Ein Fest, das den Frühling ruft Zurück Veröffentlicht in März 3, 2026März 3, 2026 In der Gesellschaft der Deutschen in der Stadt Taras war dieser Tag etwas Besonderes. Es schien, als habe über dem Saal tatsächlich ein unsichtbares Glöckchen geklungen – leise, aber beharrlich, als Einladung, die Sorgen vor der Tür zu lassen und das Herz für Freude zu öffnen. Mit dem letzten Besuch des Jahres eilte Herr Fasching zu den Gästen – ein bunter, lauter und fröhlicher Bote des Abschieds vom Winter und der Erwartung des Frühlings. Das Festgeschehen entfaltete sich wie ein echtes Märchen. Während sich der Saal mit Lachen und Vorfreude füllte, blickte nur der Schneemann mit Sorge auf alles: Wer ist dieser Fasching, und warum freuen sich alle so über ihn? Auf der Suche nach einer Antwort rief er die Narren-Gaukler – Hüter der Volksweisheit und der Festtraditionen. Mit Musik und Scherzen erzählten sie, dass Fasching bei den Russlanddeutschen seit jeher die Zeit von Karnevalen, Masken, Liedern und Tänzen war: eine fröhliche Woche vor der Fastenzeit, mit Bewirtung und duftenden Krapfen, als Symbol dafür, dass die Sonne höher steigt und die Tage länger werden. Die Angst des Schneemanns vor dem unvermeidlichen Schmelzen wich dem Nachdenken über den Wechsel der Jahreszeiten. Denn zu jeder Zeit ist ihre Reihe bestimmt, und selbst ein Abschied kann schön sein. Doch Zweifel führten ihn dennoch zur List: Gemeinsam mit der Nixe (Kikimora) versuchte er, eine Täuschung als echtes Fest auszugeben. Aber aufrichtige Freude lässt sich nicht nachmachen – die Gaukler durchschauten den Trick schnell. Zur Hilfe rief man den schwarzen Kater – den, der Wärme spürt und den Wert der Fröhlichkeit kennt. Sein lauter, herzlicher Ruf wurde entscheidend: Der echte Fasching kam – mit Musik, Scherzen, Reigentänzen und Bewirtung. Mit ihm erschien Frau Holle, um sich zu verabschieden, Verzeihung für die strengen Fröste zu bitten und daran zu erinnern: Ohne den Wechsel der Jahreszeiten gibt es kein Leben. Der Höhepunkt der Feier war ein altes und symbolträchtiges Ritual – das Verbrennen der Winterpuppe. Unter freudigen Rufen und Musik kamen die Teilnehmenden zusammen, um sich von allem Kalten und Überlebten zu verabschieden. Die helle Flamme nahm Frosttage, Sorgen und Müdigkeit mit sich fort und machte Platz für Licht und Erneuerung. Dieser Moment verband Erwachsene und Kinder: Man wünschte sich etwas, dankte dem Winter und begrüßte den Frühling mit einem Lächeln. Der Tag der Vergebung brach an. Die Gäste lachten, sangen, tanzten und bildeten Reigen. Fasching teilte großzügig Bewirtung aus und erinnerte daran: Güte und Freude werden stärker, wenn man sie teilt. Das Fest ging zu Ende, doch seine Wärme blieb – in den Lächeln, in den Herzen, in der Erwartung eines neuen Anfangs. Der Winter ging leise, der Frühling stand schon vor der Tür, und das märchenhafte Echo des Fasching lebte noch lange in der Musik, im Lachen und in der hellen Stimmung der Gäste weiter. Autorin und Foto: Evgeniya Kober Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: