Geheimnisse der Heilkräuter: „Mariä Himmelfahrt“ in Taldyqorghan

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Kräuterweihe, Kräuterbuschen, Frauendreißiger: der Duft von Heil- und Wiesenkräutern, traditionelle Sträuße und biblische Überlieferungen, so wurde im Klub der deutschen Jugend „Juwel“ in Taldyqorghan „Mariä Himmelfahrt“ gefeiert.

„Mariä Himmelfahrt“ wird jedes Jahr am 15. August begangen und gehört zu den wichtigsten katholischen Feiertagen in Deutschland. Ihm liegt eine alte biblische Überlieferung zugrunde: Als die Apostel das Grab Mariens öffneten, fanden sie statt ihres Leichnams duftende Blumen und Kräuter. Ab Mitte August beginnt eine besondere dreißigtägige Zeit, die bis Mariä Geburt am 8. September dauert. Im Volksglauben gilt diese Zeit als gesegnet: Kräuter und Wurzeln, die in diesen Tagen gesammelt werden, ebenso wie Öl und Eier, besitzen die stärkste Heilkraft und halten sich länger als gewöhnlich.

„Die Jugendlichen des KDJ haben mit eigenen Händen und mit Hilfe ihrer wunderbaren Mentorin, der Leiterin des Zirkels „Basteln“ Evgenija, kleine Körbchen geflochten und sie mit schönen Arrangements aus Kräutern, Blumen und Beeren gefüllt“, erzählte Swetlana Musyrina, Leiterin der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Taldyqorghan.

Wichtig war, dass im Strauß Johanniskraut, Kamille, Schafgarbe und Baldrian vertreten waren. Die Zahl der Pflanzen hat stets symbolische Bedeutung: 7 steht für die sieben Schmerzen Mariens oder die sieben Sakramente, 9 und 12 für die Zahl der Apostel, manchmal sogar 99. In Schwaben und Baden gab es ein häusliches Ritual, bei dem aus den gesammelten Kräutern Seife gekocht und heilende Salben hergestellt wurden. Am Vorabend des Festes war es üblich, die erste Garbe Weizen oder Roggen zu schneiden. Sie wurde mit bunten Bändern gebunden und in die Kirche getragen. Am 15. August wurden reife Äpfel, Birnen und Nüsse geweiht. Und früher backten die Hausfrauen zum Festessen auch besonderes Brot und Gebäck, süße Brötchen und Kuchen, deren Namen auf das „Stroh für das Bett der Gottesmutter“ verwiesen.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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