Sechs Jahrzehnte lebendiges Wort: Deutsche Allgemeine Zeitung feierte ihr 60-jähriges Jubiläum

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Am 3. Juli fand im Deutschen Haus Almaty eine feierliche Veranstaltung statt, die gleich zwei bedeutenden Anlässen gewidmet war: dem Tag der Medienschaffenden Kasachstans und dem 60-jährigen Jubiläum der republikanischen deutschen Zeitung Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ). Das Fest vereinte Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Organe, des diplomatischen Korps, gesellschaftlicher Organisationen, der journalistischen Gemeinschaft, Veteraninnen und Veteranen der Redaktion, Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Leser sowie Partner aus Kasachstan und Deutschland.

Das Jubiläum war nicht nur ein Anlass, an die Geschichte einer der ältesten ethnischen Publikationen des Landes zu erinnern, sondern auch eine Möglichkeit, ihre Bedeutung im heutigen gesellschaftlichen Leben zu reflektieren. In sechs Jahrzehnten hat die Zeitung den Weg von der Tageszeitung Freundschaft, deren erste Ausgabe am 1. Januar 1966 erschien, zu einem modernen multimedialen Medium zurückgelegt und dabei ihre wichtigste Mission bewahrt: Stimme der deutschen Gemeinschaft Kasachstans zu sein, Sprache, Kultur und historisches Gedächtnis zu erhalten und den Dialog zwischen den Völkern zu fördern.

Die feierliche Zeremonie eröffneten die Chefredakteurin der Deutschen Allgemeinen Zeitung, Olesja Klimenko, und die ifa-Redakteurin der Zeitung, Annabelle Rosin. In ihren Grußworten betonten sie, dass die sechzigjährige Geschichte der Zeitung vor allem eine Geschichte von Menschen ist, die ihr Leben dem Journalismus, der Bewahrung der deutschen Sprache und der Entwicklung der Kultur der Russlanddeutschen und der Deutschen Kasachstans gewidmet haben.

„Sechzig Jahre sind für eine Zeitung nicht einfach nur eine Zahl. Das sind Tausende veröffentlichte Beiträge, Hunderte Autorinnen, Autoren und Mitarbeitende, Dutzende Generationen von Leserinnen und Lesern. Es ist die Geschichte von Menschen, die an die Kraft des Wortes glaubten, ihre Muttersprache, Kultur und das Gedächtnis ihres Volkes bewahrten, auch in Zeiten, in denen dies nicht einfach war“, unterstrich Olesja Klimenko.

Besondere Worte des Dankes galten den Veteraninnen und Veteranen der Redaktion: Journalistinnen und Journalisten, Übersetzerinnen und Übersetzern, Redakteurinnen und Redakteuren, Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie gesellschaftlichen Persönlichkeiten, die am Ursprung der Zeitung standen und jene beruflichen und moralischen Grundsätze prägten, auf denen sich das Medium bis heute weiterentwickelt.

Nach der Eröffnung wurde den Gästen der Jubiläumsfilm „60 Jahre DAZ: von Freundschaft zur Deutschen Allgemeinen Zeitung“ vorgestellt. Die Videopräsentation ermöglichte es, den Weg der Zeitung durch verschiedene historische Epochen nachzuverfolgen, Archivfotos und Seiten der ersten Ausgaben zu sehen und die Menschen kennenzulernen, die das Medium über sechs Jahrzehnte hinweg mitgestaltet haben. Besondere Aufmerksamkeit galt der heutigen Entwicklungsphase der DAZ: ihrer digitalen Transformation, dem Ausbau multimedialer Projekte und der aktiven Arbeit im Internet.

Mit einem Grußwort wandte sich der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Almaty, Matthias Kiesler, an die Teilnehmenden der Feier. Er würdigte die besondere Rolle der Zeitung bei der Entwicklung kultureller und humanitärer Beziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland und betonte, dass die Deutsche Allgemeine Zeitung eine wichtige Plattform zur Bewahrung der deutschen Sprache und zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses zwischen beiden Ländern bleibt.

Im Namen der Abteilung für Innenpolitik der Stadt Almaty gratulierte der Leiter des Bereichs für die Entwicklung interethnischer Beziehungen, Nazar Balgimbajew, dem Redaktionsteam. Er hob den bedeutenden Beitrag der Deutschen Allgemeinen Zeitung zur Stärkung der interethnischen Verständigung und der gesellschaftlichen Einheit hervor und betonte, dass die Tätigkeit ethnischer Medien zur Herausbildung einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts und Vertrauens zwischen Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Ethnien beiträgt.

Ein besonderer Platz im Programm war den regionalen Gesellschaften der Deutschen Kasachstans gewidmet. Die Vorsitzende der Almatyner Kultur- und Ethnogesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“, Ljudmila Nabokowa, betonte, dass gerade die Zusammenarbeit gesellschaftlicher Organisationen mit der Zeitung es ermögliche, die Verbindung zwischen den Regionen zu bewahren, über Menschen zu berichten, die Kultur- und Bildungsprojekte umsetzen, die deutsche Sprache zu unterstützen und historisches Gedächtnis an neue Generationen weiterzugeben.

Ein bedeutender Teil des Jubiläumsprogramms war der internationalen Zusammenarbeit gewidmet. Seit vielen Jahren bleibt das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) einer der wichtigsten Partner der Redaktion. Dank dieser Zusammenarbeit arbeiten deutsche Journalistinnen und Journalisten in der Zeitung mit, und gemeinsame Projekte werden umgesetzt.

Mit Glückwünschen wandte sich die Leiterin des Bereichs „Integration und Medien“ des ifa, Karoline Gil, an die Gäste. Sie betonte, dass die langjährige Zusammenarbeit mit der DAZ ein Beispiel erfolgreicher beruflicher Kooperation sei, die zur Entwicklung von Qualitätsjournalismus und zur Stärkung kultureller Beziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland beiträgt.

Ein weiterer symbolträchtiger Moment war der Auftritt der ehemaligen ifa-Redakteurin der Zeitung, Malina Weindl. Während ihrer Arbeit in der Redaktion leistete sie einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung deutschsprachiger Inhalte, zum Austausch beruflicher Erfahrungen und zur Einführung moderner journalistischer Ansätze. In ihrem Beitrag teilte Malina Weindl Erinnerungen an ihre Arbeit in Kasachstan und hob die hohe Professionalität des Redaktionsteams sowie die besondere Atmosphäre der Zusammenarbeit hervor, die die Deutsche Allgemeine Zeitung stets ausgezeichnet hat.

Das Thema internationaler Partnerschaft wurde durch eine Videobotschaft der früheren Herausgeberin der Moskauer Deutschen Zeitung, Olga Martens, fortgesetzt. Seit vielen Jahren arbeiten die beiden deutschsprachigen Medien eng zusammen, verwirklichen gemeinsame Projekte und pflegen den professionellen Dialog zwischen Journalistinnen und Journalisten verschiedener Länder.

Besonders herzlich war der Auftritt des Leiters des Bayerischen Kulturzentrums, Waldemar Eisenbraun. Der gebürtige Kasachstaner, der heute in Deutschland lebt, sprach über die Bedeutung der Bewahrung historischen Gedächtnisses und über die Rolle der Medien bei der Verbindung von Menschen, die in verschiedenen Ländern leben, aber durch eine gemeinsame Geschichte und Kultur verbunden sind.

Große Aufmerksamkeit galt im Laufe des Jubiläums den Menschen, die seit Jahrzehnten die Inhalte der Zeitung gestalten. Die Vorsitzende des Verbands der Deutschen Kasachstans und langjährige DAZ-Autorin Kristina Larina sprach über die Bedeutung des Ethnojournalismus, der nicht nur Professionalität, sondern auch innere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft erfordert.

Sie betonte, dass die Arbeit von Autorinnen und Autoren ethnischer Medien selten an materiellen Kriterien gemessen werde. Ihr wichtigster Wert liege in der Bewahrung von Sprache, Kultur und Erinnerung sowie in der Stärkung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Menschen.

Sehr persönlich und emotional war der Auftritt des langjährigen Autors und Lesers der Zeitung Valentin Ospanow. Er erzählte, wie er die Zeitung einst als Leser kennenlernte und Jahre später selbst zu einem ihrer Autoren wurde. Den Abschluss seines Beitrags bildete ein eigenes Gedicht, das der Zeitung und den Menschen gewidmet war, die über viele Jahre hinweg ihre Geschichte mitgeschrieben haben.

Den abschließenden kreativen Akzent des Jubiläumsabends setzte der Auftritt der Künstlerinnen und Künstler des Deutschen Theaters. Die langjährige Freundschaft zwischen Theater und Zeitung beruht auf gemeinsamen Werten: der Bewahrung der deutschen Sprache, des kulturellen Erbes und des historischen Gedächtnisses. Das musikalisch-theatralische Programm wurde zu einem eindrucksvollen Abschluss des offiziellen Teils der Feier.

In seinem Schlusswort drückte der Direktor der Zeitung, Robert Gerlitz, allen Generationen von Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren, Redakteurinnen und Redakteuren, Übersetzerinnen und Übersetzern, Partnern sowie Leserinnen und Lesern seine aufrichtige Dankbarkeit aus. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Geschichte der Zeitung seit nunmehr sechs Jahrzehnten weitergeht.

Er betonte, dass jede Veröffentlichung, jedes Projekt und jede gesellschaftliche Initiative durch Menschen möglich werden, die aufrichtig an die Kraft des Wortes, des offenen Dialogs und des gegenseitigen Respekts glauben.

Das Jubiläum der Deutschen Allgemeinen Zeitung bestätigte erneut, dass die Zeitung nicht einfach nur ein Massenmedium bleibt. Sie ist ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Deutschen Kasachstans, verbindet Generationen, bewahrt historisches Gedächtnis, fördert die Entwicklung der deutschen Sprache und erfüllt weiterhin ihre wichtigste Mission: Brücke zu sein zwischen Kasachstan und Deutschland, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten.

Sechzig Jahre sind ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte eines Mediums. Doch wie dieser festliche Abend zeigte, wurde das Jubiläum für die Deutsche Allgemeine Zeitung nicht zum Abschluss eines langen Weges, sondern zum Beginn einer neuen Entwicklungsphase, in der sich journalistische Traditionen weiterhin harmonisch mit modernen Technologien, internationaler Zusammenarbeit und neuen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters verbinden.

Übersetzung: Anton Genza

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