Die Deutschen Kasachstans: Blick in die Zukunft und Beitrag zur Einheit des Landes

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Am 3. November fand im Nationalmuseum der Republik Kasachstan das Forum der Deutschen Kasachstans „Blick in die Zukunft“ statt. Organisiert wurde es von der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern Deutschlands und in Zusammenarbeit mit der Volksversammlung Kasachstans.

Das Forum wurde zu einer zentralen Plattform für offenen Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen Vertretern der Kasachstandeutschen, staatlichen Institutionen, dem Unternehmenssektor und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Im Mittelpunkt standen Fragen der Bewahrung kultureller Identität, der Entwicklung gesellschaftlicher Initiativen und der Stärkung des interethnischen Einvernehmens.

Sektion „Unsere Stärke liegt in der Einheit“: 30 Jahre Volksversammlung Kasachstans

Eine der Hauptsektionen des Forums war die Veranstaltung „Unsere Stärke liegt in der Einheit“, die dem 30-jährigen Jubiläum der Volksversammlung Kasachstans gewidmet war und gemeinsam mit der Abgeordnetengruppe „Bir el – bir müdde“ („Ein Land – ein Ziel“) durchgeführt wurde. Unter den Teilnehmenden befanden sich der stellvertretende Vorsitzende Marat Asilkhanov sowie Senatsabgeordnete des Parlaments der Republik Kasachstan.

Die Teilnehmenden betonten, dass die Geschichte der Versammlung eine Geschichte des Vertrauens, des gegenseitigen Verständnisses und der Solidarität sei, die das Volk Kasachstans seit drei Jahrzehnten vereine.

Die Zukunft beginnt mit der Jugend

Die Sektion „Die Zukunft beginnt mit uns“ versammelte junge Führungspersönlichkeiten und Aktivisten der deutschen Gesellschaft.

Kristina Larina, Vorsitzende der Vereinigung der Deutschen Jugend Kasachstans, stellte ein Konzept zur Entwicklung der Jugend Kasachstans für 2026-2028 vor und erläuterte die strategischen Leitlinien der Vereinigung.

In einem Gespräch mit Marat Asilkhanov präsentierten junge Teilnehmer Projekte, die auf die Entwicklung von Führungskompetenzen, die Stärkung des Bürgerbewusstseins und die Förderung des ethnokulturellen Erbes abzielen.

„Made in Kasachstan mit deutscher Qualität“: Beitrag zur Wirtschaft des Landes

Großes Interesse fand auch die Sektion „Made in Kasachstan mit deutscher Qualität“, an der die Gründer der Stiftung „Wiedergeburt“, Albert Rau und Wjatscheslaw Ruf, teilnahmen. Vorgestellt wurden erfolgreiche kasachische Unternehmen, die von Vertretern der deutschen Gesellschaft gegründet wurden: „RubiKOM“, „MILCH“, die Agrofirma „Rodina“, „SVS Group“ und andere.

Die Teilnehmenden hoben hervor, dass deutsche Unternehmen nicht nur zur Entwicklung der nationalen Wirtschaft beitragen, sondern auch ein Beispiel für unternehmerische Verantwortung und hohen Professionalismus geben.

Am Ende der Sektion wurde ein Memorandum zwischen dem „Zentrum für die Entwicklung Astanas“ und dem Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ unterzeichnet. Dieses soll ein wichtiges Instrument der Zusammenarbeit im Bereich der Steigerung der Investitionsattraktivität der Hauptstadt werden.

Wahlen der Leitungsorgane: Kontinuität und Erneuerung

Der Höhepunkt des Forums waren die Wahlen der Leitungsorgane des Fonds, an denen mehr als 200 Delegierte aus allen Regionen des Landes teilnahmen – Vertreter ethnokultureller Vereinigungen, Jugendorganisationen, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft.

Vor der Abstimmung legte der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Stiftung, Senatsabgeordneter Yevgeniy Bolgert, Rechenschaft über die geleistete Arbeit ab und betonte die Erfolge der Stiftung bei der Umsetzung von Bildungs-, Kultur- und Jugendprojekten.

