.

Jeder hat seinen eigenen Gipfel

Laufen verbindet Menschen nicht deshalb, weil alle mit derselben Geschwindigkeit unterwegs sind. Im Gegenteil: Es zeigt, wie unterschiedlich die Ziele und Möglichkeiten jedes Einzelnen sein können.

Der eine läuft für eine Medaille, der andere für eine neue persönliche Bestzeit, ein Dritter möchte einfach zum ersten Mal eine Strecke bewältigen, ohne auf halber Strecke aufzugeben. Doch jeder, der die Ziellinie überquert, ist ein wenig stärker als in dem Moment, in dem er an den Start gegangen ist.

Für die Aktivistinnen des Clubs der deutschen Jugend Kasachstans war die Teilnahme am City Run eine weitere Möglichkeit, sich zu beweisen und zu zeigen, wie persönliche Interessen zu einem aktiven und erfüllten Leben beitragen können.

Und vor ihnen liegen bereits neue Starts, neue Ziele und neue Gipfel.

Entscheidend ist, den eigenen Weg nicht mit dem anderer zu vergleichen. Das eigene Tempo zu finden, den ersten Schritt zu machen und weiterzugehen.

Denn der wahre Sieg beginnt nicht an der Ziellinie. Er beginnt in dem Moment, in dem ein Mensch sagt: „Ich versuche es.“

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