30 Jahre gemeinsam: Wie der VDJK sein Jubiläum feierte Zurück Veröffentlicht in Februar 28, 2026März 10, 2026 Am 21. Februar 1996 wurde der Verband der Deutschen Jugend Kasachstans (VDJK) gegründet – ein Zusammenschluss von Klubs der deutschen Jugend im ganzen Land. In den schwierigen 1990er-Jahren übernahmen engagierte junge Menschen Verantwortung für die Entwicklung der Jugendbewegung, die Bewahrung der Sprache und Kultur der ethnischen Deutschen sowie die Schaffung eines Raums zur Selbstverwirklichung und zum Austausch. Ohne fertige Modelle und ohne Erfahrung, aber mit großem Wunsch und dem Glauben an die Idee, bauten die ersten Aktivisten die Struktur des Verbandes buchstäblich Stein für Stein auf und formten Projekte und Werte, die zum Fundament der Bewegung wurden. Mit der Zeit begannen in verschiedenen Regionen des Landes Klubs zu entstehen – von großen Städten bis hin zu kleinen Ortschaften. So bildete sich ein Netzwerk von Gleichgesinnten, vereint durch eine gemeinsame Idee und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Genau diesen Weg – über 30 Jahre – feierten die Leiterinnen und Leiter der Klubs der deutschen Jugend am 21. Februar im Rahmen des Arbeitstreffens des VDJK-Rates. Die Jubiläumsveranstaltung fand in den Räumen des Kasachisch-Deutschen Zentrums in Astana statt, doch ihre Geografie war deutlich größer. Um alle Interessierten zu erreichen, wurde eine Online-Übertragung in Zoom organisiert, an die sich Teilnehmende aus Deutschland, Russland und verschiedenen Städten Kasachstans anschlossen – und das spiegelte die Größe und Einheit des Verbandes wirklich wider. Das Jubiläum vereinte mehrere Generationen des VDJK. Teilnehmende aus unterschiedlichen Jahren teilten Geschichten, Erinnerungen, Ratschläge und Glückwünsche. Im Saal und auf der anderen Seite des Bildschirms klangen Dankbarkeit, Lachen, Nostalgie und ehrliche Liebeserklärungen an den Verband. Eines der zentralen Elemente des Programms war das interaktive Spiel „Schatzkästchen“. Auf dem Bildschirm erschienen 30 Fenster – entsprechend der Anzahl der Jahre des Verbandes. Hinter jedem verbarg sich eine Frage oder Aussage, die mit persönlicher Erfahrung verbunden war: wie der VDJK das Leben beeinflusst hat, ob er bei der Berufswahl geholfen hat, welche Bekanntschaften er geschenkt hat, welche Spuren er hinterlassen hat. Dieses Format erwies sich als besonders gelungen: Es half nicht nur, sich an die Vergangenheit zu erinnern, sondern auch, die wichtigsten Momente klar zu benennen, persönliche Bedeutungen zu formulieren und zu erkennen, welche Rolle der Verband im Schicksal jedes Einzelnen spielte. Die „Schatzkästchen“ wurden zu einer Art Brücke zwischen den Generationen und ermöglichten, Dutzende individueller Geschichten zu einem Gesamtbild zusammenzuführen. Elizaveta Vysochina-Flach aus Almaty teilte: „Der VDJK hat mir Freunde in ganz Kasachstan geschenkt. Es ist ein erstaunliches Gefühl – zu wissen, dass man in jede Stadt kommen kann und dort empfangen wird, man einem eine Stadtführung gibt und sogar aufgenommen wird. Das sind nicht einfach Bekanntschaften, sondern echte Unterstützung und ein Gefühl von Zuhause.“ Ruslan Shishkovskij aus Astana bemerkte: „Das sind Freundschaft und Liebe, die Gleichgesinnte aus allen Ecken des Landes und der Welt verbinden.“ Genau das macht den VDJK lebendig.