Der Aufsichtsrat der Stiftung „Wiedergeburt“ befasste sich mit den Ergebnissen des Jahres 2025 Zurück Veröffentlicht in 13. Mai 2026 Im Kasachisch-Deutschen Zentrum in Astana fand unter dem Vorsitz von Yevgeniy Bolgert eine weitere Sitzung des Aufsichtsrats der Gesellschaftlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt““ statt. Auf der Tagesordnung standen die Umsetzung des Arbeitsplans des Rates, die Prüfung des Jahresberichts der Stiftung für 2025 sowie die Verabschiedung der Ordnung zur Umsetzung des Projekts „Mobile Rehabilitation“. Zur Eröffnung der Sitzung informierte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Yevgeniy Bolgert, die Teilnehmenden über die Vorbereitungen auf die Sitzung der kasachisch-deutschen Regierungskommission zu Fragen der ethnischen Deutschen, auf das Forum der deutschen Jugend sowie über zentrale Initiativen der Selbstorganisation der Deutschen Kasachstans. Als eines der vorrangigen Handlungsfelder wurden Projekte zur Entwicklung der Infrastruktur der Kulturzentren in den Regionen genannt, in denen ethnische Deutsche leben. Besondere Aufmerksamkeit galt der Frage der Kofinanzierung solcher Projekte, die derzeit eine erhebliche Herausforderung für die öffentlichen Strukturen Deutschlands darstellt. Zugleich betonte der Vorsitzende die Notwendigkeit, nach alternativen Lösungen zur Umsetzung dieser Initiativen zu suchen und sich dabei nicht allein auf die Zusammenarbeit mit dem Kasachisch-Deutschen Businessclub zu beschränken. Herausforderungen des Jahres und Beständigkeit der Ergebnisse Den Jahresbericht für 2025 stellten der Exekutivdirektor der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“, Dmitriy Redler, seine Stellvertreterin Olga Stein sowie die Schatzmeisterin Olga Assatschewa vor. Dmitriy Redler zufolge war das vergangene Jahr zugleich ereignisreich und schwierig. Sowohl interne als auch externe Faktoren wirkten sich spürbar auf die Umsetzung der Projektarbeit aus. Dazu gehörten die Wechselkursschwankungen der nationalen Währung, die die Finanzplanung erheblich erschwerten, sowie Änderungen in der Gesetzgebung der Republik Kasachstan im Bereich der Sozialabgaben, die eine schnelle Anpassung interner Prozesse erforderlich machten. Besondere Aufmerksamkeit verdient außerdem die Notwendigkeit, zugleich die kasachstanischen rechtlichen Vorgaben und das deutsche Zuwendungsrecht einzuhalten. In der Praxis entstehen dadurch faktisch zwei parallele Berichtssysteme, was den administrativen Aufwand erhöht, die Verfahrensfristen verlängert und zusätzliche personelle Ressourcen erfordert. Unter diesen Bedingungen konzentrieren sich die regionalen Gesellschaften zunehmend auf jährlich stattfindende Netzwerkprojekte und verzichten häufiger auf einmalige sowie überregionale Initiativen. Das wirkt sich negativ auf die Gesamtzahl der Teilnehmenden an den Programmen aus und schränkt die Vielfalt der Projektarbeit ein. „Trotz der genannten Schwierigkeiten wurden 2025 alle geplanten Projekte vollständig umgesetzt“, betonte Dmitriy Redler. Unter den bedeutenden Ereignissen des vergangenen Jahres hob er besonders das Forum der Deutschen Kasachstans hervor, das zu einer wichtigen Plattform für die Konsolidierung der Gemeinschaft wurde. Ein wesentlicher Entwicklungsindikator war außerdem die wachsende Aktivität des Verbands der deutschen Jugend Kasachstans, dessen Mitgliederzahl von Jahr zu Jahr zunimmt. Im Bereich der Bildungsinitiativen wurden das Projekt zur Gründung der Kasachisch-Deutschen Schule in Astana sowie die Entwicklung regionaler Projekte zur Stärkung des sprachlichen und kulturellen Umfelds hervorgehoben. Olga Stein betonte die intensivierte Arbeit in den regionalen Gesellschaften in Kökschetau und Kostanai sowie die zunehmende Aktivität und stabilere Einbindung der Teilnehmenden in Almaty und Astana. Erstmals übernahm die Regionalvertretung in Balchasch die Durchführung eines Sprachlagers. Zudem wird an der Wiederaufnahme der Arbeit des Klubs der deutschen Jugend in Schesqasghan gearbeitet. Trotz des allgemeinen Trends zu sinkenden Teilnehmendenzahlen wurde in strategisch wichtigen Bereichen eine positive Dynamik festgestellt. So stiegen die Jugendinitiativen um drei Prozent, während das Interesse an Sprachprojekten um zwei Prozent zunahm. Das bestätigt die Nachfrage nach Bildungs- und Jugendformaten. Gleichzeitig wurde im Projekt „Netzwerk der Begegnungszentren“ ein Rückgang der Beteiligung um 8 % verzeichnet. Dieser Wert erfordert eine genauere Analyse. Erwartungsgemäß wirkte sich die Pflicht zur Kofinanzierung auf dieses Projekt aus. Nach Anhörung des Tätigkeitsberichts hob Yevgeniy Bolgert hervor, dass der jährliche Rückgang der Teilnehmendenzahl die Hauptmission der Stiftung negativ beeinflusst: die Konsolidierung der Gemeinschaft und die Einbindung einer größeren Zahl von Deutschen in die Arbeit der Selbstorganisation. Heute müssen Projekte — von Sprachkursen über Entwicklungszentren für Kinder im Vorschulalter bis hin zur Arbeit in Arbeitsgemeinschaften — mit zahlreichen Angeboten auf dem Markt konkurrieren, besonders in den Städten. Jährlich Projekte nach denselben Mustern umzusetzen, wird immer weniger wirksam sein. Wichtig sei, für die Zielgruppe interessant zu bleiben. Yevgeniy Bolgert zufolge besteht bereits heute die Notwendigkeit, einen breiteren Kreis von Partnern in die Umsetzung des Förderprogramms einzubeziehen, um die Reichweite in der gesamten Republik zu vergrößern. Nach der Diskussion bestätigte der Aufsichtsrat den Jahresbericht einstimmig und empfahl ihn dem Stiftungsrat zur weiteren Prüfung und anschließenden Veröffentlichung. Neue Beschlüsse Ein eigener Tagesordnungspunkt war die Prüfung der Ordnung zur Umsetzung des Projekts „Mobile Rehabilitation“, das auf gezielte Hilfe für bedürftige Bürgerinnen und Bürger deutscher Nationalität ausgerichtet ist. Das Projekt erhielt die einstimmige Unterstützung des Aufsichtsrats. Es wurde festgehalten, dass seine Einführung transparente und einheitliche Mechanismen zur Erbringung von Dienstleistungen sicherstellen wird. Zugleich werde es jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf eine Erhöhung der erreichten Personenzahl haben, da nicht alle Bedürftigen den Projektkategorien entsprechen. Außerdem wurde beschlossen, Wladislaw Weber zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu wählen. Besprochen wurde auch der Plan, eine der bevorstehenden Präsenzsitzungen als auswärtige Sitzung in einer der Regionen durchzuführen. Zum Abschluss der Sitzung betonten die Teilnehmenden die Notwendigkeit, die systematische Arbeit zu stärken, Partnerschaften auszubauen und die Nachhaltigkeit der Projekte zu erhöhen. Trotz bestehender finanzieller und organisatorischer Schwierigkeiten erfüllt die Gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ weiterhin ihre Mission: die deutsche Gemeinschaft in Kasachstan zu unterstützen und weiterzuentwickeln, kulturelle und sprachliche Traditionen zu bewahren und deren Weitergabe an kommende Generationen zu sichern. Olesja Klimenko Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: