Wie die Wolgadeutschen Brot backten

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Wir stellen ein altes Rezept für deutsches Brot vor.

Die Wolgadeutschen backten ihr Brot einmal in der Woche, meist samstags, damit es für die ganze große Familie reichte. In den Häusern standen besondere große Backöfen aus Ziegelstein. Sie hielten die Wärme lange und heizten sich gleichmäßig auf.

„Das leckerste Brot der Welt backte meine Großmutter. Wenn wir sie besuchten, erfüllte der duftende, mit nichts zu vergleichende Geruch frischer Backwaren das ganze Haus. Großmutter hielt nichts von gekauften Produkten und stellte ihre eigenen, lebendigen Hefen aus aromatischem Hopfen her“, erinnert sich Lilia Smerdina-Geit, Aktivistin des Deutschen Zentrums in der Siedlung Zhelezinka im Gebiet Pawlodar und Leiterin des Kreises „Deutsche Küche“. „Damals gab es in der Küche keine Waage, deshalb wurde alles nach Augenmaß und Gefühl gemacht.

Für ihren wunderbaren Teig nahm Großmutter:

• Hopfenhefe: eine großzügige Handvoll, etwa ein halbes Glas oder rund 20 bis 30 g
• Melasse: ein halbes Glas, für angenehme Süße und eine schöne Farbe
• warmes Wasser: ein Glas, um die Hefe zu aktivieren
• warme Milch: ein Glas, für Zartheit und Weichheit
• Butter: ein ordentliches Stück von etwa 70 g, Pflanzenöl verwendete Großmutter aus irgendeinem Grund nie
• Mehl „fifty-fifty“: Sie mischte immer zwei Mehlsorten zu gleichen Teilen, dunkles Roggenmehl und weißes Weizenmehl. Auf ein Glas Wasser kamen bei ihr etwa 300 g Mehlmischung
• Salz: ein Esslöffel“

Lilia zufolge erwachte der Teig dank der hausgemachten Butter regelrecht zum Leben: Er wurde unglaublich elastisch, geschmeidig und weich.

„Weißes Weizenbrot war im Haus ein seltener Gast. Großmutter buk es ausschließlich zu großen Festen. Für den Alltag setzte sie jedoch aus irgendeinem Grund immer dunkles Brot an“, sagt die Leiterin des Kreises „Deutsche Küche“.

Und so wird der Vorteig für das Brot nach altem Rezept zubereitet: Mischen Sie in einer großen Schüssel warme Milch mit warmem Wasser. Bröseln Sie die Hopfenhefe hinein, geben Sie eine Prise Zucker und das Salz dazu.

„Nach kurzer Zeit begannen die hausgemachten Hopfenhefen kräftig zu arbeiten, und oben bildete sich eine üppige ‚Haube‘. Großmutter nahm die trockenen Zutaten und mischte dunkles Roggenmehl mit weißem Weizenmehl. Dann goss sie den Vorteig dazu, fügte ein gutes Stück weiche Butter hinzu und begann zu kneten“, erzählt Lilia. „Der Teig ruhte etwa zwei Stunden. In dieser Zeit knetete Großmutter ihn zweimal nach, damit er Luft bekam. Wenn der Teig endgültig gereift war, formte sie runde Laibe. Großmutter schob sie in einen echten russischen Ofen. Das Brot wurde unglaublich lecker.“

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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