Wie die Wolgadeutschen Namenstage feierten

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Früher wurden in den deutschen Siedlungen an der Wolga Namenstage oft häufiger und festlicher begangen als Geburtstage. Als besonders bedeutend galt der Gedenktag des Heiligen oder der Heiligen, nach dem bzw. der eine Person benannt worden war.

Natürlich kamen an diesem Tag die besten traditionellen Gerichte auf den Tisch: geschmortes Schweinefleisch mit Sauerkraut, Rouladen, Schnitzsuppe (eine süße Suppe aus Trockenfrüchten) oder Riwelkuchen mit seinen aromatischen Streuseln.

Männer wurden am Morgen mit Salutschüssen vor ihren Häusern geweckt: ein Zeichen besonderer Wertschätzung und Ehrerbietung. Ebenso verbreitet war der Brauch, für das Geburtstagskind einen großen Kranz aus frischen Blumen oder grünen Zweigen zu flechten. Er stand für langes Leben, Gesundheit und Gottes Segen. Der Namenstag bot den Wolgadeutschen eine willkommene Gelegenheit, den oft harten Alltag für einen Moment hinter sich zu lassen.

„Solche herzlichen Traditionen versuchen wir auch heute zu bewahren“, erzählt Tatjana Samochwalowa, Programmleiterin der Regionalvertretung der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ in Balqasch. „Im Rahmen unseres sozial-humanitären Projekts wurden bei einem weiteren Treffen, das von der Projektorganisatorin Olga Mikhailenko vorbereitet wurde, die Jubilare des zweiten Quartals geehrt. Auf Schüsse vor den Fenstern wurde diesmal natürlich verzichtet. Dafür gab es umso mehr Herzlichkeit, Freude und aufrichtige Begegnungen.“

Für die Jubilare wurden kreative Glückwünsche vorbereitet. Bei duftendem Tee, hausgemachtem Gebäck und guten Gesprächen verbrachten die Teilnehmenden einen geselligen Nachmittag.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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