“ Einen besonderen Platz nahm das Thema der Entstehung des Verbandes ein. Die erste Vorsitzende des VDJK, Olga Martens (1996–1997), sagte rückblickend: „Das war eine wunderbare Zeit! Ein neues Terrain! Ich wünsche dem VDJK, seine Individualität zu bewahren und der Jugend immer interessante Veranstaltungen anzubieten. Die ethnokulturelle Arbeit ist die Grundlage all unserer Klubs, aber nur mit traditionellen Formen hält man nicht lange durch. Neben Authentizität muss man auch „Cover-Versionen” finden – dann sind die nächsten 30 Jahre erfolgreicher Arbeit des VDJK gesichert. Und ich wiederhole immer: Wenn ihr dem Verband der Deutschen Jugend Kasachstans beitretet, dann tut es von ganzem Herzen.“ Olga Stein, die zweite Vorsitzende des VDJK (1997–2000), ergänzte: „30 Jahre sind kein Alter, sondern eine Geschichte der Freundschaft, der ersten Ideen, der Menschen, die hier ihre Prägung erhalten haben. Möge der Verband weiterhin ein Ort bleiben, an dem Sinn entsteht und das erste, aber tiefe Kennenlernen des eigenen Ethnos geschieht. Ein Ort, an dem Gemeinschaft entsteht und Zukunft beginnt.“ Auch Artur Bartel, Vorsitzender des VDJK in den Jahren 2016–2017, äußerte Worte des Dankes: „Gerade im Verband begann mein beruflicher Weg. Das war ein Ort, an dem meine Werte geformt wurden, an dem ich zum ersten Mal echte Verantwortung und die Stärke des Teams spürte. Eines der bedeutendsten Projekte für mich bleibt „Identität durch Solidarität”. Besonders lebhaft erinnere ich mich an das Fotoprojekt in Deutschland – das waren ehrliche Emotionen und echte Menschen. Vielleicht würde ich heute vieles anders machen, aber genau dieser Weg hat mich zu dem gemacht, der ich bin. Und daran hat der Verband einen großen Anteil.“ Das Jubiläum war nicht nur ein Moment der Reflexion, sondern auch ein echtes Fest. Die Teilnehmenden sangen, tanzten und führten mit Begeisterung den Flashmob „Hope“ auf, der 2022 von Julia Gohnstein aus Astana geschaffen wurde. Alle tanzten – im Saal und online. Selbst auf dem Bildschirm war die Energie der gemeinsamen Bewegung spürbar. Ein symbolischer verbindender Moment war die Festtorte mit angezündeten Kerzen, Applaus und dem gemeinsamen „Alles Gute zum Geburtstag!“. Zu den eindrucksvollsten Episoden der Veranstaltung zählte der Auftritt der Jugendgruppe „Bierkatzen“. Ihre Version der Verbandshymne „VDJK – für immer, ja!“ wurde vom Saal sofort aufgegriffen. Die Feier setzte sich mit einem musikalisch-intellektuellen Quiz fort, das von Maria Serikova, Anastasia Kirejeva und Sofia Nikitina vorbereitet wurde. Die Teilnehmenden erinnerten sich an Projekte, Vorsitzende und Schlüsselereignisse und bestätigten damit erneut: Die Geschichte des Verbandes ist keine trockenen Daten, sondern gelebte Erfahrungen von Menschen. Über die Zukunft sprach die amtierende Vorsitzende des VDJK, Kristina Larina: „Nichts wirklich Wertvolles wird ohne Anstrengung erreicht. Es ist wichtig, den Mut zu haben, sich selbst zu sein, zu versuchen, Fehler zu machen und keine Angst zu haben, einen Schritt auf Menschen zuzugehen. Ich wünsche mir, dass jeder Unterstützung spürt und die Möglichkeit hat, Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. Der Verband ist eine Marke und Nachfolgerin der besten Traditionen der ethnischen Deutschen. Unsere Aufgabe ist es, diese Marke für künftige Generationen zu bewahren und weiterzuentwickeln.“ Diese Worte wurden zum natürlichen Abschluss des Treffens. 30 Jahre sind nicht einfach eine Zahl. Es sind Tausende von Begegnungen, Hunderte von Projekten, Dutzende von Städten und eine unzählige Anzahl freundschaftlicher Verbindungen. Es ist eine Geschichte, die weitergeht. Und am wichtigsten sind die Menschen, die den Verband lebendig machen. VDJK – für immer, ja! Das Material wurde von Anastasia Kirejeva vorbereitet. Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: