Sommerkranz zum Johannistag

Zurück

In der Gesellschaft „Wiedergeburt“ in Aqtöbe wurden Kränze geflochten und sich mit der Traditionen des Johannistags vertraut gemacht.

Im sommerlichen Kalender der Traditionen und Bräuche der Russlanddeutschen gibt es nicht allzu viele Feste. Und wann sollte man sich auch ausruhen, wenn draußen die arbeitsreichste Zeit des Jahres beginnt? Schließlich heißt es nicht umsonst: Was man im Sommer erarbeitet, bringt einen durch den Winter.

„Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wer die Erde liebt und achtet, hat im Sommer keine Zeit für Feste. Ich habe ein großes Grundstück, deshalb versuchen wir, jeden schönen Tag mit Arbeit zu verbringen: Wir pflanzen, gießen, jäten und machen Vorräte. Ich denke, auch unsere Vorfahren widmeten den Sommer der Arbeit“, sagt die Seniorin Nina Sidorenko emotional.

Dennoch liebten die Wolgadeutschen den Johannistag sehr und konnten ihn keinesfalls übergehen. Sie hielten ihn für das bedeutendste Sommerfest. Leider erinnern sich die ethnischen Deutschen, die heute im Gebiet Aqtöbe leben, nur selten an den Johannistag.

„Wir beschlossen, das Wissen unserer Aktivisten aufzufrischen. Zum Glück schließt sich nach und nach auch die Jugend unseren Treffen an. So geben diejenigen, die sich noch an die Traditionen und Bräuche der Russlanddeutschen erinnern, ihr Wissen an die junge Generation weiter“, erzählt Dmitri Shinkarenko, Leiter des Kreises „Seniorenclub“ der Gesellschaft „Wiedergeburt“ in Aqtöbe.

Nach einer kurzen Einführung und dem Anschauen eines Videos über Sommerfeste machten sich die Teilnehmenden an die Handarbeit.

„Über Feuer zu springen oder sich mit Wasser zu begießen, das ist nichts für uns. Deshalb haben wir uns für das Flechten von Kränzen entschieden. Zum Glück haben wir reichlich Naturmaterial. Ich habe verschiedene Blumen, Baumzweige und Weinranken von zu Hause mitgebracht. Kränze flechten können fast alle noch aus der Kindheit. Schade ist nur, dass die Hände mancher Seniorinnen schon nicht mehr so gut mitmachen. Aber Feinmotorik ist in jedem Alter nützlich. Und so sind nach einiger Anstrengung bei allen Kränze entstanden“, erklärt Nina Sidorenko.

Insgesamt wurde die Begegnung zum Johannistag ausgesprochen gemütlich und stimmungsvoll. Die Teilnehmenden teilten nicht nur ihre Kindheitserinnerungen, sondern äußerten auch ihre Bereitschaft, künftig noch produktiver mit der jungen Generation zusammenzuarbeiten.

Konstantin Sergejew

Übersetzung: Anton Genza

Поделиться ссылкой:

x