„Im Laufe seiner Tätigkeit ist Wiedergeburt zu einem Beispiel für Selbstorganisation, Verantwortung und Treue zu den Idealen der Einheit geworden. Doch wir dürfen uns nicht auf Erreichtem ausruhen – wir müssen neue Ansätze entwickeln, die Jugend stärker einbeziehen und regionale Initiativen noch aktiver fördern“, betonte Yevgeniy Bolgert.

Auch der Vizepräsident der Mäschilis des Parlaments der Republik Kasachstan, Albert Rau, unterstrich die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements. Er erklärte, dass solche Arbeit aus einem inneren Verantwortungsgefühl erwachsen müsse – aus dem Wunsch, zum Wohl des eigenen Volkes zu handeln.

Er erinnerte daran, dass Ende der 1980er-Jahre, als die deutsche Gesellschaft Wiedergeburt gegründet wurde, viele Deutsche in Kasachstan geblieben, Initiative gezeigt und beachtliche Erfolge erzielt hätten.

Infolge der Wahlen wurde Yevgeniy Bolgert erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Die Delegierten betonten, dass diese Entscheidung Kontinuität sichere und eine neue Etappe in der Entwicklung der Organisation eröffne.

„Diese Wahlen haben gezeigt, dass die deutsche Gemeinschaft Kasachstans durch ein gemeinsames Ziel geeint ist – zum Wohle des Landes zu arbeiten und zugleich ihre Traditionen und Kultur zu bewahren“, sagte Alexander Schäfer, Teilnehmer aller Kongresse und Foren der Gesellschaft Wiedergeburt.

Kulturelles Erbe und kollektives Gedächtnis

Großes Interesse fanden auch die kulturellen Präsentationen. Die Teilnehmer machten sich mit einem Buch über Natalja Gellert vertraut – eine herausragende öffentliche und politische Persönlichkeit, eine Legende der deutschen Gemeinschaft Kasachstans. Autor des Buches ist der Journalist und Mitglied des Aufsichtsrats Igor Niederer.

Ebenso wurden die Projekte „Die Spruchdichtung als wichtiger Bestandteil der Kultur der Deutschen in Kasachstan“ (Autor: Igor Niederer) und ein Buch über den bekannten Künstler Wladimir Eifert, herausgegeben von Amir Dschadaibajew, Kunstwissenschaftler und leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des A.-Kastejew-Museums, vorgestellt.

Diese Arbeiten verdeutlichten den kulturellen Reichtum der deutschen Gemeinschaft des Landes.

Besondere Aufmerksamkeit fand die Präsentation des Projekts „Interaktives Archiv der Deutschen Kasachstans“, das unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Julia Podoprigora umgesetzt wird.

„Das ist nicht einfach eine Datenbank, sondern ein lebendiges Gedächtnis unseres Volkes, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Durch dieses Projekt bewahren wir Familiengeschichten und Lebenswege von Menschen, die Kasachstan gemeinsam mit anderen Völkern aufgebaut haben“, erklärte Julia Podoprigora.

Anerkennung und neue Horizonte

Das Forum endete mit einer feierlichen Ehrungszeremonie, bei der herausragende Vertreter der Gemeinschaft für ihren Beitrag in den Bereichen Gesellschaft, Kultur, Bildung, Wissenschaft, Unternehmertum und Wohltätigkeit ausgezeichnet wurden.

„Die Deutschen Kasachstans sind ein aktiver und verantwortungsbewusster Teil der Gesellschaft. Unser Streben nach Arbeit, Wissen und Einheit stärkt das Land und macht es stärker“, betonte Wjatscheslaw Ruf, Vorsitzender des Gründerrates der Stiftung.

Kurz gesagt: Das Forum „Blick in die Zukunft“ wurde zum Symbol der Erneuerung, der Generationen¬kontinuität und des zuversichtlichen Blicks der deutschen Gemeinschaft in die Zukunft Kasachstans – eines Landes, in dem kulturelle Vielfalt zur Quelle der Einheit wird.

Übersetzung: Anton Genza

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