Auf den Spuren einer tragischen Vergangenheit Zurück Veröffentlicht in 12. Juni 2026 Kursteilnehmende des Sprachkurses der Gesellschaft der Deutschen der Region Aqmola „Wiedergeburt“ besuchten die Gedenk- und Museumsanlage ALZHIR, die den Opfern politischer Repressionen und des Totalitarismus gewidmet ist. Sie befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Lagers für die Ehefrauen von „Volksfeinden“ in Aqmola. Die Gedenkstätte erinnert an Tausende Frauen, die während der politischen Repressionen unschuldig verurteilt wurden. Im Museum werden ihre persönlichen Gegenstände und Dokumente aufbewahrt: Briefe, Fotografien, Haarschmuck und vieles mehr. Jedes Denkmal und jedes Detail erinnert an das Leid der Betroffenen und daran, wie wichtig es ist, die Geschichte lebendig zu halten. „Früher haben wir uns mit diesem schwierigen Thema selbst beschäftigt, doch diesmal wollten wir den Ort persönlich besuchen. Die anderthalbstündige Führung verging wie im Flug. Das Gebäude und die gesamte Anlage wirken sehr eindrucksvoll. Man zeigte uns einen originalen Eisenbahnwaggon aus jener Zeit. In solchen Waggons wurden die Menschen damals transportiert. Das hat mich sehr bewegt. Am stärksten beeindruckte mich jedoch die riesige Gedenkwand mit den Namen der Opfer. Ich begann, sie zu filmen, und ging mit eingeschalteter Kamera daran entlang. Ich lief und lief, doch die endlosen Namenslisten wollten kein Ende nehmen. Das ging wirklich unter die Haut“, erzählt Anastasija Shakupowa, Koordinatorin des Netzwerks der Begegnungszentren der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ der Region Aqmola. Besonders eindrucksvoll war für sie eine Skulptur am Anfang der Gedenkwand: eine zarte Rose, die sich durch harten Granit hindurch ihren Weg bahnt. „Dieses Denkmal ist für mich ein Symbol des Lebens. Es erinnert uns daran, dass man selbst in den dunkelsten Zeiten die Hoffnung nicht verlieren darf. Das Leben setzt sich am Ende durch. Ehrlich gesagt war unsere ganze Gruppe tief bewegt. Ich hatte die Teilnehmenden bereits im Vorfeld darauf vorbereitet, dass dieser Besuch emotional schwer werden würde und dass man keine heitere Stimmung erwarten sollte. Auf der Rückfahrt sprachen wir lange über das Gesehene. Viele Namen auf der Gedenkwand kamen uns bekannt vor. Unter den Häftlingen von ALZHIR waren die Ehefrauen, Töchter und Schwestern bekannter Schriftsteller, Wissenschaftler und Politiker. Viele dieser Frauen waren bereits vor ihrer Verhaftung bemerkenswerte Persönlichkeiten.“ Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: